Fußball-Spieler verweigert spielen in Israel

FreddyMercury

Rear Admiral
Registriert
Dez. 2002
Beiträge
5.414
Zitat Spiegel:
Das hat es noch nie gegeben: Der deutsch-iranische U21-Nationalspieler Ashkan Dejagah weigert sich, ein Länderspiel gegen Israel zu bestreiten. Der DFB steht hinter dem Wolfsburger, der Zentralrat der Juden ist empört und fordert Dejagahs Rauswurf aus der Nationalmannschaft.

Weiteres findet man bei: http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,510136,00.html

Was ich persoenlich ziemlich unhoeflich und dreist finde. Wenn er den Grund dazu wenigstens weg lassen wuerde, aber ich finde das ein Rauswurf aus dem Nationalteam noch zu wenig ist. Lebenslanges DFB verbot waere dafuer angebracht.
Ich hab nichts dagegen das er ein Iraner ist, ich finde es trotzdem unglaublich dreist und wenn ich so was lesen muss, kommt in mir Hass auf.
So etwas aehnliches ist bei der Olympiade passiert und nach der Disqualifizierung wurde er von seinem Heimatland noch belohnt :freak:
Wir koennten ja auch einfach mal alle nichts mehr mit denen zu tun haben wollen. Aber ich glaube dafuer sind wir zu sozial.

Etwas OT:
Bin ich hier wirklich in einer Welt voller Ignoranz, Egoismus, wo Religion (egal welche Art der Ausfuehrung) mehr herrscht als Verstand, Vernunft und Zusammenhalten? Ich will keine Perfekte Welt! Und auch keine Religionsdiskussion anstreben!

Was denkt ihr darueber? Wuerdet ihr das tollerieren oder billigen?

Edit1: Falls ich an der Eroeffnung des Topics was falsch gemacht hab, bitte nicht direkt schliessen, sondern mich aufmerksam machen und dann korrigier ich das ;)
 
AW: Spieler verweigert spielen in Israel

Also bevor hier irgend jemand noch was schreibt empfehle ich dringend, dass hier zu lesen: http://www.bildblog.de/2523/bild-spielt-foul
Ich kann seine Beweggründe vor dem Hintergrund durchaus nachvollziehen.
 
AW: Spieler verweigert spielen in Israel

Ich finde, man kann dazu als Außenstehender wenig sagen, weil die Gründe nicht bekannt sind. Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass Dejagah Verwandte im Iran hat, um deren Wohlergehen er sich Sorgen macht. Es ist ja nicht auszuschließen, dass Extremisten bei denen vor der Tür stehen und fragen, warum ihr Neffe/Bruder usw. gegen Juden spielt, was im Iran nicht zur Debatte steht. Wenn man die Verwandten dann in "Sippenhaft" nimmt, würde sich der Junge Vorwürfe machen.

Und er kennt die Situation in seinem Heimatland sicher besser als ich. Deshalb will ich ihm nicht vorschreiben, was er zu tun hat. Ich gebe allerdings zu, dass hier ein gewisser Damm bricht, weil man sich damit den Hetzern beugt, sofern meine oben genannte Vermutung richtig sein sollte.
 
AW: Spieler verweigert spielen in Israel

Unter der voraussetzung das es wirklich Familiäre- und Sicherheitsgründe sind, wie schon von lufkin und keshkau angeführt, finde ich sein verhalten begründet und klar nachvollziehbar.
Ich gebe allerdings zu, dass hier ein gewisser Damm bricht, weil man sich damit den Hetzern beugt, sofern meine oben genannte Vermutung richtig sein sollte.
Das schon aber soll er wegen so was nebensächlichen und unwichtigem, wie einem Fußballspiel, seine Familie in Gefahr bringen?
Definitiv nein!
Es gibt wichtigeres als ein Fußballspiel.
 
Hier ist der Fall ziemlich klar, zumal er auch noch einen iranischen Pass hat. Und wenn die Lage so ist, wie in dem von lufkin zitierten Beitrag, dann sehe ich auch keinen Anlass zur Kritik.
 
Hab mal den Threadtitel verändert, damit der Zusammenhang direkt klarer wird.

Nun ich habe mich dann doch etwas über das Echauffieren von Spiegel-Online gewundert. Die Behauptung es handele sich um politische Gründe von Seiten des Spielers, basiert auf reiner Mutmaßung und leider wird wieder mal deutlich, daß eine der Hauptinformationsquellen von SPON die gute alte Bild ist. Fest steht nämlich, das er selber absolut keine politischen Gründe genannt hat. Ja er war so ehrlich zu sagen, daß er nicht gegen Israel spielen kann, weil er Deutsch-Iraner ist. Und im Gegensatz zu Haschemian von den Bayern damals täuscht er keine Verletzung vor. Der Dank dafür ist, daß er von allen Seiten angegriffen wird.

So wird eine heuchlerische Debatte über den Spieler geführt, statt die Gründe zu recherchieren und die Probleme eines erpresserischen Regimes mal zu verdeutlichen. Und das sich diverse Verantwortliche bei Wolfsburg und im DFB sich an einem angeblichen "privaten Judenboykott" beteiligen, das kann der der Zentralrat der Juden einfach auch selber nicht glauben. Ich will das nicht übermäßig thematisieren, aber man muss sich schon an den Kopf greifen, wie hier ein Nachwuchsspieler versucht wird zu instrumentalisieren. Gegen die einen kann er sich nicht wehren, aber in einem demokratischen Land sollte auch ein Interessenverband nicht zu solch plakativen Aussagen greifen, es sei denn er ist bereit sowas auch stichhaltig zu beweisen.

