inhouse Sicherung mit Datto Siris4 Enterprise

rg88

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Hallo zusammen,

mit wurde von einem guten Freund ein Angebot vorgelegt, zudem er meine Meinung haben will.
Ich sagte ihm bereits, dass ich mich damit nicht wirklich auskenne, mich aber etwas informieren würde. Bin seit Jahren raus aus dem Bereich.

Es handelt sich wohl um eine Art Storage für Datensicherungen. Recht viel genauer kann ich das nicht rauslesen aus dem Angebot. Aber für 12 GB etwa 10.000Euro finde ich jetzt schon selbstbewusst.
Dazu dann noch eine "Datto subscription monthly" von schlappen 850Euro im Monat. Was auch immer das nun genau sein soll...

Statt dass ich mich jetzt tagelang in Werbebroschüren reinlese die eh nur das Blaue vom Himmel (oder aus der Cloud) versprechen, meine Frage an die Community:

Kennt jemand diese Technik bzw. diesen Hersteller/Anbieter und hat Erfahrungen damit?

Falls ja wär es super hier mal eure Erfahrungen und Meinungen zu lesen.

Vielen Dank und beste Grüße :)
 
Moin. Datto bietet keine sinnvollen Backup-Lösungen an. Sie verstehen sich vielmehr als Anbieter von Desaster Recovery und Business Continuity-Lösungen. Die Produkte von denen sichern bei minimalem KnowHow eine maximale Verfügbarkeit der Umgebung.

Das Siris4 hat in seiner kleinsten Ausbaustufe (Datenblatt) 1TB Speicherplatz. Dazu kommen 40 CPU-Threads und 64GB RAM um ausfallende Geräte virtuell schnell wieder in Betrieb zu nehmen.

Es geht hier ein bisschen darum, was man erreichen will. Als reine Backup-Lösung ist das Datto-Portfolio viel zu teuer. Als Desaster Recovery / Business Continuity hingegen muss man kalkulieren, was einem das Wert ist. Aus dem Bauch heraus würde ich aber sagen, sind die Preise für das Gebotene absolut fair - wenn man das Gebotene denn benötigt.

Über Datto als Hersteller kann ich nichts negatives sagen. Bei uns kamen sie aufgrund der hohen Preise nie zum Einsatz (wir brauchen oft nur Backup-Speicher), die Demo-Umgebung wirkte aber schon enorm robust und einfach zu bedienen.

Ich hoffe, das bringt etwas Licht ins Dunkel.
 
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SoDaTierchen schrieb:
Ich hoffe, das bringt etwas Licht ins Dunkel.
ja, in jedem Fall. Er hat auch noch was gesagt davon, dass das als Ausfallsicherung sei und damit die Server schnell weiterlaufen sollen, daber das hab ich wohl irgendwie verdrängt und es als Datensicherung interpretiert ^^

Ich hab davon leider noch nie was gehört, deshalb war mir so eine Lösung auch unbekannt.
Vielen Dank schonmal für deine Informationen :)
Bin gespannt ob das irgendwer auch im Einsatz hat und im Idealfall schon mal einen Totalausfall oder Ransomware drauf hatte und darüber berichten kann
 
Die reine nackte Hardware kostet mit 5 Jahren Support und next business day so zwischen 5.000 bis 6.000 € zzgl. MwSt Listenpreis, daher sind OS-Installation, Weiterentwicklung, etc. da mit eingepreist. Vielleicht läuft ein RHEL oder SLES drunter, dann ist auch Subscription da eingepreist und naja irgendwie will der Hersteller ja auch was verdienen.^^
Ansonsten ist Datto ein Begriff im Bereich Backup, DR usw. aber mir persönlich auch noch nicht untergekommen, nur davon gehört/gelesen.
 
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@snaxilian Auch dir vielen Dank. Mir war die Firma kein Begriff. ich glaub auch, dass die Kosten hier absolut nebensächlich sind. Es geht viel mehr darum, ob das ein angemessenes Angebot ist was auch was taugt im echten Worst-Case-Leben.

Mir kommt der tausender Brutto im Monat aber immer noch absurd vor für ""Datto subscription". Das ist ja nur ein Servicepreis, oder?
Wozu dann 5 stellig schon die Hardware, wenn da schon support dabei ist?
 
Das eine ist die Hardware, das andere vermutlich die Nutzungslizenz für die Software um VMs, Server, etc. zu sichern?
Um zu sagen ob der Tausender gerechtfertigt ist oder nicht wäre die Frage was davon inkludiert ist. Alle VMs und Server und es sind ein paar Dutzend? Dann ggf. günstig.
Aber das sind Feinheiten der Lizenzierungsmodalitäten, die jeder Hersteller frei wählen kann und ich hab da schon die verrücktesten Stilblüten erlebt^^
 
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Hmm ganz interessant mal so ein paar Zahlen zu sehen. Ich denke das sind aber durchaus angemessene Preise. Ich habe für unsere inhouse Lösung ein Desaster Recovery implementiert. Hat mich gut zwei Monate Arbeitszeitgekostet und am Ende läuft das als VMs auf zwei Servern um Redundanz zu haben.

