Die T-Com und die "Internetdrossel" bei allen Tarifen - Lösungen und Eure Meinung

muss die Flatrate sterben?

  • Es sollte jedem genau das berechnet werden was er verbraucht, wie bei Strom und Gas

    Stimmen: 5 5,7%
  • Es sollte so bleiben wie bisher, mit Flatrates und Volumentarifen

    Stimmen: 56 64,4%
  • Es sollte eine gratis-Grundversorgung mit Aufpreis für schnellere Versorgung geben

    Stimmen: 10 11,5%
  • Wer zuerst kommt... keine Begrenzung gleich welcher Art, für alle Transportwege (LTE/DSL/KABEL/SAT)

    Stimmen: 11 12,6%
  • Die jetzt anstehende Änderung ist gut und richtig, passt so

    Stimmen: 1 1,1%
  • Keine der Lösungen ist hier hilfreich

    Stimmen: 4 4,6%

  • Umfrageteilnehmer
    87
Hallo Zusammen,

ich kann die ganze Diskussion noch nicht wirklich nachvollziehen.

Die ISP haben anscheinend höhere Kosten bei der DL-Erbringung, Instanthaltung und dem Ausbau als sie aktuell erwirtschaften. Dahingehend müssen die schauen, dass dieses Delta irgendwie finanziert wird. Hier haben die "einfach" gesprochen zwei Möglichkeiten:

a) Verteilung per Kopf (Haushalt)
b) Verteilung per Gießkanne (Alle)

Bei dieser Betrachtung finde ich es nur für alle Verbraucher fair, dass es ein Basisvolumina gibt und diejenigen die mehr verbrauchen auch mehr bezahlen!
ABER: Ob die aktuell im raumstehenden Volumina ausreichend sind, dass können wir als Verbraucher nur sehr schwer beurteilen!

Wie schon einige Poster geschrieben haben, würde ich persönlich die Volumina für einen Haushalt mit 4-5 Personen für zu wenig empfinden, für einen zwei Personenhaus für ausreichend.
Den bisher genannten Beispielen mit Modem, Flatrate, Mobil-Flat etc. ergänze ich mal die Zeiten in denen man noch Patches via Zeitschrift erworben hat. Da könnt ihr gern einmal ein Zeitschriftenpreis gegen eine Volumina-erhöhung rechnen.

Dahingehend werden gewisse Anbieter halt wieder gezwungen werden ihre Spiele und Dienstleistungen so Marktreif anzubieten, dass der Kunde nicht 6 GB aller 2 Wochen nachladen muss. Andernfalls haben die sehr schnell nur noch sehr finanzkräftige Kunden.

Interessanter wird die Fragestellung für Personen die den Internetanschluss geschäftlich nutzen und dieser nicht wirklich über die Firmenkosten abgerechnet wird. Hier wird auf den Klein- und Mittelstand eine ordentliche Überraschung zukommen, wenn Mitarbeiter plötzlich nicht mehr wirklich über das HomeOffice arbeiten bzw. nur noch UMTS (Volumenbegrenz) arbeiten können. Dann werden Mitarbeiter sehr schnell keine Lust mehr haben bzw. die getroffenen Regelungen für uninteressant halten, etc...

Wir müssen uns wohl einfach mal davon verabschieden, dass es im Leben etwas umsonst gibt und das gewisse DL auch mal wieder teurer werden. Daher gibt es ja auch Gehaltserhöhungen, Zuschüsse etc...

Und mal ganz ehrlich, bei einer 16k Leitung mit 75 GB Volumina und "einem Monat mit 4 Wochen (28 Tage)" wären das 2,67 GB am Tag zur freien Verfügung.

Was ladet ihr bitte alles runter, oder wie viel spielt ihr am Tag?

Bitte jetzt nicht die Argumente, dass es Filme oder Musik ja schon x MB/GB sind. Ja, das ist richtig, aber dafür müsst Ihr nicht in den Laden oder in die Videothek. (Sprit, Material und MA-Kosten)

So ein Beispiel gilt auch für PC-Spiele und so weiter...
 
