ESXi HDD für Gast-OS

Die Wahrscheinlichkeit bei 3TB Platten, beim Rebuild im Raid5 (eigentlich ist ja Raidz1 richtig) noch einen weiteren Lesefehler zu haben, ist ziemlich hoch. Ich würde eher ein Raidz2 (=Raid6) einsetzen, wenn dir etwas an den Daten liegt.

Schau dir mal diesen Artikel an (ist etwas plakativ und übertrieben, aber im Grunde korrekt):
http://www.zdnet.com/blog/storage/why-raid-5-stops-working-in-2009/162

Ach ja, ein Raidz1/2 lässt sich nicht so einfach erweitern (sprich, man kann nicht einfach eine weitere Festplatte anfügen). Was möglich ist, dass du _alle_ Platten schrittweise gegen größere austauschst. Ansonsten muss ein neues Volume erzeugt werden.
 
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Ok, das wusste ich nicht. Dachte das sei normal bei RAID5 und ähnlichen.

Das wirft natürlich meine Planung ein bisschen durcheinander, weil ich dieses Jahr nur 3 Festplatten kaufen wollte, 6 TB reichen erstmal.
Wenn ich jetzt gleich 4 oder 5 3TB HDDs kaufen muss, dann wird das alles sehr viel teurer. Kommt ja noch hinzu, dass ich dann einen extra SATA-Controller brauche.

Gibt es denn zu RAIDz1 eine andere sinnvolle Alternative?
Ergänzung ()

Gibt es überhaupt ein brauchbares OS für NAS, dass die dynamische Vergrößerung von einem RAID unterstützt?
Lohnen sich die Nachteile oder soll ich dann jetzt lieber 200€ mehr in die Hand nehmen und direkt genug Speicher kaufen?

Davon abgesehen, lohnt sich der Aufpreis bei des Western Digital RED gegenüber den Green?
 
@LinuxMcBook: Also, erst einmal musst Du dir darüber klar werden, welches Raid-Level du haben möchtest und wieviel Kapazität du brauchst. Daraus ergibt sich dann die Anzahl der Festplatten.

6TB: Raidz1, Ausfallsicherheit 1 Festplatte: 3x3TB HDDs
6TB: Raidz2, Ausfallsicherheit 2 Festplatte: 4x3TB HDDs

Wenn die Daten nicht so wichtig sind, kann man vielleicht mit der ersten Konfiguration leben. Ins Blaue geschossen schätze ich das Risiko eines fehlgeschlagenden Rebuilds auf 10-20%. Hängt natürlich vom Alter und Typ der Hardware ab. Ich glaube aber - bin aber nicht ganz sicher - dass ZFS sogar deutlich unempfindlicher reagiert als ein Hardware-Raid5, sprich, bei einem defekten Sektor würde nur eine Datei verloren sein, nicht das gesamte Raid Set.

Zum Vergrößeren kann man noch folgendes sagen: Man kann tatsächlich dynamisch vergrößeren, jedoch nicht so, wie du es dir vielleicht vorstellst (man kann nicht zu einem Raidz2 mit 4 Festplatten eine fünfte hinzufügen). Was jedoch geht, ist, dass du ein zweites Raid Volume erzeugst (sollte sinnigerweise denselben Raid Level haben) und das ganze dann als Stripe laufen lässt. Das würde dann bedeuten, dass du von einem 4 Festplatten Raidz2 auf ein 8 Festplatten doppeltes Raidz2 als Stripe dynamisch aufrüsten kannst (Raidz1 würde ich in so einer Konstellation überhaupt nicht mehr empfehlen..). Wirklich praktikabel ist das aber nicht.

Zur letzten Frage: Ich habe mehrere Server, die jeden Tag durchlaufen, mit massig Festplatten. Da waren auch einige Western Digital Green dabei (mit abgeschaltetem WDIDLE), die jedoch über kurz oder lang kaputt gegangen sind. Gleiches Spiel bei den Consumer Festplatten von Seagate. Ich nutze seit einigen Monaten WD Red und hatte bisher noch keinen Ausfall. Man muss dazu sagen, dass man daraus keine Statistik machen kann (n zu klein, Beobachtungszeitraum bei den Red zu klein). Ich weiß jedoch, wie häufig die Consumer Festplatten in den letzten 2 Jahren ausgefallen sind und die Rate war mir definitiv zu hoch. Ich hoffe, dass die Red sich besser verhalten (das werde ich aber erst in ein paar Jahren sagen können). Ausschlaggebend für mich war auch die längere Garantiezeit (habe ich bei den WD Greens dringend benötigt..).

