Leserartikel Der KI-Parasit: Warum Open Source vor einem gefährlichen Umbruch steht

NJay schrieb:
Wieso? Das habe ich nie gesagt.
Ich weiß genau, was Du gesagt hast.
Und zwischen den Zeilen lesen kann ich auch.

NJay schrieb:
Themen die nur Personen unter 55 interessieren, ...
Und die Personen unter 55 denken alle gleich und haben alle gleichen Bildungsstand und wählen alle die gleichen Parteien?
Was für eine plumpe Verallgemeinerung.

NJay schrieb:
Wenn alle jungen Leute die Rente reformieren wollen würden das bedeuten würde, dass es erstmal weniger Rente gibt,
Woher weißt Du das?
Wieso kann man die Rente nicht besser verteilen?

Die Leute über 55 sind da also alle dagegen, daß die Rente besser und gerechter verteilt wird?

Das ist eine üble Gleichmacherei und ich kenne viele Leute über 55.
Alleine in meinem Jahrgang gibt es von links bis rechts alle Parteischattierungen bei der Wahl.
 
wuselsurfer schrieb:
Ich weiß genau, was Du gesagt hast.
Und zwischen den Zeilen lesen kann ich auch.
Und die Personen unter 55 denken alle gleich und haben alle gleichen Bildungsstand und wählen alle die gleichen Parteien?
Was für eine plumpe Verallgemeinerung.
Sag mal, bist du sicher, dass du dich auf mich Beziehst? Ich habe das NIRGENDS gesagt und auch NIRGENDS impliziert.

Ich habe lediglich das grundsätzliche Problem angemerkt, dass in unserer Demokratie die junge Bevölkerung eben unter 50% der Wähler stellt und Ihre Probleme somit weniger relevant sind, als die Probleme der älteren Bevölkerung. Das hat nichts mit den Parteien zu tun oder dem Bildungsstand, sondern einfach mit dem Alter. Natürlich gibt es auch eine Menge Probleme und Anliegen, die sich über alle Altersklassen ziehen, aber es gibt eben auch welche, die recht Altersspezifisch sind.

Ich bin aktuell den alten Leuten als junger Mensch sogar sehr dankbar, da sie uns vor den Rechtsradikalen mit ihren Wahlergebnissen schützen, denn rechtsradikal wählen vor allem die Mittelalten (35-55), aber nicht die alten.


wuselsurfer schrieb:
Woher weißt Du das?
Wieso kann man die Rente nicht besser verteilen?

Die Leute über 55 sind da also alle dagegen, daß die Rente besser und gerechter verteilt wird?
Es geht hier nicht um eine bessere Verteilung, denn natürlich kann man das vorhandene Geld besser unter den Rentnern verteilen, aber das würde an der grundlegenden Problematik nichts ändern. Es würden einfach eine gewisse Anzahl Rentner glücklicher sein, da sie mehr Geld bekommen und eine andere Anzahl unglücklicher sein, da sie weniger Geld bekommen.

Das Problem ist einfach unser Umlagesystem, da nicht mehr genug junge Leute da sind, um die Anzahl an alten zu versorgen. Wir müssten also anfangen, nicht alles an Rente direkt auszuzahlen, sondern zu investieren und das Geld 10-30 Jahre liegen zu lassen und dann mit der gewonnenen Rendite auszuzahlen. Vermutlich will man nicht alles investieren, sondenr einen Teil im Umlageverfahren belassen, aber das sind Feinheiten.

Das Problem sind eben die 10-30 Jahre denn man hätte damit vor 10-30 Jahren anfangen müssen. Hat man aber nicht. Und wenn man es jetzt macht, dann ist dieses Geld, was man investiert erstmal aus dem aktuellen Rententopf raus, also könnte man aktuell weniger auszahlen. Und wer will nicht, dass sie weniger Geld bekommen? Na die die es betrifft, die Rentner.
 
NJay schrieb:
Sag mal, bist du sicher, dass du dich auf mich Beziehst? Ich habe das NIRGENDS gesagt und auch NIRGENDS impliziert.
Deine allgemeine Gleichmacherei regt mich auf.

NJay schrieb:
Ich habe lediglich das grundsätzliche Problem angemerkt, dass in unserer Demokratie die junge Bevölkerung eben unter 50% der Wähler stellt und Ihre Probleme somit weniger relevant sind, als die Probleme der älteren Bevölkerung.
Nein, die Probleme werden von einigen als nicht so relevant angesehen.
Die gehen aber durch alle Altersschichten mehr oder weniger.

