Das ß-Zeichen

kaepten

Lt. Commander
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Hallo

Ich habe mal eine Frage an euch Deutschen Benutzern:

Wird das ß eigentlich in den Anwendungen verwendet? Wir Schweizer kennen das Zeichen ja nicht und von daher ist es bei uns immer ein ss. Aber wie schaut das bei Euch aus? Gibts z.B. in Word oder Excel einen Text irgendwo in der Anwendung wo das ß verwendet worden ist?

Kennen die Österreicher das ß eigentlich auch?
 
Welche Anwendung? Klar doch:
> Datei > Schließen

... um nur mal ein anwendungsumfassendes Beispiel zu geben.

Schliessen ist nämlich mal sowas von falsch. :D
 
Ah! Interessant. Als Schliessen ist echt immer mit ß?

Und bei den Österreicher?
 
Ja mit ß und nicht mit ss ... (siehe Screenshot)
Auch in anderen Anwendungen (Navision, Office, Opera, Nero usw...)
Dann unterscheided sich deine deutsche Version also? Wär mir neu :) Goil
 

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So weit ich das sehe, übernehmen die Österreicher die komplette deutsche Rechtschreibung auch im Bezug auf das ß.

Nur halt nicht in der Schweiz und in Luxemburg. Eine umfassende Abhandlung zum Thema findest du hier http://de.wikipedia.org/wiki/ß ;) Fraglich ist aber warum oder ob man nicht auch dort das ß bei gemeinsamen Versionen verwenden könnte, selbst wenn es in der Schweiz veraltet ist, erlaubt wäre es wohl.
 
hmmm...

Da staune ich, insbesondere, dass die Österreicher auch das ß übernehmen. Ist schon so, dass wir das ß wirklich nicht kennen in de-CH (schweizer Anendungen).

Ganz ehrlich gesagt, empfinde ich das ß als sehr störend in einer Anwendung, weil ich es nicht kenne. In Büchern oder so, ist die Empfindung anders. Aber mir scheint das auch so zu sein, weil nicht alle Deutschen das ß wirklich immer benutzen, oder täuscht dieser Eindruck? (z.B: in Posts in diesem Forum)
 
kaepten schrieb:
Aber mir scheint das auch so zu sein, weil nicht alle Deutschen das ß wirklich immer benutzen, oder täuscht dieser Eindruck? (z.B: in Posts in diesem Forum)

Hat vll. mit der neuen Rechtschreibung zu tun. ;) Ich bin ganz klar für das "ß". Die neue Rechtschreibung is fürn Müll!
 
Die neue Rechtschreibung unterstützt die Anwendung des "ß" in deren Aussprache, also aus meiner Sicht ganz und gar kein Müll, sondern logisch und zumindest in dieser Hinsicht nachvollziehbar. Einzig die Anwendung bei vielen bleibt auf der Strecke, z.B.:

muss (müssen) und nicht muß (wie in Apfelmuß)

Wenn sowas (muß) geschrieben wird und eigentlich "muss" gemeint ist, empfinde ich das als störend und extrem falsch, unlogisch und bildlich absolut unpassend.

unpassend... tolles Beispiel: passen passt: damals galt: nie doppel "S" vor abschließendem "T", aber was ist paßt [sprich nach neuer Rechtschreibung: PAHST]? Schlichtweg falsch und demnach nach der Reform eine Verbesserung.

Genauso falsch ist es im Deutschen alles mit "ss" zu schreiben. Dass das "ß" nach der Reform gestorben ist, ist falsch, es wurde nur die Anwendung dessen korrigiert:

das Fass war damals das Faß - rein von der Logik müsste es [FAHS] ausgesprochen werden, deshalb die Reformierung mit dem "SS", damit die Aussprache klar der Schreibweise ist. Währenddessen der Gruß immer noch der Alte ist ;)


... verfehlt aber das Thema irgendwie =) Tja damals Deutsch LK und zur Reform hats mich halt interessiert. ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Naja, an sich ist die neue Rechtschreibung in der Hinsicht schon konsequenter als die alte. Okay es werden weniger ß, aber es verschwindet nicht. Aber naja alte Gewohnheiten gibt man so ungern auf. Zumindest ich verwende es ziemlich oft (falsch nach der neuen).

Aber ich denke das Problem ist eher dieses: In Zeiten wo sogar selbstverständliche Dinge wie Leerzeichen oder Satzenden vernachlässigt werden, von Satzbau und ähnlich Sinn stiftenden Möglichkeiten ganz zu schweigen, ist sowas wie ß oder ss eine Lappalie. Ich mein wenn schon der Kampf um den Standard verloren geht, da ist das schon egal. Der Kampf ums ß dürfte auch in Deutschland irgendwann durchs ignorieren verloren gehen. :D

Edit: Jaja, man sollte sich auch bei solchen Themen nicht zwischendurch ablenken lassen, sonst ist ja wieder das Wichtigste schon gesagt. ^^
 
Zuletzt bearbeitet:
Hab grad mal ein paar Anwendungen durchgesehen, in vielen findet man wirklich noch das ß - aber oft wurde dieses Problem auch einfach mit einem Anwendung beenden umgangen. :evillol:
Aber an sich ist dieser Buchstabe ne tolle Sache, und imho auch der einzige, der niemals am Wortanfang steht!
 
kaepten schrieb:
Fällt Euch Deutschen denn gleich ins Auge, wenn da Schliessen steht und nicht Schließen?

