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Canon i560: Farbe Gelb fehlt - eingetrocknet?

Wusel

Cadet 4th Year
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März 2014
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66
Hallo zusammen,
ich habe noch einen alten Canon i560 Drucker, der dank eines vor Jahren erneuerten Druckkopfes immer noch brav seinen Dienst tut. Nun hat sich in letzten Wochen die Farbe Gelb verabschiedet, zunächst wurde die Farbe gelb streifig und immer blasser. Patrone ist noch fast voll!
Dann habe ich diverse Reinigungsmaßnahmen versucht:
  • automatische Intensivreinigung (mehrmals)
  • Druckkopf ausgebaut, mit destillierten Wasser gereinigt (erst mit Q-Tipps, dann mit einem warmen wenige mm hohem "Fußbad" des Druckkopfes).
Ergebnis:
Nun druckt er gar kein Gelb mehr. Alle anderen Farben sind 100%ig wie neu. Keinerlei Fehlermeldungen oder -blinkcodes. Habe seit dem ernuerten Druckkopf auch nur noch mit Originaltinten gearbeitet.
Eins ist mir aufgefallen:
Am Tintenanschluss der gelben Patrone, was wie ein kleiner runder Schwamm aussieht, kann man rundherum ein wachsende getrocknete Ablagerung sehen. Das war beider vorigen gelben Patrone auch schon so, deshalb habe ich sie getauscht. Aber bei der neuen ist es genauso.
Zieht der an dieser Stelle vielleicht Luft und kann deshalb keine Tinte mehr ansaugen?

Was kann ich noch tun? Habt Ihr noch eine Idee?
 
Zuletzt bearbeitet:
Wusel schrieb:
Druckkopf ausgebaut, mit destillierten Wasser gereinigt
Entweder Druckerreiniger oder Isopropanol, destilliertes Wasser bringt gar nichts.
 
Wusel schrieb:
Hallo zusammen,
ich habe noch einen alten Canon i560 Drucker,
Der hat den QY6-0042 Druckkopf.
Der Aufbau ähnelt fast allen Nachfolgern.

Deshalb kann man folgendes machen:

Kopfreinigung Tintenstrahldrucker
--------------------------------------------------

Achtung: Man muß sehr vorsichtig vorgehen!

Jeder falsche Handgriff kann den Kopf zerstören.
Keramik ist extrem hart und gibt keine warnenden Geräusche von sich, wie Metall oder Holz, kurz bevor sie bricht.

Die Übersicht zeigt den Aufbau des Kopfes der meisten Tintenstrahldrucker:


1757965076860.png
.

Die Grundplatte (1 - weiss) ist mit zwei Befestigungsschrauben (2 -blau) am Gestell befestigt.

Diese löst man ganz vorsichtig.
Die Schrauben sind extrem stark angezogen.
Man muß viel Kraft aufwenden.

Der Schraubenzieher sollte ganz genau passen.
Wenn man abrutscht, sind die Schraubenköpfe meistens hinüber und man braucht neue Schrauben.

Hat man die Schrauben lose, kann man die Trägerplatte hochkippen.
Die Steuerleiterplatte (5 - gelb) ist flexibel und auch sehr dünn, die kann man bei falscher Behandlung zerreißen.
Dann kann man die zwischenliegende Gummidichtung abnehmen und reinigen mit destilliertem Wasser oder Isopropanol.

Nun legt man die Düsenplatte in eine sehr flache Schale mit fast kochendem, destillierten Wasser (eventuell mit einem Tropfen 5% iger Ammoniaklösung verschärft.

Das ganze läßt man über Nacht stehen.
Dann alles trocknen und mit Isopropanol abspülen.

Jetzt setzt man die Gummidichtung wieder zwischen Keramikplatte und Gehäuse.
Sie muß ganz exakt sitzen, sonst druckt der Drucker nicht - also ganz langsam arbeiten.

Die Schrauben zieht man wieder so fest an, wie mit Handkraft möglich.
Es besteht dann eine 50 ... 70%ige Wahrscheinlichkeit, daß der Kopf wieder funktioniert.

Man darf keinesfalls mit Leitungswasser arbeiten, da setzt sich zu viel Kalk ab in den Düsen in den meisten Orten.

Wusel schrieb:
Zieht der an dieser Stelle vielleicht Luft und kann deshalb keine Tinte mehr ansaugen?
Das wäre das Ende des Druckkopfes, kommt aber relativ selten vor.
Da der Druckkopf aber schon getauscht ist, ist das unwahrscheinlich.
 
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wuselsurfer schrieb:
Der hat den QY6-0042 Druckkopf.
Der Aufbau ähnelt fast allen Nachfolgern.

