Intel CPUs: Warum von Werk an zerkratzt?

Senfgeist

Lt. Commander
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Hi,

habe heute meine neue Intel CPU erhalten (Haswell-E). Diese war über einen "Factory sealed" Klebestreifen geschlossen und ist garantiert fabrikneu.

Die CPU weist auf den Verlängerungen des Heatspreaders Kratzer auf, die am Rand sogar relativ tief sind. Die Kanten des oberen Heatspreaders sind an den Seiten unsauber "abgeschrägt", als wäre man hier mit grobem Werkzeug dran gegangen.

Erst hatte ich mich erschrocken und dachte, dass ich vielleicht doch eine gebrauchte und "misshandelte" CPU erhalten habe - doch dann suchte ich im Netz nach Produktfotos dieser CPU-Reihe und musste feststellen, dass diese Kratzer und Kerben ausnahmslos bei allen gefundenen Fotos zu sehen sind (und nein, ich habe NICHT nach dem Schlagwort "Kratzer" gesucht, sondern nur nach Produktfotos von Redaktionen usw. zu dieser CPU).

Mich interessiert also, warum alle Haswell-E CPUs derartige Kratzer und krasse Kerben an den Seiten haben? Schön sieht das nicht aus und sicher beeinflusst es auch nicht die Leistung - trotzdem empfinde ich es als sehr merkwürdig und bin gespannt, ob hier jemand mehr dazu weiss. Und ehe wieder die typischen "Google halt und informier dich selbst"-Kommentare wie bei Computerbase üblich kommen: Habe ich bereits.

Gruß
 
Meiner hatte auch einen leichten Kratzer der am Donnerstag kam. Trotz Faktory Sealed etc. Ich vermute einfach mal, die werden getestet bevor die das Werk verlassen und das entsteht dann dabei.
 
Entstehen durch die Kratzer Einschränkungen in der Funktion? Wenn nicht, dann ist es nicht schön, aber ansonsten völlig Wurst.
 
Das kann gut möglich sein, aber wie brutal gehen die da bitte bei vor? Wie gesagt deutliche Kratzer an den erweiterten Heatspreader-Bereichen (links und rechts sogar recht tief) und die "Kanten" des dickeren Heatspreader-Bereiches sind regelrecht abgeschrammt. Sieht man wie gesagt auch auf allen Produktfotos von Redaktionen usw im Netz. Kann ich wenig nachvollziehen, warum Intel hier so "brutal" vorgeht. Erwarten sollte man sowas von einer (in meinem Fall) 960 Euro CPU keinesfalls müssen.
 
ich glaube nicht, dass das Spuren von Tests sind (die meisten Tests werden ja schon auf dem Wafer gemacht) und nach der Endmontage wird man da schon Wege finden, "keinen Schaden anzurichten".

Die "Deckel" sind einfach billige (Tief-) Zieh-Teile und da es da am Rand absolut nicht drauf ankommt, gibt es auch keine Vorgaben, dass die glatt sein müssen.
 
Das ist lediglich ein optischer Mangel aber kein funktionstechnischer Mangel.

Und die Kratzer kommen entweder vom testen der CPU in der/ den Teststationen(en) oder der Herstellung der Heatspreader.

Und diese Kratzer wirst du auf sehr vielen CPUs und deren Heatspreader sehen.
 
Prinzipiell kann ich mir mehrere Ursachen vorstellen:
1. Der Heatspreader wird durch Blechprägen hergestellt. Je schneller die Presse arbeitet, desto größer ist die Wahrtscheinlichkeit, dass sich Risse an der Oberfläche bilden. Da ein CPU Heatspreader kein Sicht-Teil (für den Endkunden nicht sichtbar) ist, spielen optische Kriterien keine Rolle. Daher kann man die Presse schneller fahren, als für ein Gehäuseteil und so Geld sparen.
2. Die Heratspreader sind an den Kanten nicht entgratet. Die Grate sind fester (und auch Härter) als die restliche Oberfläche, daher könbnen sie sich im Container gegenseitig zerkrazen. Um das zu vermeiden müsste man sie einzeln verpacken, statt sie als Schüttgut zu handeln, was wiederum zu teuer ist.
3. Bei der Montage auf der CPU muss der Heatspreader gehalten werden. Das kann etweder pneumatisch oder mit Greifern geschehen. Die pneumatische Lösung ist aber deutlich einfacher zu realisieren, wenn keine exakte Positionierung erforderlich ist. Dabei wird der Heatspreader fest gegen eine plane Fläche aus einen deutlich härteren Metall gedrückt. Hierbei können auch Schäden entstehen.

