In wie weit hätte man die Welt verändert wenn...

BobbyS

Lt. Junior Grade
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Hallo zusammen. Die Frage klingt jetzt vllt. bisschen seltsam und fantasievoll jedoch frage ich mich seit Tagen, in wie weit man die Welt und die Weltgeschichte verändert hätte können wenn man plötzlich z.B ins Mittelalter oder in ein anderes historisches Zeitalter zurückversetzt werde würde mit dem Wissensstand und Technologien von heute.

Stellt euch vor ihr läuft auf der Straße wie jeden anderen Tag auch. Plötzlich geschieht etwas unerklärliches und ihr werdet an die selbe Stelle wo ihr euch befindet ins Mittelalter mit eurer modernen Kleidung, Frisur, Aussehen und eurem Smartphone in der Hand, gebeamt. Wie würdet ihr euch so etwas vorstellen? Ich stelle mir dass so vor je nachdem wo man ist würde man entweder sofort geköpft werden oder man kann mit sehr sehr viel Mühe die Menschen davon überzeugen dass man aus der Zukunft kommt und Dinge vorhersagen kann. Später kommt man in seine Zeit zurück und hat durch den Einfluss vieles verändert. Wie würde die neue Zukunft eurer Meinung nach aussehen?
 
Naja, dein Smartphone bringt dir erst einmal relativ wenig bis gar nichts. Verrückte Klamotten und Frisuren waren schon immer ein Erkennungszeichen von Exoten, die es überall und immer gab.
Zwei Möglichkeiten:
1.) Du versuchst deine Umgebung penetrant davon zu überzeugen das du aus der Zukunft kommst. Mit viel Glück findest du einen Mentor der deine Geschichte witzig findet. Ansonsten hält man dich für einen Spinner und du würdest irgendwann in einer Gosse landen und verhungern.
2.) Du bleibst im Hintergrund und setzt dein Wissen und ggf. handwerkliche Fähigkeiten geschickt ein um gut über die Runden zu kommen.
Wer weiß, vielleicht ist der eine oder andere großartige Baumeister, Erfinder oder Gelehrte aus einer Zukunft gekommen.

Verändern würde sich in der "alten" Zukunft durch dich nicht viel, weil der Einzelne nur einen geringen Einfluß hat.
Selbst die Mode oder Musikrichtung hättest du nicht beeinflussen können, da dein Akku vom Smartphone nach ein paar Tagen leer wäre, ohne Lademöglichkeiten.

Jan Hus wurde als Ketzer verbrannt, die Zeit war noch nicht reif für eine Reformation. Erst ≈100 Jahre später ist Martin Luther zum Zuge gekommen.
Aber wäre er nicht gewesen, hätte sich früher oder später ein anderer gefunden. Der Bruch in der Kirche, der Gesellschaft war reif.
Natürlich gibt es Menschen wie Wassili Alexandrowitsch Archipow die durch ihr Handeln sehr Wahrscheinlich eine große Veränderung verhindert haben.
Generell gilt jedoch, ein Einzelner kann Initiator sein, Geschehnisse forcieren oder verlangsamen, aber gesellschaftliche Veränderungen geschehen im Kollektiv.
Dafür bedarf es die Masse, halt die Gesellschaft.
 
Ja als einzelner würde man wahrscheinlich nicht viel ändern können. Aber jetzt stell dir mal vor du gewinnst das Vertrauen eines Königs/Kaisers und könntest ihm vorher sagen was alles geschehen wird. Ich denke mal schon dass man dadurch vieles verändern könnte. Ich frage mich ob es in der Technik etwas ändern würde, wenn man bspw. sein Smartphone zur Analyse den Wissenschaftlern überlassen würde.
 
Also ich wüsste jetzt nichts womit ich im Mittelalter punkten könnte.
was bringt es mir, wenn ich weiß das wir heute CNC Maschinen haben, wenn ich diese im Mittelalter weder bauen noch betreiben könnte? Wie kann man ohne halbwegs Moderne Maschinen Autos Bauen? wie kann ich mit den damaligen mitteln einen Dynamo zur Stromerzeugung bauen?

