Die SPD in der Antikommunismusfalle der Konservativen ?

extasy

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Ich hatte gestern in diesem Beitrag https://www.computerbase.de/forum/threads/antikommunismus-eine-typisch-deutsche-tradizion.371006/ versucht aufzuzeigen wie unregecht im Grunde der Antikommunismus hier in Deutschland ist. Leider wurde er schon nach drei Stunden geschlossen so das ich darauf aufbauend hier nochmal einen Neuanfang versuchen möchte.

Der Wahlkampf in Hessen zeigt meiner Meinung sehr gut auf wie leicht die SPD sich in die Antimommunismusfalle der CDU bringen lässt. Mal ganz davon abgesehen das Die Linke beileibe keine Kommunistische Partei ist zeigen Äußerrungen von SPD Offiziellen über "ehemalige DKP Funktionäre in der Linkspartei" das diese Argumente auch in der SPD auf fruchtbaren Boden fällt. Wenn man jedoch das Wort "ehemalig" anwendet dann sollte man es Menschen doch auch zugestehen sich politisch gewandelt zu haben, ganz so wie man dieses gerade von konservativer Seite "ehemaligen" Nazis in der CDU zugestanden hatte. Hier hatte man wenig Probleme damit selbst hohe Funktionsträger des Naziregimes in bedeutende Positionen zu integrieren.

Aber auch wenn man unterstellt das diese ehemaligen Kommunisten noch immer Kommunisten sind so kann man doch sagen na und, sind sie deswegen keine Demokraten ? Was ist an der "Diktatur des Proletariats" weniger Demokratisch an der derzeit faktisch bestehenden Diktatur des Kapitals ? Warum setzt sich die SPD diesem Rechtfertigungs und Abgrenzungsdruck der künstlich von konservativer Seite aufgebaut wird aus ?

Um eines klarzustellen, ich bin kein Kommunist sondern Sozialist, jedoch schäme ich mich nicht der kommunistischen Genossen in der Linken (nicht die Partei, sondern der Linken insgesamt). Wie ich in meinem anderen geschlossenen Beitrag ausgeführt hatte, halte ich die Kommunisten für einen wichtigen Bestandteil in der demokratischen Kultur und den derzeit betriebene Antikommunismus für höchst unredlich. Andere Länder haben da ein viel entspanteres Verhältniss zu Kommunisten. Der größte Gewerkschaftsverband Frakreichs z.B. ist Kommunistisch. Ich würde mir sehr wünschen wenn man zu der Sachlichkeit in der Auseinandersetzung mit dem Kommunismus kommen würde wie im Ausland. Man kann sicherlich über Kommunistische Standpunkte steiten, der Antikommunismus alter Tager jedoch ist dabei absolut kontraproduktiv und dient in erster Linie den Konservativen die damit in die Linke einen Keil treiben können und es der SPD schwer macht mit linken Parteien neben ihr zusammenzuarbeiten.

So, nun hoffe ich auf eine Diskussion zur Sache, ohne die üblichen unsachlichen Grabenkämpfe die dabei sehr schnell ausgetragen werden.
 
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Mal ganz davon abgesehen das Die Linke beileibe keine Kommunistische Partei ist
Ebenso wenig ist sie vollkommen "unkommunistisch". Dazu einige Beispiele:

Die DKP-Zeitung rühmte sich im Juni 2007 damit, mit Sarah Wagenknecht ein prominentes Parteimitglied der LINKEN (und meines Wissens Vorstandsmitglied und Europaabgeordnete) als Unterzeichnerin für ein Volksbegehren gegen Privatisierung gewonnen zu haben.

Auf glasnost.de philosophierte Sarah Wagenknecht über Stalin mit folgenden Worten:
Nicht zu leugnen ist, daß Stalins Politik - in ihrer Ausrichtung, ihren Zielen und wohl auch in ihrer Herangehensweise - als prinzipientreue Fortführung der Leninschen gelten kann. ... Welche Handlungsspielräume die Situation im damaligen Rußland bot, muß angesichts der konkret historischen Bedingungen untersucht werden. Eine solche Analyse wird vermutlich zu dem Schluß gelangen, daß weder in Bucharins Lösungsansatz noch in dem Trotzkis (um nur zwei prägnante Beispiele zu nennen) eine realisierbare Alternative zur Stalinschen Linie vorlag.
Quelle: http://www.glasnost.de/pol/wagen.html

In der Ruhrgebietsstadt Essen hat "Die Linke" zusammen mit der DKP und der AUF eine Ratsfraktion gebildet.

