Intel Sicherheitsprobleme - rechtliche Implikationen?

Idon, ich stimme dir zu. Allerdings ist vielen nicht bewußt das ihre Gadgets Sicherheitslücken haben könnten und Hersteller durchaus nicht Willens oder in der Lage sein könnten diese zu flicken. Von Smart-Home bis Babyphone war ja in der Vergangenheit vieles dabei, CPUs sind auch nur ein Teil in der langen Kette der fehleranfälligen Hardware. Von Software ganz zu schweigen.

uincom, natürlich wirbt Intel mit „bis zu“ Geschwindigkeiten, selbst „hardwarebasierte Sicherheit“ wird aktuell beworben.
Klick: https://www.intel.de/content/www/de/de/products/docs/processors/core/9th-gen-core-desktop-brief.html
 
ist das nicht das selbe wie mit programmierfehlern? das ein ausreichend komplexes system nicht fehlerfrei sein kann?
 
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SE. schrieb:
uincom, natürlich wirbt Intel mit „bis zu“ Geschwindigkeiten, selbst „hardwarebasierte Sicherheit“ wird aktuell beworben.
Klick: https://www.intel.de/content/www/de/de/products/docs/processors/core/9th-gen-core-desktop-brief.html

Hast du deinen eigenen Link überhaupt angeschaut? Da ist kein einziger Benchmark oder Geschwindigkeitsvergleich verschiedener Prozessoren und Hersteller. Taktfrequenzen mit "bis zu" sind das höchste der Gefühle. Die Taktfrequenz sinkt ja auch nicht durch die Sicherheitsfixes, somit bleibt nichts übrig. "Hardwarebasierte Sicherheit" ist doch keine konkrete Produkteigenschaft.

Bei Software gibt es Rechtsprechung, dass sie gewisse Mindeststandards einhalten muss, um als mangelfrei zu gelten.
Das heißt nicht fehlerfrei. Nur weil eine Gruppe von Wissenschaftlern nach jahrelanger Arbeit einen Fehler gefunden hat, wird der Prozessor nicht mangelhaft. Komplette Sicherheit und Fehlerfreiheit kann man bei solchen komplexen Produkten doch nicht erwarten.
 
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Natürlich hab ich mir den Link zu Intel angeschaut, ich komm eben zu einem Ergebnis als du und hätte als einfacher Verbraucher eine andere Erwartungshaltung.
Lies doch da den zweiten Absatz, ich würde die bestmögliche Leistung erwarten, würde ich mich nur dort informieren und die Fussnoten ignorieren.
Mutmaßlich könnte es einigen Käufern von Fertig-PCs auch so gehen, schliesslich steht Intel drauf.
Aber stimmt, Benchmarks sind da keine, dannach fragtest du in Post #20 allerdings auch nicht.
 
Ich habe keine Ahnung von den Versprechungen und dem Umfang der Sicherheitslücken. Deshalb habe ich obige Aussagen allgemein gehalten.

Grundsätzlich aber hat man aber auch bei CPU Anspruch auf ein mangelfreies Produkt. Wenn Hyperthreading abgeschaltet werden müsste (habe ich letztens nur als Überschrift gelesen!), dann ist es sicher berechtigt zu fragen, wo ein Mangel beginnt.
 
Geschwindigkeit ist ja auch eine gemessene Größe. Die bestimmt sich nicht nach deinem Gefühl, sondern an Hand von Zahlen. Leerformeln wie "bestmögliche Leistung" bringen nichts.

edit: die Sicherheitslücke kann man als Mangel ausschließen. Die Patches sollen doch in wenigen Wochen kommen.
 
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Also nur mal nebenbei, sie werben schon mit FPS Zahlen und Performance

https://wccftech.com/intel-expands-...y-led-by-core-i9-9900-processor-with-65w-tdp/

ABER ohne security patches (wie sie artig in einer winizgen Fussnote sagen) und empfehlen aber auf der anderen Seite diese einzuspielen ... (ich suche mal noch ob ich alte slides vor specter finde)

Somit bin ich als Kunde dazu gezwungen entweder Leistung oder Sicherheit anzuwählen, da zum Kaufzeitpunkt meiner CPU diese Probleme noch nicht bekannt waren... (geht nicht um den i9 9900)

Aber gut, aktuell halt einfach kein Intel ...
 
Hallo,

ich habe wegen der Bugs in Intel-Prozessoren gegen einen bekannten Händler geklagt und auch gewonnen. (Das funktioniert aber nur, wenn man in Unkenntnis der Fehler gekauft hat und der Kauf nicht länger als zwei Jahre zurückliegt.)

Es liegt tatsächlich ein Sachmangel (§ 437, 439, 441 BGB) vor und zwar in der Form, dass durch das Abschalten von HT ein Leistungsverlust bis zu 50 Prozent die Folge ist. Es ist dabei unwesentlich ob das Szenario den Anwender betrifft. Es reicht einfach die Angabe, dass es bis zu 50 Prozent sein können. Dazu habe ich zwei Online Zeitschriften zitiert.

Die Hauptaussage liegt in folgendem Satz aus den Intel-Errata:
https://software.intel.com/security-software-guidance/software-guidance/l1-terminal-fault

"When hyperthreading is disabled or not supported, the microcode update fully mitigates L1TF and E2E for Intel SGX."

Ich habe etwas mehr als die Hälfte der CPU-Kosten rausggeholt. Das waren halber CPU-Preis (150€) + Aufwand für die Vorbereitung der Klage (30€). Lohnt den Aufwand nicht und die Richterin hat auch mit den Augen gerollt.
 
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frogbender schrieb:
Hallo,

ich habe wegen der Bugs in Intel-Prozessoren gegen einen bekannten Händler geklagt und auch gewonnen. (Das funktioniert aber nur, wenn man in Unkenntnis der Fehler gekauft hat und der Kauf nicht länger als zwei Jahre zurückliegt.)

Es liegt tatsächlich ein Sachmangel (§ 437, 439, 441 BGB) vor und zwar in der Form, dass durch das Abschalten von HT ein Leistungsverlust bis zu 50 Prozent die Folge ist. Es ist dabei unwesentlich ob das Szenario den Anwender betrifft. Es reicht einfach die Angabe, dass es bis zu 50 Prozent sein können. Dazu habe ich zwei Online Zeitschriften zitiert.

Die Hauptaussage liegt in folgendem Satz aus den Intel-Errata:
https://software.intel.com/security-software-guidance/software-guidance/l1-terminal-fault

"When hyperthreading is disabled or not supported, the microcode update fully mitigates L1TF and E2E for Intel SGX."

Ich habe etwas mehr als die Hälfte der CPU-Kosten rausggeholt. Das waren halber CPU-Preis (150€) + Aufwand für die Vorbereitung der Klage (30€). Lohnt den Aufwand nicht und die Richterin hat auch mit den Augen gerollt.
Kannst Du hier bitte das Aktenzeichen des Urteils schreiben?
Weil es bei mir ja um ein kompletten laptop gingen, da lohnt es sich dann vielleicht doch wieder...
 
Diverse Hersteller haben bereits empfohlen Hyper-Threading bei Intel-Prozessoren zu deaktivieren oder deaktivieren es per default Einstellung selbst. Darunter Google (Chrome OS), Apple (macOS), BSD, Microsoft bzw. Red Hat überlässt die Entscheidung scheinbar vorerst den Nutzern.
Quelle: https://www.theregister.co.uk/2019/05/14/intel_hyper_threading_mitigations/

Edit: Das Aktenzeichen würde mich auch interessieren. Nicht für mich, aber Bekannte.
 
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