Debian auf T460s?

ascer

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Hallo Community :)



Ich würde mir gerne ein neues Thinkpad zulegen, wobei das Modell der Wahl ein T460s wäre.

Hat eventuell jemand dieses oder ein anderes Modell der neuen Skylake-Thinkpads (2016er Edition) unter Linux - speziell unter Debian - schon testen können? Was läuft, was nicht?

Im Debian Wiki gibt es leider nur einen relativ unvollständigen Artikel zu Debian 9 (Stretch): Stretch on T460s (debian wiki)

Da bei Debian 9 (Stretch) schon so viel "ungewiss" ist, kann ich Debian 8 (Jessie) wohl abhaken?
Grundsätzlich hab ich nichts gegen Debian Testing, zumal Stretch ja schon einige Zeit jetzt im Testing-Status ist. Am liebsten, wenn möglich, fahre ich allerdings immer gern auf der sicheren Seite mit Stable ;)

Welche Alternativen gäbe es, falls es mit Debian nicht lauffähig ist?
Ich konnte z.B. leider keinen ausführlichen Beitrag zu einem Test unter Ubuntu finden. Ein Ubuntu LTS, auf dem ich dann Gnome installiere, würde ich "notfalls" auch nehmen ;)



viele Grüße

ascer
 
Hab das T460 (ohne s) und sowohl Debian 8 als auch Debian 9 laufen problemlos*.

* Debian 8 mit Backports und sowohl Debian 8 als auch 9 benötigen einen Bootparamter, den ich gerade nicht im Kopf habe.
 
@kernel panic: Meinst du den hier?

Code:
GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT="quiet i915.preliminary_hw_support=1"

Könntest du kurz posten, welche Version von Debian und welchen Kernel du nutzt?

Das hört sich ziemlich interessant an. Denn abgesehen von dir gibt es ja etliche Posts, dass noch einiges nicht funktioniert.

Hast du mal getestet, ob Standby bei einfachem Zuklappen des Notebooks funktioniert? Das soll z.B. freezes erzeugen, mit allen Kernels <= 4.5.

Ebenfalls soll Touchpad und besonders Trackpoint Probleme bereiten. Eingeschränkte oder gar keine (je nach Kernel) WiFi-Funktionalität.

Läuft das alles bei dir?
 
@ascer:
Nein, war ein anderer Parameter, der genau die freezes beim zuklappen verhindert.
Parameter und Kernelversion kann ich dir erst mitte nächster Woche nennen.
Kernel ist halt der von Debian 9.
Beim Touchpad/ Trackpoint hab ich bislang nur zwei Probleme:
1) zum verschieben oder ändern der Fenstergröße muss ich die linke Maustaste des Touchpads nehmen ( die des Trackpoints geht da nicht).
2) in Google Maps kann ich zum verschieben ebenfalls nur die linke Maustaste des Touchpads nehmen
 
Zuletzt bearbeitet:
Gerne sobald wie möglich :)
(hast du das Notebook nicht im täglichen Einsatz?)

Und ansonsten? Irgendwas aufgefallen? Keine Probleme mit dem WiFi?
 
@ascer:
Naja, man hat ja auch mal ein paar Tage frei! ;-)
WLAN usw. macht bei mir keine Probleme. Lüfter ist auch schön leise.
 
Hi,
ich habe seit ein paar tagen das thinkpad T460, was von dem Alter der verbauten Komponenten her ja vergleichbar sein sollte.
Ich hab es mit Debian 8 Jessie und in diversen Anläufen auch mit testing nicht richtig ans laufen bekommen. Teilweise bootet das Live-Image nicht einmal korrekt.