Der ´Kommunismus-Vorwurf" ist schon deshalb nicht ganz von der Hand zu weisen, weil es innerhalb der Partei der Linken eine "Kommunistische Plattform" gibt. http://die-linke.de/partei/zusammenschluesse/kommunistische_plattform_der_partei_die_linke/

Für mich heißt das: Wer "Die Linke" wählt, wählt zugleich den "linken" Parteiflügel mit, der sich mehr oder weniger offen zu kommunistischen Zielen bekennt.
 
Aber das ist es doch was ich sagen will. Warum soll unsere partielle Zusammenarbeit mit Kommunisten schlimm sein ? Der Kommunismus an sich ist nicht böse, auch wenn in seinem Namen schreckliches Unrecht geschehen ist und auch noch geschieht. Niemand kommt heute auf die Idee die CDU als Christliche Partei für die Inquisition und der Kriege die im Namen des Christentums geführt wurden verantwortlich zu machen.

Kommunisten haben meiner Meinung nach einen festen Platz in der Linken Bewegung insgesammt. Jegliche Spaltungsbemühungen hierbei nutzen in erster linie unseren gemeinsamen politischen Gegner, nämlich den Konservativen und den Reaktionären.
 
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Der Punkt ist nicht, dass Kommunismus an sich "schlimm" ist, sondern dass er von der ganz überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung als Alternative abgelehnt wird. Das hat weniger etwas mit der Vergangenheit zu tun, sondern mit:

- der Überzeugung, dass es den "neuen Menschen" nicht geben kann (Eigennutz statt Gemeinnutz)
- der Gefahr des Machtmissbrauchs (es gibt bisher kein auch nur halbwegs funktionierendes Gegenbeispiel)
- der Einsicht vieler (nicht aller) Menschen, dass man mit dem Kapitalismus bisher sehr gut gefahren ist
- usw.


Der gestrige Thread ist meiner Meinung nach übrigens nicht zu Unrecht geschlossen worden. Wie HappyMutant bereits schrieb, war bereits der Einstieg nicht ganz so prickelnd, den Rest haben dann die übrigen Diskutanten besorgt. So schnell kann es gehen. - Vielleicht hat jemand daraus gelernt und reißt sich zumindest dieses Mal etwas zusammen, bevor er seinen Kommentar in die Tastatur hackt.

Im Eingangsbeitrag heißt es, dass die SPD für die Antikommunismus-Kampagne der CDU anfällig sei. Doch man kann das auch anders sehen. Die CDU warnt vor einer Koalition aus Rot und Rot (SDP und Linke). Die SPD wiederum versucht, sich diesen Schuh nicht anzuziehen und sich gegenüber der Linken abzugrenzen (bzw.die Linke politisch auszugrenzen). Der Grund dafür ist - seitens der SPD -, dass die Wähler nicht den Eindruck gewinnen sollen, es sei gleichgültig, ob man nun die SPD oder Die Linke wählt. Denn so nahe, wie es die CDU propagiert, stehen sich die beiden Parteien nicht (auch wenn die Linke das nicht wahrhaben will). - Auch der Vergleich bezüglich CDU und Inquisition, den man ja nicht allzu ernst nehmen sollte, ist ein Schlag ins Wasser: Der Unterschied ist ganz einfach der, dass ein Mann wie Gregor Gysi ganz konkret seit 1967 Mitglied der SED war. Er hat das SED-Regime also mitgetragen, wogegen man niemanden mehr in der CDU für die Inquisition zur Rechenschaft ziehen kann. Aber das nur so am Rande.

Der von Dir gezogene Vergleich mit der Mitgliedschaft ehemaliger Nazis iin der CDU ist im Übrigen nicht so ganz angebracht, weil die ehemaligen Nazis sich als CDU-Mitglieder nicht länger zur Nazi-Ideologie bekannt haben. Bei einem Teil der Mitglieder der Linken sieht das im Moment anders aus: Sie sympathisieren weiterhin offen mit dem Kommunismus bzw. verfolgen aktiv kommunistische Ziele.
 
