Brauche aufklärung in sachen Autoversichungen etc...

Invoker

Lieutenant
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Apr. 2012
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Hallo leute!

Ich hoffe ihr könnt mir helfen. Ich habe letzte Woche Dienstag meinen Führerschein bekommen. Bin jetzt 19 Jahre Alt. Habe auch gleich ein eigenes Auto für 2 Jahre zur Verfügung bekommen (Onkel ist für 2 Jahre weg deswegen darf ich es in der Zeit haben). Ich habe leider jedoch überhaupt keine ahnung was ich machen muss. Deswegen hätte ich einige fragen. Die Steuern vom Auto bezahlt mein Vater das hab ich schon geklärt.

1. Wie funktioniert eine Versicherung? Wenn ich einen Unfall baue bezahlt die dann den kompletten Schaden?
2. Muss ich bei der Versicherung irgendwas mit meinem Auto beachten? (Habe einen Audi A4 Kombi Diesel 2.0)
3. Gibt es irgendwelche gute Versicherungen die ihr mir evtl. empfehlen könntet?

Ich hoffe es ist verständlich, bin halt komplett unaufgeklärt. Ich hoffe ihr könnt mir helfen, wäre über jede hilfe sehr dankbar!

MfG
 
1. Der Schaden, den du an anderen Gegenständen (Autos, Hauswände, Zäune, etc.) mit dem Auto anrichtest, wird zum Zeitwert reguliert. Personenschäden werden ebenfalls übernommen. Hast du eine Vollkaskoversicherung, kannst du über diese auch den Schaden an deinem Fahrzeug regulieren lassen, eine Teilkaskoversicherung zahlt z.B. bei Diebstahl des Fahrzeugs oder einen Steinschlag in der Scheibe. Bei Inanspruchnahme der KFZ-Haftpflicht- oder Vollkaskoversicherung wirst du jedoch ab dem Folgejahr in eine höhere Schadenfreiheitsklasse eingestuft, was zu einem höheren Beitrag führt. Gerade im Vollkaskobereich sollte man hier nachrechnen, ob der Mehrbeitrag der kommenden Jahre den Schaden überhaupt aufwiegt.

2. Inwiefern beachten? Bei Abschluss wirst du einige Angaben machen (Schlüsselnummern, Wohnort, Fahrleistung, Schadenfreiheitsklasse, etc.), aus denen sich dann dein Beitrag berechnet. Oder worauf zielte die Frage ab?

3. Suche dir einen Versicherungsmakler und lass dich ordentlich beraten. Wenn du den Wagen jedoch als Zweitfahrzeug bei deinen Eltern versichern könntest, wird das erheblich günstiger; hier wäre entsprechend der Versicherungsberater deiner Eltern der richtige Ansprechpartner.
 
Frage 2 war mehr so gedacht wie das ich evtl. mit dem Auto mehr bezahlen muss an Versicherung als andere. Aber dies macht keine Unterschiede oder? Wenn ich das Auto als zweitfahrzeug versichern lasse kostet doch die versicherung vom erstwagen auch mehr oder?
 
Bitte fahre den Wagen nicht vorher, bevor Du das Thema Versicherung geklärt hast!

Um die Zweitwagen-Regelung muss sich Dein Vater kümmern, da ich davon ausgehe, dass der Wagen derzeit nicht über Deinen Onkel versichert gilt. Hierfür brauchst Du eine Deckungszusage vom Versicherer.

Sollte der Wagen über Deinen Onkel noch versichert sein, stellt sich die Frage, ob eine Person mit 19 Jahren das Fahrzeug fahren darf. In diesem Fall wäre Dein Onkel Dein Ansprechpartner.

P.S. Die Prämie richtet sich grundsätzlich nach dem Schadenfreiheitsrabatt. Je mehr schadenfreie Jahre einem Vertrag zugrunde liegen, je günstiger ist die Prämie. Über die Zweitwagen-Regelung besteht für Dich eine Möglichkeit, eine geringe Prämie zu nutzen, als wenn Du einen Abschluss als Anfänger mit eigenem Vertrag vornehmen würdest.
 
