Die Mär von der Passwort-Sicherheit?

siconize

Ensign
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Ich hab gerade fast zehn Minuten versucht mir ein neues Passwort für meine Apple ID zu setzen, und jetzt erst mal abgebrochen, nach dem ein Passwort so ähnlich wie "Dekurator1" als "nicht komplex genug" abgelehnt wurde.
Zuvor durfte ich ein PW, dass ich 2013 mal kurz genutzt hatte, nicht wieder benutzen. Natürlich muss das PW einen Großbuchstaben und eine Zahl (oder Sonderzeichen?) enthalten, darf nicht zu kurz sein, und wer weiß was sich noch alles hinter der "Komplexität" verbirgt.

Ganz ehrlich, ich verstehe nicht, wozu das notwendig ist. Mein Beispielpasswort "Dekurator1" lässt sich, egal wie man es angeht (Wörterbuch-Attacke?) nicht ohne einiges Probieren erraten. Aber Brute-Force-Angriffe sollten doch problemlos erkannt und gestoppt werden können? Wenn sich innerhalb von Sekunden oder Minuten tausende Male versucht wird, von einer IP aus mit verschiedenen Passwörtern an einem Konto anzumelden: Lässt sich doch wohl erkennen und dann z. B. die für die IP sperren oder allgemein die Zeit, die zwischen zwei Versuchen vergehen muss, für das Konto temporär hochseten auf z. B: 10 Sekunden?

Z.B. gibt es für das Laravel PHP-Framework ein Package namens Sentry dass auch Login übernimmt und wenn sich bei einem Account ein paar Mal falsch angemeldet wird, dann wird der Account einfach für einige Minuten gesperrt. Brute Force ist damit ja eigentlich schon praktisch verhindert.

Was ich damit sagen will: Mich mit bescheuerten Regelungen bei der Passwortwahl gängeln zu müssen nervt gewaltig und ich glaube nicht, dass das wirklich notwendig ist. Dass das PW nicht aus nur einem Buchstaben bestehen sollte ist klar, aber "nicht komplex genug", hallo?
 
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Wenn jemand an das Passwort-File kommt (soll ja vorkommen), dann hat er mit einfachen Passwörtern deutlich schneller Erfolg.
 
Deswegen gibts Keepass wo man sich nur noch 1 PW merken muss. Was dann aber sehr sicher sein sollte.
 
In meinen Augen ist eh nur wichtig bei wirklich allen Diensten ein verschiedenes Passwort zu haben, dann ist es eigentlich fast egal wie simple ein einzelnes PW ist...
 
Und Speedhacks in Spielen funktionieren nicht, weil Anti-Cheat-Programme die Position und Unregelmäßigkeiten erkennen...

So ein Müll, Bruteforce wird nicht alleine eingesetzt und somit wird deine Sperre umgangen.
Zufällige Buchstaben mit einer Zahl sind ebenfalls für einen Computer bei deiner Länge extrem einfach, weil das Passwort nicht lang ist und einem extrem weit verbreitetem und typischem Muster folgt.
Erster Buchstabe große, wenige Buchstaben, Zahl. --> Ehrlich, jeder Idiot hat so ein leichtes Passwort. ;)

Wenn es gut sein muss, müssen die Großbuchstaben mehr als ein mal und nicht am Anfang stehen. Die Zahlen ebenfalls irgendwo dazwischen und Sonderzeichen selbstverständlich auch.

Die einfachste Methode ist aber ein Keylogger, der absolut jedes Passwort aufzeichnet oder das Auslesen des Passworts aus deinem RAM, was du nur durch überfüllen/neufüllen/leeren hinbekommst durch Tools oder einem Neustart.
Somit hast du schon recht, dass bei manchen Seiten diese Pseudo-Sicherheit durch die zwingende Notwendigkeit eines Pseudo-Sicheren-Passworts verlangt wird. Damit wird aber nur versucht die vollkommenen "Idioten-Passwörter" zu verhindern, welche du durch Google herausfinden kannst. So zählt beispielsweise 123456 zum weit verbreiteten Passwort. ;)

