James Bond's luxuriöse Abenteuer: Alles auf Behördenkosten?

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McMoneysack91

Gast
Liebe Freunde,

wir haben uns diese Woche mal wieder James Bond (Daniel Craig Ära) gegönnt. Und ich finde, dass in dieser Ära wie in keiner anderen viel Wert auf Luxus gelegt wird. Villen am italienischen See zwischen Bergen, feinste Strandhotels, Yachten etc. Meine Frage war immer, wer das ganze finanziert.

Klar, die luxuriösen Orte und Parties (mit Übernachtungen und Verpflegung) die zu einer Mission gehören übernimmt höchstwahrscheinlich die Behörde (Geheimdienst, Außenministerium, etc.). Doch in manchen Szehen war echt nicht ganz klar zu unterscheiden ob er da jetzt wirklich noch sein MUSSTE oder sich nach getaner Arbeit noch nen Tag oder zwei am besagten Ort "gegönnt" hat. Fraglich, ob er dann einfach eine satte und üppig berechnete Pauschale mitbekommt oder alle Rechnungen später bei der Behörde geltend macht. Oder ob angesichts seines extremen Jobs das MI6 ein weeeeenig Freiraum nach dem Motto "bitte nur nicht übertreiben" gewährt.

Soweit ich verstand war sein Plan sich mit Vesper in Italien zur Ruhe zu setzen nicht mehr auf Behördengeldern gefußt sondern auf dem satten Gewinn gegen Le Chifre, deshalb lasse ich DIESEN Part mal aus.

Mir ist bewusst, dass Bond alles andere als arm ist. Mir sagte mal jemand aus den Büchern gehe sein militärischer Rang eines Naval Commander hervor, was hier zu deutsch eine Besoldung von etwa A15 bedeuten würde. Je nach Erfahrungsstufe reden wir da von bis zu 7.200€ im Monat.

In Skyfall sieht man Bond in einer verlassenen kahlen Wohnung "hausen". Fraglich ob das so sein allgemein gewählter Lebensstil ist, oder nur sein zeitlich begrenztes "sich gehen lassen" verdeutlichen sollte.

Fakt ist aber auch, dass vieles von seinem Luxus an ihm und um ihn ebenfalls Behördeneigentum ist. Angefangen bei seiner Omega (oder Rolex, Breitling, SEIKO etc aus früheren Filmen), die Autos, die Anzüge. Soweit ich weiß alles dienstlich gestellt. Sogar seine Begleitung und alle Romanzen sind (zu Beginn) dienstlich gestellt. :D

Geht vielleicht aus den Büchern hervor, wer für all den "Spaß" aufkommt? Für mich sieht das ein wenig nach einem "netten Nebeneffekt" aus. Du musst nun mal auf einer tropischen Insel in einem Luxus-Strandhotel an einer noblen Poker-Party teilnehmen und dabei fantastisch aussehen. Dann genieß einfach das nette Drumherum. Die nächste Mission kann genauso gut an den Ar*** der Welt in das hinterletzte Loch führen.
 
In den Bücher (hab aber bisher nur die ersten gelesen) bekommt er auf seinen Mission vieles ausgelegt und auch einen gewissen Betrag, denn er zur freien Verfügung hat. Ist aber auch nicht ganz so luxuriös wie in den Filmen.

Zusätzlich zu seinen normalen Commander Gehalt von 1500 Pfund bekommt er noch steuerfrei 1000 Pfund Zulage (wird glaube im Buch Moonraker erwähnt). Also durchaus eine gehobene Bezahlung. Aufgrund seines Jobs legt er allerdings auch keinen Wert auf Sparen und Altersvorsorge und göhnt sich in bestimmten Bereichen eine gewissen Lebensstil mit eigener kleiner Wohnung aber z.B. recht teurem Auto.

Abseits von seinen Missionen ist seine Arbeit auch ziemlich langweilig. Mehr als 1 vielleicht 2 Missionen für einige Tage oder wenige Wochen pro Jahr hat er in den Büchern auch nicht.
 
Okay das heißt laut Büchern ist er selbst auch in gewisser Maßen "Genießer"? Denn so wie Vesper ihn beschreibt, dass er seine Anzüge mit einer gewissen Anwiderung trägt könnte man meinen er braucht den "ganzen Sch**ß" nicht. Was dafür spräche dass er eine kleine abgeranzte Bude in Skyfall bewohnt. Dass er diesen ganzen Luxus und Fummel nur für die Missionen macht.

Auch geben einem die Bond Filme natürlich das Gefühl sein ganzes Leben bestünde nur 24/7 aus solchen Over-The-Top Missionen.

Viel realistischer ist das was du sagst, dass man wenn überhaupt! nur einige ganz wenige Außeneinsätze im Jahr fährt. Der Rest der Zeit ist dann ein Mix aus Training, Fortbildungen, Schulungen und Erholung (wie bei Spezialeinheiten z.B.).