Die selben Medien haben im Übrigen kein Problem, wenn sich Nationalspieler gerne gegen drittklassige Gegner "krankmelden", solange die der Bild-Zeitung Exklusivinterviews geben. Das sollten die "Politiker" die sich hier ranhängen und aufregen, daß dann ja "jeder sich aussuchen könne gegen wen er noch spielen will", mal bedenken.
 
Zuletzt bearbeitet:
Find ich teilsteils.

Er steht hald zu dem was er denkt. Finde ich auch sehr gut
 
Ich denke es geht weniger darum was er von Israel hält oder um Sympatie gegenüber dem Iranischen Regime, sondern eher darum was seine Familie im Iran zu befürchten hätte wenn er nach Israel geht und dort spielt.
 
Dejagahs teilweise im Iran lebende Familie muß mit ernsthafte Konsequenzen rechnen, sollte er in Israel einreisen. Ich finde es ungeheuerlich, das der Verband (und einige andere) diese Konsequenzen nicht als trifftigen Grund für seine Entscheidung akzeptieren und darüber hinaus diese Konsequenten scheinbar auch noch im Sinne einer "Political Correctness" o.ä. in den Kauf nehmen würde. Soweit mir bekannt ist, hat sich Dejagah auch nicht antisemitisch geäußert. An der Stelle kann ich mich besonders über den Zentralrat der Juden aufregen, der sich gleich mal auf den Schlips getreten fühlt und einen antisemitischen Hintergrund wittert. Als ich heute deren Statement im Fernsehen gesehen habe, bin ich ungläubig vom Stuhl gefallen,

Einige Leute sollten sich mal in Dejagahs versetzen: Sollte er auflaufen, darf möglicherweise nicht mehr in den Iran zu seiner Familie reisen und sein Bruder, der in Teharan Fußball spielt, muß mut Sanktionen rechnen. Ich denke nicht, das es hier um Nationalitäten geht oder ob Dejagah spielen will oder nicht. Er will nur seine Familie schützen. So sieht es jedenfalls fpr mich aus.
 
Ist völlig legitim eine Länderspielteilnahme abzulehnen, egal aus welchen Gründen, ist typisch für unsere Gesellschaft, dass dies gleich verurteilt wird.
Genauso werde ich sicherlich verurteil, wenn ich mitteile, dass ich nicht einsehe, dass israelische Mannschaften bei UEFA-Wettbewerben mitmachen dürfen und die Nationalmannschaft sich für die EM qualifizieren könnte.
Die haben bei einer Europamsisterschaft einfach nix zu suchen.
 
Wenn sich die UEFA nicht erbarmt hätte, würde Isreal bei keinem Wettbewerb mitspielen, weil sich viele asiatische Mannschaften weigern, gegen Israel zu spielen. Jedenfalls war dies zu der Zeit so, als Israel in die UEFA aufgenommen wurde. Ob es heute abgesehen von Iran immer noch so dramatisch ist, weiß ich nicht.
 
Ist das Problem Israels, wenn es mit seinen Nachbarn nicht klarkommt, für mich haben die Nichts bei europäischen Wettbewerben zu suchen.
 
ich stimm meinem vorredner zu 100% zu, ein land das öffentlich mord an leuten betreibt und so kriegerisch veranlagt ist, hat es nicht anders verdient. wäre ich fuba spieler würd ich dort auch nicht hinwollen.

ich versteh es auch nicht warum man so ein handeln verurteilt, im gegenteil sowas verdient anerkennung.
 
Schon erstaunlich, wie man jahrzehntelange (wenn nicht gar jahrtausendelange) verworrene Geschichte und Ansprüche (gerechtfertigt oder nicht) auf ein Gebiet, mit einem Halbsatz bei Seite wischen kann. Fakt ist aber, dass ausgerechnet der Iran (oder Irak, Ägypten, Syrien usw.) sich nicht als Positivbeispiel eignet und zum Moralapostel aufschwingen kann. Zudem sieht sich der Spieler gezwungen, auf Grund eben dieses Regimes nicht zu spielen, nicht weil er moralische Bedenken hat.

Nun ja und solange nicht der Sport, sondern die Politik im Vordergrund steht, spielt Israel besser in der europäischen Gruppe mit. Im übrigen auch ganz gut für die Mitbewerber aus der Gegend. Durch Verweigerung des Spielantritts gewinnt automatisch der Gegner, Israel wäre wohl die ein oder andere Teilnahme an Asienmeisterschaften fast geschenkt worden.

Das Handeln verdient keine Anerkennung. Aber wenn man die Gründe kennt, dann verlangt es Verständnis für die Situation des Spielers. Jegliche politische Instrumentalisierung macht genau das, was viele beschreien: Den Sport kaputt.
 
Zuletzt bearbeitet:
atomfred2k schrieb:
ich stimm meinem vorredner zu 100% zu, ein land das öffentlich mord an leuten betreibt und so kriegerisch veranlagt ist, hat es nicht anders verdient. wäre ich fuba spieler würd ich dort auch nicht hinwollen.

ich versteh es auch nicht warum man so ein handeln verurteilt, im gegenteil sowas verdient anerkennung.

Super!
Wenn wir diesen Maßstab anlegen, dann würden viele Länder aus dem Sport verschwinden und viele Wettbeewerbe könnten eingestellt werden - und wir hätten ganz viele Menschen, die ganz viel Anerkennung verdienen. Bei manchen Beiträgen fällt einem wirklich nichts mehr ein.
 
ich kenn leider nicht soviele länder aus z.b das genannte die das völkerrecht mit den füßen treten und von der genfer konvention noch nie was gehört haben.

p.s ich dachte fullquotes sind böse?
 
Zurück
Oben