Deshalb kann man folgendes machen:

Kopfreinigung Tintenstrahldrucker
--------------------------------------------------
Uiii, das geht ja ans Eingemachte. Ich werde mal sehen, ob ich das hinbekomme.
Diese Anleitung habe ich noch nirgends gesehen, aber echt gut! 👍
 
Wusel schrieb:
Uiii, das geht ja ans Eingemachte. Ich werde mal sehen, ob ich das hinbekomme.
Wie gesagt: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

Wusel schrieb:
Diese Anleitung habe ich noch nirgends gesehen, aber echt gut! 👍
Ich habe dem MG 5750 meiner Tochter zwei mal das Leben gerettet.

Und paß auf die Gummidichtung an der Keramikplatte auf.
Die muß exakt und ohne Spannung zwischen Keramikplatte und Gehäuse sitzen, sonst druckt der Drucker nicht.

Ich hab die auf den Düsenkanal im Gehäuse ausgerichtet und dann die Keramikplatte ganz langsam abgesenkt, bis sie plan auflag.
Dann mit einem sehr stark magnetischem Schraubenzieher die schrauben leicht ansetzen und langsam gegenseitig anschrauben.

Die Schrauben sind oft sehr schwach magnetisch, deshalb braucht man einen starken Zugmagneten am Schraubenzieher. Die Magnetkraft läßt sich mit angebrachten seitlichen Zusatzmagneten steigern.

Hilft das alles nicht, muß wohl der Kopf neu.
Allerdings kann auch die Ansteuerung der gelben Patrone defekt sein, weshalb man da genau vor dem Kopfkauf abwägen muß, ob der Oldie von Anfang der 2000er Jahre nicht in Rente gehen sollte.

Beim Neukauf würde ich Zweipatronengeräte vermeiden.
Die sind leider wieder im Angebot und haben die teuersten Folgekosten überhaupt und oft sehr bescheidene Qualität im Aufbau und beim Druck.

Alles mit 4 und mehr Patronen oder die Tankdrucker kann man empfehlen.
Die preise haben gewaltig angezogen in Corona und ein guter Drucker kostet um die 200.- oder mehr.
Aber das gute Druckbild und die geringen Folgekosten wiegen das alles wieder auf.

Schreib mal, ob die Aktion erfolgreich war, dann sehen wir weiter.

Und bitte nicht ungeduldig werden, der Tintenknust in den Düsen braucht eine Nacht zum Ablösen.
Ich habe es schon viel schneller hinbekommen, aber wie schreibe ich sicher nicht, da kommen die Messer hier aus allen Richtungen geflogen ... . ;)
 
@wuselsurfer: Danke für die Tipps, aber so weit (Neukauf) bin ich noch nicht.

So, zweiter Versuch: Fußbad des Druckkopfes in Isopropanol (wenige mm hoch).
Nach ein paar Stunden habe ich zusätzlich einige Male Isopropanol von oben auf die Patronenanschlüsse geträufelt. Bei allen Farben außer gelb zog der Tropfen schnell ein, bei Gelb blieb der Tropfen lange auf dem Anschluss stehen und versickerte nur seeeehr langsam (oder verdunstete).
Das deute ich als immer noch vorhandene Verstopfung des gelben Farbkanals.

Ein "Durchblasen" mit einem von oben aufgesetztem Strohhalm brachte nichts.

Andere Frage:
Ist der i560 eigentlich Windows-11-tauglich?
Ich arbeite ja noch mit Windows 10...
 
Zuletzt bearbeitet:
Noch während des stundenlangen Isopropanol-Fußbads habe ich den gelben Patronenanschluss mit einer Entlötpumpe bearbeitet. Danach erneut Isopropanol von oben auf den Patronenanschluss geträufelt, jetzt zieht es sofort ein, so wie bei den anderen.
Druckkopf wieder eingebaut, Intensivreinigung durchführen lassen --> Gelb funktioniert immer noch nicht, noch nicht einmal ein kleiner gelber Ansatz / Streifen, gar nichts!

Tja, sieht nicht gut aus... werde wohl am Ende noch die Brachialmethode von Wuselsurfer anwenden müssen :(
 
Wusel schrieb:
Andere Frage:
Ist der i560 eigentlich Windows-11-tauglich?
Ich arbeite ja noch mit Windows 10...
Canon selbst bietet nur Treiber bis Windows 7 an.
Wenn der Drucker unter Windows 10 läuft sollte auch Windows 11 gehen.

Wusel schrieb:
Tja, sieht nicht gut aus... werde wohl am Ende noch die Brachialmethode von Wuselsurfer anwenden müssen :(
Viel Glück!
 
wuselsurfer schrieb:
Allerdings kann auch die Ansteuerung der gelben Patrone defekt sein,
Aber würde es dann nicht blinkende Fehlercodes am Drucker geben? So war es jedenfalls beim ersten (defekten) Druckkopf damals...

Aber es wundert mich schon, dass zuerst das Gelb schwächer wurde, und dann auf einmal nach der ersten Reinigungsmaßnahme komplett verschwunden war.
 