Natürlich regt mich das auf, daß meine Tochter haufenweise Abgaben hat bei gleichzeitig längerer Lebensarbeitszeit mit weniger Rente.

NJay schrieb:
Das hat nichts mit den Parteien zu tun oder dem Bildungsstand, sondern einfach mit dem Alter.
Nein.
Nicht alle Menschen gleichen Alters denken und handeln gleich.
Ich kenne viele Kollegen über 55 Jahre, die 90% der jüngeren ganz alt aussehen lassen im PC-Bereich und Elektronik im allgemeinen und auch im besonderen.

NJay schrieb:
Es geht hier nicht um eine bessere Verteilung, denn natürlich kann man das vorhandene Geld besser unter den Rentnern verteilen, aber das würde an der grundlegenden Problematik nichts ändern. Es würden einfach eine gewisse Anzahl Rentner glücklicher sein, da sie mehr Geld bekommen und eine andere Anzahl unglücklicher sein, da sie weniger Geld bekommen.
Das würde schon mal viel helfen.

NJay schrieb:
Das Problem ist einfach unser Umlagesystem, da nicht mehr genug junge Leute da sind, um die Anzahl an alten zu versorgen. Wir müssten also anfangen, nicht alles an Rente direkt auszuzahlen, sondern zu investieren und das Geld 10-30 Jahre liegen zu lassen und dann mit der gewonnenen Rendite auszuzahlen.
Und wenn die Börse mal einen Crash hinlegt, wie vor hundert Jahren?
Mein Beileid der so finanzierten Rente.

NJay schrieb:
Das Problem sind eben die 10-30 Jahre denn man hätte damit vor 10-30 Jahren anfangen müssen. Hat man aber nicht. Und wenn man es jetzt macht, dann ist dieses Geld, was man investiert erstmal aus dem aktuellen Rententopf raus, also könnte man aktuell weniger auszahlen.
Und wenn man mal einige mehr einzahlen läßt, denen das Geld zu den Ohren rausquillt?
Eine Bankentransaktionssteuer gibt es bis heute nicht und die großen Internetkonzerne bekommen die Kasse nicht mehr zu vor Lachen und Geld.

NJay schrieb:
Und wer will nicht, dass sie weniger Geld bekommen? Na die die es betrifft, die Rentner.
Sorry, aber das siehst Du wohl falsch.
Ich kenne viele Rentner, die da eine gerechtere Verteilung begrüßen würden.

Ich habe auch viele Jahre Teilzeitarbeit geleistet, meine Frau über 25 Jahre, auch als 55+ und bin da gar nicht dagegen.

Meine Tochter sagt, daß sie mit 4 Tage Woche mehr geistig schafft, als mit 5 Tagen.
Auch das wird als Faulheit hingestellt.
Und daß sie im Osten immer noch rund 1.000 EUR oder noch mehr weniger verdient, als in den alten Bundesländern gilt immer noch als "normal" nach 35 Jahren Einheit.

Ja, da bin ich auch dagegen, genau, wie meine Tochter.

Deine pauschale Alterseinstufung und Gleichmacherei ist einfach nicht so zutreffend sagt die Realität.
Aus einigen Spitzen-Prozentzahlen läßt sich eben kein durchschnittliches Verhalten ableiten, wie Du es machst.
 
andy_m4 schrieb:
Nicht nur das. Du bist halt der Gegenseite (die über die nötigen Mittel verfügt) auch massiv im Nachteil.
Im politischen Alltagsgeschäft gewinnen ja meist auch nicht die besten Ideen mit den besten Argumenten. Das ist eher der Ausnahmefall.
Nichts zu tun ist für mich einfach keine Option, wenn ich Veränderungen will verhalte ich mich entsprechend.
Ohne auf x und y zu warten. Es wird immer irgendwen geben der mehr oder „bessere“ Mittel hat. Resignation verändert nichts.

Bevor ich in einer Maschinenstürmer-Schublade lande, es ist durchaus möglich, IT (oder AI) zu nutzen und sich gleichzeitig damit kritisch auseinanderzusetzen.
 
