Erfahrungsaustausch Dali-Lautsprecher (Zensor, Lektor, Ikon)

FooFighter

Captain
Registriert
Juni 2003
Beiträge
3.164
Dieser Beitrag ist eine Ausleitung aus der Diskussion "nuLine 34 oder Dali Zensor 5/7 bzw. nuLine- oder Zensor-Set?"

Die Ikon 5er sind auch recht kritisch in Bezug auf die Aufstellung (Praxiserfahrung), die brauchen definitiv Platz. Das ist natürlich Geschmackssache aber mir persönlich gefällt die Abstimmung der 5er nicht.

Quelle : https://www.computerbase.de/forum/t...5-7-bzw-nuline-oder-zensor-set.1168448/page-4 (Posing 61)
Benutzer : Zwenner

Den fand ich ziemlich druckvoll, aber mangels entsprechendem Material (hatte meine Cds vergessen. ), kann ich nichts zum Tiefgang sagen. Es würde mich aber wundern, wenn sie an die Tl 500 herankommen, da diese bis ca. 35 hz laut spielt. Auch 30 hz gehen deutlich hörbar, wenn auch leiser.

Selbe Quelle wie Zitat zuvor (Posting 63)
Benutzer: Audioliebhaber

...

Zwenner, Audioliebhaber,

ich beantworte Eure beiden Postings mal zusammen. Letztlich geht´s um einen Erfahrungsaustausch, der nicht immer kontrovers diskutiert werden muss.

Fast alle mir bekannten Dali´s bringen eine mehr oder weniger ausgeprägte Badewanne mit. Bei den 5 Zöllern ist diese Charakteristik jedoch weniger stark ausgeprägt, als bei den entsprechenden 7 Zoll Geschwistern. Wer also einen linear aufspielenden Láutsprecher sucht, wird besser bei einem anderen Hersteller fündig. Lautsprecherklang ist und bleibt nunmal Teil der persönlichen Wahrnehmung.

Die kleineren erreichen dabei mM nach einen erstaunlichen Tiefgang. Die Zensor sowie Ikon 5 spielen beide bis knapp vor 40Hz runter (-3dB). Beide schaffen das zwar nicht ganz ohne einen Abfall im Frequenzgang - aber das muss man erst einmal heraushören (können). Das mit jeweils zwei 5 Zöllern bei zierlichen Abmessungen (Bauhöhe unter 85cm) ist schon eine gewisse Ansage.

Diese Loudness-Abstimmung täuscht also eine gewisse Lautsprechergrösse vor. Hier fangen Zensor/Lektor und Ikon an, sich auffällig zu unterscheiden. Während Zensor/Lektor untenrum unpräzise und angestrengt werden behalten die Ikons einen gewissen präzisen, spritzigeren Charakter. Den kann die Ikon 5 bis zu einen gewissen Pegel bewahren - kippt dann jedoch ins angesgtrengte. Die Ikon 6 sowie 7 haben da einen ganz eigenen, pegelfesteren Charakter.

Aufstellungskritisch?! Ein eindeutiges jein! Auch hier muss man die 5er ein wenig gesondert zur 6/7 betrachten. Die 5er hat nur ein BR-Kanal in der Front. Die 6 sowie 7 bringen einen zweiten Port auf der Rückseite mit. Aber hier ist´s mM nach weniger der Bass, den man bei der Aufstellung zu beachten hat. Durch die Hochtonkombination, insbesondere dem Magentostaten haben die Ikons ein völlig anderes Abstrahlverhalten, als ein reiner Kalottenlautsprecher. Der Mangetostat strahlt vorwiegend horizontal ab. Ist der HT nicht auf Ohrhöhe bzw. deren Achse verschwinden schnell Details. Entsprechend ist wohl auch ein gewisser Abstand zu Seitenwänden sinnvoll. Äußerst positiv macht sich das ganze im übrigen unter einer Dachschräge. Reflektionen in der vertikalen spielen beim horzizontal abstrahlenden quasi Bändchen schlicht keine Rolle.