So, ich habe jetzt den Druckkopf geöffnet. Was mich erstaunt: Der hat 5 Farbkanäle / 5 Farb-Düsenarrays, obwohl er ja nur 3 Farbpatronen hat :confused_alt:

Habe erst mal den Teil mit der Keramikplatte/Druckkopf mit Isopropanol gesäubert, nun kann ich sogar von hinten durch die Kanäle hindurch sehen (man sieht vor dem Druckkopf den Schein meiner Lampe), also die sind offenbar frei!
Die Kanäle im hinteren Teil (wo die Patronen eigesetzt werden) flute ich gerade.
Mal sehen...

Könnte auch die Ansteuerung des Gelbkanals defekt sein? Also Druckkopf oder Hauptplatine (ich habe noch eine zweite von einem zweiten i560, den ich mir vor Jahren mal als Ersatz bestellt hatte, aber dessen Druckkopf war leider defekt)....
 
Wusel schrieb:
Der hat 5 Farbkanäle / 5 Farb-Düsenarrays, obwohl er ja nur 3 Farbpatronen hat :confused_alt:
Da werden Düsenreihen doppelt sein für bessere Randsteuerung.

Wusel schrieb:
also die sind offenbar frei!
Daß Du Dich da mal nicht irrst.
Selbst durch zentimeterdicke festgetrocknete Tintenklumpen kann man durchleuchten, die sind nie ganz schwarz.

Wusel schrieb:
Könnte auch die Ansteuerung des Gelbkanals defekt sein?
Ja, das wird man sehen.

Wusel schrieb:
Also Druckkopf oder Hauptplatine (ich habe noch eine zweite von einem zweiten i560, den ich mir vor Jahren mal als Ersatz bestellt hatte, aber dessen Druckkopf war leider defekt)....
Vielleicht taugt das als Ersatz, aber willst Du dann nicht einen neuen Drucker nehmen?
Das ist doch die Mühe nicht wert, auch wenn man viel lernt.
 
Ich glaube, das Thema hat sich gerade erledigt. Nach dem Einsetzen des Druckkopfes nach mehrstündigem Fluten mit Isopropanol und Abtrocknen gibt's eine Fehlermeldung - Blinken 5 x orange = Druckkopf defekt.
Der Druckkopf riecht leicht "elektrisch"... das war's dann wohl. Schade. :(

Da ich so gern bastele, könnte ich natürlich einen Ersatz-Druckkopf kaufen, die gibt's aus China schon für 25€:
Druckköpfe für i560

Aber ob die was taugen? Ich weiß nicht...

Dann wohl doch einen neuen Drucker... mal sehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja genau. Trotzdem schade. Habe in den letzten Jahren meistens Restbestände der Originalpatronen gekauft - billiger konnte ich kaum drucken.
Aber ok, der Drucker ist 22 Jahre alt, Druckkopf erneuert vor 13 Jahren... der hat lange gehalten und hat nun sein Ende erreicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wusel schrieb:
Aber ob die was taugen?
Zahlreiche Beiträge auf Druckerchannel.de sagen da nein.

Wusel schrieb:
Dann wohl doch einen neuen Drucker...
Das befürchte ich auch.

Mir ist ein Canon i550 nach einer Druckkopfreinigung abgeraucht ... . Der zweite hat die Prozedur erfolgreich überstanden.
 
Nimm einen ordentlichen Laserdrucker. Durchaus auch einmal bischen mehr Geld in die Hand nehmen und dann hast Du 20 Jahre Deine Ruhe (wenn Du nicht das Montagsmodell erwischst)
 
Laserdrucker kommt für mich wegen der Fein-(Toner-)staubproblematik zu Hause nicht in Frage, obwohl er drucktechnisch natürlich 1. Wahl wäre.

Ich dachte jetzt eher an ein Tintenstrahldrucker mit einzelnen Tanks (wegen der Druckkosten), aber mal sehen, was Canon (oder auch evtl. andere Hersteller) aktuell so zu bieten haben.

Ist die Gefahr des Eintrocknens bei Tankdruckern eigentlich höher als bei Patronendruckern?
 
Zuletzt bearbeitet:
Wusel schrieb:
Laserdrucker kommt für mich wegen der Fein-(Toner-)staubproblematik zu Hause nicht in Frage, obwohl er drucktechnisch natürlich 1. Wahl wäre.
Das wird wohl überbewertet.

Wusel schrieb:
Ich dachte jetzt eher an ein Tintenstrahldrucker mit einzelnen Tanks (wegen der Druckkosten), aber mal sehen, was Canon (oder auch evtl. andere Hersteller) aktuell so zu bieten haben.
Such Dir etwas aus:
MuFu:
https://geizhals.de/?cat=multi&xf=390_Refill-System

Standard:
https://geizhals.de/?cat=pri&xf=375_Refill-System

HP hat meist ein Patronenabo im Angebot, da sollte man vor dem Kauf genau prüfen, ob man das braucht.

Wusel schrieb:
Ist die Gefahr des Eintrocknens bei Tankdruckern eigentlich höher als bei Patronendruckern?
Nein.
Es sind teilweise sogar die gleichen Druckköpfe, wie bei den Patronendruckern, eben nur mit Schläuchen dran.
 
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