Doping: "Wir kämpfen doch mit Müsli gegen Atombomben."

Hi,

Doping ist und bleibt ein Thema. Diese Leistungsexplosionen einzelner Sportler/innen ist nur mit Hilfsmitteln möglich.
Deutschland ist wohl mit die Nation, die am genauesten prüft, ob Doping im Spiel ist.
Andere Nationen machen da kaum etwas, was mit unserem System vergleichbar wäre. Unsere Sportler gehe ich mal von aus-sind sauber-.
Kein Wunder, daß die Erfolge hinter so manchen Erwartungen zurückbleiben. Aber mir ist es lieber so, als wenn man mit unlauteren Mitteln Erfolge einheimst.
Das sich Menschen für sowas überhaupt hergeben ist mir unbegreiflich. Das kann doch für den Körper nicht gut sein auf Dauer.
Alles nur wegen dem bißchen Edelmetall? Oh, klar der finanzielle Aspekt ist ja auch noch da. Wer gewinnt, egal wie, bei dem stehen die Sponsoren Spalier. Ein Teufelskreis.
Aufgrund des Dopings ist mir die Freude am zusehen vergangen. Es macht keinen Spaß mehr, diesen hochgezüchteten Sportlern zuzusehen. Auf Dauer geht der Schuß also nach hinten los. Das Interessen wird sinken, die Zuschauerzahlen werden sinken, die Sponsoren klinken sich nach und nach aus usw.
Vielleicht ist das die Chance, daß der Sport wieder auf seine Grundidee reduziert wird. Wär doch nicht schlecht :)
 
@Harrold: das glaub ich eben nicht, die, welche jetzt vorne sind, wären dies auch ohne, nur der Abstand zu uns "Normalsterblichen" wäre geringer...

Ich geh mal davon aus, daß gerade die Leute an der Spitze eine ähnliche medizinische Betreuung haben... ;)
 
Doping in den USA:
ein Arbeitskollege hat einen Freund der 3-4 Jahre in Amerika zu Schule (High School) ging, dort war er im Soccer und Football Team, doch er packte das nicht so ganz mit beiden Sportarten und beschloss sich auf Football zu konzentrieren
und schon am 3-4 Tag wurde im gesagt wenn er mithalten will wird er nicht drum rum kommen, gewisse Mittel zu nehmen, die hatten jeden Tag 3-4 Stunden Ausdauer-Krafttraining
jedenfalls ging er als normal gebauter Jugendlicher nach Amerika und jetzt hat er nen Stirnacken und Oberarmmuckis wie andere Leute Schenkel haben :eek:

gedopet und Aufbaumittelchen werden also schon in High School und College bewusst verabreicht, sehr bedenklich
 
@ Gonzo
Das ist wirklich erschreckend. Wenn das schon mit den Kids gemacht wird, ist es umso verantwortungsloser, weil man denen im Wachstum richtig was kaputt machen kann.

Ich hab hier noch eine kuriose Story gefunden: http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,315344,00.html
 
Anbei mal ein kleines Beispiel, was mir wiederfahren ist. Zunächst zur Info, ich fahre seit 1995 aktiv Amateur-Radrennen. Hatte zwar von 2000 - 2003 aufgehört, aber nie den Kontakt zur "Szene" verloren.

So viel zur Vorgeschichte, im Jahr 2002 hab ich mir dann mal eine großes Blutbild bei einem Arzt machen lassen, der auch mit uns trainiert und auch Leistungstest durchführt. Dachte mir halt, daß ich nicht mehr der Jüngste bin (damals 32 - :lol: ).
Bin halt wieder zu ihm hin, Ergebnisse durchgesprochen, wg Mangelerscheinungen und soweiter. Interesant war, ich hatte einen Hämatokritwert von 46 %.

Hinweis: ein zu hoher Wert kann durch EPO-Einnahme zustande kommen. Hämatokritwert gibt den Anteil der roten Blutkörperchen an, je mehr, um so mehr Sauerstoff kann transportiert werden, das Blut wird aber auch dickflüssiger. "Normale" Menschen haben so zw 38 % - 48 %.

Da damls die Antidopingspezialisten nicht in der Lage waren, künstliches EPO direkt nachzuweisen, ist man dazu übergegangen einen Grenzwert von 50 % Festzulegen, um ein Gesundheitsrisiko für Sportler auszuschließen, adersherum, mit 49,9 % war man nicht gedopet!

