Geht es uns besser als wir denken! "Germany, restart your engines!"

[focusbiker]

Commander
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Servus!

Wollen wir mal wieder ein bisl Bewegung in den Laden bringen! :D


Ich weiß nicht, ob ihr es mitbekommen habt, aber anscheinend ist es so, dass die derzeitige wirtschaftliche Lage in Deutschland von uns im Inland als schlecht eingesehen wird, klar, aber im Ausland ist das anscheinend anders.

Unter dem Titel "Germany, restart your engines!" bewertet das Time-Magazine den Standort Deutschland und kommt zu einem recht guten Ergebnis. Auf einer internationalen Rangliste, auf der es darum geht, wo die Voraussetzungen am besten sind um dort zu investieren, kommt Deutschland immerhin auf Rang drei! Als Begründung werden die gute Infrastruktur und vor allem die anrollenden Reformen angeführt!

Jetzt stellt man sich die Frage, warum sehen die das so und wir nicht? Bestätigt sich mal wieder, dass wir Deutschen ein Volk voller Skeptiker, Schwarzseher und Pessimisten sind?

Es ist ja nun mal nicht so, dass das Time-Magazine irgendein dahergelaufenes Heftchen ist, sondern eher zu den Renomierteren gehört...

image_04.gif


Der ganze Artikel! http://www.time.com/time/europe/html/040726/
Time-Magazine schrieb:
G E R M A N Y
Restart Your Engines: Look around Germany and you see signs — however fragile — of renewal. Happy days aren't quite here again, and most people in Europe's former powerhouse are still too beaten down to recognize it, but it's time — at last! — for optimism

Hab es bisher leider noch nicht auf deutsch gefunden, wenn das der Fall sein sollte, hole ich das natürlich nach! :)

Hier was dazu auf deutsch:
http://www.onwirtschaft.t-online.de/c/22/09/63/2209632.html
 
Zuletzt bearbeitet:
Nun denn... was Infrastruktur angeht, sind wir mit Sicherheit top in Europa. Aber die Reförmchen als Investitionsheil zu deklarieren, halte ich für sehr gewagt. Es mag uns ehren, daß wir ein besseres Bild abgeben (vermeintlich) als in der Vergangenheit, aber hier schreien ein paar Außenseiter zu früh.

Das hat nix mit Pessimismus oder Schwarzseherei zu tun. Ich denke, nach all den Diskussionen um Hartz IV und andere kleine Reformen und Dereformen ist klar, daß das so (noch) nix wird.

Es ist ein Anfang. Mal sehen, wo der Laden hinfährt.
 
moin moin

Ich denke mal, dieser Pessimismus kommt bei vielen Leuten hier einfach durch die eigenene finanzielle Situation.
Dank des Teuro, Benzinpreisen und und und ist das Leben in Deutschland nicht unbedingt einfacher geworden.

Wenn man da kein Top-Verdiener ist, macht sich das doch ganz schön bemerkbar, dann fällt es nunmal schwer,
zu sagen "juhu mit Deutschland geht es bergauf" ... solang sich das nicht beim Bürger selbst bemerkbar macht, wird das wohl auch noch ne Zeit lang so bleiben.
 
ICh äussere jetzt mal eine Vermutung, kann sie also nicht belegen aber mir kommt es so vor als ob der Großteil von Firmen immer mehr Kohle verdient, aber trotzdem immer mehr LEute auf die Strasse setzt mit dem Gedanken was 40 schaffen machen auch 30 Leute.
Sicherlich gibt es gerade im Gewerbe viele Firmen bei denen die Zahlen nicht so gut aussehen, aber die Quartal's Zahlen der größeren Firmen sehen doch sehr gut aus.
Aber anstatt Leute einzustellen fordert man lieber flexible Arbeitszeiten bis zu 50Std. pro Woche. Das ist doch ein Witz.

MEiner MEinung nach müssten die Lohnnebenkosten gesenkt oder anders (attraktiver) für den Arbeitgeber berechnet werden. Den so wie es zur Zeit aussieht bringt es dem Arbeitgeber nicht viel und der Arbeitnehmer ist dadurch der Leitragende.
Einfaches Beispiel (nur ungefähr)
Netto Verdienst = 2500 Euro
Brutto Verdienst = 4500 Euro
Kosten für Arbeitgeber = 8000 Euro

Das ist meiner Meinung nach ein Unding!
 
