Gesetzlich oder Privat versichern?

Das mit der Beitragssicherung müsste ich auch noch einmal heraussuchen. Doch die Sache mit 1988 ist deshalb interessant, weil man die pKV in jungen Jahren für die Ewigkeit abschließt, also mit einer Laufzeit von z. B. 50 Jahren.

Wenn sich in dem Forenbeispiel bereits nach 20 Jahren Versicherungszeit eine Schieflage für den Versicherten ergeben hat, dann ist das nun einmal Fakt. Ich meine ja nur, dass einem das heute auch passieren kann. In einem anderen Thread habe ich geschrieben, dass sich der Altenquotient bis 2050 mehr als verdoppeln wird. Das ist der Anteil der über 65-Jährigen bezogen auf die Bevölkerung von 15-65 Jahren. Diese Vergreisung wird dazu führen, dass die Gesundheitskosten in den nächsten Jahrzehnten deutlich steigen werden.

Ich kann da schlecht eine Prognose abgeben, ob man privat oder gesetzlich besser fahren wird, zumal sich die Gesetzeslage jederzeit ändern kann. Die FPD fordert die Abschaffung der gesetzlichen KV und eine vollständige Privatisierung. Andere Parteien würden dagegen lieber die privaten KV abschaffen.
 
Nun ich denke ich kann dir sagen warum verschiedene Parteien lieber die privaten abschaffen würden. Ganz einfach weil ihnen klar ist das das System der gesetzlichen Kassen auf die dauer nicht funktionieren kann (bspw ein Beitragszahler (Vater), mehrer Beitragsnehmer (mutter, beliebige anzahl kinder).
Deswegen wurde in den letzten Jahren auch die Beitragsbemessungsgrenze immer weiter nach oben geschoben um die Gutverdienenden weiter in der gesetzlichen binden zu können um so die höheren Beiträge zu bekommen. Mittlerweile ist es ja sogar so das man 3 Jahre über der Grenze verdient haben muss um in die private wechseln zu dürfen.
 
Wundern tut mich das nicht, wenn ich Arzt wäre würde ich es auch so machen. Schliesslich kann ich dann die tatsächlichen Leistungen abrechnen.
 
Danke für den Bericht, keshkau. Habe ich mir zwar schon gedacht aber war trotzdem interessant zu lesen. Meiner Meinung nach ist es ja so, dass sich eher nur junge und gesunde eine private Versicherung leisten können. Ich hab mal im Internet bezüglich Krankenversicherungsvergleich gesucht und es ist einfach so. Je kränklicher man ist weniger bekommt man eine private Krankenversicherung weil sie einen ablehnen und die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen dann nicht immer alles. Einfach traurig die Entwicklung in dem Bereich.
 
Es ist doch ein relativ einfacher Vergleich
a) gesetzlich: ein %anteil vom Lohn der Aufgrund der Menge der Beitragszahler einiger Maßen konstant ist.
b) privat: einmal ein System das auf einen wesentlich kleineren Kreis von Leute fällt in dem jeder etwas eigenverantwortlicher ist und die kosten direkter vom einzelnen abhängen.

Der Vorteil der Privaten ist das du in jungen Jahren mehr Geld zur Verfügung hast um es anzulegen und sinnvoll einzusetzen. ( tut man das nicht zieht man später vielleicht alt aus ;))

Das gesetzliche System bleibt kalkulierbarer und später nicht mit einer zu großen finanziellen Mehrbelastung verbunden.

Für mich wäre die soziale Komponente in einer Gesellschaft wichtiger.
 
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Der Hauptgrund in die private KV zu wechseln liegt doch im Grunde an zwei Punkten:

1. die bessere ärztliche Versorgung und das umfangreichere Leistungspaket
2. die anfangs günstigeren Beiträge

Die Nachteile liegen in der Beitragsanpassung im Alter und dem Ausschluß der Mitversicherung von Familienangehörigen.

In der Konsequenz müsste man die Ersparnis (oder etwas weniger) beim Wechsel weglegen, um Beitragserhöhungen zu finanzieren.

Je eher man die Möglichkeit hat, in eine private KV zu wechseln, desto besser.
Sind Fragen zur Familienplanung offenr (Frau ohne eigenes Einkommen), sollte man etwas nachdenken.

Teuer ist die Kombination GKV plus private Zusatzversicherung. Neben den hohen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteilen kommen dann noch die Beiträge für die Extraabsicherung. Wenn man das mal zusammenrechnet, wird das schon sportlich.

Bei 3000€ Brutto wären das schon 900€ (bei 15% Beitrag), die in die GKV fliessen.
Eine gute PKV wird anfangs für einen Bruchteil zu haben sein, aber im Alter sich schnell an dieses Niveau anpassen.

Es kann also keine Pauschalempfehlung gegeben werden und hängt vor allem von der persönlichen Lebenssituation ab.

MFG
 
Teuer ist die PKV weil z.B. die Kinder nicht automatisch dabei sind.


Als Beamter ist das über die Beihilfe aber nicht so das Problem, ich glaube die sind dann darüber zu 80% abgesichert. (Ganz sicher mit der %-Zahl im Moment nicht...)
 
Nun aber wie soll denn in Zukunft das System der gesetzlichen funktionieren wenn man nur einen Beitragszahler (vater) hat und mehrere Beitragsnehmer (mutter und Kinder) ? Das kann nur solange funktionieren wenn es genug leute gibt die keine Leistungen benötigen aber trotzdem einzahlen. Gerade deswegen halte ich persönlich das private System für deutlich sinnvoller.
 
»Das kann nur solange funktionieren wenn es genug leute gibt die keine Leistungen benötigen aber trotzdem einzahlen«

Jo, ich bin so einer, der nie zum Arzt geht, aber trotzdem fleißig einzahlen muss. Bin jetzt über die Altersgrenze beim Studium geraten, daher werde ich ab heute knapp über 100 Euro monatlich zahlen müssen - dabei verdiene ich in meinem Nebenjob nichtmal 400 Euro. Ätzend ist das....
 
Bei der GKV ueber 100 Euro? Hast du schon >14 Semester aufm Buckel?
Weil ansonsten hat man doch noch den 56 Euro Tarif...

Oder haste dich fuer eine studentische pkv entschieden (was ggf dann sogar guenstiger als die GKV ist)?
 
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