Zuletzt bearbeitet: (einfach so..)
Wieso sollte ich das Auto nicht fahren? Das Auto läuft im moment auf meinen Vater, steht zumindest im Fahrzeugschein so. Also wäre am sinnvollsten das Auto als zweitwagen bei irgendeinem Familienmitglied zu versichern?
 
Du solltest es nicht fahren, solange die Versicherungslage unklar ist. Es ist, auch wenn es die letzten Tage nicht so aussah, Winter. Im Winter kommt es sehr schnell zu Situationen, in denen sogar erfahrene Fahrer ernste Probleme haben.

Was, denkst du, passiert wohl, wenn du jetzt ohne eigenes Verschulden (maximal aufgrund mangelnder Fahrpraxis) einen Unfall mit Personenschaden baust? Teilschuld kriegst du als Autofahrer immer. Wenn hier die Versicherung nicht greift, weil du als Fahrer z.B. gar nicht versichert warst (mein Auto darf z.B. nur ich fahren), was dann?
Es würde z.B. reichen, wenn du jemandem ins Auto rutschst, er dementsprechend nicht auf Arbeit kann und somit einen Verdienstausfall vorweist. Kannst du den Verdienstausfall eines Unternehmers mal eben tragen?
 
Ja du hast recht.
Noch ein paar fragen. Wie läuft ne versicherung ab? Werde ich nur das Auto versichern oder werde ich versichert? Wenn ich mit anderen Autos fahre bin ich dann versichert oder nicht?
 
Bevor du mit anderen Autos fährst, erstmal informieren wie das dort mit der Versicherung ist. Bei Unfällen bist du als Autofahrer nämlich immer der Depp und wenn dann irgendwas mit der Versicherung nicht passt ist aber Holland in Not.

Aber ernsthaft. Dir gibt jemand direkt nachdem du den Führerschein bestanden hast ein Auto und sagt "Hier passt schon, du kriegst das hin". Wie fahrlässig ist das denn bitte? Können dir deine Eltern dazu nichts sagen oder optimalerweise dein Onkel, der dir den Wagen schliesslich auch überlässt?
 
Bei der KFZ-Haftpflicht wird nicht der Fahrer sondern das Fahrzeug versichert.
 
Zuletzt bearbeitet:
Tja ich weiß auch nicht wieso die das so auf die leichte schulter nehmen. Naja, gut wenn also das Auto versichert ist kann ich ohne probleme damit fahren oder?
 
Die Kfz-Haftpflicht-Versicherung ist grundlegend eine Pflichtversicherung, damit ein Kfz überhaupt auf öffentlichen Straßen geführt werden darf.

Es geht hierbei um das Grundthema, dass ein Geschädigter auch seinen Schaden ersetzt bekommt. Egal, ob es sich hierbei um einen Sachschaden (Auto) oder um einen körperlichen Schaden (Invalidität - Rentenanspruch) handelt.

Rein rechtlich nennt sich dieser Anspruch: Schäden gegenüber Dritte

Wer wäre den der Zweite? Dein Vater oder derjenige, der den Fahrzeugbrief im Besitz hat. Dieser Personenkreis geht bei einem Schaden leer aus.

Der Erste bist natürlich Du, wenn Du das Fahrzeug führst.

Für die Schäden am eigenen Kfz gibt es die Vollkasko-Versicherung. Bei der Absicherung handelt es sich allerdings auch um eine Zeitwert-Versicherung.

Für eine Absicherung Deiner Person gibt es eine Insassen-Unfall-Versicherung, die auch über eine Kfz-Versicherung abgeschlossen werden kann. In der Regel sind über dieses Risiko sämtliche mitfahrenden Personen mitversichert. Hier wird es aber vermutlich auch unterschiedlichen Konstellationen der Absicherung geben. Hierbei stellt sich mir einfach die Frage, ob eine richtige Unfall-Versicherung für Deine Person nicht einfach besser wäre, die ebenfalls den allgemeinen privaten und beruflichen Teil abdeckt. Es ist natürlich eine Frage der Kosten.

