Googeln in den eigenen Genen - für 999 Dollar

Wollt ihr in Zukunft euer genetisches Material untersuchen lassen

  • Ja

    Stimmen: 18 15,8%
  • Nein

    Stimmen: 70 61,4%
  • Ich bin mir noch unsicher

    Stimmen: 26 22,8%

  • Umfrageteilnehmer
    114
  • Umfrage geschlossen .
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Dez. 2007
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7
"Erstmals bekommen Deutsche die Chance, ihr eigenes Erbgut auf Krankheiten oder Vorprägungen untersuchen zu lassen - per Post und Internet, für 999 Dollar. Was steckt hinter dem Angebot der US-Biotechfirma 23andMe, die unter anderem mit Google verwoben ist?"

Der Artikel beschreibt wie Gendiagnosen vermarktet werden. Und nicht nur das, sie sollen auch über das Internet erreichbar sein.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,530343,00.html


Es ist schon interessant das es mittlerweile möglich ist sein Krebsrisiko zu errechnen oder den Ursprung seiner Herkunft zurückverfolgen kann. Für den ein oder anderen ein verlockendes Angebot ein wenig mehr über sich selbst herauszufinden. Wie steht ihr dazu?

Die Vorstellung eines Genscans ist aus meiner Sicht schon ziemlich beunruhigend, nicht in Hinblick auf meine Herkunft oder für mich hervorsehbare Erkrankungsrisiken, sondern hinsichtlich der Selektionsgefahr von Menschen in Risikogruppen. Sollten solche Daten zu irgendeinem Zeitpunkt Arbeitgebern oder Versicherungen zugänglich sein wird aus meiner Sicht die Gleichstellung der Menschen gefährdet sein. Zudem halte ich es für Riskant solche Daten über das Internet zugänglich zu machen.

Würdet ihr trotz aller Risiken eine solche Genanalyse machen?
 
Ich will gar nicht wissen, ob die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass ich mit 50 Jahren ins Gras beiße :)

[X] nein
 
Seh cih auch so. Es gibt Sachen, die möchte ich gar nicht vorher wissen. Das Beste beispiel ist doch oben angegeben: "daß es mittlerweile möglich ist, sein Krebsrisiko zu errechnen".

Was bringt es einem, wenn man erfährt, daß man mit 90%iger Sicherheit Krebs kriegt, außer daß man in Zukunft mit hoher Wahrscheinlichkeit in Angst lebt?
 
Bin ja gespannt wann Personalverwantwortliche in der Bewerbung neben dem Lebenslauf gleich noch ne Speichelprobe haben wollen ... natürlich nicht zwingend... ein Foto ist ja auch nicht zwingend ...

Ich she das wie ihr. Ich will gar nicht wissen, was da alles auf mich zukommen kann. Ich rauche nicht (mehr), trinke recht selten, treibe Sport und hab ab und zu sogar mal Geschlechtsverkehr. Das muss reichen, um mich einigermaßen gesund zu halten. Wenn dann doch noch etwas kommt, dann ist es halt außerhalb meines Machtbereiches und wird, wenn es auftritt angegangen. Gegen Erbkrankheiten sieht man doch eh recht alt aus, wenn es um Prävention geht, oder?

mfg
Robert
 
ich würd auch nicht wollen, das meine Gene irgendwo im Netz umhergeistern. Vor allem über Google. Man stelle sich den Neureichen vor, der ne neue Niere braucht...Googlen wir mal..ah, da ist ja einer mit den gleichen Merkmalen...mal den Killer-trupp loshetzen..:D
 
Definitiv [x]NEIN

aus den genannten Gründen.
Ich bin gerne bereit, eine Krankheit zu akzeptieren, wenn sie unvermeidbar ist.
z.B. bin ich in meiner Familie ein wenig krankheitsgefährdet bezgl. einer Erbkrankheit, genau wissen möchte ich es dennoch nicht.
Da ist mir Unwissenheit doch um einiges lieber.
Wegen den angesprochenen Gründen der Selektion habe ich auch bedenken, nachher werden bei Krankenkasse nurnoch einwandfreie-Gene-habende Menschen niedrig versichert.
Ich hoffe mal nicht, dass die Ergebnisse in irgendeiner Weise im Netz landen, das ist ja schon aus Gründen des Datenschutzes höchst bedenklich.

peace
 
Oh geil...ich werd mit 65% Wahrscheinlichkeit in den nächsten 20 Jahren an einer gefährlichen Krebsform erkranken.....ich sollte besser mein Leben gleich wegwerfen und in vollen Zügen genießen.