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Für mich sind nicht objektive Gründe für den derzeitigen Antikommunismus der haupsächliche Grund, sondern die von Konservativen bewusst bediente Angstmache aus der frühzeit des kalten Krieges dagegen.

Auch finde die lange Zeit kritiklose Haltung der DKP gegenüber dem DDR System als sehr schädlich. Eine Hypotek die heutige Kommunisten noch lange werden abtragen müssen. Trotz alledem sind es gerade immer Kommunisten gewesen die hervorragendes im Kampf um Menschenrechte und gegen den Faschismus geleistet haben. An ihre Leistungen denke ich zu aller erst wenn ich an Kommunisten denke. Während die SPD Führung zu anfang des ersten weltkrieges den "Burgfrieden" ausrief war es Karl Liebknecht der sich der Zustimmung der Kriegskredite verweigerte. Wie Recht er mit seiner haltung hatte sollte ich dann im Verlauf dieses unseglichen Völkermordens herausstellen. Hat es ihm die Sozialdemokratie jemals gedankt ? Nein, im Gegenteil: Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht werden auch heute noch als die Schmuddelkinder der SPD betrachtet. Von der zweifelhaften Rolle die die damalige SPD Führung um Ebert bei der Ermordung dieser beiden herausragenden Persönlichkeiten spielte mal ganz abgesehen. Ich finde schon das es hier Parallelen mit der heutigen Haltung der SPD zu Kommunisten gibt.

Ach ja, so schlimm kann es um das Image des Sozialismus nicht bestellt sein wenn fast die Hälfte der Bevölkerung den Sozialismus als im Grunde gut, jedoch falsch umgesetzt sieht.
 
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Um sich für Menschenrechte einzusetzen, braucht man kein Kommunist zu sein. Aber heute ist die Ausgangssituation natürlich eine ganz andere als gegen Ende der Weimarer Republik, keine Frage. Doch man könnte heute sogar auf Angela Merkel verweisen (China, Empfang des Dalai Lamas, Guantanamo-Kritik).

Mich wundert, dass sich Die Linke nicht mehr Mühe gibt, mit ihrem linksradikalen Parteiflügel aufzuräumen. Vielileicht denkt man im Hinterkopf, jede Stimme zu brauchen. Aber wenn es eine echte Abkehr von der SED zu einer Partei des "demokratischen Sozialismus" gegeben hat, dann müssten eigentlich auch alte Zöpfe konsequent abgeschnitten werden. Dazu würde meiner Ansicht nach gehören, dass eine unsachliche Verklärung der DDR-Verhältnisse nicht in Betracht kommt und dass man derartige Anhänger vor die Tür setzt. Das würde viel zur Glaubwürdigkeit der Linkspartei beitragen. Aber so können sie sich noch lange mit dem kommunistischen Schmuddel-Image herumschlagen.
 
@keskau
Sicherlich muss man kein Kommunist sein um sich für das Menschrecht einzusetzten. Hier in Deutschland jedoch wird so getan als ob z.B. der antifaschistische Kampf nur von Christen und Sozialdemokraten geführt wurde. Die Verdienste der Kommunisten jedoch werden verschwiegen.

Übrigens wundert es mich wie du die Redlichkeit der geistigen Abkehr vom Kommunismus bei einigen Mitgliedern in unseren Reihen anzweifelst, die Abkehr ehemaliger Nazis von ihrer Vergagenheit in der CDU jedoch offenbar über jeden Zweifel erhaben siehst.

Das wir eine Kommunistische Plattform haben ist der Pluralität unserer Partei geschuldet die Heimat aller linker Strömungen sein will.
 
