Cloudspeicher vs. Fertig-NAS vs. Eigenbau

Stern1710

Ensign
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Hallo an alle,

ich stehe daheim gerade vor einer Entscheidung und weiß alleine nicht mehr ganz weiter, was denn die bestmögliche Lösung ist.

Zur aktuellen Situation: Für ein paar kleinere Dinge läuft daheim ein Raspi5, welcher als Docker Host für Adguard, Wireguard zum externen Einloggen, Grafana, Influx dient. Die Daten liegen in Volumes, diese sichere ich 1x täglich von der m.2 auf die microSD. Nichts Perfektes, aber okay genug. Ansonsten gibt es hier noch einen Switch, Standrechner, Router, usw, nichts Außergewöhnliches.

Bei Hetzner habe ich aktuell meine Domain und Storage Share gebucht, also die Nextcoud. Das passt auch gut. In einem separaten Konto ist über WebDAV mein privates Außer-Haus Backup mittels Restic eingespielt, dass daheim auch auf einer externen Platte liegt.

Jetzt würde ich das Ganze gerne etwas erweitern und auch mehr selbst hosten und vor allem auch sichern. Also einfachste Möglichkeit wäre mir dazu die Storage Box von Hetzner eingefallen, wo es immerhin das Terabyte für unter 4€ gibt und mit meinen Tools kompatibel ist. Es würde dann lokal im Netzwerk noch ein „Backup-Host“ (so würde ich es nennen) auf einem Raspi4 mitlaufen, auf dem die Sicherungen von Docker Volumes, Config-Dateien initial hingeschrieben werden (lokales Backup) und danach in die Storage-Box verschwinden. Das private Backup würde auch in eine Storage Box wandern.

Gleichzeitig hätte ich aber die Möglichkeit, für lau an zwei 4TB-Platten zu kommen, was für eine NAS sprechen würde. 2-Bay mit Raid 1 wäre da das Ziel, auf dem liegen dann auch die eigenen Bilder und werden noch einmal in die Cloud (eventuell auch einfach in eine Storage Box, sieht komfortabel aus) als Backup geschickt.

Mit Betriebssystemen am Server habe ich etwas Erfahrungen, das kann ich alles aufsetzen, konfigurieren usw. Gleichzeitig ist das aber auch mehr Aufwand und das lässt mich etwas mehr in die Fertig-NAS-Richtung schielen. Da ich 2.5Gbit am Netzwerkstecker mindestens haben möchte und auf der NAS auch ein Docker Host laufen soll, würde ich eher Richtung x86 statt ARM schauen, wo mir die Ugreen DXP2800 GT oder die kleinere DXP2800 ins Auge gesprungen sind. Wären das solide Optionen? Wenn nicht, was würdet ihr ansonsten nehmen?

Wenn ihr sowieso auf Eigenbau-NAS gehen wollt, was würdet ihr von der Hardware empfehlen? Mit einer M.2 SSD kann ich noch dienen (WD Black 750, 500GB), aber bei Gehäuse, Netzteil, CPU, MB etc. ist aktuell nichts vorhanden. Beim Betriebssystem würde ich auf TrueNAS oder OpenMediaVault spekulieren, vielleicht auch Arch Server (z.B. CachyOS Server).

Für das Wegsichern von Bilder, Videos würde ich Syncthing nutzen und von außen mittels Tailscale o.ä. den Zugriff sicherstellen. Wenn es eine NAS wird, sollte es auch einen Media-Client geben, mit dem ich Daten im Heimnetzwerk für den Fernseher (Android TV) freigeben kann fürs lokale Streaming (DLNA hab ich schon mal eingerichtet gehabt).

Was wären da eure Einschätzung? Was würdet ihr bauen?

Beste Grüße
 
Ja, du hast dir ja eigentlich alle Fragen selbst beantwortet.

An Hardware bietet sich auch ein refurb office PC an, 2.5/10G dann als PCIe Karte. Ist natürlich nicht ganz so kompakt wie eine DXP 2800.
Aoostar R-Serie ist auch noch klein und kompakt.