Atkatla schrieb:
Niedrige Transportkosten in den letzten Quartalen heisst nicht, dass die Kosten trotz Ausbau niedrig bleiben. Zum anderen kann man selbst die Transportkosten in verschiedene Bereiche zerlegen: die Peeringkosten mit anderen Providern, die Investitions- und Betriebskosten des eigenen Backbone und Mietkosten für den Transport über andere Backbones. Nur ersteres und letzteres waren in den letzten Quartalen günstig. Die Aussage der Telekom ist daher keine Lüge, sondern einfach simple Realität für jeden großen Provider, der in seine Transportkapazitäten kräftig Kohle stecken muss. Wenn jemand die einen Transportkosten als niedrig erachtet und andere Transportkosten ausser acht lässt, ist es eben ein Fehlschluss zu implizieren, dass alle Traffic-Kosten niedrig seien und die Telekom daher "lüge", wenn sie behaupte, die Traffic-Kosten seien das Problem. Auch die Bundesnetzagentur kennt deren Kosten ganz genau.

Traffic kostet nichts. Im Gegenteil, Traffic bringt sogar Geld.
Für den Betrieb der Infrastruktur fallen Fixkosten an und die sind nicht abhängig vom Traffic. Und das ist auch hauptsächlich die Infrastruktur außerhalb des Backbones.
Die Verbindungen im Backbone sind LWL. Die haben keine laufenden Kosten, da muss man nur Geld investieren um die im Boden zu verlegen. Das wurde vor geraumer Zeit getan. Wie alt ist der Großteil der Glasfaserverkabelung in Deutschland? 20 bis 30 Jahre oder so? Kosten erzeugt da nur der Betrieb der aktiven Komponenten. Mehr Bandbreite über die Fasern zu übertragen kostet erstmal garnichts, dazu muss man nur an den jeweiligen Enden was an der Technik machen. Das kostet Geld, ist aber vergleichsweise günstig zu kriegen und fällt auch wieder in den Bereich Investition zum Ausbau. Das ist die klare Abgrenzung Traffickosten vs. Investitionen zur Erweiterung.

Atkatla schrieb:
Das andere Thema: ok, unter der Annahme das der Staat und damit der Steuerzahler den teueren Ausbau durch ein staatliches Unternehmen auffängt kann ich deine Position nachvollziehen. Aber ist es dann nicht zu erwarten, dass wie in der Vergangenheit die Telefonie- und Internetkosten wieder drastisch steigen? Man denke an die Telefonrechnungen aus den Zeiten als die Telekom noch zur Bundespost gehörte, der Staat hat die Graue Post komme was wolle profitabel betrieben und mit den Überschüssen sogar noch die Gelbe Post subventioniert. Neue Komunikationsstandards gab es alle paar Jahrzehnte. Wie lange hat der Rollout von ISDN gedauert? Willst du wirklich ewig darauf warten, irgendwann mal einen zu dem Zeitpunkt veralteten Standard angeboten zu bekommen, weil es eben sehr lange dauert, den in die ganze Republik auszurollen? Es war dem Staat egal, ob die Telefonrechnung dreistellig war. Welche Länder mit staatlichem Kommunikationsmarkt gibt es denn eigentlich noch?

Kann durchaus sein, dass die Kosten steigen. Das hat aber erstmal nichts mit der Staatlichkeit zu tun, denn die Telekom fordert doch genau das auch. Das Problem ist nur, dass die in einer Spirale feststecken. Die können die Preise nicht anheben, weil sie in einer Konkurrenzsituation mit Mitbewerbern sind. Wenn die jetzt im Alleingang die Preise anheben, dann gehen die Kunden zur Konkurrenz. Die sich aber übrigens auch über die zu niedrigen Preise beschwert.
 