Blöd halt, wenn dann in 15 Jahen eine Therapie gefunden wird, bei der man zu 25% diesen Krebs überlebt.:D

Also eindeutig nein.
 
Für die Vorhersage von Erbkrankheiten (die ich und meine Eltern vlt. übersprungen haben oder Ähnliches) - also um die Wahrscheinlichkeit ein gesundes Kind zu bekommen (wenn ich überhaupt mal Kinder haben will) zu erhöhen könnte ich mir das vorstellen.

Naja wenn man sowas in Betrachtung zieht muss natürlich auch Alles andere hinhauen (allg. die Lebensweise, Ernährung etc.)

An sich Zukunftsmusik wie ich finde...
 
Erstens will ich es nicht wissen und zweitens, wer garantiert mir, das die Daten nicht in die falschen Hände gelangen? Bei so ner Sache sollte man sich über den Datenschutz seine Gedanken machen.
Wenn die Daten dann im Internet frei zugänglich wären oder die Seite würde gehackt, dann gute Nacht...

Man stelle sich nur irgendeinen Krankheitsfall vor und man wird deshalb z. B. bei ner Bewerbung deshalb von vornherein ausgeschlossen...

Und glaube keiner Analyse, die du nicht slebst gefälscht hast...
wahrscheinlich flattern am nächsten Tag bei dir hunderte Medikamentenangebote ins Haus. Würde ich bei Google jdf nicht komplett ausschließen..
 
Ich würde es wissen wollen, wenn es billiger wäre ;) Da kann man auch in der Bibliothek nach den Ahnen forschen. Aber bei den Krankheiten kann es schon ganz praktisch sein...
 
Gendiagnostik ist doch nichts neues mehr.
Die Humangenetik muss aber hierüber ärztliche Schweigepflicht walten lassen.
Dubiose Internetgeschichten gehören nicht in den medizinischen Bereich. Wer soetwas auf Basis von Google macht, ist selbst schuld.
Noch eins: Für 999 $ bekommt man wieviel Hybridsonden bzw. Chips für FISH? Dann noch die Aufwandsentschädigung? Unbefugte können in den meisten Fällen mit einer Speichelprobe nichts anfangen. Genetisches Material aus dem Mundraum ist auch nicht gerade das Nonplusultra für solche Untersuchungen. Mehr als auf 10-20 Krankheiten bzw. Prädispositionen wird man da bestimmt nicht untersuchen. Dazu noch die wenigen Krankheiten mit Chromosomendislokationen/mutationen, die in einem Karyogramm sichtbar sind. Vernünftige Forscher arbeiten mit Stammzellen aus dem Knochenmark oder bestimmten Gewebeproben und nicht mit bakterienverseuchtem Speichel. Der ist nur etwas für Vaterschaftstests.

Gendiagnostik funktioniert nach dem Muster einer konkreten Fragestellung. Kinderlose Eltern, Eltern mit behinderten Kindern und Ängsten bei einer weiteren Schwangerschaft, Pränataldiagnostik und bekannte Erbkrankheiten.
Das Schrottschussprinzip ist immernoch ein Forschungsbereich. Firma XY kann auf Prädispositionsangaben dubioser Firmen nichts geben.
Nachdem Craig Venter sein Genom mit dem des Human Genom Projektes verglichen hat, hat man erst seit kurzen erkannt, dass die genetische Variabilität viel höher ist als angenommen.

Für alle, die in der Materie nicht bewandert sind: Was der Spiegel schreibt ist zwar richtig, Der Wert dieser Analysen ist aber meist gen Null. Eine komplette Sequenzierung des menschlichen Genoms dauert immernoch Monate. Die erste "vollständige" Sequenzierung hat fast ein Jahrzehnt in Anspruch genommen. Nur ein Bruchteil der Genominteraktion haben wir wirklich verstanden. Der nächste Schritt, Proteomics, bedarf noch vieler Jahre Forschungsarbeit, um wirklich Vorraussagen über Krankheiten und mögliche Krankheitsverläufe zu treffen.