Salut,

mit Verlaub, dein Threadtitel entbehrt nicht einer gewissen Komik.
Aber wenn es denn gestattet ist

extasy schrieb:
Für mich sind nicht objektive Gründe für den derzeitigen Antikommunismus der haupsächliche Grund, sondern die von Konservativen bewusst bediente Angstmache aus der frühzeit des kalten Krieges dagegen.

sind für dich geschätzte 80 Mio. Tote ein oder kein objektiver Grund, um Antikommunist zu sein? Oder lehnst du es aus Gründen der Systemraison ab, derartige Bedeutungslosigkeiten in deine Überlegungen einfließen zu lassen. Frei nach dem Motto: wo gehobelt wird …


extasy schrieb:
Wie Recht er mit seiner haltung hatte sollte ich dann im Verlauf dieses unseglichen Völkermordens herausstellen.

Hier stimme ich dir zu, 40 Mio. Tote alleine von Stalin kann man schon als unsäglichen Völkermord bezeichnen, dazu am eigenen Volk. Das hat nicht mal Hitler oder Mao geschafft und das waren bei Gott keine Waisenknaben auf dem Gebiet.
 
Schon in der Schule lernen die Kinder, dass die Kommunisten so ziemlich als Erste von den Verfolgungen durch die Nazis betroffen waren. Da wird nirgendwo etwas totgeschwiegen. Auch während des Zweiten Weltkrieges wurde die Propaganda nie müde, das Horrorszenario des Bolschewismus an die Wand zu malen.

Wie es um die Gesinnung ehemaliger NS-Mitglieder in der CDU konket bestellt ist, kann ich gar nicht sagen. Ich weiß aber, dass es in der Linken einerseits "geläuterte" Ex-Kommunisten gibt, aber eben auch solche, die sich weiterhin dem Kommunismus verschrieben haben. Keine Ahnung, warum die nicht Mitglied in der DKP sind. Vielleicht liegt es daran, dass sie in der Linken auf einen größeren politischen Einfluss hoffen.

Was würdest Du sagen, wenn eine Partei vom Schlage der NPD so argumentieren würde wie Du: "Die Neonazis (oder besser: Rechtsradikalen) in unserer Partei sind der Pluralität der rechtskonservativ-nationalen Stromungen geschuldet." Ich bin mir sicher, das würde einen Aufschrei auslösen. Ähnlich verhält es sich in Bezug auf Die Linke im konservativen Lager, zumindest bei denjenigen, für die der Kommunismus ein rotes Tuch ist.


extasy schrieb:
Was ist an der "Diktatur des Proletariats" weniger demokratisch als an der derzeit faktischen Diktatur des Kapitals?
Das kann ich Dir sagen. Es ist nicht das Kapital, das regiert, sondern Menschen, die über Kapital verfügen. Aber selbst das ist nur eine Ideologie, Denn in Deutschland gehen die Menschen an die Wahlurnen und nicht die Maschinen oder die Girokonten.

Und warum eine "Diktatur des Proletariats" nicht so ganz demokratisch sein kann, verrät schon der Titel. Zum Beispiel sehe ich Enteignungen nicht unbedingt als legitimes politisches Mittel an.
 
Zuletzt bearbeitet:
Salut,

feine Argumentation.

Egal unter welchen politischen Deckmäntelchen oder unter Zuhilfenahme beknackter Parolen Millionen Leute für so einen Scheiß umgebracht wurden, es ist und bleibt verabscheuungswürdig. Deshalb bin ich Antikommunist, Antinazi, Antisozialist und Antimaoist. Reihenfolge frei nach Belieben.
 
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JulesBärle spielt damit nicht zuletzt auf einen Aspekt an, der häufiger in der Diskussion auftaucht und der gerade im linken politischen Lager regelmäßig Eruptionen auflöst: Es geht um die "Gleichsetzung" von Rot und Braun, gegen den sich die politsch Linken mit Händen und Füßen wehren.

Diese "Gleichsetzung" bezieht sich allerdings in keiner Weise auf die poliische Zielsetzungen, die ja bekanntlich vollkommen entgegengesetzt sind, sondern auf die in der Vergangenheit anzutreffende "Ähnlichkeit" in den Methoden, mit denen politische Feinde/Gegner bekämpft wurden. - In dieser Hinsicht hatten nämlich Opfer der Nazi-Diktatur (unter ihnen die Kommunisten) ebenso wenig zu lachen wie die Opfer einer angeblich "kommunistischen" Regierung unter Stalin, Mao usw.

