Gesetzlich oder Privat versichern?

ICEKALT

Lt. Commander
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Hallo Leute,

ich stehe vor der schweren Entscheidung: entweder für die gesetzliche oder private Krankenversicherung.
Ich (25, männlich) werde am 01.09. den Vorbereitungsdienst im mittleren Dienstes bei der Stadt Bonn antreten. 99,99% der Beamten die ich kenne sind ebenfalls privat versichert. Ich gehe im Jahr nur ca. 2-4 mal zum Arzt. Mich beunruhigt der Gedanke immer das Geld vorzuschießen und evtl. privat versichert zu sein und dann doch nur ne Anstellung bekomme, statt "lebenslänglich" verbeamtet zu werden. Die Chancen dafür sind sehr gering, aber nicht ausgeschlossen, denn eine Übernahme wird nicht garantiert.
Ich habe mir mal das hier Privat oder Gesetzlich durchgelesen, demnach scheint ja privat einige Vorteile zu haben

Was meint ihr ist die beste Entscheidung? Wo liegen die Vor- und Nachteile der einzelnen Versicherungsformen?
 
Du solltest Dir aber nicht nur die Meinung des Verbands durchlesen. Was wird da wohl Objektives drinstehen?

Du solltest folgende Aspekte würdigen: Wir werden in Deutschland eine Zwei-Klassen-Medizin bekommmen, falls wir sie nicht schon in Ansätzen haben. Da bist Du mit einer Privatversicherung besser bedient. Allerdings gibt es für gesetzlich Versicherte auch die Option der privaten Zusatzversicherung. Und Du solltest einmal mit Leuten sprechen, die bereits seit einigen Jahrzehnten privat versichert sind. Wie hoch sind deren Beiträge aktuell und wie haben sich die Beiträge in den letzten Jahren entwickelt. Ist ihre private Krankenversicherung immer noch günstiger als die gesetzliche? Schließlich die Frage nach der Familie: Wenn Du Single bist und Single bleiben willst, macht die private KV mehr Sinn als für einen Familienvater mit drei Kindern. Denn dann muss jede Person separat versichert werden.
 
Ich kann nur ganz klar für die private sprechen. Du hast bessere Leistungen und zahlst in der Regel weniger. Auch wenn du mal Familie hast und für die mitbezahlen musst, bist du von den Leistungen her immer besser gestellt. (die frage ist auch wielange es sich eine gesetzliche Kasse noch leisten kann nur einen Beitragszahler zu haben aber mehrere Leistungsnehmer)
 
beamte haben vorteile von der privaten, da der staat vieles trägt und zuschießt.
wenn du nicht beamtet bist, musst du schon mal über 48k bruttojahresgehalt haben um dich privat zu versichern. sonst geht das schon mal gar nicht.

weiterer nachteil: wie schon gesagt wenn du kinder hast werden die auch privat versichert und du musst du schon nen ganzen batzen verdienen um das tragen zu können.

in allen anderen fällen bist du gesetzlich besser dran.
 
Ganz klar: Geh in die gesetzliche und so lange du es dir leisten kannst und willst, nimm ne private Zusatzversicherung.

Denn das Problem ist folgendes:

Wenn du dann irgendwann mal wieder zurück in die gesetzliche Krankenversicherung willst, dan geht das nicht "mal eben so". Selbst wenn es als Junggeselle noch günstiger ist sich privat zu Versichern, irgendwann wird sich auch das mal ändern. Man wird älter, man heiratet, man bekommt Kinder und schnell zahlt man drauf. Und dann kann man nicht einfach so wieder zurück in die Gesetzliche.

Zudem ist natürlich der Aufwand als gesetzlich Versicherter deutlich geringer. Du musst dich als privat Versicherter selbst darum kümmern, dass du das Geld von der Versicherung bekommst und musst selbst die Rechnungen bei Ärzten, etc. begleichen. Gerade bei Medikamenten (die du in der Regel ja sofort bezahlen musst) kannst du dann schnell mal viel Geld los werden, welches dann erst nach einigen Wochen von der KV zurück kommt.
 
hm ne nicht unbedingt die können ja auch bei deiner besseren hälfte versichert werden
bitte verbessert mich wenn ich falsch liege
 
Hei,
diese Frage hat sich für mich vor 2 Jahren auch gestellt *g*
Jetzt ist die pKV das billigste was du machen kannst, nutze diese Chance! Jedoch schließe bei der gesetzlichen KV eine sogenannte Anwartschaftsversicherung ab (rücken die meistens nicht so einfach raus, notfalls bohren)

Die ermöglicht es dir zurück in die gesetzliche zu gehen. Bei den niedrigen Bezügen welche du im mVD beziehst bleibt die gesetzliche KV bezahlbar.
Im Alter zahlst du dich sonst dumm und dusselig mit der pKV. Die Sache mit Kinder kannst du nur umgehen falls die Mutter der Kinder ein sozialversicherungspflichtiges Einkommen hat und in der gesetzlichen versichert ist, somit könnten die Kinder bei Ihr Familienversichert sein...

Überleg dir nochmal genau was du da machst...

Angst vor der "Anstellung" brauchst du nicht haben, sollte das passieren kannst und musst du in die gesetzliche zurück.
 
