News Die Open-Source-Architektur: Hintergrundwissen zu RISC-V und ISA aus der Community

KurzGedacht schrieb:
Ich will mich da nicht zu weit aus dem Fenster lehnen da ich davon nicht all zu viel verstehe.
Soweit ich weiß bedeutet die Verwendung einer Befehlssatzarchitektur die unter der BSD Lizenz steht nicht zwangsläufig dass kein Teil der tatsächlichen technischen Umsetzung einen Patentschutz erlangen kann.

Die BSD Lizenz enthaelt keinen Schutz vor Patenten. Ist ohnehin recht schwierig, weil Patente etwas ganz was anderes sind als das Urheberrecht; die GPLv3 versucht wenigstens, davor zu schuetzen, dass ein Hersteller zwar den Quellcode hergibt, aber das Zeug vorher patentiert und dann Ansprueche auf die freie Software geltend macht; gegen ein Patent eines Drittherstellers schuetzt auch das nicht.

M.a.W., wenn RISC-V unter BSD Lizenz steht, koennte jemand versuchen, ein Patent auf eine Befehlssatzerweiterung zu beantragen, gleich darauf diese Erweiterung als Standard-RISC-V-Erweiterung vorzuschlagen, und wenn das akzeptiert wird und das Patent erteilt wird, hat RISC-V ein Problem. Wobei ich es ohnehin pervers finde, dass Patente auf (Teile von) Befehlssaetze erteilt werden.

Weg von Befehlssatz, reden wir ueber Implementierungstechniken: Gegen das Patentieren von Implementierungstechniken hilft sowieso nichts (auch nicht GPLv3), aber da ist zumindest die Theorie, dass man dann eben eine andere Implementierungstechnik verwendet (und wenn es keine andere Moeglichkeit gibt, sollte das Patent nichtig sein; wie effektiv das ist, ist aber die Frage).
 
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foo_1337 schrieb:
@foo_1337 @Bright0001
Leider habe ich nicht nur einmal von einem VW-Entscheider folgenden Satz gehört "Blos keine Open Source software einsetzen, ... " Das dieser Entscheider da keine Ahnung hatte wovon er spricht wollte er nicht begreifen. Auch dann nicht als wir ihm Erklärt haben das sogar Windows BSD code einsetzt und ihm Beispiele in anderen Apps gezeigt haben. Das wurde alles ignoriert und im Pflichtenheft stand dann "Einsatz von OpenSource Code ist nicht gestattet" oder sowas in der Art. Mein Chef hat dann ans Angebot 2 nullen rangehangen. Den Auftrag haben wir nicht bekommen. Ging um eine simple Werbe-/Event-/Messe-app für Android und iOS. Eintagsfliege die sich nach 2 Monaten niemand mehr anschaut.
Aber genau so läuft das. Diejenigen die Entscheiden können / dürfen lassen sich nicht reinreden und holen das teurere was ihren Erwartungen entspricht.

Jeder USB-C-Stecker kommt mit dem USB-Protokoll klar, deswegen heißt der auch "USB". Ob der nun zusätzlich Bildschirmsignale übertragen kann, oder nicht, muss man sich dann eben auf der Produktbox durchlesen - aber sich darüber beschweren, dass man nicht noch extra ein HDMI-Kabel rumschleppen muss, wird sich sicherlich keiner.
Zum Thema USB-C Stecker; schau doch einfach nur zu Apple. Nach jahren als Vorreiter mit Anschlussminimalismus kommt jetzt HDMI und Magsafe zurück mit den neuesten Modellen. Ich fand's cool am Laptopnetzteil mein Android laden zu können. Die Leute kommen damit nicht klar das man einmal nachlesen muss.

"Die kunterbunte Welt der beihnahe kompatiblen derivate ..." dazu stehe ich auch weiter. Vieles was USB-C dran hat ist eben doch nicht kompatibel. Den USB-C auf Kopfhöreradapter der beim Handy dabei war, kannst du eben nicht am Laptop nutzen. Die Thunderbolt Festplatte funktioniert nicht am Handy und auch nicht am Billo-Laptop. Displayport over USB-C können die wenigsten Geräte wirklich richtig. Und kein Desktop-Rechner hat eine volle Thunderbolt kompatible USB-C Buchse auf der Vorderseite, da muss man die externe SSD dann doch eben hinten anschliessen.

So ähnlich wie dass nicht jedes Linux aptitude zur Paketverwaltung hat und es 4 verschiedene inkompatible Varianten gibt wie man sowas simples wie die Lautstärke einstellen kann, von denen immer nur die 3 vorinstalliert sind, welche nicht in der Anleitung sind welche man im Netz nach 2 mal Googlen gefunden hat.

Um den Auschweifer zurückzubekommen; am Ende wird da einfach jemand einen Rechner / Handy / Tablet / sonstwas kaufen wo toll mit "Risc-V" geworben wird, nur um dann festzustellen "Eh? Kann Netflix aber kein PrimeVideo?" (weil CPU hat keine instructions für MMX / DRM / Whatever das dann heisst) und dann greift man wieder zum altbekannten, das zugenagelte Gerät wo man nichmal beliebige Apps installieren kann.
 
Ausgezeichneter Rubrik.

Würde mich sehr freuen, künftig mehr Detailwissen und fundierte Artikel zu einem Thema hier zu lesen. Beispiel Fertigung, Prozessorarchitektur, Weg des Transistors bis zum Pixel usw..

Danke dafür!
 
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