NJay schrieb:
Es gab Fridays for Future
Ja. Das hatte ich selbst ja auch indirekt genannt.
Und ja. Ich gestehe ja auch zu, das es in einigen Bereichen passiert. Und sogar besser als früher.

Aber insgesamt gesehen?

Früher war das viel verbreiter das man krass anders sein wollte als das was die Vorgängergeneration oder auch Eltern gemacht haben. Diese Anti-Haltung hatte zweifelsohne teilweise auch ein ungesundes Ausmaß.

Aber heute so: Die Jugend macht sich über die Alten lustig weil die noch bei Facebook sind und nicht das hippe Instagram nutzen.
Wo sich ein normal denkender Mensch sagt:
Ja prima. Das ist der gleiche F***ing-Konzern der dahinter steht. Ganz toll, wie Du Dich emanzipiert hast.

NJay schrieb:
Die jungen Leute essen immer mehr vegetarisch und vegan und ersatzprodukte
Das Problem ist, wenn du das industriell gefertigte und hochverarbeitete Ersatzprodukt nimmst, dann hast Du nicht wirklich viel gewonnen.

Und es ist ja auch so, das das inzwischen Mainstream ist und man ja auch heutzutage problemlos in jedem Supermarkt vegane Produkte findet.
Rügenwalder Mühle war mal ein richtiger Fleischkonzern. Inzwischen machen die deutlich über 50% ihres Umsatzes mit veganen Produkten.
Vegetarisch/Vegan ist etabliert.

Und wenn man es richtig machen will, dann ist es auch nach wie vor nicht so einfach (man muss halt gucken, wo man qualitativ hochwertige und möglichst nachhaltig produzierte Zutaten herbekommt) und verlangt eine Auseinandersetzung mit dem Thema. Es ist nicht damit getan, das man - jetzt mal salopp gesprochen im Cafe ein Chai Latte mit Hafermilch bestellt.


NJay schrieb:
Die jungen Leute wollen mehr Digitalisierung,
Ja. Da sind wir mal wieder genau drin im Thema.
Genau hier wird nämlich Big-Tech ohne Ende hinterhergelaufen.

Als das mit der Open-Source aufkam, da war das halt eine bewusste Bewegung die sich gegen Kommerzialisierung von Software und Entrechtung des Users stellte. Wo auch bewusst Aufwand und Beschränkungen aufsich genommen wurde und wo vor allem viel Arbeit geleistet werden musste.

Auch was Online-Dienste anging. Da gabs halt schon früh Hobbyisten die kommerziellen Diensten private Mailboxen entgegenstellten. Auch das aufkommende Internet war eigentlich so was, was sich gegen das was Konzerne wollten, richtete. Weil die sahen die Zukunft nämlich in so was wie CompuServ, Microsoft Network und wie sie alle hießen. Die ersten Internetprovider waren oft einfach kleinere Enthusiastengruppen die Aufwand getrieben haben, um den Leuten Zugang zu einem vergleichsweise noch leerem Internet zu geben.
Mit der Idee im Hinterkopf: Wir wollen uns vernetzen. Wir wollen gleichberechtigte Teilnehmer. Aber wir wollen das nicht kommerzialisiert und zentriert haben.

Damals musste auch noch viel Basisarbeit geleistet werden. Heute haben wir einen reichen Fundus an Open-Source-Bibliotheken, Frameworks und Software. Es ist also ungleich einfacher hier was zu machen und Alternativen zu implementieren oder wenigstens zu nutzen.

Ja. Die jungen Leute wollen Digitalisierung. Aber das ist halt so ein digital-first-Ansatz. Weil viele Themen wie Datenschutz/datenarm, Dezentralität, Sicherheit, Barrierefreiheit, Nutzungsfreiheit dann gar nicht richtig mit mitgedacht werden.
Hauptsache es gibt für das was die haben wollen irgendeine Drecks-App im Google-Store.

NJay schrieb:
die Rentner weigern sich, weil das braucht man noch auf Papier.
Und wir sollten froh sein, das wir die haben. Sonst wären wir dem schlecht umgesetzten Digitalisierungsscheiß völlig ausgeliefert.

NJay schrieb:
Die jungen wollen die Rente ändern und eine Art der Aktienrente setzen
Mal ganz ehrlich: Das Umlageverfahren als solches ist das Beste, was man haben kann.
Aktien können steigen und fallen.

