iGameKudan schrieb:
Nicht jeder ist für jeden Job gemacht, selbst, wenn "nur" durch demografische Probleme kaum zu besetzende Stellen gestrichen werden. Mal abgesehen von dem enorm steigenden Leistungsdruck sowie der gleichzeitig sinkenden Entlohnung
Ich bin voll bei dir, das wird sehr oft nicht passen und ich wollte auch keine heile Welt damit prophezeien. Das wird es sehr sicher leider nicht.
iGameKudan schrieb:
Man sollte mal eher die Ursachen für den demografischen Wandel angehen...
Ja, wir sollten etwas gegen die Ursachen tun. Das ist sehr wichtig und nichts hat gesellschaftlich einen höheren ROI als in Kinder und junge Menschen zu investieren. Blöderweise kann das den demografischen Wandel aber nicht aufhalten.
Ich drücke mich jetzt mal sehr drastisch aus, um klarzumachen, warum:
Selbst wenn wir jetzt alle anfangen auf Verhütung komplett zu verzichten und wie wild mit "poppen fürs Vaterland" anfangen, dann dauert des 9 Monate bis zu den ersten Geburten. Die brauchen aber Krankenhäuser für Geburten und Ärzte zur Versorgung der Kleinen. Dann kommen noch Kinderkrippen und Kindergärten dazu, dann Schulen.... Parallel dazu arbeiten dann vor allem Frauen weniger, weil sie praktisch oft die Hauptlast der Erziehung und Betreuung tragen. Und selbst wenn wir jetzt ganz hart für Kinderarbeit lobbyieren und die schon mit 13 Malochen schicken wollen, dann sind das 14 Jahre wo unsere Gesellschaft drauflegen muss. In den 14 Jahren geht es uns noch dreckiger, denn die kleinen arbeiten ja noch nicht. Wollen wir jetzt halbwegs gute Arbeiter, dann können wir da noch mal paar Jahre drauflegen, damit die wenigstens die 10 Klasse machen. Sind wir bei ca. 16 Jahren, wo es uns "dank Kindern" noch schlechter geht. Wollen wir hoch qualifizierte, dann dürfen wir noch mal 6 bis 10 Jahre drauflegen und haben das viertel Jahrhundert voll. In diesem viertel Jahrhundert ging aber die Geburtenrate noch weiter runter, weil es ja schlicht weniger Kinder aktuell gibt, die zu Frauen werden. Sprich selbst unter "Idealbedingungen" reicht ein viertel Jahrhundert nicht, bevor es anfangen kann, eine Trendwende zu geben! Dann dauert es ca. noch mal genauso lange, bis wir wieder auf Status Quo zu heute sind. 50 Jahre PLUS... da werde ich vermutlich nicht mehr leben.
Das Dickschiff Demografie wird uns voll überrollen!
------ EDIT 22.11.25. 9:00 -----
Das, was ich hier beschrieben habe, ist keine Lösung, sondern eine
menschenverachtende Dystrophie, in der
Frauen das Selbstbestimmungsrecht genommen wird, ob sie Kinder haben wollen, oder nicht. Ein Szenario, wo eine
Geburtenrate von 8 und mehr erzwungen wird. Eine Rate, weit höher als es unter selbstbestimmten gesellschaftlichen Idealbedingungen geben würde.
Mein Ziel war es zu zeigen, dass wir rein durch die Struktur der Demografie
keine Chance haben, das Thema durch Geburten in den nächsten 50-100 Jahren zu lösen. Wenn ihr also jemandem im öffentlichen Diskurs begegnet, der sagt, dass eine kinder- und familienfreundliche Politik das demografische Problem lösen würde, der hat sich entweder nicht damit beschäftigt oder will euch gezielt verarschen. Ja, wir brauchen eine kinder- und familienfreundlichere Gesellschaft! Das wird nur leider die demografisch bedingten Problem nicht zu unseren Lebzeiten verhindern.