Man muss jedoch sagen, dass die WD Reds eine verdammt hohe Seek-Rate haben (20 ms oder so). Das war mir so nicht bewußt, als ich sie kaufte, und ich spüre das zZ schon, obwohl ich nur zeitunkritische Sachen darauf laufen lasse (habe noch extra SSD Volumens für die schnellen Sachen).

Meine Empfehlung:
Wenn es nur TV Sendungen sind: Raidz1
Wenn es Daten mit Wert sind: Raidz2
 
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Vielen Dank für deine ausführliche Antwort.
Also ja, im Endeffekt kommen auf das NAS nur Backups vom PV, vermutlich wiederbeschaffbare Daten und private Bilder etc. werde ich dann nochmal auf einer externen HDD sichern.
Ein Verlust wäre trotzdem ärgerlich. RAIDz1 sollte dann aber trotzdem reichen.
Der geringe Aufpreis für die Reds scheint sich ja dann doch zu lohnen, Zugriffszeiten sind beim reinen Datenspeicher ja nicht so interessant.
Allerdings muss ich dann wohl wirklich so viele HDDs kaufen, dass ich nicht nächstes Jahr wieder ein neues RAID bauen darf.
Leider geht bei mehr als 3 Festplatten dass bei einem ITX-Mainboard ja nun mit einem extra Controller einher (hier reicht ja ein günstiger, wenn ich eh ein Software RAID habe?)
Soll ich dann gleich alle Festplatten (außer fürs Gast und Host OS) an den Controller anschließen und zu freeNAS durch reichen?
 
@Linux: Ja, die HDDs müssen an FreeNAS durchgereicht werden.

Spiele folgendes mal gedanklich durch: 4x HDDs mit 2TB im Raidz1 (=6TB Kapazität).
Die könntest du nächstes Jahr verkaufen und gegen 3TB Modelle austauschen (=9TB Kapazität).

ZFS erlaubt das schrittweise austauschen von HDDs und Ersetzung gegen größere Modelle, ohne dass man das Raid Volume neu erzeugen muss.
 
Naja 6 TB brauche ich definitiv dieses Jahr noch, also wenn denn das Spiel mit 4x 3TB und dann irgendwann gegen 5TB Platten tauschen.
Aber gute Idee.

Wie löse ich denn das Problem mit den fehlenden SATA-Ports auf einem ITX-Board?
Soll ich eine Controller Karte kaufen und die dann komplett zu freeNAS durch reichen? Dann spar ich mir ja das manuelle durchreichen einzelner Festplatten.
 
Hey,

Also Du solltest dir darüber bewusst sein, dass ESXi ziemlich wählerisch ist, was Hardware angeht. zB hat man oft Probleme, die onboard NIC anzusprechen und muss dann noch eine zusätzliche Intel NIC kaufen. Du solltest auf jeden Fall überprüfen, ob dein Motherboard schon mal jemand unter ESXi erfolgreich betrieben hat. Hatte mal irgendwo eine Übersicht für ESXi gefunden und da hat man sich echt gewundert, welche Mainboards funktionieren und welche nicht. Ebenso bedeutet es nicht, dass, wenn der Mainboardhersteller mit VT-d wirbt, es im BIOS korrekt umgesetzt wurde.

Den Onboard Controller bei Intel Boards würde ich immer an FreeNAS per VT-d durchreichen (haben schon sehr viele User getestet und funktioniert einfach gut; mit LSI hatte ich z.B. Probleme) und ESXi mit einem Addon Controller booten. Ein günstiger Controller zum Booten, der auch getestet wurde, ist dieser hier: Digitus mit Sil 3512.

Wenn Du magst, kann ich dir ein paar Konfigurationen nennen, die hier gut funktioniert haben, allerdings ist kein ITX Mainboard dabei.
 
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