Man müsste nur das Umlageverfahren konsequent denken:
Nämlich das, was erwirtschaftet wird verteilen wir auf alle. Auf die die arbeiten, auf die die zu alt/zu krank sind um zu arbeiten und auf die, die zu jung sind um zu arbeiten.
Und das wird sicher mal mehr und mal weniger sein, je nachdem wie gut die Wirtschaft läuft. Aber es stellt halt sicher, das jeder seinen Anteil bekommt.

Das jetzige System krankt halt einfach daran, das gar nicht jeder in die Rente einzahlt, weil man sich rauskaufen kann (oder eigene Rentensysteme hat wie Beamte, Selbstständige, Ärzte usw.). Und das die Höhe Rente auch nicht an das gekoppelt ist, was tatsächlich erwirtschaftet wird.
SO kann das natürlich nicht funktionieren.

Da müsste man also mal ran. Nicht nicht was von Aktien und Kapitaldeckung faseln.
Aktien und Kapitaldeckung sind übrigens auch das, was der Mainstream sagt. Wenn man was zu dem Thema liest, kommt das mit kapitalgedeckt immer als Erstes. Und das schon seit Jahrzehnten.
Und so was wie Risterrente (die es ja schon seit 2002 gibt; später ist dann noch die Rürup-Rente dazu gekommen) geht ja auch in die Richtung.

Ganz "toll" wie sich da die jungen Leute gegen Etabliertes wenden. :freak:

NJay schrieb:
Die jungen Leute setzen in Zeiten fehlender Perspektive auf Teilzeitmodelle, die alten Leute sind dagegen.
Naja. Bis auf die früher-mussten-wir-auch-viel-arbeiten-Fraktion und Arbeitgeber kenne ich eigentlich niemanden, der was dagegen hat.

Zudem befinden wir uns in einer Situation, wo tendenziell Stelle nicht besetzt werden können. Da ist es dann auch als Arbeitnehmer leichter Forderungen zu stellen.
Ich ich erlebe es auch im Bekanntenkreis, das man das durchsetzen kann.

Zu meiner Zeit wars nicht unüblich, das es auf eine Stelle mehrere hundert Bewerber gab. Da hattest Du natürlich kaum ein Hebel.

NJay schrieb:
Hast du dafür Beispiele?
Den Digitalkram hatte ich ja genannt.
Was fehlt Dir? :-)
Ergänzung ()

sedot schrieb:
Nichts zu tun ist für mich einfach keine Option
Ja. Das will ich damit ja auch nicht gesagt haben.
Ich weise ja nur darauf hin, das keine Waffengleichheit besteht.

Und klar hat man trotzdem Möglichkeiten einzuwirken. Trotzdem finde ich es nicht verkehrt, wenn man darauf hinweist, das es eben nicht i.d.R. damit getan ist sich bei seinem Abgeordneten zu beklagen, sondern das das ein langwieriger und anstrengender Prozess ist.
Zumindest sollte man sich darauf einstellen.

Tut ja der Motivation auch nicht gut, wenn einem suggeriert wird, man könnte da relativ "easy" was drehen und man dann dann doch erstmal abprallt.

sedot schrieb:
IT (oder AI) zu nutzen und sich gleichzeitig damit kritisch auseinanderzusetzen.
Ja. Kann man. Es kostet aber Glaubwürdigkeit, wenn man irgendwie gegen Google wettert aber man gleichzeitig (und ohne echte Not, sondern rein aus Bequemlichkeit) ein Google-Konto hat.

Und man muss auch mal ganz klar sagen: die meisten Kraft liegt im machen.

Die Open-Source-Szene ist ja auch nicht damit groß geworden, in dem sie gegen Kommerzialisierung von Software protestiert haben und irgendwie eine Förderung von Freier Software haben wollen.
Das waren im Wesentlichen Leute die sich hingesetzt haben ins Tun gekommen sind und angefangen haben Alternativen zu bauen.

Ich kenne z.B. auch mittelständische Betriebe die bewusst darauf setzen möglichst lokal zu produzieren und dabei möglichst nachhaltig zu sein.
Die auch bewusst darauf verzichten irgendwie im Ausland zu produzieren, wo Auflagen und Löhne geringer wären.
Aber die sagen: "Geht mir hier nicht darum, dicke Profite zu machen. Mir reicht es wenn ich davon leben kann. Und mir ist es wichtig, das ich morgens in den Spiegel gucken kann."

