Dead_Red schrieb:
Leute die das durchgerechnet haben sagen das man mit 16bit ziemlich gut das menschliche Hörvermögen abdeckt
Das kann man sich auch selbst ganz einfach klarmachen, ohne höhere Mathematik bemühen zu müssen. Pro Bit Auflösung hat man 6dB Dynamikumfang zur Verfügung.
Weiterhin muß man nur wissen, daß bei etwa 120dB Schallpegel die Schmerzgrenze beim Menschen liegt. Hörschäden können jedoch auch schon bei niedrigeren Pegeln entstehen, das kommt auf die Dauer der Beschallung an.
Nun hört man Musik ja meistens in einem ganz normalen Wohnraum, der immer auch einen gewissen Grundschallpegel aufweist. Dazu gehören alle Geräusche die in dem Raum entstehen, oder die von Außen eindringen, Verkehrslärm etwa, Flugzeuge am Himmel oder Infraschall von Windkraftanlagen in der Nähe.
Ein Raum mit 30dB Grudschallpegel gilt heutzutage schon als ruhig.
Zum Vergleich, eine Glühlampe mit einer Leistung von 100W emittiert ein 50Hz-Brummen von 10dB. Die wenigsten leben in einer so ruhigen Gegend, daß sie das schon mal hören konnten.
Die leisesten Stellen in der Musik müssen also mindestens mit 30dB Schalldruck wiedergegeben werden, damit sie überhaupt aus dem Grundgeräusch des Raumes heraus wahrgenommen werden können.
Nun bietet die normale Audio-CD maximal 16(Bit) x 6dB = 96dB Dynamik. Wenn wir also bei 30dB starten und die 96dB Dynamikumfang dazurechnen, landen wir bei 126dB maximalem Schalldruck. Den meisten Menschen tut das schon weh und alle Menschen erleiden dadurch irreversible Hörschäden. Schon nach wenigen Minuten hat man ein lautes Pfeifen auf den Ohren sobald es wieder still ist und es dauert einige Zeit, bis das wieder abgeklungen ist.
Warum nun von der Industrie das hohe Lied vom sogenannten "High-Res Audio" gesungen wird, wo mit 24 Bit Auflösung gearbeitet wird, konnte mir noch niemand plausibel erklären. 24 Bit entsprechen einem Dynamikumfang von 24 x 6 = 144dB und selbst wenn es Lautsprecher gäbe, die solch einen gewaltigen Schalldruck verzerrungsfrei erzeugen könnten, würde sich doch trotzdem niemand einem solch extrem schmerzhaften Lärm freiwillig aussetzen.
Durch diese einfachen Betrachtungen sieht man ganz klar, daß Sony und Philips damals alles richtig gemacht haben. Bei Philips wollte man Anfangs nur ein 14 Bit-System einführen, aber Sony hat sich mit 16 Bit dann doch durchgesetzt. Auch die Spieldauer der ersten CDs mit 74 Minuten wurde vom damaligen Chef von Sony durchgesetzt, er wollte Beethovens 9. Symphonie endlich in einem Stück hören können.
Daß die Plattenfirmen heute die Musik zu Tode kompromieren, ist für die doch ganz logisch. Die geben doch nicht ihre Kronjuwelen aus der Hand. Die wollen doch auch noch in 50 Jahren das 47. Remaster von The Dark Side of the Moon oder dem White Album der Beatles verkaufen und jedesmal wieder versprechen sie, daß diees Release nun wirklich die absolute Top-Klangqualität liefert, noch näher dran am Masterband und mit noch mehr Herzeblut vom Ingenieur abgemischt.
Würden sie einmal eine Aufnahme in tatsächlicher Master-Qualität herausgeben, würden sie nie wieder ein neues Release verkaufen, weil dann eben die wirkliche Top-Qualität in freier Wildbahn wäre.
Was mit einer CD tatsächlich möglich ist merkt man erst, wenn man mal ein Album mit wirklich ordentlicher Dynamik anhört. (Falls die eigenen Lautsprecher das denn schaffen)
Ein Beispiel wäre Flim and the BBs, das Album "Tricycle" aus dem Jahre 1983. Damals wollte man noch zeigen, was die CD wirklich kann.
http://dr.loudness-war.info/album/view/58280
Was dagegen heute geboten wird ist ein absolutes Trauerspiel. Manches kann man sich auf überhaupt nicht mehr anhören, so schlecht ist das gebotene. Manchmal bietet die Schallplatte noch einen Ausweg, weil die Herren Manager da nicht durchkommen mit ihrem Klangbrei. Sämtliche Kunden würden die Platten sofort als defekt zurückschicken, wenn sie schlecht wären wie die CD.
Schönes Beispiel dafür, das Album "25" von Adele:
http://dr.loudness-war.info/album/list?artist=Adele&album=25
Hier sieht man sehr schön, daß die Schallplatten noch recht ordentlich daherkommen, aber alle digitalen Formate komplett totkomprimiert sind.
Man kann angesichts all dessen eigentlich nur noch ins Kissen schluchzen.
Gruß
Michael