Hyper-V - Grundverständnis?

Zaiga

Lieutenant
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Hallo,

ich verstehe noch nicht so ganz das Konzept von Hyper V:
Ich kann doch folgendes tun:

Hyper V Server (Core) + Remote-----------> VM
Windows Server + Hyper V aktivieren -----> VM
Windows + Hyper V aktivieren -------------> VM

Wo ist nun der Unterschied zwischen Hyper V auf Windows Server und Hyper
V auf Windows?
Mal angenommen ich benötige eine VM mit Windows 10, kann ich einfach dafür ein Windows
10 Rechner benutzen?

Danke Gruß
 
OK soweit verstanden. Aber was ist eigentlich der Hauptunterschied zwischen
Hyper V als Role auf Windows oder Windows Server?
 
Es gibt einige Features, die in Hyper-V unter Windows und Hyper-V unter Windows Server unterschiedlich funktionieren.

Nur in Windows Server verfügbare Hyper-V-Features:

  • Live-Migration virtueller Computer von einem Host zum anderen
  • Hyper-V-Replikat
  • Virtueller Fibre Channel
  • SR-IOV-Netzwerke
  • Freigegebene VHDX-Datei
Nur in Windows 10 verfügbare Hyper-V-Features:

  • Schnelles Erstellen und die VM-Galerie
  • Standard-Netzwerk (NAT-Switch)
https://docs.microsoft.com/de-de/virtualization/hyper-v-on-windows/about/

Hinzufügen könnte man noch ReFS Unterstützung, was sich hervorragend für Datenträger eignet, auf denen VMs liegen. Die Unterstützung dafür wurde aus Windows 10 entfernt.
 
Je nach Server Edition ist auch gleich eine bestimmte Anzahl von Server VMs in der Lizenz enthalten. Bei Windows 10 nicht.
 
Und natürlich die üblichen Unterschiede für Windows Server wie z.B. das ein Neustart erst stattfindet wenn dieser vom Admin erlaubt wird, egal wie lange die Windows Updates schon auf Installation warten.
 
Zaiga schrieb:
Hyper V Server (Core) + Remote-----------> VM
Windows Server + Hyper V aktivieren -----> VM
Windows + Hyper V aktivieren -------------> VM

Punkt eins ist ein Typ-1 Hypervisor
Punkt zwei und drei sind ein Typ-2 Hypervisor

Einen Typ-1 Hypervisor nutzt man, wenn man seine produktive (Server-)Umgebung vollständig virtualisiert abbilden möchte. Man nutzt einen Typ-1 dafür, damit das zugrunde liegende System möglichst wenig Ressourcen von den Gästen abzieht und diese besser verteilen kann und damit man eine ordentliche Trennung zwischen der Virtuelle Welt hinbekommt. Meistens benötigen die Hosts auch nur sehr wenig Wartung, bei Windows Server Core leider dennoch regelmäßig die Windows-Updates aber nunja. Gibt ja noch andere Typ-1 Hypervisor.

Die Hyper-V Rolle auf einen Windows Server zusätzlich aktiviert ist eher etwas für kleine Umgebungen, bei denen man einen weiteren Memberserver von seinen zugrunde liegenden Host trennen möchte. Eventuell, weil man den Memberserver regelmäßig neu starten muss ohne das andere System dabei zu beeinträchtigen. Eine große virtuelle Umgebung würde ich so allerdings nicht aufbauen, dafür gibt es ja den Hyper-V Server, wenn man in der Microsoft-Welt bleiben möchte. Der Standard-Server zum Beipsiel lässt sich einmal installieren und auf sich selbst einmal virtuell aktivieren. Das ist genau für so ein Szenario gedacht. Aber auch nicht viel mehr.

Letzteres, die Hyper-V Rolle auf einen Windows Client, ist dann etwas für Entwicklungs- und Testumgebungen, damit man zum Beispiel seine Ergebnisse nochmal unter anderen Systemen anschauen kann oder wenn man sich eine Art "umfangreiche Sandbox" aufsetzen will, die man mit den Prüfpunkten dann immer wieder zurücksetzen kann.
Für einen produktiven Dauerbetrieb ist das nicht gedacht. Alternativen dazu sind VirtualBox und viele andere Client-Virtualisierungen für Rapid Prototyping usw.

Edit: Die Klassifizierung der Hypervisor im Microsoft-Forum ist übrigens falsch. Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Hypervisor#Klassifizierung Streng genommen handelt es sich bei allen modernen Hypervisor um einen Typ-2. Es wird jedoch in der Praxis, damit man es unterscheiden kann, eher danach unterschieden, ob neben der Aufgabe des Hypervisors und der Gerätetreiber noch weitere Aufgaben / Rollen auf dem Server ausgeführt werden (Typ-2) oder nicht (Typ-1).
 