Mit dem von Photon erwähnten ArchLinux hingegen funktioniert es sehr gut, die aktuellen Kernelversionen laufen nahezu problemlos. ArchLinux ist leider nicht besonders an Einsteiger gerichtet (ich habe jahrelang mit Debian gearbeitet und die parallel drchgeführte Gewöhnung an Arch Virtuellen Maschinen hat schon seine Zeit in Anspruch genommen). Auf meinem Thinkpad funktionierten auf Anhieb alle Funktionstasten und die Zusatzmodule wie dasWiFi und Bluetooth. Den Fingerabdrucksensor habe ich noch nicht konfiguriert.

Weil ich aber immer noch nicht ganz fit mit Arch bin und mir darüberhinaus die Zeit fehlt, mich noch weiter in die Welt von Arch einzugraben läuft auf meinem Thinkpad jetzt Manjaro.
Manjaro basiert auf ArchLinux und bedient sich auch seiner Pakte; es ist also fast genauso aktuell wie Arch. Darüber hinaus ist es auch ein Einsteiger gerichtet und alle oben genannten Punkte treffen auch zu.

Also Manjaro 16.06 pre-release 64-bit läuft bisher ohne Probleme :daumen:

Viel Spaß mit dem neuen Arbeitstier!

psi24
 
Eine Panikmache vor Arch mit der Installation ist unbegründet. Da man sich durch Scripte behelfen kann. Arch starten und mit dem Befehl "wget" sich bei passender Web Adresse ein Script laden. Das Script starten und man bekommt eine einfache Durchführung ohne großartig Befehle einzugeben.

Auf einen 13Jahren alten Thoshiba läuft Arch bei mir. Natürlich passend nach der Arch Installation angepasst. Älteren Kernel, Xorg und Nvidia Treiber Installation blieb natürlich nicht aus.

4.png2.png3.png
 
@kernel_panic: vielen Dank! Was genau konfiguriert denn intel_pstate bzw. was bewirkt no_hwp?

@obz245: Danke, das hört sich grundsätzlich schon mal nicht so schlecht an.

@psi24: Hmm, Manjaro hört sich auch nach einer guten Alternative an.


Generell fand ich Debian immer ziemlich gut, da es für mich eine fast perfekte Symbiose aus "ich konfiguriere mein OS selbst" und "Benutzbarkeit (sowie automatische Konfiguration)" darstellt.

Arch fand ich zwar schon immer recht spannend, aber letztendlich möchte ich auch einiges an Uni- und anderer Arbeit fertig bekommen mit meinem OS. Wenn einfach zu viel Zeit in die Konfiguration wandert, leidet einfach die Usability bzw. ist nur ausreichend, bei hohem Zeitaufwand mit dem OS.

Deshalb nutze ich z.B. auch IDEs oder VIM zum Programmieren und nichts Emacs ;)

Was haltet ihr ansonsten von Ubuntu? Wäre das eine Alternative? MINT fand ich z.B. eher schrecklich, viel zu viel passiert automatisch und generell sieht es mir zu sehr nach "der Windows-Umsteiger soll sich wohlfühlen" aus.

Hauptsächlich schreibe ich paper (TeX), programmiere in Python, C++ oder Java und nutze Mendeley/Browser. Ab und zu ist aber auch ein Teamviewer oder Spotify mal ganz nett. Da Ubuntu sehr weit verbreitet ist, gibt es von diesen kommerziellen Angeboten meistens .deb-Pakete. Wie sieht sowas unter Arch aus?

Mich interessiert also schon das OS und ich möchte nicht alles vorgegeben bekommen. Alles selbst zu konfigurieren frisst aber auch zu viel Zeit. Letztenendes präferiere ich also semi-konfigurierbare, semi-sich-automatisch-konfigurierende Systeme mit einer sauberen Oberfläche. Deshalb bisher immer Debian/Gnome.
 
Zuletzt bearbeitet:
Der Administrationsaufwand bei Arch ist vergleichbar mit dem bei Debian, ähnlich verhalten sich Manjaro und Ubuntu. Arch und Manjaro haben den Vorteil eines sehr aktuellen Kernels, was gerade bei sehr neuer Hardware von Vorteil ist.