Software: Proxmox und darauf dann LXC und VMs laufen lassen. Regelmäßig snapshots anlegen, dann ist man nur ein snapshot restore vom laufenden System entfernt, wenn man was kaputt gebastelt hat.
 
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Azghul0815 schrieb:
Rein von der HW her, düfte das UGREEN das beste sein, gefolgt vom Terramaster.
Es sieht für mich persönlich auch nach der besseren Option aus.

Gibt es Erfahrung, wie es dann mit eigenem OS darauf aussieht? Ich kann mir die Hardware von zB Ugreen ganz gut vorstellen, aber dann eben selbst das OS installieren.
chris_2401 schrieb:
Software: Proxmox und darauf dann LXC und VMs laufen lassen. Regelmäßig snapshots anlegen, dann ist man nur ein snapshot restore vom laufenden System entfernt, wenn man was kaputt gebastelt hat.
Danke für den Input, Proxmox hatte ich ja mal gänzlich vergessen, dabei hab ich im Studi-Heim 2 Jahre damit herumgebastelt :)
 
Stern1710 schrieb:
bt es Erfahrung, wie es dann mit eigenem OS darauf aussieht? Ich kann mir die Hardware von zB Ugreen ganz gut vorstellen, aber dann eben selbst das OS installieren.
Gibt Anleitungen im Netz, aber auf die kleinen DXP2800er hast du das OS auf einem Flash speicher. D.h. du musst einen der 2 NVME Slot opfern für das "neue" OS und im Bios die Bootreihenfolge umstellen.

wieso muss es ein anderes OS sein? UGOS rennt ganz gut und alles an Funktionen, dass es nicht bietet kannst per Docker installieren. Ich synce mit UGOS z.b. direkt mit OneDrive und Backup läuft via restic auf die Hetzner Storage Box (bei mir via Proxmox auf nem extra Server, aber würde auch direkt via Docker gehen)
 
Gut zu wissen, dass es geht :)

Azghul0815 schrieb:
wieso muss es ein anderes OS sein?
Muss gar nicht, mehr eine Mischung aus Bastelwille und Kontrollmöglichkeiten. Da aber eh vieles über Docker laufen wird oder als Service, der eventuell einfach extern zugreift, passt das schon.
 
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Bei mir laufen 2 DXP2800 mit UGOS quasi seit Kickstarter Release.
Ich hatte noch keine Probleme, ausser dem Problem mit den NVMEs. meine WDs wollte er nicht, dann hab ich mir Samsungs gekauft die auf der Kompatibilitätsliste waren.

Per Se finde ich die Terramaster Oberfläche und Verarbeitung etwas schöner, aber das ist Geschmackssache. Ich warte aktuell auf mein UGREEN AI NAS, das sollte den oder nächsten Monat kommen und dan steht der Umzug an.
Evtl. nicht nur die Daten umziehen sonder auch Proxmox einstampfen und auf Docker umbauen,
 
Danke für die Insights. Dann wären die DXP2800 (GT) wirklich eine für mich sehr brauchbare Wahl.
 
Ich habe zum Jahreswechsel auch von Synology DS 916+ auf eine Ugrenn DXP4800 Plus umgestellt.
Es fehlen schon hier und da ein paar Funktionen aber das Betriebssystem läuft sehr rund und stabil.
Ich habe mir dann alles per Docker selbst aufgesetzt, was ich haben wollte.
Die Performance ist wirklich kein Vergleich und würde nichts langsameres mehr haben wollen.

Ich dachte zuerst auch, dass ich vlt. noch ein anderes OS installieren würde, aber das war dann gar nicht nötig.
Vor allem, dass die Weboberfläche so gut wie jedes File schon selbst anzeigen kann, ist wirklich absolut top und unerwartet praktisch. Z. B. MKVs direkt im Webbrwoser zu überprüfen ist wirklich super praktisch.
 
