Gentoo als 2tes System

fre4k

Lt. Junior Grade
Registriert
Sep. 2004
Beiträge
485
Hallo
ich hab nen Laptop mit Pentium M und hab Win XP Home oben würde gerne mal Gentoo zusätzlich als 2tes Betriebssystem installieren. Geht das so wie bei Suse automatisch oder muss ich etwas beachten, weil einen Datenverlust von Win XP kann ich mir nicht leisten ? Welches Gentoo soll ich mir runterladen ich brauch eins mit einer optischen Oberfläche wo ich aber auch eine console habe !

mfG
 
hmn, also das installieren von gentoo ist nicht ganz so trivial wie bei suse. das ganze geht eigentlich alles nur per kommandozeile und ohne grossartigen installer. ich glaube testweise gibt es irgend einen grafischen installer, aber damit habe ich keine erfahrung und ich finde, wenn man den braucht, hat man dann nicht wirklich die nötigen voraussetzungen um das system auch brauchbar zu administrieren. denn bei gentoo ist halt wirklich alles handarbeit.

somit ist auch das partitionieren nicht ganz trivial. am besten du machst es schon zum voraus mit partition magic. unter gentoo hast du dann nur ein kommandozeilen tool und wenn du dort einen falschen wert angibst, dann ist halt die partitionstabelle im arsch und es wird mühsam wieder aufs xp zuzugreifen.

bei gentoo musst du jedes packet, dass du installieren willst selber aussuchen. von dem her kannst du dein system genau so einrichten, wie du willst. grafische oberfläche (sogar schon mit xorg 7.0-rc2), mit irgend einem window-manager, irgend einem desktop-manager, irgend einem file-manager, irgend einem terminal. mit gentoo sind die linux grenzen noch weiter gesetzt, als mit sonst einer distribution.

gruss ganto
 
Zuletzt bearbeitet:
mal abgesehen davon dass gentoo wohl das geilste linux ist solltest du dir erst mal obigen link von siberian..husky durchlesen.
so viel macht man hat so viel muss man wissen. wenn du wirklich was lernen willst ist gentoo ratsam, denn nach der installation haste einiges über das dateisystem und dergl. gelernt. allerdings solltest du mehrere tage für ein fertiges system einplanen, wenn du es zum ersten mal machst. auch wäre es ratsam das ganze an einem nicht-produktiven system zu testen.

PS: dsl und schnelle cpu sind pflicht. desweiteren sollte man wissen welche hardware verbaut ist.
 
Stimmt es, dass in sachen Gameserver Gentoo um einiges mehr Leistung bringt als Debian ?

mfG
 
Das Gentoo so viel schneller ist bezweifel ich, man wird mit guten Compiler-Einstellungen jedoch sicher den einen oder anderen Prozent rausholen können. Der Aufwand würde sich meiner Meinung nach nicht lohnen.

Bin jetzt selber auf Gentoo umgestiegen und muss mich karuso anschließen :) Gentoo ist wirklich geil :D Macht mit einem Dual Core natürlich doppelt Spaß, außerdem ist die Installation bei weitem nicht so kompliziert wie es sich immer anhört. Man sollte allerdings die Konsole nicht scheuen.

Gerade weil man bei Gentoo nahezu alles selber macht, würde ich am wenigsten Bedenken um eine vorhandene Windows-Installation haben.

mfg
aki
 
Also ich habe aufgrund dieses Threads gerade mal angefangen ein Gentoo auzusetzen (läuft grad im vmware). Und so wie ich das sehe, hat es wohl insgesamt ein wenig mehr Geschwindigkeit, dadurch dass man alle Compileroptionen selber angeben kann, und so ein extrem auf dein eigenen PC abgestimmtes und optimiertes System erhält.

