chris-22 schrieb:
IOPS vs MB/s
Einerseits gibt es SSD’s mit 520 MB/s und 50.000 IOPS, andererseits auch SSD’s mit ebenfalls 520 MB/s, aber doppelten 100.000 IOPS.
- Woran liegt das?
Das ist eine Frage des Controllers. Die seq. Transferraten haben aber erstmal wenig it den IOPS zu tun, denn die seq. Transferraten werden bei langen sequentiellen Zugriffen von 8MB 16MB ermittelt und die OIOPS bei kurzen zufälligen 4k Zugriffen, aber davon 32 oder gar 64 gleichzeitig. Bei einer SSD mit einem Controller kommt man bei den random Zugriffen aber nie auf die Übertragungsraten wie bei seq. Zugriffen, die stellen gewissermaßen der obere Limit da. Bei RAIDs kann das durchaus anders ausehen.
chris-22 schrieb:
- Besteht überhaupt ein Zusammenhang zwischen MB/s und IOPS?
Ja, wenn man die IOPS * der Zugriffslänge (4k) nimmt, kommt man auf die MB/s, aber die da die Angaben eben unterschiedliche ermittelt werden, passt diese Rechnung nicht für die Herstellerangaben.
chris-22 schrieb:
IOPS Werte
Die Transferrate in MB/s ist ja ein recht synthetischer Wert.
Nicht wirklich, aber die werden eben nur bei langen seq. Zugriffen erreicht und die kommen normalerweise recht selten vor. Komprimiert das Controller die Daten, wie die Sandforce es machen, so muss man auch noch die Komprimierbarkeit der realen Daten berücksichtigen, die nie so hoch ist wie die der Nullen, mit denen viele Benchmarks wie z.B. ATTO oder IOMeter normalerweise testen. Die Herstellerangaben werden dann bei realen Daten selbst bei langen seq. Zugriffen teils sehr deutlich unterschritten.
chris-22 schrieb:
- Wirklich nutzbar eigentlich nur beim Kopieren auf eine andere SSD, oder?
Es hängt von der Anwendung ab, wie oft wirklich mal lange seq. Zugriffe erfolgen.
chris-22 schrieb:
- Ist der IOPS Wert beim Arbeiten in der Praxis zu merken, sollte man daher mehr auf die IOPS Werte achten?
Auch nicht wirklich, denn die IOPS werden bei so viele parallelen Zugriffen (32 oder 64) ermittelt, wie sie auf Desktops in der Praxis nie vorkommen werden, denn da sind es allenfalls mal 4 bis 8 und das ist schon viel. Bei 4 Zugriffen sind aber einige SSDs auch fast 4 mal so schnell wie bei einem und anderen nur mal eben Doppelt so schnell wie bei einem, genau das macht den Unterschied, steht aber nie in den technischen Daten. Ebenso ist es mti den Zugriffslängen zwischen 4k (was fast alle Benchmarks auch mit nur eienm Zugriff zur Zeit = QD1 messen) und eben 8k, 16k, 32k, etc. Zugriffen, bei denen eben noch lange nicht die maximale seq. Transferrate erreicht wird. Auch da gibt es oft große Unterschiede und da genau diese Zugriffslängen of vorkommen, macht das einen großen Unterscchied in der Praxis aus.
chris-22 schrieb:
SSD an Sata II
Da ich nur Sata2 im PC habe, nützen mir die 520 MB/s Transferrate ja rein gar nichts, netto bleiben da 260~270 MB/s an Sata2.
Stimmt, aber die aktuellen, guten SSDs haben sowieso alle ein SATA III (richtig heißt es SATA 6Gb/s) Interface ohne deshalb wirklich mehr zu kosten, weshalb man sich nicht nach denen mit altmodischen und langsamen SATA II Interface umschauen sollte.
chris-22 schrieb:
- Macht sich das außer in den synthetischer Benchwerten auch in der Praxis bemerkbar?
Weit weniger als in den Benchmarks, weil eben die meisten Zugriffe sowieso so kurz sind, dass die Transferrate dass Limit der Schnittstelle nicht erreicht und so sind es am Ende vielleicht 10% weniger Performance.
chris-22 schrieb:
- Sollte ich vielleicht zu einer SSD mit höheren IOPS greifen?
Kaufe die SSD nicht nach den technischen Daten alleine, die sagen nicht so viel aus wie viele meinen. Es gibt welche die mit ganz tollen Daten glänzen, aber dann in der Praxis doch viel lahmer sind als solche, die auf dem Papier schlechter dastehen. Die Grunde habe ich oben genannt.
chris-22 schrieb:
- Oder brechen an Sata2 auch die IOPS Werte ein?
Ja, weil über den SATA Kanal ja auch die Befehle gehen und pro Befehl nur 4k Daten, was einen größeren Overhead zur Folge hat. Deshalb ist so bei 180MB/s (45.000 IOPS) bis maximal 200MB/s (50.000 IOPS) an SATA 3Gb/s Schluss und wenn bei einem Benchmark mehr erscheint, dann hat da was gecacht. Das kommt durchaus vor und führt teils zu Angaben die über dem Limit der Schnittstelle (300MB/s, weil 3Gb/s + 8b10b Kodierung) liegen.