Arch und somit auch Manjaro hat ein riesiges User-Repository zusätzlich zu den offiziellen Quellen. Ähnlich zu Ubuntu's PPAs, aber zentral und direkt verfügbar ohne zusätzliches Einbinden (bei der grafischen Paketverwaltung muss man einen Haken setzen, damit es verwendet wird, mit der Paketverwaltung in der Konsole geht es ootb). Du kannst ja vorab schon mal prüfen, ob alle für dich relevante Software verfügbar ist. Würde mich aber sehr stark wundern, wenn sie es nicht wäre.

Offizielle Repos: https://www.archlinux.org/packages/

Benutzerrepo (Arch User Repository oder AUR): https://aur.archlinux.org/packages/
 
Das hört sich grundsätzlich ja schon mal nicht so schlecht an. Wie stabil laufen Arch und Manjaro denn? Sicherlich ist das eine sehr subjektive Frage, aber da einige hier das ja anscheinend schon eingesetzt haben: problemlos für den produktiven Gebrauch nutzbar?

Und um Ubuntu nochmal kurz auf den Plan zu rufen: 16.04 LTS kommt ja am Donnerstag, mit Kernel 4.4. Wäre das auch eine Option? Oder ist davon aus irgendwelchen Gründen für den Produktiveinsatz abzuraten?
 
Lässt sich so pauschal wahrscheinlich nicht sagen, ich kann nur von meinen Erfahrungen berichten. Benutze auf dem Desktop Arch und auf dem Laptop Manjaro, außerdem betreue ich einige Manjaro-Systeme im Bekanntenkreis. Die Arch-Installation ist schon älter, einige Dinge funktionieren nicht (auf Anhieb fallen mir Bluetooth und Drucken übers Netzwerk ein). Habe mir schon seit 1-2 Jahren vorgenommen, Arch mit Manjaro zu ersetzen, sobald noch irgendwas kaputt geht, aber das ist leider bisher nicht passiert, also läuft es weiter nach dem Prinzip "never touch a running system". ;)

Der Laptop mit Manjaro drauf läuft eigentlich völlig problemlos. Die Updates laufen sauber durch, kann mich nicht beklagen. Es können eigentlich nur folgende zwei Szenarien auftreten, die zu Problemen führen könnten:

1. Man verwendet eine Anwendung aus einem AUR-Paket, dessen Betreuer seine Pakete nicht zeitnah aktualisiert. Eine Bibliothek aus den Abhängigkeiten wird aktualisiert das AUR-Paket schiebt kein Update nach und die Anwendung startet nicht. Passiert gerne mal bei Perl-Programmen nach einem Perl-Update - da müssen dann manche Perl-Module einfach neu erstellt werden. Lässt sich alles durch eine Neuinstallation der entsprechenden Pakete regeln. Ist im Prinzip ein konzeptionelles Problem: Das AUR ist sehr groß, die AUR-Pakete werden von normalen Benutzern betreut, die gern auch mal verschlafen, dass irgendwelche Libs in den Repos aktualisiert wurden. Bei Paketen aus den offiziellen Repos treten solche Probleme nie auf, nur bei AUR-Paketen.

2. Man aktualisiert sein System eine sehr lange Zeit nicht, dann kann es passieren, dass PGP-Signaturen ablaufen und man etwas von Hand nachbessern muss. Kein größerer Aufwand, wenn man weiß, wo man die entsprechenden Schritte nachschlagen kann.

Kurz: Wenn man sein System fleißig aktualisiert, nicht exzessiv AUR-Pakete verwendet und im Ernstfall kein Problem damit hat in seltenen Fällen kurz in den Kommentaren zu einem AUR-Paket zu recherchieren, warum das entsprechende Programm nach einem Update nicht startet, ist Manjaro eigentlich super.
 