DunklerRabe schrieb:
Traffic kostet nichts. Im Gegenteil, Traffic bringt sogar Geld.
Es kostet aber Geld, die notwendige Plattform zu schaffen. Darauf bezieht sich die Telekom wenn sie sagt, der Transport der höheren Datenmengen kostet mehr Geld.
Für den Betrieb der Infrastruktur fallen Fixkosten an und die sind nicht abhängig vom Traffic.
Das ist nur richtig, wenn du ein geschlossenes System betrachtes, was es in dem Bereich der öffentlichen Internetprovider nicht gibt.
Und das ist auch hauptsächlich die Infrastruktur außerhalb des Backbones.
Du unterschätzt auch die Kosten der Infrastruktur des Backbones selbst. Mitarbeiter, die hinfahren, wenn was kaputt geht (und ich meine nicht die normalen T-Com-Techniker, Gebäude mit den Knoten darin, indirekten Kosten (Klimatechnik, Strom), Serviceverträge mit den Systemausrüstern (€€€), Ersatzteile.
Die Verbindungen im Backbone sind LWL. Die haben keine laufenden Kosten, da muss man nur Geld investieren um die im Boden zu verlegen. Das wurde vor geraumer Zeit getan. Wie alt ist der Großteil der Glasfaserverkabelung in Deutschland? 20 bis 30 Jahre oder so?
Hieran erkennt man, dass du noch nie mit dem Thema in der Realität in Kontakt warst. Glaubst du, dass heutige Signale über 30, 20 Jahre oder 10 Jahre alte Fasern gehen? Noch nie was von Faserkategorien gehört? Dass man für 10/40 oder100 Gbit-Strecken nicht einfach beliebige alte Fasern nehmen kann?
Kosten erzeugt da nur der Betrieb der aktiven Komponenten. Mehr Bandbreite über die Fasern zu übertragen kostet erstmal garnichts, dazu muss man nur an den jeweiligen Enden was an der Technik machen. Das kostet Geld, ist aber vergleichsweise günstig zu kriegen und fällt auch wieder in den Bereich Investition zum Ausbau. Das ist die klare Abgrenzung Traffickosten vs. Investitionen zur Erweiterung.
Die Telekom grenzt aber nicht ab wenn es um Pressemitteilungen geht. Der Transport kostet, das ist deren Aussage. Sie sagen nicht, ob sie Investitionen und laufende Kosten getrennt betrachten oder in einen Topf werfen. Ersteres setzt du aber voraus.
Und "Vergleichsweise günstig" kannst du vergessen. Ich weiß nicht wie du zu dieser Aussage kommst, da du offensichtlich noch nie Übertragungstechnik bestellt hast. "Da muss man ja nur an der technik was machen" ist eine sehr realitätsfremde Ansicht. Ja, an der Technik muss man schon was machen, aber das Wort "nur" ist völlig deplaziert. Router, Schnittstellen, Multiplexer und Fasern mit den notwendigen Eigenschaften kosten Geld. Und das nicht wenig. Und hier muss man nicht nur ein großes Unternehmen ausrüsten, sondern du musst die Technik landesweit verbreiten. Wenige fette Knoten reichen nicht. JEDE Vermittlungsstelle, Outdoor-DSLAM bzw. Kopfstation der Kabelnetze brauch eine ausreichend starke Anbindung.

Was denkst du was ungefähr so ein Router-Modul kostet und wieviele man davon Bundesweit benötigt? Ich möchte nur wissen, was für Vorstellungen du hast, dass du auf "vergleichsweise günstig" kommst.
 
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@Atkatla: du schreibst Blödsinn. Du sagst Traffic kostet Geld und das tut er eben nicht! Backbones sind billig, im Vergleich zu den DSLAMs Die (einmalige) Infrastruktur. Die Telekom erhöht ja auch nicht nur die Preise für irgerndwelche neuen HighEnd Zugänge sondern abgeschriebener BESTANDSTECHNIK in Form von DSL16000, d.h. ALLEN und begründet dies mit Traffickosten. Traffic kostet aber nunmal kein Geld: Hetzner will 7€ pro TB. Oder glaubst du Hetzner verkauft Traffic unter Einstandspreis? Backbones sind Peanuts pro Haushalt auch wenn ein Glasfaserkabel über den großen Teich MIlliarden kostet.

