Geldanlage ETF, Aktien, Tagesgeld oder sonstiges?

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Sapphire Fan

Commander
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Hey Leute,

wie legt ihr denn euer Geld an und warum?
Ich versuche auf ETFs mit Dividendenzahlung zu setzen, was macht ihr so und warum? Welche ETFs habt ihr und warum?

Danke an alle für die gepflegte Diskussion :-)
 
Von meiner Sparquote gehen 90% in den Vanguard FTSE All-World, 10% in Bitcoin/Ethereum.

Mein Ziel bei ETFs ist maximale Diversifizierung durch den All-World, sich auf Aktien mit hoher Dividendenzahlung zu fokussieren würde das abschwächen (btw. geht nach jeder Dividendenausschüttung der Aktienkurs sowieso im selben Wert runter, d.h. wenn man das Geld brauchen würde kann man es sich genauso selber auszahlen durch Verkauf).

Ziel ist es später dann noch Immobilien (entweder selber bewohnt oder als Kapitalanlage) mit ins Portfolio aufzunehmen ;)

Über Blockchain habe ich damals meiner Masterarbeit geschrieben, d.h. daher die Crypto-Wette, auch wenn ich das mehr als Lotto sehe ob sie aufgeht ^^
 
Das ist nur teilweise richtig. Denn du verschenkst sonst bis zum Verkauf jedes Jahr den Freibetrag. Zahle auch in den FTSE all world...aber meiner zahlt alle 3 Monate Dividende. Diversifizierung ist das aber kaum, da bei dem ja ein riesen Anteil USA ist.
 
Was ist der Hintergrund Deiner Dividendenstrategie?

Wichtig ist ein planvolles Vorgehen, dazu gehören m. E. ein langfristiges Konzept, welches zur Lebensplanung passt, Kostenbewusstsein (z. B. Transaktionsgebühren, Steuern) und die Frage um wieviel Geld geht es.

Einige sichere Dividendenaktien können gerade zu Beginn das Vermögensaufbaus durchaus Sinn machen, solange man nicht über den Sparerfreibetrag kommt, denn damit umgeht man die 25% Abgeltungssteuer. Wenn man schon über einiges mehr an Kapital verfügt und von den Dividenden auch laufende Kosten abdecken will, dann wären eventuell Aktien eine Wahl, die die Dividende "steuerfrei" auszahlen, z. B. wie Telekom oder Deutsche Post. Aber Achtung, diese Steuerersparnis wird beim Kaufwert der Aktien im Nachgang berücksichtigt, d. h. bei einem späterem Verkauf zahlt man dann quasi nach.

Ich persönlich fahre mit einer Mischung, einige (Dividenden-)Einzelaktien (gestreut über Branchen) zusammen mit einem All-Word-ETF, einem IT-ETF (diese Branche wird noch lange ein Wachstumsmarkt sein) und einem speziellen World Water ETF.
 
Sapphire Fan schrieb:
Das ist nur teilweise richtig. Denn du verschenkst sonst bis zum Verkauf jedes Jahr den Freibetrag. Zahle auch in den FTSE all world...aber meiner zahlt alle 3 Monate Dividende. Diversifizierung ist das aber kaum, da bei dem ja ein riesen Anteil USA ist.
Ah okay, ich habe den FTSE All-World auch in der ausschüttenden Variante, wobei diese sofort bei ING wieder neu angelegt wird.

Ich dachte du hättest dir einen "echten" Dividenden-ETF geholt, der die Aktien-Zusammenstellung entsprechend maximaler Dividende optimiert hätte.

Ist halt immer die Frage nach was man diversifiziert, der All-World spiegelt halt die Gewichtung entsprechend der globalen Bewertungen wieder. Wenn man der Meinung ist, USA-Aktienmarkt ist z.B. im Vergleich zu China überbewertet, könnte man natürlich z.B. Emerging Markets höher dazumischen ...
 
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Hallo,

das: A1T8FV ist mein FTSE ETF. Das der MSCI World den ich auch bespare: A1C9KK
und das: A0NECU ein Emerging Markets mit monatlicher Dividendenzahlung.

Der FTSE All World den ich bespare ist ein High-Dividenden ETF.