Danke, schöner Beitrag!
Das hört sich schonmal gut an. Klingt auch so, als würdest du Manjaro Arch selbst vorziehen, gibt es da einen speziellen Grund?
 
Ja, die Faulheit. ;) Habe keine Lust bei der Installation alles von Hand einzurichten, dafür sind doch die Entwickler der Distributionen da. Eine Installation mittels grafischem Installer, die in einer Viertelstunde durchläuft und ein einsatzbereites System liefert, ist für mich bequemer als eine ohne grafischen Installer, bei der man zum Beispiel den XServer, die Desktopumgebung und die gesamte Software, die man so im Alltag braucht, erst noch installieren muss. Früher war es für mich einer Art sportliche Herausforderung ein System wie Arch zu installieren und zu konfigurieren, aber mittlerweile bin ich da ganz pragmatisch.
 
Warum hältst du Debian testing für so schlimm?
Ich hab das schon ab und zu mal verwendet und solange man testing nicht gerade direkt nach einem stable release installiert, fand ich testing - auch im Vergleich zu anderen Distros - noch ziemlich stabil und solide.

However: Debian stretch hat dann doch mehr rumgezickt, als erwartet. Ich habe dann jetzt also Manjaro genommen. Nach einem bisschen nervigen rumgebastel im Grub wollte es dann auch endlich booten, dann direkt ein Systemupdate gemacht und Kernel 4.4.6-1 (LTS) installiert. Jetzt läuft es soweit ganz gut, Trackpoint, Touchpad, Hintergrundbeleuchtung, u.s.w. Gefällt mir auch ziemlich gut. Dropbox war in der Installation etwas sehr nervig, besonders der daemon hat mehrfach rumgezickt. Nun scheint es aber auch stabil zu laufen.

Btw: Ich hab schon längere Zeit (bestimmt 2-3 Jahre) nicht mehr bei KDE vorbeigeschaut. Seit Ewigkeiten benutze ich halt Gnome und normalerweise immer auf Debian. Nichtsdestoweniger: ein aktuelles KDE mit dem Maya theme unter Manjaro gefällt mir tatsächlich sehr gut. Auch das Sachen wie Yakuake gleich vorinstalliert sind, ist klasse.

Die Administration ist jetzt etwas gewöhnungsbedürftig für mich...aber ich denke ich bin recht zufrieden :)

Vielen Dank für die ganzen Tipps!

Gibt es eigentlich Tutorials, Literatur oder sonst irgendwas, das man sich zu Manjaro auf jeden Fall mal angucken sollte?
 
Hmm, das klingt ja nach einem etwas holprigen Start, Grub und dann noch Dropbox... Was sind denn da die Probleme gewesen? Aber freut mich, dass nun doch alles gut läuft!

Ich denke, wenn man bisher schon Linux benutzt hat, dann ist das einzige, was neu ist, die Paketverwaltung und der Manjaro-Settings-Manager. Was letzteren angeht, schau einfach rein, was man da so machen kann (im Endeffekt Kernel wählen, installieren und deinstallieren und Hardware-Treiber installieren und deinstallieren). Die Paketverwaltung ist bis auf das AUR recht ähnlich zu der von Debian, hier einer Art "Wörterbuch": https://wiki.archlinux.org/index.php/Pacman/Rosetta Unter Manjaro verwendet man aber normalerweise nicht direkt Pacman, sondern einen Wrapper mit AUR-Unterstützung namens yaourt. Die wichtigsten Befehle sind:

yaourt stichwort # sucht nach "stichwort" in der Paketdatenbank und gibt eine Liste der Treffer aus
yaourt -S paket # installiert das Paket "paket" aus den Quellen oder dem AUR
yaourt -U datei # installiert das Paket "datei" aus einer Datei im Dateisystem
yaourt -Syua # prüft auf Updates in Repos und AUR und installiert sie

Ansonsten: man yaourt
 
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