Wenn die Telekom sagt: wir wollen mehr Geld pro Haushalt damit wir einen Vectoring DSLAM für diesen Haushalt bezahlen können: d'accord. Aber sich hinstellen und sagen: wir wollen mehr Geld weil Cogent so viel Geld von uns will ist schlicht Blödsinn und eine sehr dreiste Lüge. Der einzigste Grund der da einfällt ist Itunes, Maxdome, etc kaputtzumachen oder noch besser: abzukassieren.
 
@Mupitzelchen: Du musst schon lesen was die Leute schreiben. Ich schrieb, es kostet Geld, die Plattform für den Traffic zu schaffen. Das sagt auch die Telekom. Es geht hier nicht um € pro TB. Es geht um die Erweiterung der Backbones. Glaubst du ein Pressesprecher klamüsert bei den Traffic-Kosten Investitions- und Betriebskosten für die Pressemitteilung auseinander? Traffic-Kosten allein betrachtet man nur, wenn man nicht investieren muss, d.h. die Vorleistungen komplett von einem anderen Unternehmen bezieht. Dann schaut man einfach auf € pro TB und den Mietpreis für die Schnittstellen. ABER die Telekom ist selber der Netzbetreiber, muss daher die Investitionskosten mit reinrechnen.

Die Aussage, die Telekom würde in den Traffic-Kosten das Problem sehen und dabei als Traffic-Kosten nur(!) die laufenden Kosten definieren, ist nicht richtig, auch wenn sie dauernd am Stammtisch wiederholt wird.

Warum will den hetzner 7€ pro TB, wenn Traffic angeblich kein Geld kostet? Ausdemselben Grund wie die Telekom dann Geld für Traffic sehen will. Hetzner kann zentriert in seinen RZs arbeiten, die Telekom arbeitet aber in der Fläche und hat daher einen Kostennachteil. Die will dann eben statt den hetzner 7€ eben 10€ Aufpreis für mehr Traffic, keine Ahnung was die dann für Preise aufrufen wollen. Das wissen die wohl selbst noch nicht.

DSLAMs sind keine auch einmalige Technik (mit etwas Glück wenigstens das Chassis.). Guck dir doch die Aufrüstkette in den letzten 12 Jahren an: ADSL -> ADSL2 -> ADSL2+ -> VDSL2 -> VSDL2+Vectoring. Das sind weniger als drei Jahre pro Step, weswegen vielerorts immer einer übersprungen wird. Und der Uplink an den Backbone ist nicht immer nur ein Kabel was du dann einfach an den neuen DSLAM oder die neuen Module steckst . Genauso musst du die Gegenstelle vom Uplink erweitern, das ist eine Kette die sich durchzieht.
Nichts in einem Backbone ist nur einmalig zu beschaffen, ausser die Gebäude vielleicht, wo die Technik drin ist. Dass es bei neuen Anforderungen auch neue Anforderungen an die Fasern gibt, wissen die meisten eben nicht und denken, man kann die Fasern auch mit beliebig höheren Geschwindigkeiten ewig weiterverwenden.

Mumpitzelchen schrieb:
Backbones sind billig, im Vergleich zu den DSLAMs
Und das weisst du woher? Richtig ist, es gibt mehr DSLAMs als Backboneknoten. Aber mehr auch nicht. Du hast keine Vorstellung von den Kosten, hast dir noch nie Preise für solche Technik angeschaut, kommst aber scheinbar irgendwie zu einem absoluten Ergebnis. Ich sehe diese Technikpreise Tag für Tag und wenn ich unsere Backbone-Kosten auf die Größe eines der großen Providers hochrechne und selbst noch Synergieeffekte und größere Rabatte einrechne, kann ich absolut nachvollziehen, dass die großen Provider entweder nicht kontiniuerlich die Aktualisierung durchhalten können oder in ein Kostenproblem rennen. Vom Weiterausbau mal ganz zu schweigen. Helfen würde da nur mehr Kohle durch den Staat oder den Kunden, was letztlich beides auf den Endkunden hinausläuft. Eine Shiny-Lösung gibt es nicht. Oder man rollt eben nicht immer den neuesten Kommunikationsstandard aus. Was wegen des Konkurrenzkampfes nicht funktioniert. Jeder will der Erste sein aus PR-Gründen.
 
