Hat der SPIEGEL die deutsche Initiative schon beendet?

Hamlet

Nur mal kurz Reingucker
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Mai 2001
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Hallo zusammen!

Hier in Spanien ist die Bevoelkerung mehrheitlich gegen eine Beteiligung an einem drohenden Irakkrieg, entgegen der von der Regierung eingenommen Position. Da kam die heutige Offenlegung ueber eine deutsch-franzoesische Initiative nicht unwillkommen und brachte reichlich Diskussionstoff, der jedoch ueberwiegend positiv fuer die Initiative ausfiel, genauso meine eigene Meinung dazu.
Aber durch die Veroeffentlichung durch den Spiegel befuerchte ich, hat diese nun kaum noch eine Chance, man kann, bei allen Ressentiments gegenueber der Regierung Bush nicht zulassen, dass diese erst durch die Medien davon erfahren muss. - Vorallem wenn man auch noch die in der Region stationierten US-Soldaten in die Ueberlegungen einschliesst, sie sollen schliesslich im Falle eines Widerstandes gegen die Blauhelmkontingente eingreifen.
Interessant ist der Vorstoss allemal, wenn auch ein aussenpolitischer Husarenritt, gelingt er sind Deutschland und Frankreich auf einmal zwei absolute Globalplayer in der internationalen Politik, dies wuerde einer gemeinsamen europaeischen Aussenpolitik endlich die Kontur geben, welche in den letzten Jahren zwar immer wieder gefordert wurde, aber leider bis heute nicht Gestalt angenommen hat. Siehe man nur den beruechtigten "Brief Der Acht"; gerade diese acht Laender, in denen die Bevoelkerungen meist einhellig einen Irakkrieg ohne die Basis eines UN-Mandats ablehnen, wuerde diese Option eine gute Moeglichkeit bieten, da sie ja offiziell ihrer Loyalitaet gegenueber Amerika nachkommen und den Irak entwaffnen wuerden.
Doch wie bereits gesagt erscheint mir nach der Veroeffentlichung durch den Spiegel diese Moeglichkeit nun vielleicht verwehrt.
Hohe Auflagenzahlen wird der naechste Spiegel auf jeden Fall haben, fragt sich nur ob dies nicht vielleicht etwas zu teuer erkauft ist.

Ein nachdenklicher
Hamlet
 
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Hallo Freunde,

welchen Spiegelartikel meinst du denn genau? Garnichts von mitgekriegt. Ich finde die Initiative auch sehr lobenswert.
 
Ich meine den Artikel der heute ins Netz gelangt ist, und kurz darauf auch auf Spiegel.de verfuegbar war. Dieser wird vollstaendig mit weiteren Detail zur geplanten Aktion naechste Woche im Spiegel erscheint.
 
@Flexa
Hier gehts zum Artikel.
http://www.spiegel.de/
USA verärgert über europäische Friedensitiative!
@Hamlet
Ich lese den Spiegel seit fast 20 Jahren.Ich möchte behaupten,daß der Spiegel eines
der wenigen Blätter ist,der nicht auf Auflagenzahlen schielen muß.Für mich ist es das einzige Blatt,von dem ich halbwegs gesicherte und gut recherchierte Informationen
bekomme.Wenn Du mir eine Alternative anbieten kannst,sag es mir.
Ich begrüße diese Inititive ebenfalls.Das die USA verärgert sind,ist doch klar.
Ist der Krieg doch schon längst beschloßene Sache,von Seiten der USA.Und wenn dieser Vorschlag ein Blutvergießen verhindert ist es unerheblich wie er Zustande ge-
kommen ist.
Und nochmal zum mitschreiben.Sollten die USA u.GB den Irak ohne UN-Mandat angreifen,verstoßen sie gegen internationales Recht (Völkerrecht).Es ist keinem Staat erlaubt einen Präventivkrieg zu führen.Ausschließlich Krieg als Mittel zur Verteidigung ist legitimiert.
Ebenso gut könnte Pakistan Indien angreifen,oder Südkorea-Nordkorea,oder Japan China oder oder.
Ich will damit nicht die Handlungsweise Saddams unterstützen,es sei aber darauf
hingewiesen,das der Irak im Krieg gegen den Iran massiv vom Westen unterstützt
wurde inklusive der Anlagen zur Herstellung von biologischen und chemischen
Kampfstoffen.Der Einsatz dieser Mittel in eben diesem Krieg und auch gegen die Kurden wurde vom Westen stillschweigend geduldet.Nachzulesen in der letzten
Spiegelausgabe.
Wenn die USA alle Staaten angreifen wollen die Massenvernichtungswaffen herstellen oder besitzen wäre bei dieser Logik als nächstes Nordkorea dran.Und dann?
Wir befinden uns im 21.Jahrhundert und wir rennen nicht mehr mit einer Keule be-
waffnet durch die Gegend.Wenn es uns nicht gelingt solche Dinge auf friedlichem Weg zu Regeln haben wir über kurz oder lang ein Problem.
MfG Cerberus
 
Hallo Hamlet, schön mal wieder etwas von dir zu hören. Ich hoffe es geht euch gut da unten im sonnigen Süden. :)

Zum Topic. Ich denke wir haben da schon ein riesiges Problem. Bush jr. wird sich auf keinen Fall davon abbringen lassen, den Krieg zu führen. Dafür hat er schon zuviel investiert. Die Frage ist jetzt nur noch, was für Auswirkungen dieses Desaster für uns haben wird. Jetzt geht es nur noch um Schadensbegrenzung, nicht mehr um Verhinderung.