LittleJackAss schrieb:
Einfaches Beispiel (nur ungefähr)
Netto Verdienst = 2500 Euro
Brutto Verdienst = 4500 Euro
Kosten für Arbeitgeber = 8000 Euro

Das ist meiner Meinung nach ein Unding!

Kannst du diese Rechnung vielleicht etwas präziser erläutern? :)
 
Was ich damit verdeutlichen will ist das der Arbeitnehmer am Ende nur 30% in der Hand hat was der Arbeitgeber für ihn bezahlen muss! Die Kosten für den Arbeitgeber sind einfach zu hoch und was nochmal vom Bruttogehalt abgeht genauso!

Würde man z.B. diese Kosten senken dafür aber die MwSt. anheben wäre z.B. ne Möglichkeit. Ich kann natürlich nicht jetzt auf Anhieb ein Erfolgskonzept aufstellen aber sicherlich gibt es da möglichkeiten!
 
Interessant wäre es zu wissen, ob das Time Magazine die einzigen sind, die es so sehen oder ob es noch diverse andere ausländische Zeitungen und Magazine gibt, die eine ähnliche Ansicht vertreten. Vielleicht übersehen wir einfach, wie wir in Deutschland den richtigen Weg einschlagen. Schauen die restlichen Industrienationen neidisch auf uns ? Bemerken wir unseren Fortschritt im Vergleich zu anderen nicht ? Oder sind wir einfach zu anspruchsvoll oder gar zu perfektionistisch ? Wir wollen direkt mit dem Kopf durch die Wand, dabei können wir stolz sein auf die zaghaften Schritte, die andere nicht schaffen...
Auf jeden Fall ein spannendes Thema, was uns vielleicht auch gut tut, damit man mit seinem Denken vom Abgrund wegkommt und wir den Blick fürs Positive gewinnen.

Vorallem von dem Effekt auf Politik und Wirtschaft bei anhaltenden ähnlichen Meldungen bin ich gespannt. Sollte es wirklich so sein wie dargestellt, könnte ich mir gut Vorstellen das die Herren an den Schaltern ein gewisses Selbstvertrauen gewinnen, seht her, so falsch war es gar nicht was wir gemacht haben und so der Weg für weitere Reformen geebnet wird...

Auf jeden Fall am Ball bleiben...:)
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich glaub einfach, dass "die Deutschen" ihr Glück ein wenig zu sehr an Geld koppeln. Versteht mich net falsch, Geld zu haben ist schön und vor allem wichtig. Aber irgendwie kommt es mir vor, als hätte vor allem die 30-50 jährigen, ihren Sinn fürs "Glücklichsein" zwischen der 2ten Ehe, dem 11ten Urlaub, dem 7 Handy und dem 8 Auto irgendwie verloren. Genügsamkeit scheint für mich aktuell keine deutsche Tugend mehr zu sein. Was natürlich nicht für alle gilt, aber pauschal kann man es denke ich schon so sagen.

Was die Industrie bzw. die Wirtschaft betrifft, so ist es ja wohl kein Geheimnis, dass grade die großen, also die die auch am lautesten schreien, die sind, die atm klotzig verdienen. Die Exporte z.B. haben wieder einen Höchstand erreicht, trotz des "hohen" Euros. Was ja immer als äußerst schlecht für die deutschen Exporte angemahnt wurde, scheint ja doch net so wild zu sein.
Das Deutschland in diesem Bericht so gut wegkommt, wundert mich nicht. Grade die angesprochenen Dinge, wie eine herausragende Infrastruktur, die qualifizierten Arbeitskräfte und vor allem eine sehr hohe Produktivität sind einfach nicht selbstverständlich in der Welt. Da kann Siemens so lange drohen wie sie wollen, mal eben nen Werk in Ungarn bauen und das in Deutschland dicht machen ist im Endeffekt nicht drin. Klar sind die Arbeitskräfte billiger, ABER das ist auch alles, sonst sehe ich keine Vorteile. Ich halte die Drohung, die von Siemens ausgesprochen wurdem, eh mehr für nen Test um zu sehen wie weit man denn gehen kann. Jetzt haben sie immerhin die 40 Stundenwoche erreicht, einfach so. Vor der Politik muss sich die Wirtschaft bestimmt nicht verstecken, sobald das Wort Arbeitsplatz fällt, kriechen die Politiker auf dem Boden und küssen dem Vorstand die Füße, so dass er doch nur die Arbeitsplätze erhalte. Es geht ja um die Wiederwahl. Die Arbeiter sind einfach nur froh ihren Job, meiner Meinung nach, kurzfristig gesichert zu haben. Da kommt also auch kein erstzunehmender Widerstand zu stande. Was ich sagen will ist, dass diese ganze, vor allem durch die Medien, dargestellte Situation Deutschlands ein Kunstprodukt ist. Es wird genau das schlecht geredet, was grade nützlich ist, um sich die Taschen noch voller zu machen. Glaubt hier noch jemand an das Märchen der freien Presse?

