Digitale Abhängigkeit von den USA, wer macht einen Cut und wie?

rolf-nrw

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Hallo an Alle,

ich benutze zur Zeit Windows 11 24H2 auf einem Desktop. Der Umstieg damals von Win 7 auf Win 11 ist mir nicht leicht gefallen. Einmal explodierende Kosten wegen Anschaffung neuer Hardware (UEFI) und dann noch die Enttäuschung über das Design des anfänglichen 22Hx. Aber das ist Vergangenheit.
Mittlerweile bin ich zufrieden mit der jetzigen Version, man gewöhnt sich eben mit der Zeit an alles.
Dass die regelmäßigen Zwangsupdates bei vielen zu Verzweiflung führen, wegen Abstürze und andere Probleme, kann ich verstehen. Doch davon bin ich bisher immer verschont geblieben. Wie schon gesagt, ich bin mit meinem, auf meine Bedürfnisse selbst konfigurierten Win 11, zu frieden. Liegt wohl auch daran, dass ich nicht der Poweruser und Gamer bin.

Nun bin ich aber anhand der politischen und gesellschaftlichen Debatte doch sehr verunsichert und plane demnächst den Umstieg auf ein BS europäischer Herkunft sowie entsprechender Apps.

Wenn ich die einschlägigen IT-Portale verfolge, werden hauptsächlich Linux (Mint), LibreOffice, Nextcloud, Qwant, Ionos, Waterfox, etc. hauptsächlich Opensource-Software empfohlen.

Wie haltet ihr es mit einem Wechsel, oder ist die Aufregung für euch nur ein Hyp, oder alles völlig egal?

Wer hat sich schon von den amerikanischen Tec-Konzernen befreit und vor allem wie?

Freue mich auf eure Antworten.

Gruß Rolf
 
Linux und openscource nutzen ist guter Weg und bewusster Umgang mit Facebook Google usw
 
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Welches Betriebssystem europäischer Herkunft gibt es denn? Es gibt mW keines (für Endbenutzer). Alle Microsoft-Alternativen sind halt internationale Unix-Systeme (Linux. BSDs) - nicht in dem Sinn rein amerikanisch, aber halt auch nicht europäisch oder asiatisch..

Den Umstieg auf Linux haben ich (und viele andere) auch schon vor Trumps zweiter Amtszeit gestartet. Dank Valve/Steam laufen inzwischen 95% der Spiele, die mich interessieren, unter Linux.

Wie man vorgeht? Linux installieren (eine eher europäische Distribution wäre openSUSE) und fertig. Libreoffice, Firefox/Chrome, Thunderbird etc kommt quasi mit der Installation mit. Für konkrete Installationshinweise, bitte im entsprechenden Sub-Forum mal suchen/lesen und dort fragen.
 
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rolf-nrw schrieb:
Wie haltet ihr es mit einem Wechsel, oder ist die Aufregung für euch nur ein Hyp, oder alles völlig egal?
Subjektiv.
Ich mache mich sehr ungern von Firmen abhängig, die jederzeit die Daumenschrauben anziehen können. Das haben unsere Lehrer schon in der Schule vor ca 10 Jahren sehr gut argumentiert.

In der OpenSource Welt gibt es fuer jeden Einsatzzweck viele hervorragende Tools, jedoch erfordern viele davon, dass man bereit ist sich damit auch ein wenig zu befassen und altes, lange gesetztes Wissen etwas zu erneuern und neue Tools zu lernen.