Es ist zwar schon das man das alles weiß.
aber was bringt es einem wenn man nicht die nötigen mittel hat?
 
Aber jetzt stell dir mal vor du gewinnst das Vertrauen eines Königs/Kaisers und könntest ihm vorher sagen was alles geschehen wird.
Nun, was wir er fragen? z. B. ob er die nächste Schlacht gewinnt. Da du perfekt in Geschichte bist, oder eine Offlineversion von Wikipedia auf den Smartphone geladen hast (Powerbank, bzw. Solarladegerät nicht vergessen), kannst du die richtige Antwort geben.

Nehmen wir an Wiki sagt, daß er die Schlacht verliert. Seinen Begeisterung für deine Vorhersagen werden sich in Grenzen halten.
Wird er nun überhaupt in die Schlacht ziehen? Wenn nicht, dann kannst du mit deinem Geschichtswissen schon nicht mehr punkten, keine Vorhersagen sind sicher.
Legt er sich eine neue Taktik zu und gewinnt, dann kannst du dein Wissen und Wiki für die weitere Zukunft auch vergessen und bist zudem kein Hellseher.

Nun sagt Wiki er gewinnt und du teilst im das mit. Gewinnt er tatsächlich ändert deine Anwesenheit nichts, außer daß du dir auf die Schulter klopfen kannst.
Verliert er, ist wie schon geschrieben dein Wissen nutzlos.

Der Lauf der Geschichte ist ein Zusammenspiel von Aktionen und Reaktionen. Woher diese nun kommen ist irrelevant. Die Geschichte wie du sie kennst hat sich so zugetragen, weil keiner aus der Zukunft eingegriffen hat - oder vielleicht deswegen?
Die Vergangenheit zu ändern um eine andere Gegenwart zu erzeugen geht nicht.
Wichtig ist aus der Geschichte zu lernen, um z. B. eine Zukunft zu gestalten in der es der Menschheit besser geht. Damit veränderst du etwas.
 
Erstmal würde man ein Problem bekommen was die Kommunikation angeht. Als zweites dürfte man ohne Überlebensskills nicht lange leben. Fängt ja schon beim sauberem Trinkwasser an, zudem Krankheiten, die es heute nicht mehr gibt. Wenn man das alles ausschließen bzw. vorweisen kann, kommt’s auf die Gegend an, in der man auftaucht. Einfach so zum Herrscher latschen und sein Wissen anbieten ist in jedem Fall Unsinn.

Und dann wäre da noch der Punkt mit den Paradoxien und der Fragilität des Raumzeit-Kontinuums. Kurz: Würde man die Vergangenheit verändern, würde entweder alles zusammenbrechen oder man würde es nicht merken.
 
Vermutlich würde ein moderner Mensch im Mittelalter ruckzuck schwer krank werden und sterben, da er den Mangel an Hygiene nicht verträgt und sein Immunsystem auf eine derartige Belastung gar nicht mehr ausgelegt ist. ;)

Verständigen könnte er sich auch nicht mehr, denn die modernen Sprachen unterscheiden sich doch enorm von ihren Vorgänger.

Des weiteren müsste es schn großes Glück sein, dass es grade einen "Fachmann" auf einem Gebiet erwischt, der tatsächlich in der damaligen Zeit einen umsetzbaren Vorteil gewährt. Ein Atomphysiker z.B. hat einen enormen Wissensvorteil, aber weder kann er ihn nutzen noch beweisen. Und der Durchschnittsmensch dürfte weder ausreichend detailliertes historisches Wissen haben um konkrete Aussagen zu treffen noch genügend anderes Wissen und die Kreativität, es dann auch noch mit den beschränkten zur Verfügung stehenden Mitteln umzusetzen.

Von daher würde höchstwahrscheinlich gar nichts passieren und derjenige hätte schon viel Glück, überhaupt am Leben zu bleiben. ;)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ein Atomphysiker hat aber auch grundlegendes Wissen in Mechanik/Optik/Akustik/Thermodynamik und könnte dieses auch für Bauten und einfache Maschienen anwenden.