Und in dem Moment, wo Du sowas hast, kannst Du auch darauf verweisen.
Dann ist es keine theoretische Diskussion mehr so a-la: "Wir müssten mal was anders probieren", wo es dann automatisch den Gegenwind gibt mit "Argumenten" wie: "Realitätsfern. Können wir nicht machen. Geht nicht".

Das funktioniert nicht mehr in dem Augenblick, wo Du ZEIGEN kannst das es geht.

Das heißt natürlich nicht, das man alles darüber regeln kann oder das man nicht das eine tun kann ohne das andere zu lassen.
Aber man sollte halt gucken, was für ein selbst der geeignete Weg ist und wo es sich wirklich lohnt Energie reinzustecken.
Und wenn sich jemand nicht politisch engagieren will, weil er für sich selbst ein anderen Weg gefunden hat, dann ist das auch ok.
 
Zuletzt bearbeitet:
wuselsurfer schrieb:
Meine Tochter sagt, daß sie mit 4 Tage Woche mehr geistig schafft, als mit 5 Tagen.
Ergänzend dazu:
Ich kenne das noch aus meiner Zeit als angestellter Softwareentwickler. Und damals war ja auch normal 8 Stunden Tag. Und ich sag mal, insbesondere zum Ende hin wuchs dann auch die Fehlerrate massiv.
Fehler für die man wieder zusätzlich Zeit brauchte, um die zu fixen.
Aus heutiger Erfahrung: 4 Stunden Maximum.
Damals war auch noch ein anderer Zeitgeist was so Anwesenheitspflicht usw. angeht und man musste Dinge noch mühselig ausfechten.

Letztlich ist es ja auch für den Arbeitgeber besser. Was nützt dem eine 8 Stunden Anwesenheitspflicht, denn nüchtern betrachtet hat er mich dann einmal bezahlt um Fehler einzubauen und dann noch mal bezahlt, um Fehler rauszufixen. Hätte der gesagt: "Ok. Nach spätestens 4 Stunden gehst Du nach Hause und kriegst trotzdem 8 Stunden bezahlt", wäre es immer noch billiger für ihn gewesen.
Und für mich wäre die Arbeit entspannter gewesen und er hätte ein zufriedenen Arbeitnehmer gehabt, der dann auch kein Problem hätte (und auch die nötige Energie hätte), wenns dann aufgrund von Termin-Not doch mal zu Mehrbelastung kommt.
 
andy_m4 schrieb:
Was nützt dem eine 8 Stunden Anwesenheitspflicht, denn nüchtern betrachtet hat er mich dann einmal bezahlt um Fehler einzubauen und dann noch mal bezahlt, um Fehler rauszufixen.
Sind denn wirklich alle Softwareentwickler nach 4 Stunden nicht mehr konzentriert, sodass man das als allgemeine Messlatte nehmen kann?
 
Ich finde es ziemlich deprimierend das hier über alles mögliche diskutiert wird: Arbeitsplätze, Fleischkonzerne, Veganismus, ... und nichts davon habe ich in meinem Leseartikel angesprochen.

Ich habe 4 Möglichkeiten aufgezählt die ich sehe wie sich OpenSource Software auf dem Markt neu positionieren kann - keine davon wurde hier diskutiert keine Alternativlösung vorgeschlagen.

Alles hier ist Offtopic - sehr schade.
 
Kuristina schrieb:
Sind denn wirklich alle Softwareentwickler nach 4 Stunden nicht mehr konzentriert, sodass man das als allgemeine Messlatte nehmen kann?
Ich weiß nicht, ob man 4 Stunden als allgemeine Messlatte nehmen kann. Das ist an der Stelle auch gar nicht der Punkt. Der Punkt ist der, das menschliche Arbeitskraft nicht beliebig skalierbar ist.
Sprich: Nur weil Du die Arbeitszeit verdoppelst, bekommst Du nicht das doppelte an Output. Manchmal sogar im Gegenteil: Man verliert dadurch Output.

kim88 schrieb:
Alles hier ist Offtopic - sehr schade
Das was on-topic ist sprichst Du ja nicht an. Stattdessen beschwerst Du Dich nur.

kim88 schrieb:
keine davon wurde hier diskutiert keine Alternativlösung vorgeschlagen.
Ich habe beispielsweise den Punkt eingebracht, das das Grundproblem nicht allein in KI begründet liegt. Und das es daher sinnvoll sein kann, das mal ein bisschen weiter aufzuziehen.
Man kann das ja anders sehen. Aber GAR NICHTS dazu zu sagen und sich im gleichen Zuge beschweren, das ja nicht darüber gesprochen wird, passt halt nicht zusammen.