Wann immer es irgendwie geht:
  • nutze ich Linux
  • Nextcloud zur dezentralen Datenhaltung und um das Handy mit den PCs zu synchronisieren
  • Collavora in Nextcloud als Office Tool -> Offline alternativ Libreoffice
  • Darktable zum Verwalten und bearbeiten von Bildern
  • Android ohne Google Dienste
  • Firefox als Browser
  • Searxng / Duckduckgo als Suchmaschine
  • Freie LLMs zur Unterstützung
  • Nicht bei Amazon kaufen. Lieber bei kleineren, lokalen Unternehmen

Man will einfach nicht fremden unternehmen, die im Zweifelsfall anderer Gesetzgebung unterliegen, zugriff auf die eigenen Daten geben. Irgendwann geht es schief. Die USA haben jetzt trump und auch bei uns ist nicht gesagt, dass da nicht mal eine Autoritärere Regierung daher kommt die "mal richtig aufräumen" will; um das mal frei zu zitieren, was ein Herr im osten vor kurzem sagte..
Ich habe nichts zu verbergen, aber ob das so bleibt liegt halt im zweifelsfall nicht in den Händen der Bevölkerung, wie die Geschichte leider immer wieder gezeigt hat
 
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@rolf-nrw ich finde deinen Ansatz schon sehr interessant.

Als Alternative zum LibreOffice möchte ich dir noch Softmaker Office nennen, was es für Windows, Linux, MacOS, Android und iOS gibt - und wohl aus Deutschland stammt.

Mein eigenes Nutzungsverhalten hat sich noch nicht verändert, obwohl ich es vor hatte. Aber da das Geschäft hier in Bonn, in dem ich arbeite, an Rosenmontag zu hat, kann ich vielleicht CachyOS auf die separate Linux SSD machen und das mal ausprobieren.

Einen Wechsel aus politischer Sicht, ok...kann ich nachvollziehen, aus gesellschaftlichen Gründen hingegen finde ich sowas schwierig zu argumentieren.

Was den Browser angeht: da hatte ich mal den LibreWolf kurzzeitig getestet, wurde aber nicht so wirklich warm mit dem. Vielleicht gebe ich ihm beim CachyOS dann eine zweite Chance.
 
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Zuerst mal Linux installieren und die bisherigen Programme ersetzen. Der Rest kommt dann relativ schnell..
 
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Also für meine Eltern + Oma habe ich auf allen Laptops mittlerweile CachyOS im Einsatz und wenn was ist schalte ich mich halt kurz mit anydesk / rustdesk drauf.

Funktioniert einwandrfrei, ich selbst muss halt wegen ein paar Programme immer noch Windows nutzen, aber ich habe auf einer alten 128GB SSD von uns allen als erster Cachy installiert und bastel da nebenbei immer mal was rum.

Ich würde es nicht als Hype beschreiben, sondern als Notwendigkeit, vor allem wenn ich mir Microslops ganzes AI pushing ansehe, da habe ich halt keine Lust drauf, ganz zu schweigen davon, was Windows alles mit sich rumschleppt und wie verschachtelt Menüs etc. sind.
Von Sicherheitsbedenken für Unternehmen will ich hier gar nicht erst anfange (hust outlook (new) hust).

Kleine Anekdote:
Hatte mir letzes Jahr bei CachyOS (davor hatte ich Mint installiert) versehentlich die Bootloader Partition gelöscht, weil ich dachte, dass es halt noch die von Mint war, war aber Windows.
Alles mögliche probiert, geht net. Also einmal sauber neu installiert, davor hatte ich seit Windows 10 eigentlich immer nur updates / upgrades gemacht.
Kurz um, es hat eine Ewigkeit gedauert bis ich alles wieder so hatte wie ich es haben wollte, nicht zuletzt deßhalb, weil ich 3-4 verschiedene "Tweak" Programme runterladen musste, weil Windows dafür keine Einstellungen hatte.
Spätestens da kommt einem auch die berüchtigte Kommandozeile in Linux sehr freundlich vor.
Auch wenn ich oben etwas AI bashing praktiziert habe muss ich jedoch auch das gute anmerken und sagen: Wenn man heute ein Problem unter Linux hat, dann regelt die KI das echt flott, habe dadurch sogar mein relativ exotisches Ambilight zum laufen bekommen, warum mein Drucker manchmal als offline angezeigt wird konnte mir die KI leider nicht sagen, aber sonst echt gut.

