CDU - Erschließung neuer Wählerschaften

Lost_Byte

Admiral
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Hallo,
ich habe heute gelesen, dass die CDU auch mal gemerkt hat, dass die Stammwähler abnehmen und man daher seine Partei mit einem vernünftigen programm füllen sollte.
Zur Realität unserer Gesellschaft gehört heute, dass der Teil derer, die ihr ganzes Leben lang dieselbe Partei wählen, abnimmt
Angela Merkel

Dies will Sie erreichen, indem
"Wenn die SPD nach links rückt, sich verabschiedet von der Idee einer Volkspartei, dann sind wir für enttäuschte Sozialdemokraten da." Und wenn die CDU abgewanderte Sympathisanten von der FDP zurückholen wolle, spiele die Wirtschafts- und Finanzpolitik eine wichtige Rolle. Im Grünen-Spektrum wolle seine Partei mit einer überzeugenden Umwelt- und Klimaschutzpolitik zusätzliche Wähler gewinnen.
CDU-Generalsekretär Gröhe

ich sehe da aber ein paar kleine Probleme:
verschreckt man mit sozialer Politik, die die allein gelassenen Wähler der SPD nicht die Wähler, die man von der FDP zurück holen möchte, die schließlich liberaler Natur sind?

steht die Umweltpolitik der Grünen, die man laut Gröhe teilweise übernehmen wolle, nicht im krassen Gegensatz zur Politik der FDP? Man nehme zum Beispiel die Abschaltung der Atomkraftwerke

und glaubt die CDU ernsthaft, dass die Grünenwähler nur aus ökologischer Überzeugung heraus die Grünen wählen und nicht auch wegen anderer Sachen wie der Bildungspolitik, der Finanzpolitik (Ich finde das Modell in regenerative Energien zu investieren, damit die Wirtschaft zu stärken, das Klima zu schützen und die Forschung voran zu treiber besser, als die Idee der FDP die Steuern einfach nur zu senken).


Was meint ihr dazu?
 
Die Merkel versucht schon seit Beginn der Großen Koalition vor allem der SPD die Wähler streitig zu machen. Da haben wohl vor allem die (radikalen) Leipziger Beschlüsse Wirkung hinterlassen, die der CDU 2005 vermutlich den (klaren) Wahlsieg gekostet haben, da die SPD die CDU zusammen mit der FDP als Koalition der sozialen Kälte darstellen konnte. Also weg vom radikal wirtschaftsliberalen Weg, hin zu einer sozialeren Politik -- die übrigens nicht umbedingt im Gegensatz zum CDU-Stammklientel stehen muss, schließen hat der soziale Aspekt bei Wertkonservativen auch einen höheren Stellenwert.

Die vergrault sie allerdings mit einer zu progressiven Vorgehensweise in den Bereichen Familie und Religion. Von daher sitzt Merkel (wie einst Schröder) zwischen allen Stühlen, schwebt aber noch dank der hohen Popularitätswerte über allen. Sollte sie aber nicht bald eine klare Linie finden, dürfte das Stammklientel weiter abspringen und die Luft wird dünner.

Die CDU würde gut daran tun, sich auf das Stammklientel zu konzentrieren und von den Gedanken verabschieden, jemals wieder in Regionen jenseits der 40 Prozent zu kommen. Die Zeiten sind in einem fünf Parteiensystem vorbei. Lieber sollte man sich ein Beispiel an der SPD nehmen, die praktisch über die komplette Regierungszeit eine Politik gegen das eigene Klientel gemacht hat, in der Hoffnung auf Wähler in der "neuen Mitte" -- die es aber im politischen Sinne offenkundig nicht gibt. Die SPD wird wohl verdammt lange brauchen, um aus dem Stimmungstief heraus zu kommen, sofern es überhaupt noch möglich ist. Denselben Fehler sollte Merkel nicht tun. ;)
 
Ich fände es sehr gut wenn die CDU die gleichen Fehler macht wie seinerzeit die SPD. Das kann der Politik nur gut tun, wenn es keine Partei mehr schaft mehr als 40 + x zu bekommen. Auch hoffe ich das der CDU noch mehr Wähler davon laufen, ich habe die Rentner Politik der CDU langsam satt, es wird Zeit für neuen Schwung, mit neuen unverbrauchten Politikern.
 