Das andere Ding, was hier auch schon thematisiert wurde:
Es sieht immer doof aus, wenn man eine Technik (bzw. deren Ausprägung) kritisiert, aber die dann doch nutzt und eben nicht den unbequemen Weg geht und sagt: Ich nutze halt nur das was meinen Werten entspricht bzw. Verzichte eben bis die sich so verhalten, wie ich es mir wünsche.

Um mal das mit Hilfe von Veganismus zu veranschaulichen:
Das ist so, als wenn man über die negativen Folgen von Fleischkonsum zu reden während man sich einen BigMäc reinschraubt.

Auch zu diesem Punkt hättest Du was sagen können, hast Dich aber dagegen entschieden.
Wie gesagt. Ist auch alles fein. Aber dann bitte nicht beschweren das keiner was sagt. Das passt nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
andy_m4 schrieb:
Der Punkt ist der, das menschliche Arbeitskraft nicht beliebig skalierbar ist.
Ja. Aber wo das persönliche Leistungslimit liegt, ist halt individuell. Also eine 4 Stunden Anwesenheitspflicht wäre nicht einfach automatisch besser als eine 8 stündige. Außer es ist bei allen Entwicklern (in der Firma) so, dass nach 4 Stunden die Konzentration nachlässt. Das war der Gedanke bei meiner Frage.

Sorry, falls das nicht ganz zum Thema passte. Der Eröffnungspost ist gut, aber auch ziemlich gefüllt und beantwortet eigentlich schon viele Punkte, über die man sonst hier hätte diskutieren können. ^^
 
Zuletzt bearbeitet:
Kuristina schrieb:
Sind denn wirklich alle Softwareentwickler nach 4 Stunden nicht mehr konzentriert, sodass man das als allgemeine Messlatte nehmen kann?
Nein, aber es geht fürchterlich auf das Denkzentrum.

Bei Assemblerprogrammierung hab ich immer 1 Stunde etwas anderes gemacht nach 2 Stunden Programmieren.
Danach hat man gesehen, was man für einen Mist programmiert hat und es in den folgenden 2 Stunden gerade gezogen.

Bei Visual Basic konnte man so 2 x 3 Stunden voll konzentriert programmieren, weil man den Code bei guter Kommentierung etwas besser nachverfolgen kann.
Das war aber auch die absolute Höchstgrenze, danach vervielfachte sich die Fehlerzahl exponentiell.

Und wer behauptet, das besser zu können 8 Stunden am Tag, 5 Tage die Woche, der sollte mal die Fehler zählen bei 4 Tagen und 5 Tagen Arbeit pro Woche.

Die Fehlerbereinigung macht oft 80% des Programmierprozesses aus.
Das grobe Gerüst und die Subroutinen sind schnell entworfen.
Aber die Anpassung der Parameter und Variablentypen, Vermeidung von Endlos-Loops und so weiter sind viel aufwändiger.

Ja, es gibt Leute, die lesen Assemblercode flüssig, wie ein Buch.
Die verlaufen sich aber auch auf dem Weg zur Kantine.

Viele Firmen haben das begriffen und lassen den kreativen Leuten freie Wahl bei der Arbeitszeit, wenn das Ergebnis am Ende stimmt.
Andere zwingen die Angestellten zu festen Zeiten und das geht oft schief.

Das sieht man ja ganz deutlich hier.
Nach so langer Zeit müßten ja alle Fehler in Betriebssystemen und Steuersoftware längst bereinigt sein.
Dem ist aber nicht so.
 
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Kuristina schrieb:
Ja. Aber wo das persönliche Leistungslimit liegt, ist halt individuell.
Ja. Das ist sicher so. Ich fände es jetzt auch irgendwie blöd zu sagen, man macht standardmäßig ein Vier-Stunden-Tag.