Noch eine Klarstellung: Jeder Biochemiker darf heute solche Analysen durchführen, aber nur ein Arzt mit entsprechender Schweigepflicht darf aus den Ergebnissen, dem "Patienten" einen Befund stellen. Laboranalyse und Befundung sind zwei verschiedene Dinge.
Abgesehen von der Genomdiskussion, ist es schon ewig möglich, Krankheiten aufgrund des Blutbildes zu diagnostizieren. Ein offensichtlicher Mißbrauch von Blutwerten ist mir bis heute noch nicht bekannt. Deswegen sollte man der Genomanalyse nicht den Rücken zukehren. Genau wie jeder Arzt seine Blutproben heutzutage in große kommerzielle Laboratorien schickt, so werden in absehbarer Zukunft auch genetische Analysen vermarktet. Man sollte dieses Thema also nicht als Panikmache verunglimpfen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich schliesse mich meinen Vorredner an. Zuviel Unwissenheit und was noch schlimmer ist zu wenig verstehen steckt in der Genetik als das man dies leichtfertig mit irgendwelchen Aussagen besiegeln könnte. Mutmassungen sind erste Antworten aber daraus gleich ein Geschäft machen halte Ich für unverantwortlich.
Ausedem bin Ich für ein Stopp aller TIERVERSUCHE die ein solches und in anderen bereichen erst möglich machen. Wieder ein Grund sich aus allerlei Politischen und Wirtschaftlichen gegebenheiten herrauszuhalten da man sich sonst selber zum Befürworter aller Ungerechtigkeiten macht. :stacheln:
 
[X] Nein!

Es gibt Dinge, die ich wirklich nicht im Voraus wissen will. Und für 999$ erst recht nicht.

Beispiel:
Wenn heute erfahren würde, dass ich 90% Wahrscheinlichkeit mit 50 an Krebs erkranke, würde mir das sicher mehr schaden als nützen. Über 30 Jahre mit dieser Gewissheit zu leben macht sicher keinen Spaß mehr.

Was mit den Informationen genau passiert ist, wie von supastar bereits angesprochen, auch nicht sicher.
 
ebenfalls No and Never!

wenn man wissen möchte welche krankheiten einen evtl erwarten sollte man sich mal in der verwandtschaft umhören. ich sehe da eine große gefahr des missbrauchs, deswegen sollte man das einzige was einem wirklich gehört, keinem staat, konzern oder organisation hergeben und dafür auch noch teuer bezahlen...

wenn ich man nach amerika möchte wollen die alles mögliche wissen und die fingerprints bekommen sie auch. freiwillig sollte man niemanden seine dna-sequenz überlassen...
 
richtig interessant wirds ja in der forschung, oder wenn jemand ne schwere krankheit hat und man vielleicht irgendwann mal in der lage ist diese dinge dann wie auch immer für den nachwuchs komplett auszuschließen als beispiel.
nur wenn das gewerbliche auswirkungen hat, wie angesprochen auf die wirtschaft oder selektierung oder sowas... dann.. "wirds eklig"
 
Kennt jemand den Roman "Next" von Michael Crichton? Da beschreibt er mal so einige Szenarien, die auftreten können, wenn die Gencodes bekannt sind.

Z.B.: Ein an einer Erbkrankheit erkranktes Kind verklagt die Eltern auf Schmerzensgeld, weil die ihre Gencodes kannten und hätten wissen müssen, daß Kinder mit hoher Wahrscheinlichkeit diese Krankheit kriegen .....
 
Hui, das hört sich interessant an :D Das Buch kaufe ich mir mal.
btt: Ich glaube auch nicht, dass das reibungslos über die Bühne gehen könnte. Darum gibts zu viele Kriminelle. Aber trotz Allem wäre es doch ein enormer Vorteil: Wenn eine Krankheit somit früh erkannt werden kann, ist das doch super. Und die Familie ist auch kein sicherer Anhaltspunkt für Krankheiten. Wenn der Bruder oder die Schwester oder sonst wer an einer erblichen Krankheit sterben würde, könnte man doch glatt anfangen, sich zu fragen, ob man die Krankheit nicht auch hat. Da wird man doch zum Hypochonder :rolleyes:
 
Naja... Also wenn man sich entschließt Kinder zu kriegen und nicht will dass sie an Erbkrankheiten erkranken... Würd ich in Betracht ziehen, ja.
 
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