Meine Planung ist ein Vermögensaufbau über den MSCI World und Dividendenzahlungen monatlich die dann iwann die Rente deutlichst nach oben aufwerten sozusagen. Was mir ausgezahlt wird, habe ich erstmal. Wie sich die Kurse generell entwickeln, weiß ja niemand...obgleich der MSCI World ja auf lange Sicht immer ordentliche Kursgewinne erzielt.
 
Sapphire Fan schrieb:
wie legt ihr denn euer Geld an und warum?
Warum: weil ich nicht weiss, was ich sonst damit machen soll :confused_alt:

Grob gerechnet:
8,5% Girokonto/Tagesgeld
37% Aktien ETFs
12,5% Kapital-/Rentenbildende Versicherungen
42% Immobilie

Wobei das prozentual falsch berechnet ist, da ich nicht weiss, was meine Immobilie heute erzielen könnte. Und die Versicherungen sind nur mit dem aktuellen Wert beziffert (=Beitragsfreistellung heute und Auszahlung zum vereinbarten Termin).

Sapphire Fan schrieb:
Ich versuche auf ETFs mit Dividendenzahlung zu setzen, was macht ihr so und warum?
Der Hauptanteil der Aktien liegt im FTSE All-World mit der Aufteilung von 29% im A1JX52 (Dist) und 71% im A2PKXG (Acc)

Die Aufteilung auf die beiden war zwar von Anfang an so geplant, die Gewichtung des "Dist" ist mittlerweile wieder am sinken, da der Sparer-Freibetrag schon erreicht ist. Ich hatte beim Umschichten von Deka Fonds in ETFs mal den "falschen" ETF ausgewählt. Somit wird mittlerweile nur noch der Acc monatlich bespart.

Zusätzlich liegen noch ein paar % in den beiden:
iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF (DE) A0F5UH (Dist)
VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders ETF A2JAHJ (Dist)

Erstere war mal dazu gedacht, die Dividenden aus dem FTSE AllWorld kostenlos wieder zu investieren.

Am Ende ist es aber nur verlustbehaftete Spielerei, da beide ETFs zwar mehr Dividenden ausschütten wir der FTSE All-World, gesamthaft aber bisher eine geringere Rendite haben.

Trotzdem passen sie ganz gut zu meiner derzeitigen Einstellung, da sie im Gesamtportfolio den US-Anteil zu Gunsten einer höheren Gewichtung von Europa etwas anpassen.

Sapphire Fan schrieb:
das: A1T8FV ist mein FTSE ETF. Das der MSCI World den ich auch bespare: A1C9KK
Da macht die Doppelung dann u.U Sinn, da der High Dividend ja alle Aktien rauswirft, die nicht genug Dividenden zahlen.

Ziel ist es am Ende im (Vor-)Ruhestand davon noch einiges an Zusatzeinkommen zu haben. Außerdem bin ich niemand, der sein Geld einfach nur ausgibt, weil es auf dem Konto rumfliegt. Damit liegt es besser in den ETFs wie auf dem Girokonto oder dem Tagesgeld.

Sapphire Fan schrieb:
Was mir ausgezahlt wird, habe ich erstmal.
Entweder, Du musst es wieder investieren, oder es unterliegt der Inflation.

Sapphire Fan schrieb:
Wie sich die Kurse generell entwickeln, weiß ja niemand.
Ein Grund mehr für mich, für den (Vor-)Ruhestand nicht auf Dividenden oder Kursstiegerungen zu setzen. Das ist bei mir "nur" ein schönes Zubrot, aber nicht zwingend nötig. Von daher stört es mich auch nicht so sehr, dass ich nach fast 2 Jahren immer noch bei +/- 0 bin.
 
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@gymfan

Klingt für mich als hättest du bereits ausgesorgt. Wenn dem so ist...natürlich Glückwunsch :-)

Habe auch den größten Teil in einer Immobilie :-)
Tagesgeld habe ich natürlich auch noch. Die Dividenden "verleben" wir aktuell oder gönnen uns halt mal was schönes dafür :-)
 
Sapphire Fan schrieb:
Klingt für mich als hättest du bereits ausgesorgt.
Dafür müsste ich mit Anfang 50 meinen Lebensstandard schon recht weit senken. Mehr wie die Planung, spätestens mit 60 in den eigenfinanzierten Vorruhestand zu gehen und meine Schätzung, was das finanziell bis zur Rente und in der Rente bedeuten könnte, habe ich noch nicht.