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Dieser Manager auf winfuture sagt, es gäbe momentan deutliche Überkapazitäten. Die Telekom hat gesagt, den Prognosen nach reicht es irgendwann ab 2016 nicht mehr aus und das dann durch den Ausbau Kosten entstehen. Ich sehe nicht, wo beide Aussagen sich wiedersprechen würden.

In unserem Netz haben wir ein Wachstum pro Jahr um den Faktor 2, d.h. der Traffic verdoppelt sich pro Jahr. D.h. wenn ich in 2016 bei 100% Auslastung bin, bin ich dieses Jahr erst bei einem Achtel Auslastung.
2013: 1/8
2014: 1/4
2015:1/2
2016:1
Damit hätte ich dieses Jahr eine Auslastung von 12,5% und der Rest ist eine mehr als deutliche Überkapazität. Von einem Manager hätte ich schon erwartet, das irgendwie zu berücksichtigen. Entweder ignorierte er das Wachstum oder die Zielzahl von 2016.
 
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@Atkatla: Du wirfst beliebig die laufenden Kosten für die Infrastruktur mit den einmaligen Kosten für die Erweiterung durcheinander. Solange du das nicht sauber getrennt kriegst macht es wenig Sinn darüber zu reden, weil wir anderen Ansichten auf die selbe Sache haben und deine halte ich für falsch, weil man das trennen muss.

Teuer: Laufende Kosten für den Betrieb der Infrastruktur, hauptsächlich außerhalb des Backbones, in Form von Energiekosten, Stellfläche, Personal, und so weiter.
Alles andere ist im Vergleich dazu zu vernachlässigen. Zum Beispiel einmalige Investitionen in Hardware. 100k Euro für einen Router sind in der Gesamtrechnung nicht relevant, auch nicht wenn man 50 davon kauft.

Und der Traffic an sich erzeugt keine laufenden Kosten. Wenn ich eine 40 Gbit Strecke habe, dann sind die Kosten dafür immer gleich. Völlig egal, ob ich 0% oder 100% Auslastung habe.

Und die Telekom argumentiert hier anders und das ist einfach falsch. Sie scheuen die Investitionen für den nötigen Netzausbau und sonst nichts.
 
Meiner Ansicht nach trennt man Ausbau und laufende Kosten auch, aber die PR bei der Telekom tut es nicht. Diese Verallgemeinerung ggü. der Presse macht die Aussage aber noch zu keiner Lüge. Darauf will ich hinaus. Aus Sicht der Telekom kostet der Transport der Daten, auch wenn die eigentlichen Kosten aus dem dafür notwendige Ausbau resultieren. Und in den Büchern kann man das auch wieder alles hinundherschieben. Es ist viel Interpretationsspielraum drin.

DunklerRabe schrieb:
Alles andere ist im Vergleich dazu zu vernachlässigen. Zum Beispiel einmalige Investitionen in Hardware. 100k Euro für einen Router sind in der Gesamtrechnung nicht relevant, auch nicht wenn man 50 davon kauft.
Sowohl beim Preis als auch bei der Anzahl der Router liegst du weit daneben. Wenn die Datenraten bei den Nutzer steigen, dann musst du bereits am DSLAM anfangen, von 10 auf 40 oder 100GBit Richtung Backbone zu gehen. Es gibt bundesweit weit mehr als 50 DSLAMs!