Eine einfache Dampfmaschine zu entwerfen und zu bauen ist nicht einfach - wäre aber möglich, vor allem wenn man weiß das es funktioniert und in welcher Größenordnung man denken muss.
Auch das Wissen wie man Stahl/Legierungen herstellt bzw. härten kann wäre nützlich. Damals wurde das mehr nach try & error gemacht, aber ein Physiker weiß wie man höhere Hitze erzeugt und was sie bewirkt usw.

Dann wäre da noch Beton bzw. Stahlbeton. Es hat sehr lange gedauert bis man bemerkte, dass Eisenstangen und Beton gut zusammenarbeiten und einfachen Beton sollte man auch herstellen können (Kalk war damals nicht unbekannt).

Dazu kommen Pendel/Flugbahnberechnungen usw.

Zum Schluss wäre natürlich das einführen von elektrischen Strom eine der größeren Punkte. Hat man eine Dampfmaschine geschafft, braucht man nur Kupfer und magnetisches Material um Strom erzeugen zu können oder man baut eine manuelle Kurbel und eine einfache Glühbirne ist auch keine Kunst - Glasbläser gab es schon und die Idee einen Draht einzubringen war revolutionär und einfach.

Das führt dann zu einem Kathodenstrahler und ab hier wäre eine Atomphysiker dann ganz in seinem Element :P

Ein größeres Problem wäre wohl ab einem gewissen Zeitpunkt nicht als Hexe verbrannt zu werden.
 
klingt nicht doof. hab ich mich auch schon oft gefragt. wobei ich als Weib im mittelalter mit roten haaren ? mrergh.. weis ja nicht ob ich das will :p

aber back to the Topic.. ich denke mal du würdest ganz flott bei der inqui landen (No one expects the Spanish Inquisition !) :D
oder aber als wahnsinnig abgestempelt werden. wäre auch nicht ganz so nice..wobei ich mir die Diagnose im viktorianischen Zeitalter als unangenehmer vorstellen würde. (vor allem die folgen *schauder*)

also kurzum : entweder --> Zauberei, schwarze magie, der teuuufel !!! (hoffe du hast dann marshmallows dabei oder wenigstens n starkes opiat)
oder : wahnsinnig/schwachsinnig --> ab ins gutleutehaus / seuchenhaus etc.
wenn du allerdings weiter zurück denkst (sagen wir mal die hoch era der Griechen) könnte man von anderen Szenarien ausgehen. natürlich kann man jetzt drüber philosophieren ob die Griechen wirklich so viel zivilisierter waren (meiner Meinung nach kommt das definitiv drauf an über welchen Bereich wir hier reden) oder ob eben nicht.
 
Ich seh das Problem eher so, dass ich jeden Morgen mit dem Augenaufschlag ins Mittelalter gebeamt werde. Unsere geistigen Ergüsse (ob in Büchern oder im modernen sozialen Netzwerk) und all die wissenschaftlichen Errungenschaften in den hunderten Jahren schafften es nicht ein Individuum zu formen, dass ein persönliches Gespräch mit einer weiteren Person nicht durch ein beliebiges Smartphoneklingeln unterbrechen lässt. Mehr muss man über 2018 nicht wissen.

Wenn mich jemand mit all meinen Lieben zusammen ins Mittelalter zurückbeamen könnte, ich bin nicht sicher, ob ich zögern würde. (ohne Smartphone)
 
Heen schrieb:
Wenn mich jemand mit all meinen Lieben zusammen ins Mittelalter zurückbeamen könnte, ich bin nicht sicher, ob ich zögern würde. (ohne Smartphone)
hmm stimmt irgendwo..aber wie sieht es mit deiner körperlichen Resistenz aus was die damaligen geläufigen Krankheiten angeht?
 
Ist wurscht. Ich bin schon kurz vor der Rente, in Mittelalterjahren gerechnet ;)
Aber im Ernst, selbstverständlich wäre es gesünder, dort hinein geboren zu werden. Ich wollte aber vor allem auf den sozialen Aspekt hinaus.
 
