Fehler im Mathebuch 1. Klasse!? Ansichten, verschiedene Lösungen.

Eure Lösung?

  • 10

    Stimmen: 8 7,3%
  • 16

    Stimmen: 101 92,7%

  • Umfrageteilnehmer
    109
Jedem das seine. Ich definiere Essen dann halt etwas anders ;)
 
Wenn die Mathelehrkraft 10 sagt, sollte man mal fragen, was die Deutschlehrkraft dazu sagt ;). Für mich lautet die Antwort 16 oder "mindestens 2 Kinder". Die Aufgabe ist einfach ungenügend formuliert.
 
Im Deutschen steht das Verb 'essen' für verzehren oder für Nahrung aufnehmen.

Die Aussage 'Die Kinder essen 13 Muffins' bedeutet also, dass exakt diese 13 Muffins verzehrt werden. Bei einer unbestimmten Menge 'Kinder essen Muffins' sähe das anders aus.

Vergleichbar mit 'Die Kinder trinken 13 Capri-Sonne', es werden also ganz konkret und zählbar 13 (Packungen) Capri-Sonne getrunken'. Und nicht 'Die Kinder trinken Capri-Sonne' in unbestimmter Menge.
 
Die Aussage 'Die Kinder essen 13 Muffins' bedeutet also, dass exakt diese 13 Muffins verzehrt werden.
Die Zeitform ist hier wichtig. Der Vorgang ist nicht abgeschlossen, laut Aufgabenstellung. Die Kinder beabsichtigen lediglich 13 Muffins zu essen bzw. sind gerade dabei zu essen.

Hier mal ein klassisches Alltagsbeispiel:
Bsp: Ich esse (gerade) eine Pizza. Es klingelt an der Tür. Ich geh zur Tür, mache auf und werde erschossen.

Ist die Aussage 'ich esse eine Pizza' nun falsch falls ich sie nicht aufgessen hatte bevor es klingelte?
Eigentlich nicht obwohl ich die Pizza evtl. nicht vollständig verdrückt hab.

Zugegeben man kann es auch anders sehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Stellt sich nur die Frage, ob Erstklässler sich Gedanken über die Zeitform der gestellten Fragen machen. Und ob sie überhaupt wissen was Perfekt ist und was genau es bedeutet, wenn ein Verb im Perfekt gebildet wird.

Klar ist die Argumentation von Ochse schlüssig, aber das wäre was für nen Philosophiekurs in der 10 Klasse :D
Also landen wir wohl wieder bei der (womöglich unklaren) Formulierung der Aufgabenstellung oder denken einfach zu kompliziert.
 
Ochse Aussage ist zwar richtig. Ist mMn für die Aufgabenstellung ziemlich weit hergeholt u. nach dieser Theorie müsste man den Muffin zumindest einmal angeknabbert haben - wenn noch 3 Muffins da sind, gehe ich von "Ganzen" aus.
 
@Helibob

Jein, meiner Meinung nach. Ersetze die Pizza durch durch zwei Pizzas. Dann stimmt das Beispiel immernoch auch wenn ich sie hintereinander futter und nicht gleichzeitig. Das ist dann allerdings eine eher umgangssprachliche Interpretation.
 
Zuletzt bearbeitet: (Sinnlose Änderung)
13 Muffins wurden gegessen, 3 bleiben über. Das heißt, die unbekannte Anfangsmenge der Muffins muss 16 (13 gegessene + 3 übrige) sein.