Man kann sich das mit der pKV so vorstellen. Die Versicherung pickt sich aus der breiten Bevölkerung die Rosinen heraus: Junge und gesunde Leute mit hohem Einkommen. Diese Versicherten verursachen nur geringe Kosten und zahlen deshalb geringe Beiträge. Aber mit den Jahren werden diese Menschen älter und es stellen sich erste Verschleißerscheinungen ein. Irgendwann rücken keine neuen Versicherten mehr in diesen Pool nach. Denn die Jüngeren bekommen ihren eigenen Pool, damit dieser so schön günstig ist. In der privaten Krankenversicherung müssen die Versicherten aber logischerweise die durch sie verursachten Kosten selbst aufbringen. Wer sonst sollte das bezahlen?

Später bist Du jedoch nicht mehr 25 Jahre alt, sondern 55 oder 75. Es dürfte klar sein, dass die Gesundheitskosten im Laufe der Jahre deutlich steigen werden. Hinzu kommt, dass die Ärzte von den Privatversicherungen besser entlohnt werden. Auch das wirkt kostensteigernd.

Es ist zudem auffällig, dass viele Ältere gerne von der privaten zurück zur gesetzlichen KV wechseln würden. Aber meines Wissens hat der Gesetzgeber die Möglichkeiten dafür vor nicht allzu langer Zeit noch einmal eingeschränkt. Damit soll verhindert werden, dass sich junge Leute aus Kostengründen zunächst privat versichern, um später zurück in die gesetzliche KV zu wechseln, wenn es ihnen zu teuer geworden ist.

Bedenkswert wäre noch folgende Alternative: Wahl einer privaten KV, wenn Du gleichzeitig ganz konsequent das dadurch eingesparte Geld beiseite legst, damit Du davon später die Kostensteigerungen bestreiten kannst. Das erfordert allerdings eine außerordentliche finanzielle Disziplin.
 
Zuletzt bearbeitet:
Allerdings gibt es auch heute die Beitragssicherung bei den Privaten Kassen eben das man im Alter nicht deutlich mehr zahlt. (bin mir nicht sicher aber soweit ich weiß wurde das auch gesetzlich geregelt)
 
ds1 schrieb:

Nein, nicht zwingend! Meine Frau ist als Beamtin PV und ich gesetzlich. Wir hatten die Wahl, ob unsere Kinder über mich versichert sein sollen, haben sie aber letztendlich über meine Frau Privat versichert.
 
Salut,

meine Wahl: PKV
 
Ich bin selber im gehoben Dienst der Steuerveraltung tätig und daher auch privat versichert (Debeka). Ich kann dir nur raten, dich privat versichern zu lassen. 2 Klassen Versorgung hin oder her, der Service für Privatpatienten ist um EINIGES besser (kurze/keine Wartezeiten das Mindeste).

Wenn du nicht häufig zum Arzt musst und an keinen großartigen Krankheiten leidest, sollte das selber bezahlen kein Problem darstellen. Du bekommst als Beamter ja 50% von deinem Dienstherren (Beihilfe) erstattet und die anderen 50% von der Versicherung. Die Beiträge halten sich bei jungen Versicherten sowieso in Grenzen.
 
@keshkau

Hab mir die ganzen Links angeschaut, naja die ersten 3 sind doch recht allgemein gehalten. Der 4. macht einem fast ein wenig angst, bis man die antworten liest oder seinen eigenen Vertrag angeschaut hat ;-)
 
Ich hab mir das mal durchgelesen, aber irgendwie kann ich mich noch immer nicht entscheiden.

Beunruhigend sind die enormen Beitragssätze im hohen Alter schon. Wie kann man denen denn vorbeugen? So wie ich das gelesen habe dadurch, dass man bereits in jungen Jahren einen höheren Beitrag zahlt.
Wäre es sinnvoll, einen freien Versicherungsberater kommen zu lassen um sich über mögliche Versicherungen zu informieren? Die werden doch sicherlich auch die Versicherungen abschließen wollen, die eine gute Provision bringen. Eine Anwärterin die ich kenne hat dies gemacht. Oder sollte ich lieber im Internet suchen und eine gute raussuchen bzw. nach welchen Aspekten?
Bisher klingt die DeBeKa ja ziemlich vielversprechend.

Im Falle der Kinder wäre die Möglichkeit, diese über meine zukünftige dann zu versichern, das sollte kein Problem sein.
 
So wie ich das verstanden habe, klappt die Versicherung der Kinder über die Ehefrau nur, wenn die Frau arbeitet. Die Idee mit dem Versicherungsberater ist an sich nicht schlecht, sofern er wirklich neutral ist. Du bräuchtest im Grunde jemanden, den Du für die Beratungen bezahlst und nicht jemanden, der Dich kostenlos berät und von den Vermittlungsprovisionen lebt.

Neben der Möglichkeit, von Beginn an höhere Beiträge zu zahlen, besteht wie schon gesagt die Möglichkeit, sich ein finanzielles Polster anzulegen, indem Du das gesparte Geld beiseite legst. Wenn ich allerdings solche Horrorgeschichten lese, dass jemand im Alter 800 Euro zahlen muss, dann wird mir auch ganz anders. Da ist es mit dem Hinweis, man sei falsch versichert, nicht getan. Denn das lässt sich im Nachinein nicht korrigieren.
 
95% der Beamten sind bei der Debeka versichert. Für Anwärter bietet die Debeka sehr günstige Angebote an. Ich zahle für Krankenversicherung monatlich um die 45 €. Das ist denke ich wirlich nicht viel.
 
@keshkau

Du musst dabei auch beachten das in diesem Forumpost derjenige seine Versicherung 1988 abgeschlossen hat. In der Zwischenzeit hat sich da einiges getan (meines erachtens nach auch von gesetzlicher Regelung was die Beitragssicherung betrifft, aber das müsste ich suchen)
 
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