Gehen wir in Richtung Backbone: so sieht z.B. ein Carrier-Router aus: http://www.cisco.com/en/US/prod/collateral/routers/ps5763/data_sheet_c78-408226.html
Das ist nur das Chassis. Da sind 24 Slots drin, in jeden Slot kommen Module rein, wo jedes einzeln schon mehr als 100k€ kosten kann. In die Module kommen noch unzählige Transceiver. Und wegen Redundanz alles mehrfach. Das ist EIN Router. Dann nimmst du noch eine Schubkarre mit Geld, die allein für Serviceverträge und Routerlizenzen (ja, sowas gibt es, willst du Feature X dann gib Geld) draufgeht. Dann kommt noch das Ganze drumherum dazu. LWL-Kasetten, neue Querverkabelung, weil die alten LWLs nicht mehr ausreichend sind, zu lang oder zu hohe Dämpfung haben, Multiplexer um Fasern zu sparen usw. Ich will nur darauf hinaus, dass es sehr viel teurer ist, als du es dir vorstellst.

Und der Traffic an sich erzeugt keine laufenden Kosten. Wenn ich eine 40 Gbit Strecke habe, dann sind die Kosten dafür immer gleich. Völlig egal, ob ich 0% oder 100% Auslastung habe.
Nochmal, das gilt nur in einem geschlossenen System. Es gibt aber Fälle wo du dich mit den Peering-Partnern finanziell arrangieren muss. In den meisten Fällen ist das für die Telekom nicht der Fall wegen Gleichgewicht. Aber diese Aussage "es kostet immer gleich" gilt eben nicht generell, das nur am Rande.
 
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Wenn du das so siehst, dann sei dir das unbenommen. Ich sehe das, m.M.n. aus gutem Grund, völlig anders.
 
Kloppt Euch nicht, das Problem ist doch einfach nur dass man die Gesamtkosten für einen Bandbreitenausbau berechnen muss und dann dem entsprechend seine Tarife anbieten kann.

Ich verstehe es nicht warum es nicht einfach einen 10 Euro Tarif mit 10 GB Volumen geben kann für "Lieschen Müller" wie der T-Com Sprecher gestern so schön gesagt hat und einen "Heavy User" Tarif für 80 Euro im Monat ohne Limits.

Ich befürchte dass diese Refinanzierungsmaßnahme der T-Com ganz bitter in die Hose gehen wird, da "die Cloud" inzwischen "Hipp" ist und sehr viele unterschiedliche Angebote in dieser Richnung nutzen. Und wenn Dein Smartphone mal 50 GB übers Wlan jockelt weil Du eine neue SD Card drin hast und sich das Teil mit dem Cloud Backup synct, dann werden ganz schnell, ganz viele Leute aufschreien und bei der Hotline anrufen weil ihr "Internet so langsam ist" - also mein Vorschlag: Lasst die T-Com machen, nicht aufregen, firmen-politische Probleme löst nicht der Fachmann, sondern generell der DAU mit Quengelei bei seinem Ansprechpartner (z.B. TCom Hotline).

Das Argument mit dem DSLAM der Resellern nur zu miesen Konditionen bereit steht ist im Übrigen Quatsch, denn inzwischen betreiben mehrere Provider eigene Boards in T-Com DSLAM Einheiten die somit aber auch nicht der Preispolitik der T-Com unterliegen was den Traffic angeht - somit rechnet es sich schon für mini-Provider speziell "heavy User" zu locken und mit diesen zu verdienen.
 
Ich klopp mich mit niemandem, ich rege mich nur etwas auf :)

Fallaxia schrieb:
Ich verstehe es nicht warum es nicht einfach einen 10 Euro Tarif mit 10 GB Volumen geben kann für "Lieschen Müller" wie der T-Com Sprecher gestern so schön gesagt hat und einen "Heavy User" Tarif für 80 Euro im Monat ohne Limits.

Das ist eine extrem berechtigte Frage, denn das (oder etwas Ähnliches) wäre die Konsequenz aus der Forderung der Telekom. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass das so nicht kommen wird und von der Telekom dazu nur abermals fadenscheinige Ausreden kommen werden.
 
Ich würde mich eindeutig als Power-User einstufen, aber was ist denn an "Es sollte jedem genau das berechnet werden, was er verbraucht" auszusetzen? Wenn ich 1TB brauche und ein anderer 50GB, sollte ihm auch weniger berechnet werden.