Auch deshalb ruft es bei vielen Menschen Kopfschütten hervor, wenn ein Mitglied der Linkspartei zu dem Ergebnis kommt, die Politik Stalins sei "alternativlos" gewesen (siehe oben).
 
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@keskau
Das Gregor Gysi in der SED war unterminiert doch nicht seine Glaubwürdigkeit. Es gibt auch sicherlich viele ehemnalige SED Mitglieder in der heutigen CDU, SPD, FDP oder den Grünen. Ganz abgesehen das Gregor Gysi niemals eine überragende leitende Rolle in der SED gespielt hatte ist er letzdendlich seinen Idealen treu geblieben. Im Gegensatz gewisser Wendehälse die sich nicht zu Unrecht eine politische Karriere in den etablierten Parteien versprochen haben.

Auch wehre ich mich die DDR als per se schlecht zu brandbarken. Sie war ein legitimes Gegengewicht zum kapitalistischen Westdeutschland und an so manchen Leistungen der damaligen DDR könnte sich das heutige Deutschland ein Beispiel nehmen. Zu nennen ist die vorblildliche Kinderbetreuung und auch das Schulsystem. Diese Positiven Beispiele können natürlich nicht vor den eklatenten Verfehlungen in diesem Regieme ablenken, sollten aber trotzdem erwähnt werden.
 
Warum betreibst Du denn jetzt diese wenig hilfreiche Geschichtsverklärung?

extasy schrieb:
Ganz abgesehen das Gregor Gysi niemals eine überragende leitende Rolle in der SED gespielt hatte ...

Wikipedia sagt da etwas anders:
Den Parteivorsitz der PDS hatte er bis zum 31. Januar 1993 inne. Danach wirkte er zunächst als stellvertretender Parteivorsitzender, dann als Mitglied im Parteivorstand weiter mit, bis er im Januar 1997 endgültig aus dem Parteivorstand ausschied.

extasy schrieb:
Auch wehre ich mich die DDR als per se schlecht zu brandbarken.
Gute Kinderbetreuung (weil Frauen als Arbeitskräfte gebraucht wurden und weil man die Kinder so von klein auf im Sinne der Partei-Ideologie erziehen konnte) und ein vernünftiges Schulsystem entschuldigen die DDR nicht und machen sie keineswegs human.

http://www.movie.de/filme/dlda/
http://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Mauer
http://www.ai-aktionsnetz-heilberufe.de/texte/texte/sammelband_2000/Morawe.pdf
usw.
 
Natürlich machen die guten Beispiele der DDR diese nicht sogleich zum Hort der Menschenrechte, jedoch kann sie auch nicht mit dem Naziregime verglichen werden. Das Naziregime war von Grund auf Verbrecherisch, wie die ganze Naziideologie Verbrecherisch ist. In sofern hinkt auch den Vergleich der CDU einem imaginären "NPD Flügel" in dieser. Faschismus ist keine Meinung sondern ein Verbrechen, dieses sollte man sich immer vor Augen führen.
 
Wie aus der Pistole geschossen :D

Aber zugegeben, der NPD-Vergleich war nicht so durchschlagend. Bleiben wir also bei Deiner Feststellung im Sinne von Eva Herman: "Es war nicht alles schlecht damals." :)

Aber es war auch nicht gut genug, um heute als (verklärtes) Vorbild zu dienen, so wie man es von Teilen der kommunistischen Basis manchmal hört.

Letzten Endes sehe ich aber keine "Antikommunismusfalle" für die SPD. Die SPD ist nicht kommunistisch und sie will sich nicht in diese Ecke drängen lassen. Du sagst dagegen, dass die Pluralität der linken Strömungen es rechtfertigen, dass es in der LINKEN eine kommunistische Plattform gibt.

Dann darf man sich aber auch nicht wundern, wenn Leute aus der CDU oder aus der SPD mit dem Finger darauf zeigen und sagen: "Schaut mal da, Kommunisten!"
 
Die Konservativen können doch machen was sie wollen. Denen kann ich nicht verüblen Antikommunisten zu sein, dafür sind es halt Konservative, also Leute die an Überkommenden und Alten festhalten. Da sind fortschrittliche Kräfte natürlich das was für den Teufel das Weihwasser ist.