Was wir eben immer noch ganz oft haben ist die Kopplung von Arbeit und deren Entlohnung an die Zeit. Das findet sich ja auch an Begrifflichkeiten wie Vollzeit, Teilzeit, Stundenlohn, Mindestlohn usw. wieder. Das sind ja alles Konzepte die Arbeit an Zeit koppeln. Was einerseits natürlich Dinge sehr einfach macht. Und in manchen Bereichen ist es sicherlich auch gut so was wie Arbeitszeit zu haben.

Aber auch der Arbeitgeber zahlt ja im Grunde genommen nicht für Arbeitszeit. Der Arbeitgeber zahlt ja eigentlich für eine Leistung.
Und die Arbeitszeit ist halt eine Zahlungseinheit auf die man sich geeinigt hat und worüber sich die Leistung quasi mittelt. Also der Arbeiter schafft mal mehr mal weniger, je nachdem wie gut der gerade drauf ist. Wenn der halt ein Tag vorher auf eine Party war dann ist die Leistung sicher nicht so gut, als wenn er ausgeruht ist. Aber das mittelt sich halt auf den Monat gesehen raus.

Und bei so was wie Gleitzeit kommen wir da hin, das der Arbeitnehmer zwar immer noch seine Arbeitszeit "absitzen" muss aber wenigstens sagen kann, wann er die nimmt. Damit die eben nicht unbedingt den den Morgen nach der Partynacht fällt. :-)

Noch ein Schritt weiter gegangen macht man halt so was wie Projektarbeit (selbstständig oder wie auch immer). Dort wird man halt auch nach Leistung bezahlt. Das heißt, Du kriegst eine Aufgabe und wie Du die löst und wann und welcher Zeitrahmen liegt komplett in Deinem Ermessen.

Insofern hat man ja durchaus Möglichkeiten, wie man Arbeit und Arbeitslast organisieren kann.
Und klar gibts auch noch Nebenaspekte. Wenn Du in Teams arbeitest, wo es auch Besprechungen gibt etc. dann kann die eigentliche Arbeitszeit nicht völlig frei individuell geregelt sein weil zumindest zum Meeting sollten halt alle anwesend sein.

Und auch nicht jede Arbeit ist für jedes Modell gleich gut geeignet. Eine Bäckerei wird halt gerne morgens aufgesucht und dann kannst Du als Verkäufer natürlich nicht sagen, das Dir abends um 19 Uhr am besten passen würde. :-)

Nichtsdestotrotz gibts sicherlich in der Arbeitsorganisation noch Luft nach oben.
Und da ist auch durchaus Bewegung drin. Gerade so auch durch die ganze Home-Office-Sache die durch Corona Fahrt aufgenommen hat (auch wenn sie jetzt teilweise wieder rückabgewickelt wird).
 
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andy_m4 schrieb:
Tut ja der Motivation auch nicht gut, wenn einem suggeriert wird, man könnte da relativ "easy" was drehen und man dann dann doch erstmal abprallt.
Ist eine seltene Erwartungshaltung irgendwas wäre „easy“ – natürlich gibt es immer Widerstand. Gehört dazu und ist Teil eines Aushandlungsprozesses bei unterschiedlichen Interessen und Akteuren.
Die Erfahrung sollte eigentlich jede:r schon gesammelt haben.

andy_m4 schrieb:
Und man muss auch mal ganz klar sagen: die meisten Kraft liegt im machen.
Ja, eben. Dinge tun die persönlich oder (besser) gemeinschaftlich als positiv(er) empfunden werden und Mehrwert bringen, anstatt sich von irgendwelchen Strohpuppen aufhalten zu lassen.

Ist doch egal ob Big Tech gerade AI hyped, das jetzige Produkt hat zu viele Nachteile insgesamt, also ist Kritik und ein veränderter Umgang damit sinnvoll und legitim.
Und da weder Bezos, Altman noch Musk und Konsorten auf Bedenken reagieren werden, werden sinnvollerweise andere Adressaten gewählt. Wie eben zum Beispiel politische Entscheider:innen die hier Regulation oder Gesetzgebung beeinflussen und gestalten können.

Oder auch ganz anders, es gibt eine Vielzahl von Optionen, vorausgesetzt Motivation ist vorhanden.

andy_m4 schrieb:
Aber man sollte halt gucken, was für ein selbst der geeignete Weg ist und wo es sich wirklich lohnt Energie reinzustecken.
Selbstverständlich, jede:r muss mit eigenen Ressourcen haushalten.
 
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