Ja, das soziale war im Mittelalter sicher toll ;)

Strenge Hierarchie, Leibeigenenschaft, Tyrannen als Herrscher, Korruption, Räuber usw. Dazu nicht genug Essen, kein sauberes Wasser, kaum medizinische Versorgung
Das Unterhaltungsprogramm waren Hinrichtungen oder öffentliche Demütigungen^^

(je nach konkreter Zeit natürlich)
 
Genau wie heute ist es das reine Glück wo man hineingeboren wurde. für den Großteil der Menschheit ist das heute nicht groß anders wie bei uns im Mittelalter.
 
florian. schrieb:
Also ich wüsste jetzt nichts womit ich im Mittelalter punkten könnte.
was bringt es mir, wenn ich weiß das wir heute CNC Maschinen haben, wenn ich diese im Mittelalter weder bauen noch betreiben könnte? Wie kann man ohne halbwegs Moderne Maschinen Autos Bauen? wie kann ich mit den damaligen mitteln einen Dynamo zur Stromerzeugung bauen?

Es ist zwar schon das man das alles weiß.
aber was bringt es einem wenn man nicht die nötigen mittel hat?

Ja im Mittelalter hätte man in der Tat damit wenig anfangen können. Aber das Mittelalter war ja auch nur ein Beispiel. Man könnte auch davon ausgehen, dass man z.B in die Zeit der Industrialisierung oder zu den Anfängen der modernen Technik (sprich Entwicklung von Unterhaltungsmedien wie Fernseher, Gramophone, Radios etc.) gebeamt wird. Da frage ich mich ob man da viel verändern könnte. Ob die das alles verstehen würden wie das ganze Gerät funktioniert?

phil. schrieb:
Nun sagt Wiki er gewinnt und du teilst im das mit. Gewinnt er tatsächlich ändert deine Anwesenheit nichts, außer daß du dir auf die Schulter klopfen kannst.
Verliert er, ist wie schon geschrieben dein Wissen nutzlos.

Das Stelle ich mir ja immer wie in den Filmen vor, dass dann der Inhalt sich dementsprechend ändert und sich quasi anpasst. Dann könnte man theoretisch die ganze Zeit alles oder vieles vorhersagen (bis irgendwann der Akku leer ist :D)


wenn du allerdings weiter zurück denkst (sagen wir mal die hoch era der Griechen) könnte man von anderen Szenarien ausgehen. natürlich kann man jetzt drüber philosophieren ob die Griechen wirklich so viel zivilisierter waren (meiner Meinung nach kommt das definitiv drauf an über welchen Bereich wir hier reden) oder ob eben nicht.

Ja das habe ich mich auch schon gefragt. Könnte mir vorstellen dass man mit denen eher "verhandeln" kann als mit den Menschen aus dem Mittelalter :D Da frage ich mich auch ob man es mit den Römern geschafft hätte


Was den sozialen Aspekt angeht hätte man es evtl. in primitiven Zeiten (z.B Steinzeit) einfacher? Man hätte evtl. den Menschen dort vieles zur Gesellschaft und Manieren beibringen können (wobei die ja eig. auch nicht so dumm und unkultiviert waren wie wir es kennen)
 
Wie oben schonmal erwähnt, am besten wäre es sich wohl wirklich Wikipedia auszudrucken. Dann zurückzureisen und vorsichtig ein paar "Jünger" um sich scharen, also im Grunde eine Religion des Fortschritts gründen.
Das ganze am besten in einem relativ liberalen Königreich des Mittelalters um nicht sofort wegen Ketzerei hingerichtet zu werden, eventuell im arabischen Raum da die damals wohl aufgeschlossener waren.
Danach soetwas wie ein Kloster beziehen und relativ abgeschottet leben und Dinge entwickeln und der umliegenden Bevölkerung zur Verfügung stellen und mit den Jahren (auch nach dem eigenen ableben) hätte man eventuell etwas bewirkt, da die Leute Vorteile haben und das Heilige Buch (Wikipedia :) ) weiterhin vorhanden ist.

Als erstes würde ich übrigens den Buchdruck "erfinden" um den Leuten Bildung zukommen zu lassen.
 
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