Der Arzt meinte damals ganz trocken: Wenn wir jetzt 6 Wochen eine "EPO-Kur" machen, hätte ich anschließend einen Wert von 49 %! :eek:

Noch was dazu: beim Giro D'Italia 1999, als Pantani wg zu hohem Hämatokrit-Wert (ca 52 %) disqualifiziert wurde, gab man die Ergebnisse der ersten 10 Fahrer bekannt: 1 x 42 % / 1 x 52 % (Pantani) / 8 x 48,5 % - 49,5 % -> Hallo, alles klar...;)
 
naja die Olympiade zeigt mal wieder nur die Spitze des Eisberges. Schau dir alleine mal die neue 400m Hürden Olympiasiegerin an sie hat sich in einem Jahr um 4 Sekunden in ihrer Bestzeit gesteigert. So nebenbei sie trainiert im gleichen Team wie Kennteris und Thanou ;) Naja aber die Funktionäre und Verbände verschliessen mal wieder die Augen (auch weil sie meist voll mit in der Szene drinhängen) und verschärfen nur oberflächlich die Dopingkontrollen. Alleine die Geschehnisse rund um das griechische Team sollten ausreichen um ihnen die Olympischen Spiele nicht mehr so schnell zukommen zu lassen. So wie es aussieht war es dort ein vom Staat gefördertes System, an der Spitze die beiden Olympiasieger von Sydney Kennteris und Thanou.
In den nächsten Jahren wird sich das Geschehen wohl kaum ändern. Alleine die Geldzugewinne in den populären Sportarten durch einen Olympiasieg sind enorm und bieten immer einen "Anreiz" zu dopen. Sicher ist dies moralisch und rechtlich nicht verantwortbar, aber der Versuch zu betrügen wird immer bleiben. Wie hat Carl Lewis so schön im ZDF gesagt, es ist eben eine Frage des Charakters ob man sich mit Dopingmitteln vollstopft (oder stopfen lässt) oder ob man eben clean bleibt und versucht durch neue Methoden im Training und einfach allgemein hartes Training nach oben zu kommen.
Hoffen wir das es in den nächsten Jahren noch mehr Kontrollen wie jetzt gibt, nur mit jedem neu aufgedeckten systematischen Doping wächst auch das Misstrauen in den Sport und ich kann es niemandem verübeln der die hochgepushten 100m Entscheidungen nicht mehr Ernst nehmen kann.

mfg
 
Also soweit ich weiß, soll Carl Lewis auch gedopt haben...
Diese Leistungssprünge sind total bekloppt, das erreicht man niemals in einem Jahr. Ich hab früher selbst Leichtathletik gemacht und bin die 100m gelaufen. Lewis und Johnson waren meine Idole... nach Seoul war ziemlich desillusioniert.
 
Hab auch Leichtathletik gemacht und kann dir nur zustimmen. Ob Carl Lewis gedopt hat kann ich nicht zu 100% sagen, aber ich würde mal sagen es ist ganz sicher im Bereich des möglichen. Das die heutigen Sprinter nicht mehr sauber sind, sollte wohl jedem klar sein. Aber wie heisst es so schön "The show must go on!"
 
sicher stinkt es. Aber es interessiert keinen mehr wie sie zu den neuen Weltrekorden kommen. Das Fernsehen brauch immer wieder neues Futter und dazu gehören eben neue Rekorde. Und wie wären sie einfach zu erreichen als durch gezieltes Doping. Die Verbände, das Fernsehen sind doch voneinander abhängig. Deswegen werden auch die meisten Sachen einfach gedeckt. Und um den Schein zu wahren hat man dann die verschiedensten Dopingverfahren laufen. In Deutschland würde ich mal behaupten ist es nicht so schlimm in den meisten Sportarten. Aber man sieht eben auch das wir dort hinter den Bestzeiten/weiten meilenweit hinterherhinken. Sieht man ja an den Sprintern. Wenn man die vergleicht mit den Muskelbergen aus Amerika (USA etc) dann sehen unsere Jungs wie schmächtige Bübchen aus ;) Naja aber lieber bin ich sauber und lauf hinterher. Was kann sich Deutschland von einem der ersten Plätze auf dem Medaillenspiegel kaufen.... nichts! Wie dem auch sei ich schau weiter Sport. Jedoch meistens nur Tennis :) wo Doping zwar möglich ist , aber nicht den Ausschlag gibt über Erfolg oder Missefolg ( in 99% der Fälle )

mfg
 
Genau das. In den USA hat man ja erst wieder mitbekommen müssen wie der Verband seine eigenen Sportler schützt nur um nicht selbst die wichtigsten Zugpferde zu verlieren. Würden sie so konsequent sein wie in Deutschland, dann wäre Marion Jones beispielsweise schon lange nicht mehr auf der Laufbahn. Aber sie wird natürlich geschützt wo es nur geht :) Tja das Land der unbegrenzten Möglichkeiten eben :D
 
blutrichter schrieb:
In Deutschland haben wir das Glück (?), daß die Verbände selbst eigene starke Kontollen befürworten. Und das finde ich gut. Lieber ehrlich verlieren, als unehrlich gewinnen.