Schlimm ist aber das die vermeindlich "Linke" SPD da mitmacht und wie im Eingang beschrieben in die Kommunismusfalle tappt wo sie nur schwer herauskommt. Es ist doch geradezu wiedernatürlich die linken Mehrheiten nicht zu nutzen nur weil es den einen oder andren Kommunisten bei uns gibt. Wie ernst ist es denn der SPD mit ihren angeblich neu endeckten Sozialistischen Wurzeln ?

Zu befürchten ist eh dass das "linke" Image was sich die SPD auf ihrem letzten Parteitag angelegt hat nur vorgeschoben ist um uns die Wähler abzujagen. Die SPD sehnt sich nach den alten Zeiten zurück in dem sie sich als alleinige "linke Volkspartei" ohne Konkourrenz von Links sehen konnte. Völlig unverdient wie ich meine angesichts der Zeit in der Schröder die SPD in den neoliberalen Kurs gelenkt hatte. Uns kann man daher nicht vorwerfen wenn wir die Positionen besetzten die die SPD durch Schröder verlassen hat. Das es eines linken Korrektivs neben der SPD bedrarf sieht man daran das man uns in der Zeit als wir nur zwei Abgeortnete im Bundestag hatten von Seiten der SPD mit der Forderung um einen Mindeslohn verhöhnt hatte. Heute jedoch, nach unserern Erfolgen tut die SPD so als ob es schon immer ihre Forderung war.

Und natürlich war nicht alles Schlecht in der DDR. Jedoch hat diese Einsicht im Zusammenhang mit der DDR eine ganz andere Bedeutung als mit Hermans Bezug auf die Nazizeit. Die Väter der DDR hatten bestimmt eine aufrechte Gesinnung als sie die DDR gründeten, bei den Nazis waren es jedoch verbrecherische Ziele von Verbrechern ausgeführt und geplant.
 
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Du beschreibst lediglich einen Wunschtraum, der innerhalb der Partei Die Linke gepflegt wird. Dabei schwingt folgende Überlegung mit: "Wir Linke gehören doch alle irgendwie zusammen. Wir haben gemeinsame Wurzeln und einen gemeinsamen politischen Gegner, nämlich die Konservativen, die Neoliberalen usw."

Die Möglichkeit der Abkehr von der Vergangenheit, die Du ehemaligen SED-Mitgliedern zubilligst, muss auch für die ehemals vielleicht "revolutionäre" SPD gelten dürfen. Wenn man es sich genauer anschaut, dann gab es schon früher politsche Strömungen links von der SPD. Die USPD spaltete sich 1914 von der SPD ab und 1919/1920 bildete die SPD eine Regierungskoalition mit der DDP (Deutsche Demokratische Partei). Schon damals gab es keinen Schulterschluss mit Kommunisten, auch wenn man später mit den Nazis einen gemeinsamen Feind hatte, den es zu bekämpfen galt.

Ich halte es auch nicht für legitim, die Konservativen als rückständig und allein die Linken als fortschrittlich zu bezeichnen. Jede politische Grundüberzeugung (Konservatismus, Liberalismus, Sozialismus) hat ihre Berechtigung. Und auch die verschiedenen Wirtschaftspolitiken, die zur Auswahl stehen (z. B. Privatisierung versus Verstaatlichung), sind nicht von Grund auf gut oder schlecht, sondern lediglich verschiedene Optionen.

Es ist darüber hinaus die alleinige Angelegenheit der SPD, wie sie sich positioniert. Je nach politischer Führung und politischer Großwetterlage gibt es Ausschläge in die eine oder andere Richtung. So gab es die Politik unter Schröder, zuvor aber hatte auch mal Oskar Lafontaine das Sagen. Und nun droht Die Linke mit Stimmenfang, sodass sich die SPD als Alternative zu ihr positioniert. Daran ist nichts auszusetzen, außer natürlich von der LINKEN, die sich dadurch auf den Schlips getreten fühlt.

Mir schient es so, als ob Die Linke stets davon ausginge, dass die SPD eine urlinke Partei sei. Dabei gibt es in der SPD ebenso Mitglieder, die ebenso gut ein Parteibuch der CDU haben könnten. In der politischen Mitte sind die Übergänge bekanntlich fließend, wodurch ein Heiner Geißler einen Frank Müntefering locker links überholen könnte. - Ähnlich macht es auch Die Linke. Natürlich fischt sie im Wasser der SPD. Irgenwo müssen die Stimmen schließlich herkommen.

