Doping: "Wir kämpfen doch mit Müsli gegen Atombomben."

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Oben genannter Satz ist von Riedels Trainer Karlheinz Steinmetz.

Kann es sein, daß unsere Sportler oft derart unterlegen sind? Manche Ergebnisse bei Olympia und anderen Sportereignissen sind liegen derart über denen anderer Sportler, daß man sich durchaus fragen darf: "Geht das mit rechten Dingen zu?"
In den USA, der ehemaligen Sowjetunion und China gibt es kaum Dopingkontrollen, weil die nationalen Verbände weitestgehend selbst bestimmen, wie sie die Kontrollen durchführen.
Liegt die vergleichsweise geringe Ausbeute an Erfolgen an fehlendem Training und mangelnder Unterstützung durch den Staat? Reichen Bundeswehr und einfache Vereine nicht?

Was meint Ihr dazu?

Interessante Artikel zu diesem Thema: http://www.sport1.de/coremedia/gene...y_20dop_20anklage_20gegen_20andere_20mel.html
http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,314762,00.html
 
Zuletzt bearbeitet:
naja, ich finds schon ziemlich krass wie die Chinesen bei dieser Olympiade abräumen, ob das mit rechten dingen zu geht, grade in so einem Staat ;) :rolleyes:

wahrscheinlich sind wir Deutschen zu dumm zum dopen oder schlichtweg zu schlecht :p

was ich aber eher nicht glaube, ich denke die Deutschen Athleten trainieren genauso viel wie die anderen auch
der eine hat halt auch mehr Talent und Können, der andere weniger ;)
 
1.) Chinesen, Amerikaner und Russen haben ein viel größeres Reservoir, aus dem sie Talente schöpfen können
2.) In den 3 Ländern gehört gezielte Förderung in den Schulen zum Alltag; in den USA sind Matches zwischen Highschool-Footballteams oder Leichtathletikmeisterschaften ein Ereignis, hier gibt es ab und zu mal Schulmeisterschaften im Fussball (Zuschauer: 0, hab ich selbst oft genug mitgemacht) und Bundesjugendspiele (*hüstel*)
3.) dort wird, wie in letzter Zeit häufig zu vernehmen war, wirklich gedopt

Gruß
Morgoth
 
zu 1 und 2 stimmt genau, unseren Schulsport, falls man ihn überhaupt so nennen darf/kann, kann man getrost in die Tonne treten

zu 3 richtig, wird ja teilweise sogar öffentlich zugegeben, das während dem Training zumindest gedopet wird

es darf halt nur nix wärend den Wettkämpfen gefunden werden, das ist der Trick an der sache ;)
 
ich denke das der spitzensport total "verdopt" ist. ich gehe sogar so weit zu sagen, dass absoluter spitzensport auf weltniveau (kraftsportarten) ohne doping über jahre nicht möglich ist. jedoch muss man sport unterscheiden ich beziehe mich hier nur auf kraftsportarten, ich glaube kaum das ein springreiter oder ein schütze dopt ;)
der unterschied ist einfach nur der, dass manche nationen eben immer neue wege gehen und substanzen erfinden, welche bei einem heutigen doping test nicht nachgewiesen werden können.
habe in diesen tagen auf sport1 gelesen, dass sogar carl lewis gedopt war. das hat man nachträglich in den letzten monaten anhand einer alten probe nachgewiesen. diese substanz konnte vor 10-20 jahren kein dopingtest nachweisen.
 
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Hinweise auf Doping sind:
- der Sportler ist plötzlich auf Spitzenniveau, 1 Jahr vorher noch nicht
- der Sportler kann sein Leistungsniveau über sehr lange Zeit beibehalten

Es sind aber keine Beweise, es gibt immer wieder Ausnahmekönner. Aber wenn aus manchen Ländern immer wieder neue nachrücken, dann ist das doch sehr seltsam. Vor allem die Olympiasiege der US-Amerikaner in der Leichtathletik (größtenteils neue Gesichter) sind mit gemischten Gefühlen zu betrachten, nach dem Dopingskandal der letzten Wochen.

Übrigens: auch Pferde lassen sich dopen, ich meine da gab es sogar in Sydney einen Fall.

Gruß
Morgoth
 
Ich glaube auch dass es heute ohne Doping gar nicht mehr geht. Besonders was den Spitzensport auf so hohem Niveau wie an den Olympischen-Spielen oder auch an einer WM angeht. Es gibt sicher auch noch Sportarten welche ohne Doping auskommen. z.Bsp. Reiten, Schiessen, Wasserballet usw.
 
jo, Du kannst das Pferd Dopen und einem Schützen könnte man vieleicht was verabreichen das er einen niedrigen Puls hat und dadurch wenig zittert, ruhiger ist u.s.w.
 
Gonzo71 schrieb:
jo, Du kannst das Pferd Dopen und einem Schützen könnte man vieleicht was verabreichen das er einen niedrigen Puls hat und dadurch wenig zittert, ruhiger ist u.s.w.
Ja das ist schon richtig Gonzo. Gedopte Pferde hats ja schon gegeben. Aber Schützen?
Edit: Wie sieht es denn mit den Alpin-Skirennfahrern aus? Sind dort Dopingfälle bekannt?
 