Die Aufgabenstellung ist selten erbärmlich formuliert, sehr peinlich. :rolleyes:
 
Herrlich, diese Diskussion. Dass die Fragestellung einem Erstklässlerschulbuch nicht gerecht ist, sind wir uns ja nun weitestgehend einig.
Bleibt noch, über den Wortlaut zu philosophieren.
mMn, Ochse, darf die Aussage "sie essen 13 Muffins" durchaus so aufgefasst werden, dass dann eben letztendlich auch 13 Muffins verzehrt werden. In der Umgangssprache würde doch keiner auf die Idee kommen und sagen "wir essen jetzt 13 Muffins", sondern vielmehr "wir essen jetzt Muffins". Dabei ist es völlig klar, dass die Anzahl der letztendlich verzehrten Muffins noch nicht feststeht, es werden einfach so viele Muffins aus einer Menge gegessen, wie man will.

Natürlich ist das jetzt meine persönliche Auslegungsweise und es ist in gewisser Weise durchaus berechtigt, davon auszugehen, dass die Gesamtmenge an Muffins, die vorhanden ist, hier genannt wird; dies entspricht meiner Erfahrung nach aber schlicht nicht dem alltäglichen Sprachgebrauch noch einem Standarddeutsch.

Bei "ich esse zwei Pizzen" (ist doch die deutlich schönere Pluralform wie ich finde) kann man übrigens auch durchaus davon ausgehen, dass dann beide Pizzen gegessen werden (oder zumindest noch ein Stück der zweiten) und nicht nur eine.
 
Für mich hängt es gefühlt auch mit der Anzahl und der Art der Lebensmittel und natürlich dem Kontext zusammen, ob eine Aussage noch nach "alltaglichem Sprachgebrauch" klingt: 'Wir essen jetzt 2 Pizzen' oder 'wir essen jetzt 19 Pizzen' macht da schon einen Unterschied, oder?

Bei "ich esse zwei Pizzen" (ist doch die deutlich schönere Pluralform wie ich finde) kann man übrigens auch durchaus davon ausgehen, dass dann beide Pizzen gegessen werden (oder zumindest noch ein Stück der zweiten) und nicht nur eine.

Das sehe ich noch nicht ein.

Na egal. Das Problem lässt sich nicht endgültig auflösen. Darauf können wir uns doch einigen?
 
Zuletzt bearbeitet:
Nette Diskussion hier:D

"Nach dem Essen sind 3 Muffins übrig. Wieviele waren es."

Korrekte Antwort: 3 (waren es, die übrig blieben).

Das "es" kann sich nur auf das unmittelbar zuvor genannte Subjekt (3 Muffins) beziehen.
 
Dann müsste doch da stehen 'wieviel sind es?'. ;)

Nach längerem Nachdenken wäre ich auf 10 gekommen (mit Raten). Insofern hat der Aufgabenersteller alles richtig gemacht. :lol:

Dass die Fragestellung einem Erstklässlerschulbuch nicht gerecht ist, sind wir uns ja nun weitestgehend einig.

Nö, das ist halt ne Knobelaufgabe.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das Problem lässt sich nicht endgültig auflösen. Darauf können wir uns doch einigen?
Absolut.
Das mit den Mengenangaben kommt dann halt auch auf den Kontext an. In folgendem Zusammenhang wirst du mir bestimmt zustimmen.

Alex isst eine Pizza. Bert isst anderthalb Pizzen und Christian isst zwei Pizzen.

Zugegeben, in die Aussage aus der Aussage ist nicht unbedingt in solch einem kontext zu sehen, daher bleibt es ja auch einfach schwammig.
Die Antwort von Kisser erscheint so auch sehr logisch, allerdings widerspreche ich hier der Behauptung, dass sich das "es" nur auf das unmittelbar zuvor genannte Subjekt beziehen könne. Es kann sich aus dem Kontext durchaus auch eine andere Bedeutung ergeben. Nur genau dieser Kontext und die daraus folgende eindeutige Bedeutung existiert nun in der Aufgabenstellung so überhaupt nicht.


Edit:

Schade, ich wollte doch so gern einig sein. Gut, dann finde halt nur ich, dass das so nichts in 'nem Erstklässlerbuch zu suchen hat, in höheren Klassen könnte man die Aufgabe als Beispiel für eine schlechte Problemstellung ansehen.