Als Schlusswort vielleicht noch folgendes:
Ganz befreien ohne Einschränkungen werden wir uns von den Tech Konzernen wahrscheinlich nie, aber ich finde es 1000x besser wenn ich mich zumindest aktiv entscheide gewisse Dinge zu nutzen, und welche halt nicht.
 
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@rolf-nrw Aktuell bin ich mitten im Umstellungsprozess, das ist auch nicht ganz einfach sich vollständig aus diesen ganzen verknüpften Ökosystem herauszulösen. Manche Dinge sind aber einfach und kann jeder recht schnell umsetzen, hierzu auch die Rezepte von https://di.day/

Browser, Mailclient, Officepaket, Cloud sind noch recht einfach.
Soziale Netzwerke und Messenger eigentlich auch, aber da musst du erstmal deine Kontakte dorthin bewegen.
Das kann mitunter schon recht schwierig sein, aber zu meinem ersten Signal Versuch vor einigen Jahren, sieht es jetzt schon viel besser aus. Etliche Kontakte sind dort schon vertreten, Trump sein Dank.

Schwieriger wirds dann beim Betriebssystem in Verbindung mit gewohnten WIN only Programmen.
Hier muss man sich erst intensiv mit den Distributionen (welche Basis, Desktopumgebungen,..) und mit möglichen Alternativen auseinandersetzen.
Ich bin selbst noch am testen welche Distribution mein Windows beerben wird, weil ich gerne spiele wirds eher kein Mint, aber da gibts echt viele Möglichkeiten. Dafür kann man super virtuelle Maschinen nutzen, auch für die möglichen Programmalternativen, das würde ich dir auch empfehlen.
 
madmax2010 schrieb:
In der OpenSource Welt gibt es fuer jeden Einsatzzweck viele hervorragende Tools, jedoch erfordern viele davon, dass man bereit ist sich damit auch ein wenig zu befassen und altes, lange gesetztes Wissen etwas zu erneuern und neue Tools zu lernen.
und leider auch die Gefahr, dass ein Tool einfach fallen gelassen wird und das passiert öfter als man denkt. Trotzdem ist OpenSource ne geniale Sache.
 
Neben den "klassischen" Dingen, daß in gewissen Kreisen etwas als schick & besser angesehen wird, als das, was "der Pöbel" mag, liegt es an unserer derzeitigen, allgemeinen Gesellschaft.

Heute muss man sich für etliche Dinge und Vorgehensweisen fast schon rechtfertigen. Sei es bei Schreib- und Sprechweisen, warum man für oder gegen etwas ist. Und bei einem Thema wie die von @rolf-nrw ist der Grat zwischen Ermutigung / Bewunderung für die Mühen, die er dann erst einmal hat und den Leuten, die ihn als Aluhut Typen hinstellen könnten, recht schmal.
 
Vorweg: Digitale Souveränität gibt es nicht umsonst. Du musst Zeit investieren, damit rechnen dass Hardware vielleicht nicht so gut läuft wie unter Windows, und dass Diensteanbieter voraussetzen, dass du Windows benutzt. Wie CB schon meinte, Linux ist eine Alternative aber kein (vollständiger) Ersatz.
rolf-nrw schrieb:
wegen Anschaffung neuer Hardware (UEFI)
rolf-nrw schrieb:
Nun bin ich aber anhand der politischen und gesellschaftlichen Debatte doch sehr verunsichert und plane demnächst den Umstieg auf ein BS europäischer Herkunft sowie entsprechender Apps.
Wenn die alte Hardware noch vorhanden ist, dann kannst du darauf mal ein paar verschiedene Linux-Distributionen testweise darauf installieren, und sehen was dir gefällt.