Am Ende ist aber entscheidend, was genau abgedeckt wird und wie lange die downtime ist. Mit meiner Lösung schaffe ich einen Totalausfall mit anderen Servern binnen 24h. Ok Switche dürfen nicht Shops gehen, aber sonst quasi alles.
 
Naja wer sich solche Appliances wie Datto anlacht hat ja idR nicht die Ressourcen (Personal & Zeit) um irgendwas selbstgestricktes inhouse hin zu frickeln inkl. Dokumentation und steter ggf. notwendiger Anpassung^^
 
Naja, gefrickel ist jetzt nicht sehr nett.

In den 2 Monaten reine Entwicklungszeit sind gut 1/3 reines Testing drin und andere Kollegen haben nich zugearbeitet. Da ist also viel Expertise noch mit eingeflossen die ich jetzt nicht hätte.

Und Anpassen muss man da bis auf Configs an sich auch nicht, weil der Großteil nur auf Datensicherung und Wiederherstellung beruht. Nen großer Teil der Arbeit steckt ja schon im eigentlichen Produkt, bei dem der State in einer geteilten Datenbank steckt und fast nichts eben an den Hostsystemen hängt. Aber klar man muss halt wissen was man macht.

Deswegen noch ein Tipp an deinen Freund. Lasst euch das Disasterrecovery zeigen. Ein DR das nicht wirklich gemacht wurde ist nichts wert.

Wir müssen das z.b. auch real ausführen, weil der Kunde schlechte Erfahrung gemacht hat.

Da trennt sich dann auch die Spreu von Weizen. Erzählen kann dir jeder viel. Aber dann auch tatsächlich machen ist was anderes.

Und btw falls ihr Performanceanforderungen habt, dann die AUCH mit aufnehmen in die SLAs. Ansonsten werden irgendwelche Tunings im Zweifel nicht richtig mit gesichert, oder man geht halt im Zuge des DR auf ne VM die das halt nicht packt im Vergleich zu bare metal.

Komplexes Thema..
 
@Skysnake War nicht abwertend gemeint, sorry. Aber die wenigsten machen sich die Mühe und bauen sich ihr komplettes Backup & DR komplett selbst und sei es nur aus Fingerpointing-Gründen und ja, wenn die eigene Infrastruktur komplett aus git + terraform + ansible (oder ähnlichem) besteht und absolut idempotent ist, dann funktioniert so etwas deutlich einfacher als bei den üblichen KMUs mit HyperV oder vSphere, 90% Windows auf unterschiedlichen Patchständen mit diverser Kaufsoftware und einem wilden Zoo aus Appliances^^
 
Ist schon ok. Ich will die Implementierung auch nicht überbewerten. Es gibt seine Grenzen, die sind aber bekannt und kommuniziert. Irgendwann wird es aber halt auch völlig unverhältnismäßig bezüglich Nutzen und Aufwand.

Naja, eher Kickstart, etcd, docker/Container und shared storage, aber ja, wenn man überhaupt mal in der Lage ist quasi alles relevante in Container zu packen und 90% vom Rest in der Datenbank steckt, dann hat man schon sehr viel geschafft, weil man es erstens backupen kann und zweitens eben auch überhaupt schon weiß, wo ü überhaupt die Daten liegen die man braucht. Also den State.

Sollte ich irgendwas übersehen haben, wird es nicht wirklich wichtig sein. Das beruhigt schon mal ungemein. Ok, Härtung ist wichtig und halt speziell, aber das weiß man und protokolliert jede Änderung. Muss ja eh alles dokumentiert werden und da der live Test mit tickender Uhr bekannt ist, ist da auch jeder ziemlich akribisch.

Aber klar so Sachen wie das muss binnen 8h wieder alles laufen wenn XY abgebrannt ist, ist da auch nicht drin. Irgendwann kommt man halt an die Grenzen, wenn man nicht quasi ein System auf Standby dastehen hat oder das zur Not in der Cloud temporär ausrollen kann. Wobei bei uns das schon allein wegen Performance nicht in jedem Fall gehen würde. Klar für throughput kann man zur Not einfach mehr Ressourcen drauf werfen, wenn aber PB an storage mit Performance XY mit wenigen nodes dazu gehört wird es halt eng. Oder halt large scale Sache. Dabei sind. Das stampfst du auch in der Cloud nicht mal eben in einer paar Stunden aus dem Boden.

Und wie du sagst, wenn man nen Zoo aus unterschiedlichen Dingen gern auch noch mit MS Produkten gemischt, dann ist das eine ganz andere Aufgabe als wenn alles auf Linux läuft und man quasi alles selbst unter Kontrolle hat und from scratch hoch ziehen kann.

Edit
@rg88 wie sieht es jetzt eigentlich mit deinem Freund aus? Konnten die Kommentare helfen? Preislich ist es ja nicht gänzlich unrealistisch. Wobei man natürlich ganz genau aufpassen muss was man sich da kauft und noch wichtiger, was nicht
 
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