CoupeS2 schrieb:
was mir bei WD und Seagate aufgefallen ist sind die vielen negativen Bewertungen
auf Amazon bezüglich Laufwerksausfällen innerhalb kurzer Zeiträume.
Technische Geräte fallen gerade wenn die neu sind besonders häufig aus, dann fällt die Ausfallrate recht bald und länger konstant zu bleiben und dann im Alter wieder stärker anzusteigen, was man als Badewannenkurve bezeichnet.Gerade bei HDD kommt dann auch noch wegen unsachgemäßer Behandlung gerade zu frühen Ausfällen und bei einem Händler der auch nicht selten HDDs wie Bücher verpackt auf den rauen Postweg schickt, wundern mich daher viele frühe Ausfälle in Kundenhand zu beklagen sind. Meine HDDs habe ich immer alle im Laden wie den Ladengeschäften der großen Händler gekauft, nie per Versand.
Von
HGST gibt es dieses Video über die Empfindlichkeit und korrekt Handhabung von HDDs, mit dem Empfehlung wie die Umgebung aussehen sollte auf denen mit HDDs gearbeitet wird und sie weisen darauf hin, dass die Schäden sich auch erst später bemerkbar machen können.
CoupeS2 schrieb:
Ich speichere viele Daten die ich auf keine fall verlieren möchte, sollte das neue
Laufwerk wirklich ausfallen würde ich es auch ungern tauschen auch wenns auf
Garantie geht.
Also ich möchte mit dem Auto unterwegs auch nicht wegen einer Reifenpanne liegenbleiben und auf einen Abschlepper warten müssen und ggf. darauf, dass der nächste Reigenhändler wieder öffnet, was mache ich da am Besten: Mich erkundigen mit welchem Reifen die Leute am wenigsten Pannen haben oder mir ein Reserverad ins Auto legen?
Im Kofferraum meines Auto liegt ein Reserverad, wie ist es bei Dir? Wenn Du auch lieber auf ein Reserverad oder vielleicht Run-Flat Reifen vertraust statt alleine auf die Reifen zu setzen mit dem die wenigstens Kunden mit einem Plattfuß beim Reifenhändler ankommen, dann mache es mit Deinen Daten die Du nicht verlieren willst doch genauso und legen vernünftige Backups an! Nicht nur HW-Ausfälle bedrohen die Daten, da gibt es noch einiges mehr was zu Datenverlust führen kann und wogegen nur Backups schützen.
CoupeS2 schrieb:
Es sind ja schließlich Bankdaten, Bilder usw. drauf, wer weis
in welche Hände solche Daten gelangen können.
Dann verzichtet man entweder auf die Garantie oder man verschlüsselt solche Daten, wobei damit das Risiko von Datenverlust steigt, weil die Verschlüsselung am Ende meist nur einen am Lesen der Daten gehindert hat: Deren Besitzer!
CoupeS2 schrieb:
Wir haben seit 1992 einen PC im Haushalt und noch NIE ist eine Platte ausgefallen,
gerade deswegen frage ich mich ob die Qualität heutzutage nachgelassen hat.
Die Technik ist heute eine ganz andere, weil die Datendichten viel höher geworden sind und die Köpfe daher im Teilkontaktbereich arbeiten, was Einfluss auf viele Eigenschaften von HDDs hat, u.a. gibt es daher heute das Workload Rating, denn heute werden die Enden der Köpfe erhitzt damit sie sich ausdehnen und der Abstand wo von 10nm auf 1 bis 2nm gesenkt wird, also in den Teilkontaktbereich und somit ist bei jeder Zugriff auf Daten mit Verschleiß der Karbonschutzschichten auf den Köpfen und Plattenoberflächen verbunden.
HDDs können also ähnlich wie SSDs nur ein bestimmtes Datenvolumen in ihrem Leben übertragen und dann sind sie aufgeschliessen und gehen kaputt und während bei SSDs nur das geschriebene Datenvolumen zählt, ist es bei HDD auch das gelesene. Und genau wie bei SSDs ist die haltbarere Lösung nicht die billigste und es gibt Abstufungen zwischen sehr haltbar und sehr billig, ähnliches gibt auch für die Lager, Motoren etc. Die Modellvielfalt ist nicht dem Marketing (alleine) geschuldet, es werden auch technische Unterschiede gemacht, die besten sind am teuersten, wie z.B. die Ultrastar und die vertragen auch am meiste, können aber nicht zwangsläufig auch alles am Besten, so sind z.B. nicht besonders leise.