Das alles ist erst der Anfang. Da die Politik sich schon lange selbst disqualifiziert hat, das Volk eh keine Ahnung hat was überhaupt abgeht. Vor allem auch die jetzige Jugend ne Allgemeinbildung hat, dass einem ganz anders wird. Wie soll jemand der nichtmal die Hauptstadt Frankreichs kennt, sich nicht bei sowas verarschen lassen? Grade das Medium Fernsehen trägt einen großen Teil zur "Abrichtung" der Leute bei. Hintergrundinfos, Kultur... nada. In den Spartenkanälen ja, bei den Publikumsmagneten a la RTL eher nicht so...

Was ich sagen will. Wir leben immer noch im Schlaraffenland, sind aber auf bestem Wege uns alles selbst kaputt zureden bzw. uns ausnehmen zu lassen. Ausnehmen von einem System, das sich langsam aber sicher das Soziale von den Segeln streicht. Getrieben von der fiktiven Welt der Aktienmärkte, von alles fressenden Multis die den Hals nicht voll bekommen. Aber so ist das im Kapitalismus, Geld regiert die Welt. Was sich über Jahrzehnte schleichend entwickelt, kommt irgendwann auch zum Vorschein. Und die jetzige Situation Deutschlands kündigte sich schon länger an. Wir sollten zu sehen rechtzeitg aufzuwachen. Aufzuwachen aus dem täglich über uns ausgeschütteten Pessimisus, aus den mit rot übermalten Zahlen. Man wir sind in noch in Deutschland, nicht in Polen! So let's have a nice day!
 
Es ist ja vieles richtig was hier angeführt wurde.
Dennoch denke ich das es aber auch langsam an der Zeit wäre das System selbst einmal in frage zu stellen. ;)
 
@ GRAKA0815
Bloß das nicht. Wenn du das System in Frage stellts, geht es ans Eingemachte. ;)
Es ist leichter eine oder mehrere Gruppen als Sündenbock darzustellen, als Systemkritik zu üben. Dieses System ist die Ultima Ratio und die beste aller möglichen Welten. Sagen zumindest diejenigen, die die Macht haben. Es gibt zwar ein paar Schönheitsfehler, aber dafür hat man ja seine Sündenböcke.
Cerberus
 
Cerberus schrieb:
@ GRAKA0815
Es ist leichter eine oder mehrere Gruppen als Sündenbock darzustellen, als Systemkritik zu üben.
Ohje ohje, ich kann nur hoffen das du den Teufel da nicht zusehr an die Wand gemalt hast, wenn ich mal in der jüngsten Vergangenheit und in eine nördlich Gelegene Stadt unserer Republik schaue, wo unlängst solche Tendenzen stattgefunden haben...

Man kann nur von Glück sagen, das diese Tendenzen so dumm waren und sich selber aus der Politik gekegelt haben, mit dem "Vorwurf" jemand sei homosexzuell lässt sich heutzutage ja dankenswerterweise kein Blumentopf mehr gewinnen....
 
Ich kann mich nur anschliessen. Wir reden doch alles nur schlecht. Die Leuten kaufen weniger? Na und, es ist ja auch teurer geworden, dass kann kein Problem sein. Zu viele Arbeitslose? Nur zwei Worte: Automatisierung und Asien. Unser Sozialsystem ist schlecht? Im Vergleich zu vielen anderen Statten ist es ausgesprochen gut.

Aber klar, wenn wir glauben wir hätten Probleme lässt sich mit uns doch viel mehr anstellen. Nach dem Motto "Alles was hilft" kann eigentlich jede Schweinerei durchkommen, die am Ende doch nur die reichen noch reicher macht, dem Arbeiter aber nichts bringt.