Und ja, natürlich gibts auf das Grundgehalt bzw die Grundbesoldung auch nette Boni. Die Spezialeinheiten der Landespolizeien bekommen selbst im gehobenen Dienst A9-A13 satte Erschwerniszulagen. Und zwar immer. Völlig unabhängig ob wirklich Einsätze wahrgenommen werden.

Aber nett zu wissen. Dann hat Bond ja doch auch mal Gelegenheit "Mensch" zu sein, wo er dann von seiner üppigen Besoldung leben kann. Und ebenfalls nett zu wissen, dass die Behörde für sämtliche Belange der Mission UND um die Mission aufkommt, wenn denn mit den finanziellen Mitteln halbwegs vernünftig umgegangen wird.
 
Ich würde bei JB lieber nicht nach Logik suchen. Enttäuschung garantiert. Er müsste bei jeder Bar mal nach der Rechnung fragen im Film, damit sowas wie Logik beginnt ;-)
 
Ich suche nicht nach "Logik" in einem James Bond Film.

Der Film soll mich unterhalten und das klappt seit 60 Jahren ganz phantastisch.
 
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Ja natürlich ist das eine übertriebene over-the-top action geschichte aber es ist doch immer wieder spannend zu sehen wie gewisse dinge selbst in der übertriebenen Welt funktionieren :)
 
McMoneysack91 schrieb:
Fraglich ob das so sein allgemein gewählter Lebensstil ist
McMoneysack91 schrieb:
laut Büchern ist er selbst auch in gewisser Maßen "Genießer"? Denn so wie Vesper ihn beschreibt, dass er seine Anzüge mit einer gewissen Anwiderung trägt
Der Bond-Craig ist auch weniger Gentleman, als Sean Connery z.B.
Und das Anwesen von Bond ist auch nicht gerade klein, oder war das schon Zwangsversteigert?
 
Falls du Skyfall in Schottland meinst, ja es ist riesig. Aber ich würde sagen weit vom "klassischen" Luxus. Es ist düster, antik, umgeben von modrigem grauen nasskalten verregneten dauerbewölkten Marschland.
 
Neben dem netten Gehalt und dem Spesenkonto ist der Ursprungs-Bond ja auch so schon nicht gerade arm. Er stammt aus einer recht wohlhabenden Landadelfamilie. Sein Schwiegervater ist auch nicht unbedingt eine arme Kirchenmaus.
Bei den Craig-Filmen sollte man noch bedenken, dass es ein komplettes Reboot sein soll. Das ist also nicht die Selbe Figur wie der Bond davor, daher kann man da keine Charakterentwicklung ableiten.
 
Mein Idealbond wäre derzeit Melissa McCarthy - Susan Cooper undercover hat mir wesentlich mehr Spaß und Action bereitet als die Craig-Serie. Da werden auch einige Logikfehler von den Bonds aufgegriffen und gut verwurstet. Bin aber auch Roger Moore/Die Zwei Fan
Ergänzung ()

PS: die Bond Reihe war nie ganz alleine. Wer mal in andere Agentenwelten schnuppern mag:
https://www.zauberspiegel-online.de...25/gesehenes/34267-die-60er-die-agenten-filme
 
Zuletzt bearbeitet:
Zoidberg42 schrieb:
Sein Schwiegervater ist auch nicht unbedingt eine arme Kirchenmaus.
Bond ist verheiratet?

Ich schätze Bond zahlt mit gefälschten Kreditkarten, beschlagnahmten Geldern von Verbrechern, seinen Bonus Meilen oder tötet einfach den Hotel Manager. Daher geht er auch nie zweimal ins gleiche Hotel.

So lange er seine Reisekostenabrechnung korrekt ausfüllt, sehe ich da kein Problem. Kenne aber auch nur das deutsche Steuerrecht.
 
Ah okay. George Lazenby als Bond habe ich nie gesehen. Craig war für mich schon der beste. (ohne die Bücher zu kennen). Pierce Brosnan hätte ruhig noch 1-2 Teile spielen können. War mit ihm auch zufrieden. (dann hätte es aber mit Craig nicht geklappt)

 
Sean Connery war eindeutig der Beste. Da kann es keine zwei Meinungen geben ;).
 
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Brosnan ist auf jeden Fall der glamourösere Bond. Gerne im Anzug, Smoking etc. Aber die Brosnan-Bonds wurden nicht immer an so hübsche Orte geschickt. Wenn ich mir ein verregnetes nasskaltes graues Russland vorstelle....Brrrr....
 
Ach Spaß beiseite, ich bin mir Sicher auch in Hamburg kann es ebenfalls sehr luxuriös und kostspielig werden. Und Moskau steht denke ich keiner anderen Weltstadt in Sachen Luxus auch nur im Geringsten nach. Aber es ist eben nicht dieses Klischee.