Die ideale Lösung meiner Meinung nach wäre folgende:
- 1-2 Mbit/s als kostenlose Grundversorgung
- höhere Bandbreite gegen Aufpreis
- Traffic wird automatisch so viel berechnet, wie verbraucht wird (keine Ausnahmen für bestimmte Dienste)
Das würde natürlich faire Preise für Traffic voraussetzen (6€ pro TB bei OVH / 7€ bei Hetzner).

Ich weiß nicht, wie viel davon, was die Telekom erzählt, richtig ist. Wenignutzer werden aber mit Sicherheit Vielverbraucher mitfinanzieren (ob es nun dramatische 20€ oder Cent-Beträge sind und ob es überhaupt ein Problem darstellt sei, wie gesagt, dahingestellt). Eine Traffic-Zahlung würde die Leute dazu bewegen, nachzudenken, ob es wirklich 1080p bei dem Handykamera-YT-Video sein müssen, allgemeiner Traffic sollte also sinken. Gleichzeitig würden Wenigverbraucher weniger zahlen und Vielverbraucher etwas mehr (ich wäre betroffen, aber ich wäre nicht bei der Telekom wenn ich immer das Billigste haben wollen würde)
 
Ich halte sehr wenig von dem, was die im Moment erzählen, für korrekt.

Und das Problem bei "Es sollte jedem genau das berechnet werden, was er verbraucht": Traffic wird nicht im klassischen Sinne verbraucht. Es entstehen keine Kosten dabei. Das Gegenteil ist der Fall, die Telekom verdient an allen Enden an dem verursachten Traffic. Und jetzt versuchen sie zu argumentieren, dass das ja alles viel zu teuer ist.

Und zweifellos würde eine strikte Drosselung die Leute dazu bringen zu überlegen, ob die Verursachung eines gewissen Menge Trafic für xyz jetzt sinnvoll ist oder nicht. Aber ich bitte dich, wo sind wir denn hier? Und wo kämen wir da hin wenn der PROVIDER dir deine Nutzungshewohnheiten vorschreiben könnte? Der Begriff Provider trägt es in sich, seine Aufgabe ist eine ganz andere.
Die Tendenz beim Traffic geht, ganz eindeutig, steil nach oben. Gründe dafür sind vielfältig und es handelt sich dabei offenbar um einen Bedarf der aktuellen Gesellschaft. Es ist nicht akzeptabel sich dann als Provider hinzustellen und das zu blockieren.
 
Wenn einem ISP dabei überhaupt keine Kosten entstehen, ist meine Idee natürlich Unsinn. Ich habe nur schon so viel Verschiedenes gehört, dass ich keine Ahnung habe, was stimmt und was nicht... Dass die Telekom andere Ziele verfolgt, als Benutzer zu sinnvollerem Umgang mit Traffic zu bewegen, ist sowieso klar.
 
Es ist nicht so das gar keine Kosten entstehen. Der Netzausbau kostet Geld und diese Investition versucht die Telekom gerade zu umgehen. Wenn man drosselt und alle weniger Traffic verursachen, dann halten die aktuell bestehenden Kapazitäten länger.
Diese Tatsache hält aber direkt drei Witze bereit:

1. Die Kosten für den Netzausbau sind vernachlässigbar gering im Vergleich zum Betrieb der Infrastruktur. Die Betriebskosten sind auch nicht abhängig von der darüber abgewickelten Menge an Traffic.
2. Die Vorgehensweise der Telekom löst das Problem garnicht auf Dauer, sie verschiebt es nur.
3. Durch die Drosselung verdient die Telekom am Ende sogar womöglich weniger Geld, weil Traffic generiert Einnahmen.
 
Für mich wäre es absolut vertretbar, für Traffic zu zahlen, wenn es den Provider denn etwas kostet mehr Traffic zu haben als weniger. Wenn das nicht der Fall ist und das Argument lediglich als Vorwand gilt, das Netz nicht auszubauen, natürlich nicht. Netzausbau hinzuhalten ist selbstverständlich Unsinn und verschiebt das Problem nur.
Ich fürchte aber, dass sie an 75GB à 10€ viel mehr einnehmen werden als jetzt...
 