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ayngush schrieb:
Eventuell, weil man den Memberserver regelmäßig neu starten muss ohne das andere System dabei zu beeinträchtigen.
Konkret würde mir z.B. ein separater SQL-Server einfallen, da dieser sich nicht auf einem Server mit DHCP-Funktion korrekt installieren lässt.

Können auch Kleinunternehmen benötigen für SFirm zum Beispiel, wenn eine lokale Einzelplatzinstallation nicht gewünscht ist.
 
ayngush schrieb:
Punkt eins ist ein Typ-1 Hypervisor
Punkt zwei und drei sind ein Typ-2 Hypervisor
Ich möchte widersprechen. Die Architektur von Hyper-V unterscheidet sich zwischen Hyper-V-Server, Windows Server Standard/Datacenter (Core) mit installierter Hyper-V-Rolle oder Windows Server Standard/Dataceter (GUI) mit installierter Hyper-V-Rolle nicht. Es läuft immer ein Hypervisor direkt auf der Hardware.

Im Unterschied zu VMware-ESXi enthät der Hypervisor aber keine Gerätetreiber, da er einem Mikrokernelansatz folgt. Die folgende Grafik veranschaulicht das:
3113.Virtualization 101_2.jpg


Die Hyper-V-Architektur im Detail:

hv_architecture.png.gif

Die Root-Partition ist immer vorhanden, sobald die Hyper-V-Rolle installiert ist. Nach deiner Definition wäre Hyper-V daher immer ein Typ-2-Hypervisor.
 
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Alle modernen Hypervisor für Server-Virtualisierung sind streng genommen Typ-2, wenn es nach der ursprünglichen Definition von 1974 geht. Denn alle modernen Hypervisor für Server-Virtualisierung starten ein Betriebssystem mit eigenen Kernel, welcher dann die Hardwareschicht über Treiber an sich selber und einen "virtuellen Bus" anbindet. Auch Mikrokernel laden parallel zum Kernel Hardwaretreiber. Geht auch gar nicht anders, sie sind halt nur nicht direkt im Kernel integriert. Und alle Hypervisor haben auch zusätzliche Programme am laufen; sei es nur Konfigurationsoberflächen für den Hypervisor und Berechtigungssysteme. Und bei meinen Hyper-V Servern musste ich die Treiber für die Netzwerkkarte usw. nicht in die Gäste installieren, sondern auf dem Host und dort dann virtualisierte Hardware für die Gäste konfigurieren. Mikrokernel hin oder her - ohne eigene Treiber läuft auch ein Mikrokernel Hypervisor Host nicht.
In der ursprünglichen Definition war aber genau das Typ-2 und Typ-1 ein direkt auf der Hardware laufender Hypervisor, wie er zum Beispiel als Security Enclave in der X-Box 360 zum Einsatz kommt.

Das Hilft aber bei der Unterscheidung von "bare metal" Hypervisor von "zusätzlich installierten" Hypervisorn im Business-Umfeld nicht. Und da diese Definitionen prinzipiell nicht in Stein gemeißelt sind, hatte VM Ware sich seinerzeit dazu entschieden es genau so zu definieren, wie ich es beschrieben habe.
 
Was VMware da definiert, weiß ich nicht. Der Punkt ist: Die Architektur von Hyper-V ist immer gleich, egal welche Betriebssystemedition zum Einsatz kommt. Da kann es also keine verschiedenen Hypervisor-Typen geben. Das wollte ich klarstellen.
 
ayngush schrieb:
Das Hilft aber bei der Unterscheidung von "bare metal" Hypervisor von "zusätzlich installierten" Hypervisorn im Business-Umfeld nicht. Und da diese Definitionen prinzipiell nicht in Stein gemeißelt sind, hatte VM Ware sich seinerzeit dazu entschieden es genau so zu definieren, wie ich es beschrieben habe.

Nur ist das genauso ein Mist wie die Behauptung deren ESXi wäre kein Linux oder mal anders ausgedrückt, völlig irrelevant.

Es gibt Gründe einen Hyper-V auf Basis von Windows Core aufzusetzen, genauso wie es Gründe gibt, eine UI mit zu installieren. Die Sache mit Typ-1 und Typ-2 interessiert kein Mensch und verwirrt bei Hyper-V nur, weil es Gen1 und Gen2 VMs gibt, die damit nichts zu tun haben.
 
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