Die deutsch - französische Initiative als Solches begrüsse ich auch, nur der Weg war meiner Meinung nach falsch. Die Amis hätten es auf andere Weise erfahren müssen, das könnte diesem Gedanken das Genick brechen. :(
 
Es geht und ging doch niemals um Hussein! Einzig und allein die Ölreserven und der politische Einfluss in der Region sind für die arroganten Ami's die Motivation, dort einen Krieg zu führen. Glaubt ihr wirklich, der Ami schert sich auch nur im Geringsten um irgendwelche Terroristischen Bedrohungen außerhalb seines Landes? In Amerika herrscht Kapitalismus pur, das heißt Verdrängungswettbewerb aufs schärfste! Und genau das praktizieren Sie auch in ihrer Weltpolitik, nur das es scheinbar niemandem so richtig auffällt! Welches andere Land würde versuchen, so offensichtlich gegen die Interessen der restlichen Welt seine Meinung zur einzig wahren und ultimativ richtigen zu erheben??
Und Bush, das arme Würstchen, ist der letzte, der irgendetwas entscheiden darf. Das machen seine so genannten Berater für Ihn. Stellt euch doch einfach mal die Frage, wer am meisten von einem Krieg, egal wo, profitiert! Und stellt euch die Frage, wozu Kriege geführt werden. Es geht immer nur darum, sich bestimmt Gebiete zu sichern, um dort Politischen Einfluss auszuüben und sich die Ressourcen zu anzueignen.
Damit mich keiner mißversteht, ich wünsche keinem Menschen, an einem Krieg teilnehmen zu müssen. Aber ich wünsche den Ami’s, dass der nächste Krieg auf ihrem geheiligten Territorium ausgetragen wird.
Hoffen wir nur, das Sie nicht ganz abdrehen, und anfangen, A-Waffen einzusetzen!
War es Einstein, der sagte: " Ich weiß nicht, womit der 3.Weltkrieg ausgetragen wird, aber im 4. wird wieder mit Stöcken und Steinen gekämpft werden! " ??

In diesem Sinne.
 
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ersteinmal vorweg, auch ich lese den spiegel im abo (und das in spanien :D ), es liegt mir also fremd ihn im allgm. zu kritisieren.

durch die veroeffentlichung dieses unausgegorenen und nicht abgestimmten vorschlags - die franzosen rudern bereits kraeftig zurueck, sofern sie ueberhaupt jemals vorwaerts gepaddelt sind - verliert europa immer mehr an aussenpolitischem einfluss. das diese informationen wie es mittlerweile immer offensichtlicher wird aus berliner regierungskreisen mit kalkuel, fragt sich nur mit welchem, lanciert wurden, macht dies fuer den spiegel erklaerbar, auch wenn ich mir etwas mehr umsicht in der art der veroeffentlichung gewuenscht haette.

ich nehme mir das recht mich mehr europaeer, denn deutscher zu nennen, da ich mittlerweile mehr in den anderen laendern der union zugegen bin als in deutschland.
daher ich empfinde es als zumutung die aussenpolitische dilettanz des deutschen bundeskanzlers, der hier ohne abstimmung mit seinem eigenen aussenminister gehandelt hat, - da kann man in berlin dementieren wie man will, es hat maechtig gekracht - zu beobachten und dabei gleichzeitig die in den letzten jahren gewachsenen einfluesse der erupaeischen union zunichte macht. es geht hier nicht um das ziel der politik, hier vertrete auch ich eine politische (d.h. friedliche) loesung, sondern die politische kultur in der hier vorgegangen wird. so kann man keinen einfluss geltend machen.
Was europa nun braeuchte waere ein gemeinsames konzept aller unionsstaaten, sowie am besten noch der zukuenftigen mitglieder, dass eine glaubwuerdige (sonst lacht herr hussein naemlich nur) alternative zur militaerischen intervention. eine solche alternative waere eine blauhelm invasion unter dem schutz der bereits in der golfregion gewesen, ob der irakische diktator mitgespielt haette, waere dann zu seiner schicksalsfrage geworden: blauhelme oder militaerische niederlage, das waeren alternativen, deren sich selbst saddam hussein nicht verschliessen haette koennen.
doch diese alternative ist dank deutscher toelpelhaftigkeit, hier insbesondere in der person schroeder, wohl zerschlagen, bevor sie ueberhaupt gegenstand ernsthafter diskussionen werden konnte.

zur legitimation eines krieges:
die legitimation eines krieges zur verteidigung fuehren die amerikaner ja gerade ins feld. - das ist ja die krux mit der us argumentation; praeventiv oder nicht, die amerikaner behaupten, dass der iraq beziehungen zum internationalen terrorismus unterhaelt und sich somit faktisch an kriegerischen handlungen beteiligt, um jedoch weitere gefahr, z.b. durch chemische oder biologische waffen (meine Meinung: KEIN zweifel der irak besitzt waffen solche), einzudaemmen wird der irak angegriffen. - soweit die argumentaion des us government
inwieweit interessen um oelreserven und politischen einfluss eine rolle spielen ist eine andere frage, die umfassend sicherlich niemand ausser der us-regierung selbst beantworten kann. die meinung sie spielten eine gewichtige rolle teile ich aber uneingeschraenkt. ;) man braucht sich ja nur mal den golfkrieg ´90 anschauen um zu wissen was los ist, "seltsamerweise" wurden fast nur amerikanische und britische oelfirmen mit dem neuaufbau der kuwaitischen oelfelder beauftragt, wen aber mag das angesichts das einsatzes den die allianz gebracht hat verdenken.
 
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