In diesem Sinne, schöne Grüße von

gnom66
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich pers. halte Hartz IV und andere Einschnitte für ein Eingeständnis dafür, dass wir von den Arbeitslosenzahlen etc. nicht mehr herunter kommen werden.
Es ist zum Kotzen. Den Sozialhilfe-Empfänger interessiert es herzlich wenig was Hartz IV bringt, und die Reichen noch viel weniger. Aber durch solche Maßnahmen wird auch noch der letzte verbleibende Rest des ehemaligen "Mittelstandes" vor die Hunde gehen.
 
Das schlimme ist:
Da haben manche entbehrungsreich gelebt, um sich für das Alter abzusichern, und nun, da der worst case eingetreten ist und sie arbeitslos sind, müssen sie sich das, was sie sich erarbeitet haben anrechnen lassen und können sich ihr Leben nicht mehr leisten! Toll gemacht!
 
Und liegen letztenendes im Alter wieder dem Staat auf der Tasche, da ihre private Altersvorsorge dahin ist. Also keine Einsparmassnahmen, sondern nur eine Umschichtung. Das diejenigen, die Gedankenlos jeden cent verprassen am Ende das Arbeitslosengeld in den Arsch geblasen bekommen, während die vernünftigen und Sparsamen die Arschkarte gezogen haben, ist allein vom Grundgedanken her nicht vertretbar. Welchen Anreiz gibt es jetzt noch, privat etwas für die Altersvorsorge zu tun ? Ich schneide mir doch ins eigene Fleisch damit. Und der nächste Punkt steht schon auf der Liste und schlägt haargenau in die selbe Kerbe: Ich sage nur "Die Schweiz hat auch keinen Kündigungsschutz, dafür Vollbeschäftigung". Na ob man das System eines im Vergleich zu Deutschland winzigen Staates einfach so ummünzen kann, sei mal dahingestellt, danke auch Herr Merz.... Ich wäre ja wahnsinnig, wenn ich etwas ansparen würde, das würde ich ja eh nicht bis zum Alter durchbringen, dann doch lieber öfter in Urlaub fahren, "sollen meine Altersversorgung halt andere bezahlen".
 
Äh, das mit der Alterversorgung hat aber Rot-Grün-Hartz verbockt...

Aber das mit dem Kündigungsschutz war Merz, das is richtig. Wird auch intern grade heiß diskutiert. Den Kündigungsschutz völlig abzuschaffen, halte ich für verfehlt. Aber eine Vereinfachung braucht das Arbeitsrecht schon. Das darf nur nicht so weit gehen, daß wir hire and fire bekommen... aber im Grunde ist es heute ja auch nur eine Argumentationsfrage, ob jemand rausgschmissen werden kann oder nicht.
 
Das mit Rot/Grün bei der Altersvorsorge weiß ich. Ich meinte nur, das die geforderte Abschaffung des Kündigungsschutzes doch absolut haargenau dazu passt. egal von welcher Partei oder von welchem Parteiangehörigen das Thema angesprochen wurde. Das ergänzt sich perfekt und kommt genau zur Richtigen Zeit...

Wie lange lassen wir uns das noch gefallen, bis wir auf die Straßen gehen ?
Ich finde, grade in letzter Zeit hat der Schwachsinn in der Politik enorm zugenommen. Oder um mal einen T-Shirt Spruch zu zitieren:
"Mit jedem Tag steigt die Anzahl derjenigen, die mich am Arsch lecken können !"
 
Du hast das "zwangsläufig" vergessen :D

Aber Du hast recht! In Frankreich wären schon längt 100.000e auf der Straße und würde Poitiker bespucken.
Eines ist klar, wir müssen was ändern, aber so wie es hier bei uns gemacht wird, ist das einfach nur noch erbärmlich. Da kann keiner auch nur 5 Meter weit denken... traurig. Diese Gesetze sind derart schlecht gemacht, daß es weh tut.

Die ganzen Ab- und Auswanderungen wundern mich nicht. Aber das ist schon immer ein deutsches Problem gewesen: die Obrigkeitshörigkeit.
 
Es stimmt schon,wir lassen uns viel zu viel gefallen.Aber was sind die Alternativen? Ob man nun CDU, SPD oder weiß der Geier wählt, es ändert sich nichts, nur der Name. Und für öffentlich Demos haben viel zu wenige begriffen, dass man uns nur verarscht.
 
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