VPN-Verbindungen sind verschlüsselt, wenn sie erst einmal aufgebaut sind. Da kann man gerne mitlesen, wird aber nur Matsch vorfinden. Informationstechnik ist kein Voodoo. Und nein, sowas kann man nicht einfach mal so on-the-fly decrypten. Sowas geht vielleicht in CSI-artigen Serien.
Solange kein gesetzliches Verbot der Nutzung solcher Dienste besteht, ist man damit erst einmal auf der sicheren Seite. Die Schwachstelle die bleibt, ist das bereits erwähnte Logging des VPN-Providers. Sollte es Vorkommnisse geben, dass auf Grund der Unzuverlässigkeit eines solchen Providers jemand gedoxed (seine Identität wurde enthüllt) wurde, dann dreht das ganz schnell die Runde und die Kunden sind weg. Dann kann der Dienst zumachen. Zudem gibt es je nach Standort der Server der Anbieter Gesetzeslagen die die Speicherung solcher Daten nicht erfordern und freiwillig macht das deshalb niemand, weil die Datenmengen enorm sind. Wirtschaftlichkeit ist nicht gegeben und ein Motiv erst recht nicht.
Nun zu dem klassischen Satz. Der verlinkte Artikel ist gut. Lest ihn, es ist wirklich nicht viel. Um mal für mich wichtige Argumente zu nennen:
Meine Kommunikation geht aus Prinzip niemanden etwas an. Siehe Artikel 10 GG. Das dumme an der Briefkommunikation ist, dass die Adresse außen auf den Umschlag muss, d.h. Dritte wissen zumindest wer da kommuniziert. Das lässt sich bei dem System logischerweise nicht vermeiden. Was kommuniziert wird, ist zumindest gesetzlich erst einmal geschützt.
@Funkenschlag: ich kann über die Geschwindigkeit nicht klagen. Es ist nicht zu vergleichen mit so gammeligen kostenlosen Proxy-Diensten, die gegen GeoIP-Blocks gerichtet sind. Ich sehe auch nicht, dass jemand für "Pro-anonym" wirbt, es gibt nur Leute, die aus Prinzip gerne diese Option wahrnehmen wollen. Daran ist nichts auszusetzen.
Wir können uns zumindest offiziell noch glücklich schätzen, verglichen mit östlicheren Ländern. Zumindest augenscheinlich haben wir eine bessere Lage bezüglich Zensur und Verfolgung aus welchen Gründen auch immer. Die Lage kann sich aber zum einen jederzeit ändern und zum anderen kann sie bereits jetzt hinter den Kulissen schon ganz anders sein, als das dem Michel bewusst ist. Man kann nicht über die Stasi schimpfen und selbst noch krassere Geschütze auffahren (ACTA, IPRED, you name it).
Ich würde es vielleicht so formulieren: Ich habe nichts zu verbergen und deshalb hat mir auch niemand nachzuschnüffeln.