Zuletzt bearbeitet:
also ich kann mich an keinen fall aus dem alpinrennsport erinnern, aber von vorteil wäre es da sicherlich auch, ein bisschen epo für die bessere kondition...

das blöde an dem doping ist eigentlich, dass dadurch sogar die leistungen anderer sportler, die auf legalem weg sich in die weltspitze gekämpft haben, ins zwielicht gerät. man kann sich bei keiner leistung mehr sicher sein, dass sie mit legalen mitteln erreicht wurde.

das china deutlich mehr medaillen holt liegt wohl auch daran, dass man unter 1 Milliarde menschen einfach mehr talente finden kann als unter 80 Millionen. und das der staat da richtig hintersteht und richtige drillcamps aufbaut.
wenn der staat nicht viel für den sport tut, kann man auch unter ganz ganz vielen menschen nur wenig talente finden und fördern, schließlich hat indien meines wissens nach noch keine einzige medaille geholt.
 
Das hat auch was mit der Kultur zu tun, unter den fast 1 Mrd. Menschen in Indien sind nur wenige Mio. gesellschaftlich dazu befähigt, Leistungssport zu betreiben (Kastenwesen).

Dopingkontrollen müssten endlich die Regel werden und nicht die Ausnahme mit Stichproben (wobei die Gewinner ja immer getestet werden wenn ich nicht irre). Die nationalen Verbände müssen dazu gezwungen werden, bei ihren Sportlern regelmäßig Kontrollen durchzuführen und darüber detaillierte Berichte abzugeben. Tut der Verband das nicht, gibts eben kein Ticket nach Olympia.

Du hast auch Recht, die ehrlichen Sportler sind dabei die Verlierer:
erstmal gewinnen sie nicht die Sportart an sich, wenn dann nur am grünen Tisch, und wenn sie sie doch gewinnen, wird die Leistung gleich in Frage gestellt weil keiner mehr weiß was eigentlich geschossen wird.

Gruß
Morgoth
 
Bei uns ist eben so, daß die Vereine selbst alle stemmen müssen und höchstens mal ne kleine Förderhilfe erwarten können. Von der Bundeswehr mal abgesehen.

Klar, 1 Milliarde Menschen und richtige Kaderschmieden, da ist der Erfolg vorprogrammiert, zumindest teilweise. Ich weiß nicht, ob man da China als Ganzes sehen darf, denn der Großteil der Bevölkerung lebt, soweit ich weiß, auf dem Land ohne den größten Kontakt zum Sport.

Bei den Amis werden ja nun immer mehr Fälle bekannt. Mensch! Als ich noch Leichtathletik gemacht hab in der schulzeit, war Carl Lewis mein absoluter Held! und jetzt ist klar, daß das auch alles erschwindelt war. in den USA verweigert mal unangemeldete Test oder auch häufige Tests. Und wenn ich mir den einen oder anderen Kurzstrecken-Sprinter von denen anschaue... soviel Bizeps kriegst Du von Laufen nicht. Die sehen ja aus wie Ben Johnson zu seinen besten Doping-Zeiten. Aber bei denen kann man vll noch sagen, daß das generell ziemlich durchtranierte Typen sind, aber daß die einfach so der Reihe nach alle unter 9.9 laufen... das ist echt schnell!
 
Anbei mal zwei Kommentare:

- Die Venus-Schwestern (Tennis) sollten sich mal einer Doping-Kontrolle unterziehen, verweigerten diese (warum auch immer ;) ), Konsequenzen hatte dies keine für Sie (war ein Artikel im Spiegel, bin mir da aber nicht ganz sicher, auf jeden fall in einem "renomierten" Blatt)

- Im Radsport gibt es jede Menge Dopingkontrollen, nutzen aber nichts. Prominenstes Beispiel: David Millar, Zeitfahrweltmeister 2003 in Kanada, er gab sogar zu, damals EPO benutzt zu haben, nachgewiesen wurde es nicht. Hierzu gibt es Verschleierungsmittel!

Ich denke auch, daß in wohl (fast) allen Sportarten es Doping gibt, die Frage ist nur, wie stark es ausgeprägt ist.
 
Es gab bei Olympia übrigens alleine im Gewichtheben bereits 10 Dopingfälle!
http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/15/0,1872,2184751,00.html

Würde mich interessieren, wie viele es insgesamt sind. Das ist doch lächerlich und hat mit fairem Sport überhaupt nichts mehr zu tun!


Edit:
Hier steht, es waren bisher zwölf... ich dachte, es seien schon mehr.
 