Falls die gesetzliche Rente in 15 Jahren zu einer reinen Grundrente abgewertet sein sollte und die Zusatzbeiträge zur GKV noch weiter steigen, dann muss ich noch vorher einiges sparen oder auf ein Erbe hoffen.

Nicht wirklich eine Geldanlage im klassischen Sinn ist bei mir zusätzlich die Einzahlung in das Langzeitkonto meines Arbeitgebers. Damit kann ich mir ein paar Jahre Vorruhestand finanzieren, während dem ich noch offiziell angestellt bin und der AG seinen Steuer- und Sozialversicherungsanteil zahlt.

Das ist quasi eine Geldanlage, die in Freizeit ausgezahlt wird. Würde man es nur finanziell berechnen, wäre die Rendite extrem schlecht (schlechter wie bei der privaten RV). Aber mit welchem Wert setzt man seine Freizeit an?

Sapphire Fan schrieb:
Die Dividenden "verleben" wir aktuell oder gönnen uns halt mal was schönes dafür :-)
Für mich sind die Dividenden eher psychologischer Natur. Quasi eine Zahlung auch bei fallenden ETF-Werten und ohne dafür Anteile verkaufen zu müssen.

Ich darf sowieso nicht ausrechnen, was ich durch falsche Kapitalentscheidungen in den letzten 10-15 Jahren verloren habe.
 
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Mich würde interessieren ob es wahr ist, das in D die Rentner, zunehmend Flaschen sammeln müssen.
 
Ja das ist wahr. Sieht man doch häufig.
 
xxlrider schrieb:
Mich würde interessieren ob es wahr ist, das in D die Rentner, zunehmend Flaschen sammeln müssen.
Was hat das mit dem Thema zu tun? Die Rentner, die Flaschen sammeln, werden das Flaschenpfand sicher nicht in irgendetwas längerfristiges anlegen.

Genauso kann man sich fragen. warum einige mit den Bürgergeldsatz (oder hier Grundsicherung + sonstige staatliche Leistungen) auskommen und andere nicht.

Sapphire Fan schrieb:
Sieht man doch häufig.
Ich sehe häufig Leute, die bei rot über die Ampel gehen. Trotzdem müssen sie das nicht, auch wenn sie meist ihre individuellen Gründe dafür haben werden.
 
gymfan schrieb:
Was hat das mit dem Thema zu tun? Die Rentner, die Flaschen sammeln, werden das Flaschenpfand sicher nicht in irgendetwas längerfristiges anlegen.
Ne ganze Menge.

Ich habe den Eindruck das arme Menschen arm bleiben sollen, anders kann ich nicht nachvollziehen das solche enorme Steuern auf Spekulationsgewinne erhoben werden.
Wenn der Staat seine Finger da rausnehmen würde, hätte viele relativ Arme Menschen die Möglichkeit, quasi wie beim Lotto hier halt Crypto, Gewinne zu erzielen.

Der Staat geht ja auch nicht hin und stockt bis zur Pfändungs-Freigrenze auf.
Also soll er seine Flossen da raushalten wo die Gewinne überschaubar sind.
 
Flaschen sammeln müssen, ist sicherlich zuviel gesagt. Wer bereit ist im Alter sich auch zu verändern (Wohnortwechsel zum Beispiel), der muss in Deutschland sicherlich keine Flaschen sammeln.

Steuer auf Spekulationsgewinne gibt es doch bei Aktien seit langem nicht mehr.

"Seit 2009 müssen Sie beim Verkauf von Aktien, Anleihen und Zertifikaten keine Spekulationsfrist mehr berücksichtigen."

Krypto sollen die so hoch besteuern, das die Leute draufzahlen! Wir rechnen uns damit den Planeten kaputt (Energiebedarf)!
 