Was den Wechsel selbst angeht gibt es mehrere Herangehensweisen:
  1. Die radikalste wäre Windows sofort platt zu machen und Linux zu installieren, das wäre ein harter Schnitt und man müsste sich sowohl ans neue Betriebssystem als auch an neue Anwendungen gewöhnen.
  2. Etwas sanfter wäre es, erst von den Windows-only Anwendungen weg zu kommen und auf solche umzusteigen, die es auch unter Linux gibt, wie das von dir erwähnte LibreOffice. Wenn das geschafft ist, dann als nächstes den Wechsel des Betriebssystems angehen.
  3. Und dann gibt es noch die Möglichkeit des dual-boots, bei dem man sich immer noch den Weg zurück offen hält bis man mit einem System vollkommen zurecht kommt. Früher haben viele Leute das so gemacht: Linux zum Arbeiten und Windows war nur noch der GameLoader. Seitdem Proton so gut ist gibt es aber immer weniger Gründe zum dual-boot. Nachteil ist auch dass das viel Speicherplatz kostet.
Azghul0815 schrieb:
und leider auch die Gefahr, dass ein Tool einfach fallen gelassen wird
Ltcrusher schrieb:
aus gesellschaftlichen Gründen hingegen finde ich sowas schwierig zu argumentieren.
Andererseits kommt es in der Windows-Welt zu enshittification, und das alleine ist schon ein ausreichender Grund, von Windows und closed source weg zu kommen.
 
Ich will ja nicht meckern, aber passt dieser Thread nicht besser in die Linux-Abteilung?
 
Ich freue mich über die vielen Kommentare und sage auch danke für die Ratschläge, wie man am besten umsteigt.
Ich benenne mal kurz meine Hardware, damit nicht irgendetwas klemmt, wenn ich Linux Mint installieren würde:
MSI Pro B660M (UEFI)
DDR4 Ram Corsair 16 GB
Intel Core I3 -12100 Alder Lake-S
Graka integriert im Proz
2 Monitore NEC
1x SSD Samsung 980, NVMe ( mit Windows 11)
1x SSD Scandisk Sata-Anschluss (reserviert für Linux ??)
2 große HDDs für Allgemeines, Medien, Persönliches etc.

Die wichtigsten Programme, die ich nutze sind Firefox, Thunderbird, VLC, ACDSee, Word, Avidemux, Free FileSync und noch viele andere...

Was ich nicht brauche sind:
Messenger, Spiele (ich spiele nicht), whatsapp (ich habe kein Smartphone), Facebook, X, TikTok, Instagram, Telegramm und ähnlich Plattformen...

Vor ein paar Jahren, vielleicht 10, da hatte ich schon mal Linux 17.xx installiert. Was soll ich sagen,
die Installation hat funktioniert, das Erscheinungsbild war ok, aber das mit der Verwaltung und mit dem Bedienen war dann doch sehr ungewohnt, sodass ich die Lust daran verlor.
Ich gehe aber mal davon aus, dass die neuste Version sich heute besser präsentiert. Dass da Arbeit auf mich zukommt, ist mir schon klar. Immerhin habe ich 30 Jahre Erfahrung mit Windows und das holt man nicht mal in ein paar Tagen mit Linux nach.

Ich fange mal mit LibreOffice an und dann mit Linux Mint und dann schrittweise mehr und mehr...
ich habe Zeit und es besteht keine Eile...Windows 11 bleibt sowieso erst einmal auf der SSD Samsung NVMe.

Nochmals danke an alle und ich freue mich über weitere Ratschläge...

Gruß Rolf
Ergänzung ()

nobby_a schrieb:
Ich will ja nicht meckern, aber passt dieser Thread nicht besser in die Linux-Abteilung?
ja und nein, in erster Linie geht es ja um die Trennung von Microsoft und dann erst um etwas Neues, vielleicht Linux oder etwas ganz anderes, mal schauen....
 
Zuletzt bearbeitet:
rolf-nrw schrieb:
Die wichtigsten Programme, die ich nutze sind Firefox, Thunderbird, VLC, ACDSee, Word, Avidemux, Free FileSync und noch viele andere...
Das meiste dafür gibt's problemlos für Linux und für den Rest gibt es super Alternativen
rolf-nrw schrieb:
Was ich nicht brauche sind:
Messenger, Spiele (ich spiele nicht), whatsapp (ich habe kein Smartphone), Facebook, X, TikTok, Instagram, Telegramm und ähnlich Plattformen...
Und auch das würde gehen
 
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