P.S:
Ich gebe dir ein paar Tipps für gute Passwörter:
- CD-Key auswendig lernen bzw. Einzelteile davon, welche du verschieden einsetzt
- nicht dumme Muster wie "jedes 4. Zeichen ein Großbuchstabe, jedes 2. Zeichen ein Sonderzeichen und jedes 5. Zeichen eine Zahl" (je länger das Passwort, desto besser muss das Muster sein)
- keine Wörter aus dem Wörterbuch
- erster Buchstabe niemals der einzige Großbuchstabe
- letztes Zeichen niemals mit Zahlen beenden
- usw.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
ich muss mir dutzende verschachtelte passwörter merken und seh da nicht das grosse problem...

alles andere bedeutet ein höheres sicherheitsrisiko.. gleichzeitig trainiert es den grips. hab ich irgendwo mal gelesen.
 
siconize schrieb:
Was ich damit sagen will: Mich mit bescheuerten Regelungen bei der Passwortwahl gängeln zu müssen nervt gewaltig und ich glaube nicht, dass das wirklich notwendig ist. Dass das PW nicht aus nur einem Buchstaben bestehen sollte ist klar, aber "nicht komplex genug", hallo?

Im Grunde hast du völlig Recht. Passwörter werden heutzurtage eher gestohlen und die Komplexität spielt dann keine Rolle mehr. Und beim errechnen von Passwörtern spielt eher die Länge als die Komplexität eine entscheidende Rolle.
Was wir erreicht haben ist jetzt, im Prinzip, der Zustand, an dem Passwörter für den Nutzer nicht mehr im Kopf zu behalten sind, während sie für den Angreifer aber nicht schwerer zu überwinden sind als ein leicht zu merkendes Passwort. Das merken und verstehen aber leider nur sehr wenige Menschen, weil von "fachlich versierten Experten" auch immer schön weiter das Gegenteil gepredigt wird und 99,8% der Bevölkerung das auch nicht in Frage stellen, weil sie von dem Thema selbst gar keine Ahnung haben.
 
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siconize schrieb:
Ich hab gerade fast zehn Minuten versucht mir ein neues Passwort für meine Apple ID zu setzen, und jetzt erst mal abgebrochen, nach dem ein Passwort so ähnlich wie "Dekurator1" als "nicht komplex genug" abgelehnt wurde.
es fehlt das sonderzeichen...
 
@seas888:
Darum ging es überhaupt nicht. Beeindruckend, dass es dir nicht aufgefallen ist...
 
Highspeed Opi schrieb:
@seas888:
Darum ging es überhaupt nicht. Beeindruckend, dass es dir nicht aufgefallen ist...
beeindruckend, dass du in deinem ersten post völlig belanglos am thema vorbei bist.
 
Ich frage mich echt, was an der Erstellung eines sicheren Passwortes und dem Merken des selbigen so schwer ist. Du wirst doch wohl einen Satz mit 12-15 Wörtern zusammenbringen den du dir merken kannst.

6 Brötchen von Bäcker Meyer kosten 1,80€, wieviel kosten 9 von den Schrippen?

Alles drin, alles drum, alles dran. Da geht ohne BF gar nichts. Und 17 Zeichen - mal eben so aus der Hand geschüttelt. Es sei denn, du bist BVB-Fan und der Angreifer weiß das, dann sind 3 der Zeichen für die Katz.
 
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Länge > Komplexität...
Tatsächlich könnte man einfach den Titel eines Films + den Namen des Regisseurs + das Erscheinungsdatum verwenden. Dabei entstehen dann Passwörter wie "Brother - Takeshi Kitano #2000". Das Ding widersteht jeder Wörterbuchattacke, weist kein offensichtliches Muster auf (außer jemand kennt deine Filmsammlung) und macht ziemlichen Ärger bei Brute Force.... andererseits kann man es nicht vergessen.
 
jop... wir arbeiten auch viel mit aes256-zip.

das is brutforce natürlich ne klasse angriffsmöglichkeit.

schön is auch insf43ustchenl4chen=bam oder so :D
 
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