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Huhu @Sapphire Fan ich hab fast ausschließlich Bitcoin und Co. :) Das käme für dich nicht infrage, oder? Bitcoin kann schon mal +20 oder -20 % an einem Tag machen. Bei mir ist es aber nicht ganz so extrem, ich bin mit 1 % pro Tag zufrieden. :) Meist macht man ja Verluste, wenn man sich damit noch gar nicht beschäftigt hat.
Ergänzung ()

E: Hier noch ein paar Tipps aus meiner Sicht:
  • Setze auf Coins, die gerade unten sind, aber nicht auf die Tagesschlechtesten
  • Setze auf Tier 1 oder 2 Coins, aber vermeide Altcoins - oder du weißt genau, was du tust, sonst spielen sie Rodeo mit dir
  • Falls sich, wider Erwarten, ein Coin schlecht entwickeln sollte: HODL, es kommen auch wieder bessere Zeiten
  • Gehe keine Wetten oder Deals ein, handle 1:1
  • Gehe nicht Short
  • Gewinne sind schön, aber noch wichtiger ist es, anfangs keinen Verlust zu machen, steige also lieber früher als später aus
  • Ärgere dich nicht über nicht realisierte Gewinne
  • Schaue nach vorn, aber auch zurück
  • Informiere dich, lies Berichte und YouTube-Videos und (und das nicht zuletzt!) höre, was deine Mitstreiter zu sagen haben

Das wären so die wichtigsten Punkte. Viel Erfolg
 
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xxlrider schrieb:
enorme Steuern auf Spekulationsgewinne erhoben werden.
Enorme? 25% sind enorm? Ja es ist unfair, dass die Abgeltungssteuer pauschal ist, denn dadurch sparen vornehmlich wohlhabende und es ist irgendwie nicht nachvollziehbar, warum Aktiengewinn/Zinsen/Dividenden als einzige Einkommensart pauschal besteuert werden. Aber enorm? Oder gar ganz die Finger raushalten? Warum? Es ist eine Einkommensart wie jede andere auch.

Davon ab hast du pro Nase 1000€ frei.

PS: Warum wurde hier eigentlich ein spezieller Thread aufgemacht, statt hier zu fragen: https://www.computerbase.de/forum/threads/aktien-kaufen-verkaufen-und-fragen.1916547/
 
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Die Frage nach der Aufteilung der ANlage ist was komplett andere als Fragen zum Akienkauf und Verkauf eben viel grundlegender.

Aktien machen in der Regel nur einen Anteil aus.

Wir haben aktuell ~ 30% Immobilien und Unternehmensbeteiligungen, 20% Sorten und die restlichen 50% verteilen sich auf ~ 70% Aktien, 5-10% Devisen und der Rest Anleihen = "Renten".

Das halt mehr auf Werterhaltung(=Inflation)+2% und weniger auf Gewinn ausgelegt - damit sind wir ganz gut gefahren - auch wenn man mit Glück und riskanteren Anlagen sicher mehr verdienen kann - man kann auch mehr verlieren :D Aktieninvests Anleihen und Devisen lassen wir aber verwalten, einfach weil das sonst ja viel zu viel zeitlicher Aufwand bedeutet, heute muss man sich sehr aktiv um sein Portfolio kümmern, die Anlagestrategie von vor 10 od 15 Jahren kaufen und liegen lassen funktioniert ja nicht mehr wirklich.

Bei Aktien und Anleihen sind wir inzwischen fast ganz aus Europa und D raus (20%) und fast nur noch Asien / USA / CH / UK ~ 80% - die Aussichten von Europa und spez-. D sind halt einfach schlechter, als die der anderen Regionen. Vor ~ 15 Jahren war D+Europa noch ~ 80% :o verrückt wie sich das geändert hat.
 
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Da hier anscheinend ein paar Leute unterwegs sind, die schon gut am Investieren und Anlegen sind möchte ich gerne mal eine kleine Newbie-Frage in den Raum werfen, in der Hoffnung mal eine grobe Idee zu kriegen:
Ab wann sollte man sich überlegen, mit dem eigenen Vermögen anders umzugehen, als es einfach auf dem Girokonto zu parken?
Ich bin jetzt im Leben zum ersten Mal an dem Punkt, wo das Geld konstant mehr wird, weit mehr als fünf Monatsgehälter auf der hohen Kante liegen, Geld für plötzliche Eventualitäten da ist und es immer noch mehr wird.
Gibt es da irgendeine Faustregel? Irgendeine Summe wo man sagt "jetzt aber den Bankberater einschalten"? Ich habe das Gefühl, ich müsste mir mal langsam Gedanken machen, aber dann frag ich mich, ob es vielleicht auch schon zu früh ist. Bin da wahrscheinlich auch noch ein kleiner Fisch, aber früh übt sich und so.
 
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