Unterm Strich bringt die etwas grobe Behandlung deutliche Konsteneinsparungen, reduziert aber die technische Produktqualität nicht nennenswert.

mfG,
Verata
 
Du kannst aber auch Fragen stellen! Eine definitive Antwort dazu wirst du hier sicher nicht bekommen, sondern nur Vermutungen! Ich persönlich vermute, daß diese Kratzer beim ausstanzen des Heatspreader enstehen. Das passiert mit viel Kraft, da muß ja Blech durchtrennt und ein Schriftzug eingestanzt werden.

Sieht man doch aber eh nicht, wenn die Cpu eingebaut und mit einem Lüfter/Kühler versehen ist!
 
@Dario: Ich zitiere mich selbst: "und sicher beeinflusst es auch nicht die Leistung", aber trotzdem nett von Dir, darauf nochmals aufmerksam zu machen. War mir schon klar. Es ging mir um die Frage, wie eine Firma ein solch teures und eigentlich auch empfindliches Stück Hardware so "zerkratzen" kann. Wirkt auf mich halt wenig wertig dadurch. Niemand will nach einer Investition von 960 Euro Kratzer auf einem neuen Produkt sehen.
 
die kratzer kommen vermutlich noch vom heatspreader-werk. die werden da ausgestanzt, gepresst und zu tausenden in kisten geworfen usw. usf.

wird da auch nicht recht viel anders abgehen als bei der produktion von beilagscheiben, schranktür-scharnieren o.ä.

edit: sehe gerade, Verata hat das auch schon gesagt
 
PS: Selbstverständlich behalte ich die CPU :-) War nur aus Prinzip gefragt.
 
Und soll man jetzt unterschiedliche Heatspreader für die unterschiedlichen Preisklassen herstellen oder die CPUs über verschiedene Bänder laufen lassen?

bis 100€ Heatspreader deutlich zerkratzt
bis 250€ Heatspreader mit wenigen Kratzern
bis 500€ Heatspreadern mit sehr wenige Kratzern
bis 1.000€ Heatspreader kratzerfrei
 
verlangt doch keiner, der TE hat sich doch nicht beschwert oder sonst was, sondern nur nach dem warum gefragt.
 
Wobei ich mir eigentlich nicht vorstellen kann, das die Produktion der Haswell E zu den normalen Haswell so gravierend anderst ist, das dabei solche Kratzer/Mängel enstehen. Als ich mir meinen Xeon E3 1230 V3 im Januar diesen Jahres gekauft hatte, konnte ich solche Mängel was Optik betrifft nicht feststellen. Und ich kann den TE/Senfgeist verstehen, wenn ich eine CPU für knapp 1000 Euro kaufe, dann erwarte ich auch ein einwandfreies Produkt und das Leistungstechnisch wie auch Optisch.
 
Genau so ist es, es war keine Beschwerde (weil wohl bei allen Haswell-E CPUs der Fall und kein Nachteil bezüglich der Leistung), aber bei einer 1000 Euro Komponente vom "Branchenführer" Intel habe ich schlichtweg mehr Achtsamkeit und Qualitätsbewusstsein auch beim Heatspreader erwartet. Das ist ja nicht "irgendein" Bauteil. Es verbindet CPU Die und Kühler miteinander und sollte in meinen Augen einwandfrei sein. Egal ob 300, 500 oder 1000 Euro CPU.
 
hmmm, nur eine Vermutung von mir, aber durchaus ernst gemeint:
deine CPU hat die doppelte TDP von der derzeit bei mir in Verwendung stehenden CPU.

Kann es u.U. sein, das zum Ausgleichen durch die auftretenden hohen thermischen Belastungen diese "Kratzer" als eine Art "Dehnfuge" dienen könnten?

Es ist bekannt das gewisse in schwarz gehaltene "Fllugzeuge" mehrere Millionen $ kosten und bei denen tropft am Boden permanent Kerosin aus diversen Stellen, die "dichten" erst wenn sie ihre Einsatz- höhe/-Geschwindigkeit erreicht haben.
Da kommt auch keiner auf die Idee mit dem Finger auf den "Flieger" zu zeigen und zu sagen der trenzt :rolleyes:
 
Dann wären das die ungenauesten und hässlichsten Dehnfugen der Welt :-) Das sind eindeutige Kratzer. Suche mal zb nach "5960X photo" in der Google Bildersuche und schaue Dir die CPUs genau an. Bei den dünnen Seiten des Heatspreaders sind überall Kratzer und seitlich vom dicken Heatspreader sind tiefe Furchen, wie abgekratzt. Letzteres sieht man auf manchen Fotos wegen des Lichts schlecht.
 
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