Exakt so ist es, allerdings muss man das der Presse erstmal ´klarmachen!
Die hauen zur Zeit nämlich richtig gut auf den DLV ein...

Die Story von Gonzo, bzgl. "Doping schon bei Jugendlichen" in den USA ist der Oberhammer -> die Sportler kennen das scheinbar nicht anders...bitter!
 
naja nur bis das die Medien kapiert haben das wird noch ewig dauern und wenn ich ehrlich bin glaube ich auch nicht mehr daran dass sie irgendwann einsehen was für einen Schund sie in den meisten Fällen schreiben.
Jeder der sich ein bisl mit Sport auseinandergesetzt hat, weiss das man auch nach monatelangem Training an dem Tag X schlecht sein kann. Aber das verkauft sich eben schlecht, da hört sich doch "UNSERE VERSAGER KOMMEN HEIM" viel besser an... Armes Deutschland.

@Doping bei Jugendlichen

Das schlimmste was es gibt. Hier werden Körper schon in frühen Jahren kaputt gemacht durch meist viel zu hartes Training ergänzt mit Aufbaupräparaten. Aber wer soll es kontrollieren, ich seh da in den USA bis auf weiteres ziemlich schwarz...
 
@ Chefkoch u. dennis
Die Presse geht mir sowieso auf den Senkel: Da sitzen ein paar feiste, fette Idioten, die noch nie Leistungssport gemacht haben und bilden sich ein zu wissen, was Selbstmotivation und Kampf bedeutet.
Grade bei den Schwimmern. Mit der Berichterstattung während der Spiele tut man den armen Athleten keinen Gefallen. Aber so ist das immer bei uns: wenn sie am Boden liegen, drauftreten.
 
war schon immer so und wird auch nicht besser werden. Aber solange es Leute gibt die die Bild Zeitung, Sport Bild etc etc kaufen solange wird es diese Art von Berichterstattung auch geben. Auch die RTL Nachrichten gehen in diese Richtung. Wenn ich dann noch die Moderatoren im ZDF/ARD sehe die den Schwimmbundestrainer direkt nach dem Rennen nach den Erkentnissen fragen was doch falsch gemacht wurde und ob er denn schon wisse was am ganzen Training falsch war, dann frage ich mich schon wie die zu dem Job als Sportmoderator gekommen sind. Naja wir müssen wohl damit leben. Aber von denen lass ich mir den Spaß am Sport nicht verderben und ich freue mich immer wieder auf die Olympiade sei es auch nur wegen dem mitfiebern mit den Deutschen und den ganzen Randsportarten die endlich mal wieder im Fernsehen gezeigt werden.
Was Sport eigentlich bedeutet davon haben die Herrn in den Redaktionen meist eh keine Ahnung...

mfg
 
Manche Moderatoren haben schon Ahnung von Leistungssport, nur eben nicht von dem worüber sie berichten: wenn ich mich recht erinnere war Wolf-Dieter Poschmann mal Tennisspieler und Gerd Rubenbauer Eiskunstläufer. Die berichten dann über Fussball. Passt nicht wirklich.
Und ansonsten sind die ÖR auch nur noch Reste-Rampe der privaten Sender, Beckmann und Kerner, diese Dummschwätzer, sind die besten Beispiele.

Mich ärgert immer, dass unter Doping nicht nur die Zuschauer zu leiden haben, sondern vor allem die ehrlichen Sportler.
Stellt Euch mal vor: die ersten 4 beim 100m Finale würden sich nachträglich als gedopt herausstellen. Dann würden die Medaillen aberkannt werden und den richtigen Gewinnern zuerkannt werden.
Nur wer sind die richtigen Gewinner? Die 4, die ebenfalls im Finale mitgelaufen sind oder die 4, die in den Vorläufen gegen die 4 Sünder ausgeschieden sind?
Es müsste der komplette Wettkampf wiederholt werden, um ein korrektes Ergebnis zu erzielen.

Gruß
Morgoth
 
Zurück
Oben