Heute auch beim Spiegel gelesen das Mantra der CDU das sie sich um ihre Wähler kümmern muss aber ihr Ideenreichtum und Frische ist so altgebacken wie die CDU/CSU an sich.
Das Wählerspiel der CDU ist einfach, vor Wahlen die "Alles ist Gut", "Seht wie wir für euch arbeiten" (Populismus) mit Subventionen, Quersubventionieren, Wahlfangpropaganda, Honig ums Maul schmieren gelöst - nicht anders! Da hat die CDU noch das Glück der EU, was halt in Deutschland nicht geht macht man über die EU (Sicherheitsgesetze) so müssen wir es dann wieder umsetzen. Mittendrin der Regierungszeit wird dann mal das gute Subventionsspiel abgerechnet.
Ich hoffe zutiefst darum das die CDU abstürzt wie die SPD und beide weiter in die Versenkung geraten und die Zeiten der Volksparteien vorbei sind. Beide Parteien haben schlicht und ergreifend nichts besseres verdient, sie wollen Volksparteien sein aber sind mehr denn je wirtschaftliche, geldliche Handlanger und arbeiten nicht mehr für die, die sie gewählt haben - außer vll. wenn es um Klientelpolitik geht.
Mit ihrer staatlichen Entschlackung die die CDU und SPD treiben (Privatisierung von Volkseigentum, PPP Verträge wo quasi Gewinne privatisiert aber Verluste gesellschaftlich getragen werden ect.) wird die Allgemeinheit ausgeblutet. Die Hetze gegen Abgabenquoten wird aktiv vorangetrieben - die Verarmung ganzer Schichten gefördert.
Ein Beispiel: Die Wiedervereinigung von Deutschland!
Deutschland lässt dafür von 1992 bis 2019 150 Milliarden springen wofür der Soli der Refinanzierung dienen sollte, für die HRE ließ unsere Deutschen Regierung allein 2008 100 Milliarden Euro springen ... eine Relation die zeigt in welche Richtung es wirklich geht. Der Grund ist einfach und gleichermaßen tief, die Liberalisierung des Staates hat viele Kommunen dazugetrieben das liberale Kasino mitzuspielen, das Spiel wurde über die HRE getrieben - wäre die Bank wirklich pleite gegangen, so hätten auch viele dt. Kommunen dicke Probleme gehabt!
Wird was dagegen unternommen? Nein! Die PPP Verträge werden beispielsweise für unseren Staat und Ländern immer attraktiver, gerade jetzt! Das ist aber gerade der falsche Weg!

Die aktuell vergangene Bundestagswahl hat gezeigt das die Gewinner die kleineren Parteien waren, mehr Frische wird verlangt. Ich hoffe zutiefst das die Wähler sehen wir brauchen mehr Mitbestimmungsrecht, Politik muss mehr Verantwortungsbewusstsein geg. das Volk haben (Politiker oder Beamter ist wohl der sicherste Job den man haben kann, für deine Entscheidungen musst du nicht "bürgen" arbeitest aber mit unsummen von Geldern) und so mache ich kein Hehl daraus das Ideen wie Liquid Democracy durchkommen und die Politik im 21. Jahrhundert ankommt.
 
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Die CDU hat sich meiner Meinung zu sehr auf die Älteren eingeschossen und ist dadurch für jüngere Wähler uninteressant geworden. Natürlich sind die Betagten eine immer größer werdende Gruppe und daher absolut wichtig, um Wahlen zu gewinnen, aber ich vermute, dass angesichts der greisen Anhängerschaft mehr potentielle Wähler "wegsterben", als junge nachkommen, also langfristig ein demographischer Ausdünndungsprozess stattfinden wird bzw. längst im Gange ist.
 
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["Wenn die SPD nach links rückt, sich verabschiedet von der Idee einer Volkspartei, dann sind wir für enttäuschte Sozialdemokraten da."]


*brüll* *mich wegwerf vor lachen`*

als wenn jemals ein überzeugter Linker / Sozialdemokrat die CDU wählen würde. Merkel glaubt wohl noch an den Weihnachtsmann.

Die SPD hat unter anderem deshalb die Wahlen verloren, weil ihre Stammwähler gar nicht mehr wählen gehen. Das ist das Problem. Die wählen lieber gar nicht als die CDU.....

Gruß *michi*
 
Ich würde die CDU wählen wie jede andere Partei wenn die Bundestagsplätze mit sowohl Fachlich, Geistig als auch Charakterlich geeigneten Leuten Besetzt werden würden.

Sorry, für mich sind die meisten Politiker einfach geistig veraltete bonzen, die einfach zu jeder gelegenheit einfach ungefragt (vor der Presse) die Fresse aufreißen und irgendwelchen verbalen dünnschiss reden, ohne sich je mit irgendeiner Sachlage beschäftigt zu haben.
 
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