Um noch einmal den Nebenkriegsschauplatz DDR aufzugreifen: Was hilft den Bürgern des Landes die "aufrechte Gesinnung" der Gründungsväter, wenn sich der Alltag lediglich durch Gängelung, Einsperrung, Bevormundung usw. äußert. - Drauf "geschissen", würde ich sagen. Da wird einem das sog. West-Fernsehen verboten, man darf seine Verwandten in der Bundesrepublik nicht besuchen, mit offener Kritik am politischen System riskiert man seinen Studienplatz oder seine berufliche Karriere usw. - Aber lassen wir das.
 
@keskau
Na ja wer sich hier auf den Schlips getreten fühlt sieht man in der Auseinandersetzung der SPD mit uns. Die SPD glaubt allen ernstes nach der Schröderzeit sich heute als "sozial" präsentieren zu können. Vieles was heute zu sozialen Verwerfungen führt haben wir der Gesetzgebung aus der Zeit der Schröderschen SPD zu verdanken: HartzIV, zulassung der Hedge Fonds, zulassung des Verkaufs von Immobilienkrediten (gab es vor einer Woche einen sehr interessanten Beitrag im TV dazu) , lockerung der Leiharbeitsbestimungen usw usw. Und dieses hatte letztendlich den Niedergang der SPD in den letzten Jahren verursacht.

Festzuhalten ist dass das wir ganz bestimmt nicht zu verantworten haben. Wir sind uns hier treu geblieben.

Sei es wie es sei, die SPD hätte es in der Hand anstatt auf den Antikommunismus Zug aufzuspringen die linke Mehrheit zur Durchsetzung ihrer (vorgegebenen ?) Ziele zu nutzen. An uns liegt es da sicherlich nicht das sie es bisher nicht gemacht hat, auch wenn es von ihr immer so dargestellt wird. Bin wirklich gespannt wielange sich die SPD diese Abgrenzung zu uns noch wird leisten können wenn wir tatsächlich in Hessen in den Landtag einziehen. Ich hoffe sehr das dann die antikommunistische Keule dann endlich sachlicher Auseinandersetzung weicht.

Nochmal DDR: Klar gebe ich die da vollkommen Recht in deiner Argumentation was nützen die besten Gesinnungen wenn es praktisch keine wirkung hat. Ich wollte aber hier auf die grundsärtzliche Unvergleichbarkeit der DDR mit der Nazizeit hinweisen
 
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@extasy

Es lassen sich durchaus eine Reihe von Parallelen des Nazisystems mit der DDR ziehen. Wenn ich an die morgentlichen Fahnenapelle an der polytechnischen Oberschule denke und die ständige Erinnerung an den Klassenfeind oder die paramilitärische Ausbildung (GST) fällt auf, dass bestimmte Methoden durchaus auch in der DDR beliebt waren. Ein anderes Deckmäntelchen aber das gleiche Ziel: Gleichschaltung.

MFG
 
Dennoch kann man diese Systeme nicht miteinander vergleichen.
Parallelen kann man hier und dort sehen...
...wird man immer sehen. Vorallem sieht man welche dort, wo man welche sehen will.
Totalitär waren beide. Gewisse Grundprizipien lassen sie gleich aussehen.

Zur Schule in der DDR
Die Schüler waren beim verlassen der Schule klüger.
Heute sieht es anders aus.



Wenn sich die SPD von der CDU in diese "Falle" treiben läßt, so ist die SPD selber Schuld.
Es ist Politik. Da frage ich mich, wo die Gegenargumente seitens der SPD bleiben.
Politiker sind doch sonst immer so einfallsreich.


Abgesehen davon ist heute eigentlich keine Partei es wert gewählt zu werden.
CDU und SPD haben es im jetzigen System nicht richtig geschafft. Die Linke würde es mit dem ihren auch nicht schaffen.
Nur leider gibt es keine Alternative, die es schaffen würde.
Also bleibt nur die Wahl zwischen Pest und Cholera.
 
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