Zuletzt bearbeitet:
Bei diesen olympischen Spielen ist so einiges lächerlich, nicht nur das Thema Doping! Langsam kann man sich fragen, was aus dem Satz "Möge der beste gewinnen!" geworden ist.... leidiges Thema

Hab ihr im aktuellen SPIEGEL die Geschichte von Ioannis Psarellis, seines Zeichens Dopingkontrolleur in Griechenland, gelesen? Hier mal ein paar Auszüge:
SPEIEGEL schrieb:
Er ist der einzige im internationalen Auftrag tätige griechische Dopingfahnder. Vor zweieinhalb Jahren begann der studierte Chemiker für die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) in seinem Land Betrüger zu jagen. Ohne zu ahnen, was das für ihn bedeuten würde.

[...]

Das es einen Interessenkonflikt geben würde zwischen Psarellis und den Mächtigen des Sports, war unvermeidba. Der eine stritt für sauber Wettbewerbe, die anderen für ihr Ansehen und das ihres Landes.

[...]

Im Juni 2002 wollte Psarellis zusammen mit einem ausländischen Kollegen und zwei Assistentinnen eine Speerwerferin kontrollieren. Sie trainiert im Olympiastaion von Athen. Als sie die Fahnder entdeckte, floh sie in ihre Wohnung, die im Olympiapark lag. Sie schloss siech ein, ging nicht ans Telefon. Psarellies wartete die ganze Nahct vor der Tür. Als er am nöchsten Morgen wieder lläutete, öffnete die Mitbewohnerin, eine Gewichtheberin. Die Speewerferin war verschwunden.

[...]

"Ich war naiv", sagt Psarellis. "Ich habe unterschätzt, we sehr sich die Interessen von Ärzten, Trainern, Politikern und Journalisten gleichen." In Griechenland könne "ein Athlet machen, was er will, damit er eine Medaille gewinnt. Er habe sich "das falsche Land ausgesucht, um Dopingfahnder zu sein."

Das sagt doch wohl alles. Es kann doch nicht sein, dass Sportler immer vor Dopingkontrollen wegrennen können. Warum wird, um von vornherein einen Interessenkonflikt zu vermeiden, nicht in jedem Land ein ausländischer Kontrolleur eingesetzt?
 
Zuletzt bearbeitet:
Liegt die vergleichsweise geringe Ausbeute an Erfolgen an fehlendem Training und mangelnder Unterstützung durch den Staat?

Sry , aber bei 4 Millionen Arbeitslosen und zunehmendem Abbau soz. Leistungen , hat der Staat glaube ich wichtigere Probleme , als den SPort zu unterstützen.

Und das ein Haufen "Wohlstandssportler" , die das "Wasser nicht greifen können" oder in "zu welligem Wasser " nicht schwimmen können , nicht inter. erfolgreich sein können , wundert mich nicht.

Diese Erfolglosigkeit zieht sich auffälligerweise durch alle körperlich intensiven Sportarten ( Vor allem Leichtathletik ), komischerweise aber nicht durch
" Sportarten " wie SChiessen auf die laufende Scheibe oder Reiten etc.
Was für mich die Wohlstandsthese verstärkt:
Die KIds haben einfach keinen Bock , sich so zu quälen , wie zB ein kenianischer 10000meter Läufer , was ich durchaus verstehen kann , aber dann ist man halt auch nicht Weltspitze.

Doping kann den Unterschied dann evt. noch verstärken , aber alles auf Doping zu schieben , ist wie zu behaupten , die Luft durch die der Diskus geflogen ist wäre zu "wellig" ( ja , das hat mich beeindruckt! @ wellig ) gewesen!
 
@ Lümmel
So einfach kann man es sich nicht machen! Erfolgreiche Sportler schaffen immer auch Arbeitsplätze! Frag mal bei verschiedenen Unternehmen nach, wie die aufgrund eines Boris Becker gewachsen sind!

UNd was die körperlich anstrengenden Sportarten angeht: In Mannschaftssportarten können wir fast überall mithalten. Im Rudern sind wir eine Bank und im Gewichtheben und in den Kampfsportarten sind wir auch nicht schlecht. Einzig die Leichtathleten sind deutlich unterrepräsentiert und bei den Schwimmern kommt hoffentlich was Brauchbares nach. In den Vereinen und in der Sportföderung der Bundeswehr wird hervorragende Arbeit geleistet. Aber leider kämpfen wir eben wegen des Dopings oft gegen Windmühlen.

Ich denke aber auch, daß mehr getan werden könnte auf seiten des Staates. Denn Bundesjugendspiele oder ein Sportfest reichen eben nicht ganz. Eine Schulsportförderung empände ich als sehr gut, denn hierbei wird in Zukunft und Jugend investiert. Und das ist nie verkehrt!

Edit:
Hab hier noch einen Bericht... es ist kaum zu fassen. http://www.sport1.de/coremedia/gene...ly_20dop_20update_20fazekas_202508_20mel.html
 
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hmm diese Fani Halkia aus den 400m hürden halte ich auch für gedopt.

vorher noch nie weltspitze gewesen, im letzten jahr zeiten jenseits der 56sec. und jetzt schafft sie es unter 53sec. und vor 2 monaten schaffte sie es das erste mal unter 54sec. ich kann mir nicht vorstellen, dass man so schnell seine leistung so stark steigern kann.
 
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