Klischee ist eher dieses sonnige, tropische, helle, warme. Das Meer, weißer Strand, Palmen, Bikinis, Drinks auf dem Tablett, Yachten, Cabriolets, Strandhotels.
 
bond ist eine art alter ego seines schöpfers.
und der hat sich... nun, zutodegelebt, wie es so schön heisst.
in wien nennt man es wohl "gsturb´n am leben"

und schließlich taucht in den bond geschichten immer dann, wenns für die britische post wwII staatskasse zu unglaubwürdig wird, weil empire eher virtuell, ein gewisser felix auf. der manydollar-felix aus dem weniger virtuellen dollar-empire.

bond gehört eigentlich in die zeit des kalten krieges. aber so wie es ausschaut, wird das mit dem KK wieder recht aktuell. man wird es halt anders nennen
bis auf das, daß der felix seit ~73 *eigentlich nimmer dollar ohne ende hat, und spätestens bei einem gegenderten bond, wird der Ian als wiedergänger aufstehen, und rache üben:evillol:
 
Unterhaltsames Thema,
ist zwar jetzt ja eigentlich OT, aber im Vergleich zu den Sachen die der gute James alle so unterwegs kaputt macht, abgesehen von den eigenen Sachen, also die Autos, Boote, Flugzeuge, Ausrüstung ..., sind doch die Spesen die kleinere Summe, bleibt nicht der Craig oder war es der Brosnan mit dem geklauten Panzer im Brandenburger Tor hängen, wer zahlt den dann sowas, ich meine, klar kann man das reparieren, aber billig wird das nicht.
Und auch sonst wird ja gerne gesprengt, gebombt und abgestürzt, und mit dem Auto durch Innenstädte gebraust wie andere zum Wocheneinkauf fahren, und da bleibt auch nicht viel heile, gibts da eine Erklärung dazu?
 
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Wobei das finde ich gar nicht mal absurd. Das ist ja alles einkalkulierter Teil der Mission. Du wirst einen mit Sprengstoff und Schusswaffen beladenen Aston Martin mit rund 150 Sachen innerorts brettern müssen um in der provozierten Situation X den Schurken Y abzufangen und festzunehmen. Das Auto ist ein Mittel, ein Werkzeug.

Das wäre ja wie bei einer militärischen Operation zu sagen "ihr müsst mit diesen 5 Landpanzern Punkt X einnehmen und bis zum Eintreffen der Infanterie halten. Aber WEHE einer der Panzer kriegt nen Lackkratzer oder es kommt irgendein Frendgegenstand in die Kette". Die Behörde bzw die Einheit rechnet ja bereits mit der Zerstörung des Einsatzmittels. Kollateralschäden...nun gut da wäre es schön mal nicht das BB-Tor kaputtzuwalzen. Aber denke nicht aus finanziellen Gründen sondern um halt einfach nicht alle Nachrichtensender dieser Welt auf einen zu lenken.

Mich interessiert ja Bond's Lifestyle NACH den brandgefährlichen Aktionen bzw um sie herum und wessen Mittel er DA verbrät.

Ich kann ja aus dem Nähästchen plaudern. Unsere Behörde (NRW) musste mal einen Straftäter nach Malaga ausliefern., da war ich noch in der Ausbildung/im Studium. Als Anwärter durfte ich auch gar nicht mit. Aber das Kommissariat (ich glaub 4 Kollegen waren es) haben eben berichtet, dass sie hier bei uns in den Flieger gestiegen sind, den guten Herrn noch IM malagischen Flughafen an die zuständige Empfangsbehörde übergeben haben und für Papierkram mit auf eine dortige Dienststelle mussten. Der Rückflug ging aber erst am nächsten Tag abends. Sprich die hatten den ganzen Tag der Ablieferung plus fast den ganzen nächsten Tag auf Behördenkosten einen Aufenthalt in Malaga obwohl die eigentliche Aufgabe durch war.

Wie die Verpflegung abgerechnet wurde weiß ich nicht. Denke einfach über die Reisekostenrechnung hier in der Behörde wo einem bei über 8 Stunden Abwesenheit von zu Hause eine gewisse Verpflegungspauschale ausgezahlt wird. Schon klar, denen wird keiner ein Strandhotel mit Martinis auf der Terrasse gebucht haben. Die waren irgendwo mitten in der Stadt untergebracht und haben vermutlich iwo dort in einem ganz normalen Supermarkt eingekauft, was man so im Hotel zubereiten kann.

Aber die ließen es sich natürlich nicht nehmen am Strand auf Behördenkosten die Nüsse zu schaukeln. Ziemlich genau SO stelle ich mir eigentlich Bond's "Nach-getaner-Arbeit" Restaufenthalte an besagten Orten vor. Nur natürlich weil Fiktion, dann eben 100x teurer, glamouröser etc.
 
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