Ich hab übrigens diese Aufgabe heute auch einem Kommilitonen gestellt, nach einem anfänglichen :watt: kam dann auch die Antwort wie von 90% der Umfrageteilnehmer hier, also 16 Muffins.
 
Zuletzt bearbeitet:
simpsonsfan schrieb:
Die Antwort von Kisser erscheint so auch sehr logisch, allerdings widerspreche ich hier der Behauptung, dass sich das "es" nur auf das unmittelbar zuvor genannte Subjekt beziehen könne.

Das nennt man im Fach Deutsch dann aber "Bezugsfehler".

Das Auto ist rot.
Das Haus ist grün.

Welche Farbe hat es?

Hier ist in korrektem (wenn auch schlechtem) Deutsch nur "grün" die richtige Antwort.
 
Das Auto ist rot.
Das Haus ist grün.

Welche Farbe hatte es?

Tja, keine Ahnung, welche Farbe es mal hatte.

Was ich damit sagen will; du hast einfach mal so die Zeitform geändert.

Dieses 'waren' in der Aufgabenstellung bezieht sich IMHO auf etwas was nicht mehr ist/existiert, z.B. weil es bereits gegessen wurde.
 
Zuletzt bearbeitet:
Stimmt, in der Aufgabe ist ja auch irgendwie ein Bezugsfehler. Ich bin grad schon beim ein oder anderen Bierchen, bis mein Kumpel mich abholt, da leidet das Sprachverständnis schon auch mal ein bisschen.
Jedenfalls ist es doch in folgendem Satz deutlich, wenn auch evtl. nicht hundertprozentig grammatikalisch korrekt, dass nicht "mein heutiger Prozessor" gemeint ist mit "er".

Mein erster Prozessor hatte noch ein paar Mhz, mein heutiger Prozessor hat über 3 Ghz. Ich glaub es waren 400 MHz/er hatte 400MHz.
 
Durch den Gebrauch des Präteritums in der Frage kommt hier meiner Ansicht nach kein Bezugsfehler zustande.
Muss nochmal eine Nacht darüber schlafen ... bis Morgen hab ich den Thread dann hoffentlich auch vergessen.
:n8:
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Kinder essen AN einem Teller mit 13 Muffins.

Nach dem Essen sind 3 Muffins übrig.

Wie viele waren es?

Dann wären es 10. Da 13 Muffins insgesamt auf dem Teller sind und die kinder 3 DAVON übrig lassen.

Da aber
Die Kinder essen AN einem Teller mit 13 Muffins.

Nach dem Essen sind 3 Muffins übrig.

Wie viele waren es?

sind es 16

da die Kinder 13 Muffins essen und man nicht weiß, wieviele insgesamt da sind.
Also -13 gegessen + 3 übrig = waren vorher 16

Wie viele waren es?

Ganz schlechter Satz. Das war immer das, was mir bei gebracht wurde:
"Was waren wieviel? Kinder? Tische? Ameisen?Was meinst du denn?"
Man sollte unbedingt genau definieren, was man mit "wie viele" meint.

Die Lehrerin hat "lehretypisch" Unrecht ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Sehr spannende Frage!
Aus meiner Sicht gibt es keine eindeutige Lösung.

Nach dem da "Essen" steht, kann es aus meiner Sicht aber nicht 10 sein.
"Essen" bedeutet für mich nicht nur "auf dem Tisch stehen"

Aber Essen bedeutet auch nicht "fertig aufgegessen"

Also denke ich, das die sechs (Annahme) verfressenen Säcke sich die Bäuche bis auf Anschlag vollgestopft haben, und deswegen jeder den letzten nur mehr halb gegessen hat. Also ist das Ergebnis 13, obwohl 6*0,5=3 übrigbleiben!!

Feldforschungstechnisch und Statistisch ist das die mathematisch wahrscheinlichste Lösung.
 
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