Die Ikon 5 dürfte für viele spannend sein, die ein volles Klangbild bis über Zimmerlautstärke suchen. Das die 5er dabei sozusagen "trickst" wird erst bei grösseren Pegeln zum Nachteil. Kurzum ein sehr spannender Lautsprecher für Mietswohnungen bzw. den gewöhnlichen Normalhörer. Zumal ein spannender/guter Kompromiss für "Spaßhörer" sowie "Analytsen" geboten wird. (Ich kenne nicht viele Lautsprecher, die einen derartigen Auftritt bei konservativen Lautstärken hinlegen).

Die Ikon 6 & 7 müssen sich hier schon eher der Konkurrenz stellen. Hier entfällt ein wenig das "Alleinstellungsmerkmal" bei gemäßigten Lautstärken. Wobei man die Dali´s insgesamt klanglich/konstruktionsbedingt nur schwer mit anderen Lautsprechern vergleichen kann. Wie immer,.. entweder es macht einen an, oder eben nicht.

Audioliebhaber, Vintage-Lautsprecher haben schon ihren ganz eigenen Charme. Auch wenn viele gerne sagen, d. sich da technisch nicht viel getan hat - ich empfinde klanglich leider oft das Gegenteil. Viele gute Vintage LSP haben da wie gesagt einen ganz eigenen Charme - wie heissts so schön - zeitlich abgestimmt. Dabei denke ich zum Beispiel an Alben wie Led Zeppelin. Auf Vintage oft ein Traum... auf modernen Lautsprechern traurig. Leider :(
 
Audioliebhaber, Vintage-Lautsprecher haben schon ihren ganz eigenen Charme.
Da muss ich dir zum Teil recht geben. Dire Straits, Pink Floyd (The Wall, CD von 1992), Hendrix oder auch Manowars "Sons of Odin (das Konzepalbum mit Hörspielcharakter) auf den Tl 500 der Wahnsinn. Bei manchen elektronischen Stücken (Goa, Psytrance) ist mir der Hochton aber etwas zu scharf/teils nervig. Die positiven Seiten der Box überwiegen aber bei weitem.

Trotzdem muss ich nach dem Probehören sagen, dass die Dali zwar nicht meine klanglichen Ansprüche befriedige konnten, aber im Verhältnis zur Größe einen überaus guten Klang liefern. Die Tl 500 sind gegen die Lektor 7 schon echte Brummer. :)


Mal als Beispiel, wo mit der Bass meiner TL sehr, sehr gut gefällt:

http://www.youtube.com/watch?v=ga5NXMzefi8&feature=share&list=FLnJ7j2BGPRk5v-c-Tz-rdgA

Bei dem Lied werden einige Lautsprecher vermutlich arge Schwierigkeiten haben, alles abzubilden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Was auch so sein sollte, Du "versuchst" hier Lautsprecher der Ober-/Spitzenklasse mit welchen aus der Einstiegsklasse zu vergleichen. Da hinkt logischerweise so einiges.

Spannender wäre da wohl ein Vergleich zwischen Mentor und Deinen TI500. ;)

(Vergiss Youtube... ich hänge hier gerade am lausigen Handynetz... also sorry wenn da kein Kommentar zu kommt).
 
Was auch so sein sollte, Du "versuchst" hier Lautsprecher der Ober-/Spitzenklasse mit welchen aus der Einstiegsklasse zu vergleichen. Da hinkt logischerweise so einiges.
War mir auch schon vorher klar. Das ist eben das Crux, wenn man sich so hochgekauft hat, um die Boxen mit Neuware zu übertreffen oder gleichzuziehen, müsste ich vermutlich ab ca. 3000-4000€ aufwärts ausgeben.
 
Gibt´s hier im Forum eigenlich nen Oldtimer/Vintage-Fred? (wenn wird´s wohl mal Zeit, oder?).