Es geht nur um das "Einnehmen" von Zusatzentgelten - wie immer.
Schaut Euch mal Vodafone an, die machen es mit ihren LTE Tarifen super vor: 30 GB für 70 Euro pro Monat, und wenn das durch ist, dann kannst Du 1 GB für stolze 5 Euro erwerben, jedes mal wenn Du den Browser aufmachst leitet Dich Vodafone auf die Seite wo Du den Zusatztraffic kaufen kannst - ist doch nett von denen, nur 5 Euro/GB, genausoviel (10 DM) habe ich damals mit ISDN auch für 1 GB bezahlt vor 15 Jahren ;-)
Und noch besser ist, dass Du keine "lästigen Updates" für Firefox, Adobe, Java und Co. mehr bekommst, denn die Anfragen dieser Programme werden auch auf diese Seite umgeleitet und melden somit nur "Keine Verbindung zum Updateserver" oder Ähnliches.

Ist natürlich blöde wenn man nicht wie Vodafone das Argument schieben kann "jaha, LTE is ja nen SharedMedium, da ist es sehr wichtig die Kapazitäten genau zu kalkulieren und bereitstellen zu können". Am Ar... sag ich dazu, ich habe mal LTE 50000 von Vodafone gehabt und damit sensationelle 0,5 Mbit abends um 21 Uhr täglich gehabt - morgens um 4 dafür 50 Mbit; da versteht man noch die "Argumentation" auch wenn sie nix gebracht hat, denn ich wette die Leute würden ohne Limit ihr zeitliches Downloadverhalten nicht ändern, weil sich eben der Internetkonsum der Leute an den Tagesrythmus anpasst und nicht umgekehrt.

Aber die T-Com verkauft ab jetzt schnelle Leitungen mit eingebauten Bremsklötzen unter dem Argument "Qualitätssicherung".

Wisst Ihr was das Lustige daran ist? Die nicht technik-versierten Nutzer glauben das zu sogar aufs Wort - nur wie gesagt, egal wie die Limits gesetzt sind: Nach Feierabend wollen sie alle bei YouTube und Co. streamen und laden, und da ist der Logikfehler in der Argumentation der T-Com. Ein Fehler den aber nur Menschen mit genügend Hintergrundwissen wahrnehmen können.

Naja, schauen wir mal ob es ein rechtlicher Notnagel in den AGBs bleibt oder tatsächlich durchgezogen wird.

Aber wenn die Mehrheit der Nutzer die derzeitige Einstellung zum Internet beibehält, dann wird es durchgezogen.

Ich hatte gestern einen Außendiensteinsatz zu erledigen - unser Support hatte den Kunden angewiesen vor meinem Eintreffen schonmal die Festplatte der zu wartenden Arbeitsstation zu kopieren und auf den Server zu legen um mir Zeit zu sparen.
Was jetzt kommt, ist mein voller Ernst, ein Witz: Die Bürohilfe hatte ganze Arbeit geleistet, die hat die Festplatte ausgebaut, auf den Kopierer gelegt, eine Kopie der Labelseite der Festplatte auf A4 gedruckt und auf den Server gelegt. Ich wusste in dieser Situation nicht ob ich darüber lachen soll oder einfach sagen sollte "Danke Frau xxx, ich komm schon klar, holen sie sich ruhig einen Kaffee".
 
Zuletzt bearbeitet:
Zum Thema; Die Geschäftskundentarife sind unlimitiert, das wäre eine mögliche Lösung
 
Das sind sie in der Tat, jedoch bietet die T-Com meines Wissens nach keinen T-DSL Business Tarif mit VDSL oder ähnlichen Verbindungen > 16 Mbits an, somit kann man sich bestenfalls eine 16 Mbit Leitung ohne Limit sichern oder?
 
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