Diese krasse Unterscheidung zwischen Theorie und Praxis war zu Diplom-Zeiten ein Thema, durch den Bologna-Prozess haben da allerdings beide Studienkonzepte ihren Platz verlassen - die Universität ist näher auf die Praxis eingerückt, wohingegen die FHs universitätsähnlicher wurden.
Generell achten die Firmen heute weniger darauf, von welcher Hochschulart man kommt, sondern darauf, was man kann - das darf man dann in der Regel in der Probezeit beweisen.
Dieses Uni- vs. FH-Bashing ist in meinen Augen total überflüssig, ich frag mich warum manche (von beiden Seiten) ständig versuchen, den jeweils anderen Abschluss niederzumachen. Wenn man in Regensburg über den Campus läuft (dort sind FH und Universität auf einem Campus und teilen sich einen gewissen Teil der Ressourcen (Professoren, Gebäude, Labors etc.)), findet man FH-ler, die über den viel zu theoretischen und im späteren Berufsleben deshalb fehl-am-Platze Universitätssabschluss lästern, und Unistudenten, die über den FH-Abschluss schimpfen, der nicht theoretisch genug ist.
Im Endeffekt machen beide einen Bachelor bzw. Master, der beide Male von den gleichen Prüfinstituten als akademisch niveauvoll anerkannt worden ist.
Daraus folgere ich mal: Wenn man eher in Richtung Grundlagenforschung tendiert, dann sollte man in Unirichtung schauen, wer eher in Richtung Industrie will, geht auf die FH.
Beide Abschlüsse sind exakt auf einem Niveau, nur eben anders ausgerichtet. Ob das immer so war sei dahingestellt, seit Bologna ist es so.
Und zum Thema Aufstiegschancen - wenn du deine Arbeit gut machst, ist es ziemlich egal, ob du früher mal an einer FH oder Uni warst, bzw. wo du Abitur gemacht hast - Leistung zählt. Das scheinen hier aber manche noch nicht ganz nachvollzogen haben.
Gruß,
[sauba]