Ich frage mich schon länger, inwiefern man das mal mit Dir ausdiskutieren kann?! Ich denke Du weisst soweit - das ich Vintage gegenüber aufgeschlossen bin. Momentan würde ich jedoch vermuten, d. Du bei diesem Thema vieles entspannter siehst, als ich.

Lass uns bitte hier nicht zu sehr vergleichen, was schlichtweg kaum vergleichbar ist.
 
Ich sagte ja auch nicht, dass die Dali Ikon 5 schlecht sind. Sondern das mir ihr Charakter nicht gefällt. Das die Abstimmung für einige angenehm erscheint, denke ich - wie beschrieben, auch. Meine Aussage dahingehend ist nahezu deckungsgleich mit deiner.

Nach meinem Empfinden betont die Ikon 5, freistehend schon den "oberen" mittleren Bassbereich bzw den Oberbass, das hört man bei Gitarre und echten, männlichen Stimme. Da ist definitiv ein Peak zwischen 80Hz - 120Hz. Ebenso fallen Defizite im Bereich der Obertöne bei bestimmen Klangfarbe in der natürlichen Stimme und Instrumenten auf, wohl irgendwas zwischen 2000Hz und 4000Hz.

Das Bändchen scheint schon sehr hoch aber sanft angekoppelt zu sein, deswegen schiebt sich die Gewebekalotte wohl doch in den akustischen Vordergrund, ich tippe ft so auf 10kHz. In den mittlere Höhen ist definitiv die Kalotte präsent.

Empfinde ich den Charakter der Ikon 5 schon freistehend als zu Bassbetont, kann das innerhalb von Raumecken nicht besser werden. Auch eine geschlossene Box bekommt durch eine Aufstellung zB in Raumecken einen dB-Gain im Bass.

EDIT: Ich habe sie nicht ausgemessen, Hz und ft sind geschätzt / so wahrgenommen, ebenso der Bass-Peak.
 
Zuletzt bearbeitet: (Grammatik...)
Kommt alles schon gut hin, Zwenner. Wie sagt, mein Beitrag ist nicht kontrovers zu verstehen. Man muss nicht immer anderer Meinung zu sein, um was nett zu disktutieren ;)

Ich vermisse ehrlich gesagt Deine Fachkundigkeit hier in einigen Beiträgen. Wirklich nett, Dich hier auch mal wieder zu lesen.

Jap, der Magnetostat ist bei ca. 10kHz einschwingend. Crossover liegt da so bei 14kHz. Die Seidenkalotte spielt mM nach jedoch stimmig auf. Das doppelt-HT-System hat schon was.

Die Badewanne im Bass ist auf jeden Fall vorhanden. Im Gesamtkonzept finde ich das jedoch sogar ganz nett. Das macht vor allem beim leise bis normal hören schon Spass - und dürfte auch den Gusto vieler hier treffen - da wird eh per EQ exakt dieser Bereich in der Regel verstärkt. Dann besser gleich eine entsprechend entwickelte Box.

Letztlich bin ichs leid hier immer über die gleichen Lautsprecher & Empfehlungen zu lesen. Neben Nubert, Teufel und Co gibt es so viele schöne Alternativen. Und die Ikons zum Beispiel fristen hier wohl eher ein Exoten-Dasein.
 
FooFighter schrieb:
Beispiel an Alben wie Led Zeppelin. Auf Vintage oft ein Traum... auf modernen Lautsprechern traurig. Leider :(

Led Zeppelin klingt auf neutral abgestimmten LS immer sehr bescheiden, egal ob neu oder 30 Jahre alt. Weiss aber, was du meinst, in den 80ern hatte ich Infinity Kappa, da kam Led Zeppelin richtig gut, auf meinen Spendor dagegen recht dünn.

Dass darüberhinaus Pink Floyd oder die Dire Straits aber immer wieder als Referenz für Aufnahmequalität herangezogen werden, erschliesst sich mir jedoch nicht. :rolleyes:
 
Zurück
Oben