Ein ganz klarer Fall von uninformiert
Hier eine kurze, grobe Zusammenfassung der letzten 15 Jahre (die Jahreszahlen stimmen natürlich alle nicht, aber das ist irrelevant):
1999: Der Surround Sound ist langsam aber sicher am PC angekommen
- Spiele arbeiten mit unkomprimierten Sound Files
- Die Soundkarte gibt über die 5.1 analog Ausgänge den Sound aus
- SPDIF/Toslink gibt es natürlich auch schon, mit den selben Spezifikationen wie heute: Entweder 2 unkomprimierte PCM Kanäle (=Stereo) oder eben DTS oder DD (beides komprimierter Sound).
2000: EAX betritt die Bildfläche
- Ohne EAX müssen alle Soundeffekte aufwändig von der CPU berechnet werden. EAX ermöglicht es z.B. für verschiedene Materialien verschiedene Halleffekte zu verwenden. Im Grunde ist es sowas wie PhysiX für die Ohren.
- Durch EAX konnten damalige Spiele schöne Soundeffekte erzielen, ohne damit die CPU zu belasten. Alternativ hätte man die ganzen Effekte natürlich auch einfach in Software auf der CPU berechnen können, aber dann hätte man dafür die Grafik sehr weit zurückschrauben müssen.
2005: AC3 Filter, DTS Connect und DD Live wurden erfunden
- Wie gesagt: SPDIF/Toslink kann unkomprimiert nur 2 Kanäle bedienen und Spiele produzieren nunmal unkomprimierten Sound. Um nun aber SPDIF/Toslink mit Mehrkanalsound zu nutzen gibt es nur den Weg über DTS und DD.
- Die Soundkarte würde für gewöhnlich die 5.1 Kanäle einfach über die analogen Anschlüsse ausgeben. Und genau diese Informationen nutzt DTS Connect und DD Live, um mit einem separatem Chip auf der Karte diese 6 Kanäle in DTS bzw. DD zu verpacken. Dabei geht natürlich Qualität verloren, aber dafür hat man am Ende sein Surround Signal via. SPDIF / Toslink.
- Der AC3 Filter macht im Prinzip dasselbe wie DTS Connect bzw. DD Live, nur eben in Software von der CPU berechnet. Bei heutigen CPUs sieht man den erforderlichen Mehraufwand mit 0-1% im Taskmanager. Also zu vernachlässigen.
2008: EAX ist tot
- Es gibt inzwischen Quadcores mit ~3 GHz pro Kern. Und viel schnellere CPU Architekturen. Niemand braucht einen teuren EAX Chip, wenn die CPU das auch nebenbei selbst berechnen kann, ohne dass darunter das sonstige Spielerlebnis leiden muss.
2010: HDMI setzt sich am PC durch
- HDMI gab's natürlich schon vorher, aber die ersten Grafikkarten konnten darüber keinen Sound ausgeben. Dann gab's ein paar Speziallösungen, die das Bildsignal mit dem von der Soundkarte produzierten SPDIF Signal gemischt haben. Dadurch war man natürlich wieder auf 2 PCM Kanäle oder DTS / DD limitiert.
- HDMI hat so viel Bandbreite (sollte spätestens seit den BluRays mit HD Tonformaten bekannt sein), sodass man über ein Kabel ein FullHD Bild _und_ zusätzlich noch 8 (= 7.1) unkomprimierte PCM Soundkanäle übertragen kann.
2014: Im Grunde hat sich nichts geändert
- Spiele produzieren weiterhin unkomprimierten PCM Sound (inzwischen teilweise schon in 7.1)
- SPDIF kann nur 2 unkomprimierte Kanäle übertragen (oder eben DTS / DD)
- HDMI hat massig Bandbreite für 8 unkomprimierte PCM Kanäle.
Fazit: Benutz einfach HDMI