Hehe, seit der neuen Rechtschreibreform fällt mir fast nichts mehr auf. (aber auch nicht mehr viel zu ein) Kommt wohl nicht mehr drauf an. ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Es gibt keine alte und auch keine neue Rechtschreibreform. Es gibt eine alte und eine neue Rechtschreibung, bedingt durch die Rechtschreibreform ;) Ja es fällt ins Auge, da aus meiner Sicht und meinem Umfeld jeder, der das "ss" und "ß" gewissenhaft und richtig einsetzt und auch darauf achtet, bei so einfachen Worten wie "Schliessen", allein vom sehen des Wortes (ohne es bewusst zu lesen) das Falsche darin sieht.
 
was an schliessen mit dem doppeltem S so falsch sein soll, erschliesst (haha) sich mir aber auch nicht so ganz.
es wird doch durch das ie klar sein das die betonung einen tick länger ist, sonst würde da ja schlissen stehen :lol:
aber das ist irgendwo wieder typisch deutsch, alles was es gibt muss genormt werden ;) :D :lol:

und um mal eine these in den raum zu werfen, warum die ösis ebenfalls das ß haben und das im deutschsprachigem schweizer raum komplett nicht vorhanden ist. ich denke das das ein überbleibsel der fronten der kriegszeit ist. österreich gehörte ja quasi "zu uns" zu der zeit, und die schweiz hat sich immer darauf bedacht neutral bleiben zu wollen und sich dem entgegen gestellt. dementsprechend auch keine vereinheitlichungen im sprachgebrauch.

ich kanns nicht beweisen, und hab mir hier auch keine links angesehen im thread, falls darauf schon hingewiesen wurde; ich wollte das nur mal so in den raum werfen.
 
Jaja, Du Erklärbär. :D Aber mir erschließt sich das Falsche darin auch nicht (mehr) auf den ersten Blick.


PS:
@KL0k
Wo du es gerade ansprichst, mit dem Normungs- und Vereinfachungswahn, hier mal was zum Schmunzeln:

1. Wegfall der Großschreibung.
einer sofortigen einführung steht nichts im wege, zumal schon viele grafiker und
werbeleute zur kleinschreibung übergegangen sind

2. wegfall der dehnungen und schärfungen
diese masname eliminirt schon di größte felerursache in der grundschule,
den sin oder unsin unserer konsonantenverdoplung hat onehin niemand kapirt.

3. v und ph ersezt durch f, z und sch ersezt durch s. das alfabet wird um swei
buchstaben redusirt, sreibmasinen und sesmasinen fereinfachen sich, werfole
arbeitskräfte könen der wirtsaft sugegürt werden.

4. q, c und ch ersetst durch k, j und y ersetst durch i, pf ersetst durch f
nun sind son seks bukstaben ausgesaltet, di sulseit kan sofort von ein auf swei
iare ferkütst werden, anstat aktsig prosent rektsreibunterikt könen nüslikere fäker
wi fisik, kemi, reknen mer geflegt werden.

5. wegfal fon ä, ö und ü seiken.
ales uberflusige ist iest ausgemertst, di ortografi wider slikt und einfakt,
naturlik benotigt es einige seit, bis dise fereinfakung uberal riktik
ferdaut ist, fileikt sasungsweise ein bis swei iare. ansliesend durfte als
nakstes sil di fereinfakung der nok swirigeren undunsinigeren gramatik anfisirt werden.

.....und siehe da, nach nur fünf Schritten können wir nun auch Dänisch. ^^
 
Der Grund für die Thematik ist der, dass ich eine Anwendung übersetze, die einfach mal genrell "Deutsch" (de-de) ist. Als Schweizer verwende ich kein ß, sondern ss. Es heisst also Schliessen.

Ich fragte mich deshalb ob ein Deutscher User, oder ein Österreicher, von einem Schliessen gleich viel Augenkrebs bekommt, wie wenn wir Schweizer auf ein Schließen treffen. :D

Ich neige zur Argumentation:
- Wenn das ß auch nicht wirklich gemäss Duden vorgeschrieben ist, verwende ich auch keines.
- Der kleinste gemeinsame Nenner; wir Schweizer schreiben kein ß, weil wir es auch nicht auf der Tastatur haben. Die Deutschen benutzen beides ß oder ss, je nachdem. Also ist die Schnittmenge wohl am ehsten; kein ß
 
Du meinst sicher gemäß Duden :D

Allein schon aus dem Grund, weil Software von überall herkommen und auch auf der ganzen Welt eingesetzt werden kann, würde ich bei einem Programm, dass in keinem Wort ein "ß" einsetzt mich nicht weiter dran stören, auch wenn es nach nem Reformwahn in meinem Land teilweise anders ist.

Ich schau dann auf das Herkunftsland oder wo das Programm übersetzt wurde (gibt ja schöne Infopunkte unter "hilfe") und wenn ich dann seh "Ah, das kommt aus der Schweiz", dann weiß ich (seit heute), dass ihr es leider nicht besser könnt (:p).

(nicht böse gemeint :) wo kein "ß" vorhanden, da kein Richter ... oder wie ging das?)
 
DunkelAngst schrieb:
muss (müssen) und nicht muß (wie in Apfelmuß)

@kaepten
Lass dich vom "Dunkel" nur nicht allzu viel ("allzuviel" fand ich früher übrigens auch stimmiger) verwirren! Mus wurde auch in Deutschland noch nie mit "ß" geschrieben. :p
 
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