Die billigsten HDDs sind die Desktop HDDs und die können auch am wenigsten, die sind heute sehr auf hin optimiert und für viele Bereiche nicht mehr brauchbar, für die ihre Vorgänger nicht getaugt haben, schau Dir mal die
Entwicklungsgeschichte der Barracuda Reihe an, da sieht man es schön. Vielen ist das entgangen, die nutzen heute noch solche Modelle wie sie es früher immer getan haben und wundern sich, wieso die nicht lange halten. Manche glauben wohl auch einfach, die wären sowieso alle gleich und man würde den Herstellern nur mehr Geld in den Rachen werfen, wenn man die teuren Modelle kauft.

Da Du Dich ja CoupeS2 nennt, hast Du das vermutlich auch schon bei Motorölen erlebt, denen sieht man die Unterschiede auch nicht an und sie sind doch nicht alle gleich und bei Hochleistungsmotoren sollte man eben nicht das billigste 15W40 aus dem Baumarkt einfüllen, wenn man länger Freude am Auto haben will, da nimmt man eines wo der Ölhersteller auch die Einhaltung der vom Autohersteller geforderten Normen verspricht, obwohl der Motor ja mit der billigen Plörre auch erstmal läuft und es nicht gleich ausspuckt, auch wenn der das wohl am liebsten tun würde.
Die Unterschiede die man so nicht sieht, zeigen sich aber dann mit der Zeit und das hängt eben auch von der Nutzung ab und damit meinen dann auch viele die Qualität wäre geringer als früher. Mag sein, die Mechanik ist heute sehr viel extremer am Limit als früher und richtig ist auch, dass es heute Platten gibt die so kostenoptimiert sind, dass sie viele Eigenschaften die früher selbstverständlich waren nicht mehr aufweisen. Außerdem würde ich von keiner heutigen HDD mehr warten diese 10 Jahre und mehr nutzen zu können, die dürften sogar noch 10 Jahren im Schrank hin sein. HGST und Seagate geben nur 12 Monate Lagerfähigkeit in der ungeöffneten Originalverpackung unter kontrollierten Bedingungen an und sonst 90 Tage, von WD dürfte es ähnliche Richtlinien geben nur kenne ich die nicht. Das liegt nicht zuletzt an der Chemie, die Oberflächen der Platter sind heute lubifiziert und das Zeug hat auch ein paar unschöne Eigenschaften.
CoupeS2 schrieb:
Ich hab noch über 10 Jahre alte Platten hier mit TOP Smart werten, obwohl diese
über Jahre hinweg zigmal täglich hochgefahren wurden nur um mal kurz die Mails
zu checken.
Die meisten HDDs sind unter optimalen Bedingungen für maximal 50.000 Start-Stopp Zyklen im Leben ausgelegt, unter weniger optimale Bedingungen können es auch nur 10.000 sein und gerade bei Enterprise Nearline HDDs wie der Ultrastar habe ich auch schon die Aussage gefunden, dass es nicht mehr als 250 pro Jahr sein sollen, also einmal pro Arbeitstag hoch- und runterfahren, mehr nicht.
CoupeS2 schrieb:
Deswegen bin ich zu der Überlegung gekommen das Enterprise-Platten eventuell
verlässlicher sind.
Das ersetzt aber eben auch keine Backups und sie sind vielleicht nicht wirklich zuverlässiger, nur langlebiger wenn man die Platten unter harten Bedingungen wie Dauerbetrieb, viel Workload (also große Datenvolumen) und mehrere HDDs im Gehäuse (oder andere Vibrationsquellen) einsetzt. Ob sie bei normalen Desktopeinsatz (2400 Stunden pro Jahr, nur eine HDD im Rechner) weniger Ausfälle haben als Desktopplatten, kann ich nicht sagen und würde ich auch nicht unbedingt als sicher hinstellen.
CoupeS2 schrieb:
Toshiba gäbs auch noch, diese sind vor allem wesentlich günstiger, nur leider
findet man zu diesen weniger Bewertungen bzw. Erfahrungsberichte.
Toshiba hat einen vergleichsweise kleinen Marktanteil, vielleicht deshalb. Aber schaue generell eher weniger auf den Hersteller als mehr auf die Kategorie der Platte, denn da gibt es im wesentlichen diese hier:
Dazu kommen noch die NAS HDDs, die habe Zulassung für den Dauerbetrieb, je nach Modell auch 180TB/Jahr oder gar (Seagate Enterprise NAS) 300TB/Jahr, aber HGST und WD geben den nicht an und die Surveillance HDDs für Echtzeitvideoaufzeichnungen die auch die ATA Streamingbefehlserweiterung unterstützen und mehr auf gute Schreib- als Leseperformance ausgelegt sind und Archive HDDs bei denen es (auch wegen SMR) genau umgekehrt ist.
Wenn Du schon keine Backups machen willst, dann nimm lieber zwei HDDs in einem RAID 1, dann bist Du wenigstens Datenverlust bei Ausfall einer HDD geschützt.