Treibe bitte Deinen Vater zur Weißglut, dass er sich endlich mit seinem Versicherer zur Absicherung des Fahrzeugs in Verbindung setzt. Hier ist Beratungsbedarf vor Ort erforderlich. Dieses Thema kann nicht über einen Thread geklärt werden.

Ich stelle Dir einfach mal einen Link ein, den Du sicher nicht verstehen wirst:

http://www.verkehrsrecht-ratgeber.de/verkehrsrecht/versicherung/content_02_03.html

Du würdest unter folgenden Punkt fallen, falls über den Versicherungsvertrag nicht vereinbart wurde, dass Du mit dem Fahrzeug fahren darfst:

- eine nachträgliche Gefahrerhöhung ohne Einwilligung des Versicherers

Spätestens jetzt solltest Du die Einsicht haben, dass Du jemanden brauchst, der Dir eine persönliche Beratung zur Verfügung stellt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Invoker schrieb:
Tja ich weiß auch nicht wieso die das so auf die leichte schulter nehmen. Naja, gut wenn also das Auto versichert ist kann ich ohne probleme damit fahren oder?

Nein, verdammt noch eins. Ich habe doch bei mir z.B. extra darauf hingewiesen, dass mein Auto nur für mich versichert ist. Sollte jemand anderes, z.B. mein Vater, mit dem Ding fahren, ändert sich der Versicherungsschutz komplett. Würde ihm etwas passieren, würde der Versicherer sich hochgradig quer stellen.

Praktisches Beispiel für dich:
Dein Vater versichert das Fahrzeug auf sich selbst. Er nutzt dabei seine eigene Einstufung, er hat 25 Jahre Fahrpraxis und ist bisher unfallfrei und wurde nie mit Alkohol am Steuer erwischt. Dementsprechend günstig ist der Tarif, den dein Vater erhalten hat.
Was denkt der Versicherer nun über dich? Jungspund, 0 Fahrpraxis, kein Plan von nix.... Deine Einstufung wäre irgendwo im astronomischen Bereich.
Was passiert also im Scahdensfall? Denkst du, der Versicherer lässt dich damit davon kommen? Der holt sich das, was du da ergaunerst, auf Heller und Pfennig zurück, und du hat den Arsch voller Schulden.
 
Ok dankeschön an alle. Habe nun ein bisschen wissen sammeln können. Werde morgen mal bei der Versicherung Anrufen und mich dort beraten lassen.
 
Das Auto läuft im moment auf meinen Vater, steht zumindest im Fahrzeugschein so.
Dann ist doch das Fahrzeug versichert, sonst wäre es doch nicht angemeldet worden. Frag Deinen Vater ob er den Wagen so versichert hat, dass Du auch damit fahren darfst ohne das sich die Prämie erhöht, unter 25 jährige werden anders eingestuft wenn sie das Auto nutzen. Nachteil die Versicherung Deines Vaters wird teurer, ist aber bei weitem wohl billiger als wenn Du als Neuling selbst ein Fahrzeug versichern möchtest, Regeleinstufung ist Schadenfreiheitsklasse 0 (entspricht 200 bis 260% je nach Versicherer). Wenn Dein Vater nun für den Wagen 100 € monatlich zahlen würde, müsstest Du schon 250 € zahlen, für die gleiche Leistung, normalerweise 1 Jahr lang, wenn Du keinen Schaden hast, erhälst Du einen Schadensfreiheitsrabatt.
Das hat aber @Daaron und @nobodo schon erklärt.
Man kann junge Leute nicht oft genug darauf hinweisen, das man damit sehr aufpassen muss und die Versicherungen sehr variieren was die Preise angeht. Gute Versicherungen sind aber auch nicht immer preiswert, dafür haben sie aber andere Vorteile. Für mich ist es immer sehr wichtig gewesen, einen Ansprechpartner vor Ort zu haben, das war mir immer ein paar Mark wert und habe es in 40 Jahren Fahrpraxis nie bereut. Also viel Erfolg für die ersten 5.000.000 Kilometer und fahr immer schön rechts. :lol:
 
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