Aber ob jetzt ein Gameserver merkbar schneller ist wage ich zu bezweifeln. Es ist immernoch ein Linux, basiert also auf dem selben Quellcode wie Debian, und auf der selben Hardware kann es einfach nicht so viel schneller sein.
Sagt es mir wenn ich mich irre

mfg

//Edit: mist einer schneller ;)
 
die geschwindigkeitsvorteile sind sehr programmabhängig. gab mal ein paar tests wo das eindrucksvoll gezeigt wurde. da war von nahezu kein vorteil bis bis zu 3facher geschwindigkeit alles dabei(mozilla startete in weniger als einem drittel der zeit wie auf einem debian system).

desweiteren ersparen einem die useflags überflüssige pakete, nur was angegeben wird wird auch einkompiliert. somit spart man sich unter nem kde system die gnome pakete etc. ausserdem kann man damit funktionen einbauen die sonst bei anderen distris nicht einkompiliert sind. unter kde zB der direkte zugriff auf smb(windowsfreigaben) ohne mounten auch für multimedia, oder zb zeroconf(apples bonjour).

PS: habs mit den optimierungen geschafft fast doppelt so lange wie unter windows DVD zu gucken, bevor der akku alle war. (unter win nicht mal eine dvd geschafft, unter gentoo 1,5)
 
Zuletzt bearbeitet:
karuso schrieb:
desweiteren ersparen einem die useflags überflüssige pakete, nur was angegeben wird wird auch einkompiliert. somit spart man sich unter nem kde system die gnome pakete etc.

Schön wärs ja. Aber dann möchte man Programm XYZ haben und das besteht, trotz aller USE-Flags und Repressalien seitens emerge, auf den gtk-libs oder irgendwas gnomeartiges. Die Binärpakete werden natürlich etwas kleiner, weil die meisten nicht gegen die unerwünschten Bibliotheken gelinkt werden.

Auch halte ich den Geschwindigkeitsvorteil auf heutigen Systemen für eher bescheiden. Das selber bauen ist zwar mal ganz nett, kostet aber unnötig Zeit. Die holt man im Leben nicht wieder raus ;)

Auf kleinen Rechnern scheint Gentoo allerdings wirklich etwas zu bringen. Auf einem Celeron 650 mit 192MB RAM lief ein Gentoo mit einem 2.4er Kernel subjektiv flotter als ein Suse mit 2.4er. Benchmarks hab ich keine laufen lassen.

Inzwischen bin ich vom selber bauen größtenteils weg, auch wenn meine BSDs das natürlich bieten (Ports, afaik basiert Gentoos emerge darauf).

Neulich habe ich einen Rechner mit FreeBSD 5.4 gebaut (ich war grad fertig da kam die 6.0-RELEASE :mad: ), AMD Sempron 2200+, 256MB RAM, Via onboard Grafik, da lief die KDE (als Package, nicht als Port) dermaßen zackig, da schaute mein (inzwischen wegen Festplattenausfall Nr. 25 totes) Gentoo, 2.6er Kernel auf einem P4 2,5GHz, 512MB RAM mit XFCE4 (!) ganz alt aus. Nur mal als Beispiel.

Immer dran denken: ein guter Algortihmus/eine saubere Programmierung bringt mehr als schnellste Hardware und sonstwelche Optimierung (als ganz simples Beispiel: DFT/FFT, mal nach googeln)

Gruß
Morgoth
 
Probier mal "-eds" ;)
 
@Morgoth

natürlich schreibt dir emerge keine programme um. wenn ein programm nunmal auf gtk besteht muss man es installieren.

ansonsten darf man gentoo nicht einfach als das "schnellere linux" sehen. auch andere distries sind für spezielle cpus optimiert, da bringt das selber compilieren praktisch nichts(debian muss man da extra nehmen. die bauen ihre packete immernoch für 386er... dass das dann langsamer is is wohl klar oder? ;)).

gentoo bietet einfach eine flexibilität die andere distries einfach nicht bieten können. es gibt eben kein gentoo default und es gibt auch keine speziellen gentoo packete. wenn man etwas haben will kann man es mit gentoo erreichen, die frage ist nur wie lange es dauert ;).

gentoo verkörpert eben alles was ich an linux mag. ich bekomme mein system genauso wie ich es haben will. das macht arbeit, aber mit gentoo ist es möglich. für alles andere halte ich linux für viel zu kompliziert.


also nochmal kurz gefasst: bei gentoo gehts nicht primär um speed. es geht um flexibilität. wenn dir die suse defaults passen dann ist das sicher ein tolles system, wenn nicht hast du ein großes problem...
 
Zurück
Oben