Moonlight* schrieb:
Ist mir doch so was von egal, wer irgendwo mitliest oder Daten aufzeichnet, ich habe ja nichts zu verbergen
Ok, dann poste hier mal ein Foto deiner Kreditkarte... Und wie war das noch mit den Geschäftsunterlagen deines Unternehmens?
Du siehst, du hast DOCH was zu verbergen. Manche Daten gehen keinen Dritten was an und MÜSSEN verschlüsselt werden. Fakt ist aber: Sowohl hinsichtlich der eigentlichen Daten als auch der Meta-Daten wird verdammt viel Paranoia und Hysterie verbreitet.
Wenn man einem VPN-Anbieter oder DNS-Anbieter nicht vertraut, muss man ihn ja nicht nutzen. Man wird sich da ja bestimmt im Vorfeld informieren und nicht einen Anbieter wählen der Malware verteilt.
Ok, und wem kannst du vertrauen? Haben die, die tatsächlich üble Dinge anstellen, ein großes Warnschild auf ihrer Webseite? Du kannst nur einer Person vertrauen: Dir selbst.
Sicherer surft man mit VPN allerdings schon, VPN bietet z.B. relativ guten Schutz gegen Datendiebe und Hacker. Vor allem unterwegs im öffentlichen WLAN.
Ja, in einem öffentlichen WLAN muss man aufpassen, was man tut... ABER:
Ein ÖFFENTLICHER VPN, vor allem wenn er kostenlos ist, ist eine wunderbare Methode, um eine richtig schöne MitM-Attacke zu starten... und du öffnest ihm noch freiwillig Tür und Tor. Und jenseits des VPN-Servers (bzw. schon AUF dem VPN-Server), sind deine Daten genau so verwundbar wie bei einer Übertragung ohne VPN. Gewonnen hast du also... NICHTS. Erst hast du ein WLAN, dessen Integrität du nicht kontrollieren kannst. Danach hast du einen VPN, dessen Integrität du nicht kontrollieren kannst. Wo hat sich deine Lage verbessert?
Du brauchst 2 Schritte, um dich abzusichern.
1.) Überall, wo es möglich ist, sollte SSL verwendet werden... Du bist damit mit oder ohne fremdbetriebenen VPN gleich sicher.
2.) Da, wo SSL nicht möglich ist, sollte nur ein unter EIGENER Verwaltung stehender VPN verwendet werden. Das heißt: Entweder der heimische Router kanns schon, oder du kaufst dir n Kleinstcomputer (z.B. ne Razzy) und lässt die zuhause als VPN laufen.
Warum darf man fremden VPN-Servern nicht trauen? Nun, allen voran kann der Betreiber ein Schweinehund sein. Er kommt an alle deine unverschlüsselten Daten. Kennt er ne Lücke in deiner SSL-Implementierung, kennt er auch deine verschlüsselten Daten. Und selbst wenn der Betreiber sauber ist... 1.) könnten Unbefugte in seine Infrastruktur eindringen und 2.) kann ihn eine Bundesbehörde zur Zusammenarbeit zwingen.
Bei deinem heimischen VPN hingegen... hier hast du nur das Bundesbehörden-Problem, für die Absicherung gegen Unbefugte kannst du selbst sorgen. Deine Infrastruktur ist viel übersichtlicher und somit leichter zu härten als die eines global agierenden Anbieters.