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Stern1710 schrieb:
Wenn ihr sowieso auf Eigenbau-NAS gehen wollt, was würdet ihr von der Hardware empfehlen?
Irgendeine OEM Kiste wie sowas: https://www.afbshop.de/lenovo-thinkcentre-m920t/de-46.428-b wo man halt die 2 Platten reinbekommt, sollte sich sub 100€ machen lassen und die fressen oft im idle weniger Strom als ein Fertig-NAS. Nachteil ist halt idR proprietäre Boards / Netzteile / Gehäuse und ein wenig größer, dafür sollte sich da was für sub 100€ exkl. Datenträger finden lassen.
Und lässt sich im Zweifel auch zu +-0 einfach wieder weiterverkaufen.
 
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Danke an euch Leute, der Austausch hat gut getan. Ich hab mich für eine DGX 2800 GT entschieden, die stärkere Hardware hat mich dann doch gereizt. Muss ich nur noch die HDDs abholen :D.
 
@Stern1710
...witzig, ich trage mich gerade mit den gleichen Gedanken, komme aber aus der entgegengesetzten Richtung: Seit ca. vier Jahren habe ich mein Geraffel auf einer Synology DX620slim, dort auf sechs SSDs mit insg. 24 TB (brutto - derzeit unbezahlbar...). Das Teil ist auf 16 GB RAM aufgebohrt und läuft an sich problemlos, eigentlich gibt es keinen Grund zum Wechseln (höchstens der steinalte, sehr schlappe Celeron mit nur zwei Kernen). Ich habe schon eine ziemliche Odysee hinter mir, angefangen mit Raspi, NAS, dann mehrere selbstgebaute NAS, dann die Slim.

Die Hauptvorteile von Fertig-NAS sind a) die sparsame Hardware und vor allem b) die mitgelieferte Software fürs VM- und Container-Management, Backups usw.

Das ist saubequem.

Und genau das ist das Problem, weshalb ich wieder weg will. Man beschäftigt sich nicht mehr mit dem Krempel, es ist einfach einzurichten und läuft. Fire and Forget. Nach und nach werden es mehr Dienste die darauf laufen, mehr Backup-Verfahren usw.

Und irgendwann beginnt man zu realisieren, wie abhängig man von diesem NAS-Kistchen geworden ist, vor allem von der bequemen Software. Denn zwischenzeitlich hat man vergessen, wie man unter Linux Borg Backup einrichtet, die Email-Benachrichtigung, Samba, den Rclone-Abzug von der Cloud, das Rsync-Script mit Hardlinks für lokale Festplattenbackups usw. Die Doku, die man mal erstellt hat, ist entweder vergessen oder längst veraltet.

Auf dieses flaue Gefühl, hatte ich, trotz doller 3-2-1-Backups, keinen Bock mehr.

Daher bin ich back to the roots: Proxmox, alles in sinnvoll zugeschnittene VMs mit sauberem Debian verfrachtet, dort die ganzen o.g. Tools eingerichtet (dank KI mittlerweile auch ohne langwieriges Rumgesuche nach Detailinfos) und vor allem: Sinvoll dokumentiert. Die VMs kann ich auf externe Platten komplett Backuppen und in kürzester Zeit in ein anderes System einspielen. Panik-sicher, läuft auf jeder Hardware. Ja, das geht auch mit Docker, braucht in der Praxis dann aber trotzdem Handarbeit...

Ich hab' den Dachboden durchforstest, echte Hadwareschätzchen gefunden und neu kombiniert: Simples Asrock A320M-ITX Motherboard, einen Ryzen 7 Pro 5750GE mit 8 Kernen und 35W TDP, 32 GB ECC-RAM. Hat mich alles nichts gekostet, weil schon da. Neu hinzugekommen ist nur ein Jonsbo N2-Gehäuse und ein zusätzlicher SATA-Hostadapter.

Ja, das war Arbeit. Aber ich bin wieder Herr meiner Dinge... ;-)
 
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