News Japans neue Chip-Foundry: Rapidus liefert 2-nm-PDKs, Kunden bleiben aber Fehlanzeige

Volker

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Wenn die keine Kunden haben weil Unklar ist, wie gut die sind, sollen sie halt in der Zeit mit DDR5 Ram Goldbarren drucken :daumen:
 
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Wäre schön wenn es nicht nur eine Luftnummer ist, denn mehr Konkurrenz zu TSMC ist meiner Meinung nach wünschenswert.
 
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Schon verwunderlich, dass Softbank als japanisches Vorzeigeunternehmen da nicht groß bei Rapidus investiert sein soll, zumal die gerade auf dem Gebiet der Technologieförderung/-finanzierung sich eigentlich oft genug prominient engagieren.

Es bleibt zu hoffen, dass es trotz der schwierigen Finanzierung etwas mit Rapidus wird, denn einen ausgeglicheneren Halbleiterfertigungsmarkt könnte die Welt (bzw. die Verbraucher dann zu moderateren Preisen) gut gebrauchen, auch um evt. in einigen Bereichen weniger von TSMC abhängig zu sein.

Jetzt mit der Speicherknappheit sollten sich da doch auch evt. neuen Entwicklungen ergeben in die Rapidus (auch) hinein springen könnte, auch wenn man dafür keine 2nm GAA Fertigung benötigen wird.
 
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Habe mich beim Lesen des Textes die ganze Zeit gefragt was ein "PDK" sein sollte, bis dann im letzten Absatz "Process Design Kit" als Erklärung geliefert wurde ^^

Wenn sie noch keine Kunden haben, wieso arbeiten sie dann nicht mit Unis zusammen? Die hätten sicher Bock RISC-V Designs von Studenten in Kleinserien zu Testzwecken o.ä. zu designen und herzustellen. Dann kann man auch gleich den Prozess anhand von SRAM-Zellen mit den Prozessen anderer Hersteller vergleichen und kriegt auch noch eine Aussage über die Yield. Damit können die ihre Prozesse und Abläufe auch selbst testen, sammeln Erfahrung und können durch Publikationen, Nachrichten, usw. auch ein bisschen die Werbetrommel rühren und die Forschung hat auch noch was davon.
 
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Schon eigenartig. Da tun sich Denso, Kioxia, MUFG Bank, NEC, NTT, SoftBank, Sony und Toyota zusammen, um mit staatlicher Hilfe Rapidus zu gründen und keiner von denen bzw. von deren Töchtern will was von der Produktion abhaben?

Man stellt doch keine Fab ohne Geschäftsmodell hin. Bei den Größenordnungen muss man doch sicher interessierte Auftraggeber nachweisen, bevor Geld fließen kann.
 
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Krik schrieb:
Schon eigenartig.
Ja und nein. Meine Vermutung: Die Unternehmen haben auf staatlichen Druck investiert und sich so andere Gelder gesichert. Leider hat man dann seitens des Staates dann vergessen, gewisse Verpflichtung hinsichtlich der Nutzung der Produktionskapazitäten einzubauen. Das Risiko trägt vermutlich auch überwiegend der Staat. Als Unternehmen nimmt man dann lieber die Produktionskapazitäten, die erprobt sind und die man ohnehin schon eingekauft hat...
Auch um Engpässe zu vermeiden, falls es mit der Fab und den Prozess halt doch nicht klappt.

Sind halt unterschiedliche Interessen. Das Wirtschafts- und Forschungsministerium Japans sieht die Problematik China-Taiwan und die Vormachtstellung TSMCs auf dem Markt. Die Unternehmen selbst sehen das natürlich auch, agieren am Ende aber solange nicht entsprechend, bis es "akut" wird.

AMD hat damals auch GF gegründet und ist irgendwann dann halt zur besseren Fertigung bei TSMC umgeschwenkt, weil die eigene Tochter nicht gut genug war... (man hat GF ja recht schnell komplett abgestoßen und quasi nur noch aus den bestehenden Verpflichtungen Chips fertigen lassen)
 
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Wenn man bedenkt, wie seismisch aktiv Japan ist, dann ist die Idee, dort eine Leading-Edge Halbleiterfabrik zu bauen, heutzutage eigentlich ein Wahnsinn.
 
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kachiri schrieb:
Leider hat man dann seitens des Staates dann vergessen, gewisse Verpflichtung hinsichtlich der Nutzung der Produktionskapazitäten einzubauen.
Das kann ich mir bei diesem Summen nicht wirklich vorstellen. Das wäre ja grobes Fehlverhalten.

@kiffmet
Ach iwo. Bei der Präzision, mit der da gearbeitet wird, müssen die Maschinen sicher alle auf irgendwelchen Dämpfern stehen. Die führt man einfach nur etwas größer aus und dann kann die Produktion auch bei Magnitude 4 oder 5 ohne Pause durchlaufen.
 
kachiri schrieb:
Ja und nein. Meine Vermutung: Die Unternehmen haben auf staatlichen Druck investiert und sich so andere Gelder gesichert.

Ja so ist es auch. Alle den gleichen Betrag, außer die eine Bank, die hat noch weniger Yen gegeben. Hatte ich 2022 mal alles erwähnt: https://www.computerbase.de/news/wi...nd-rapidus-bauen-2-nm-chips-fuer-japan.82759/


Kioxia, Sony, SoftBank, Denso, Toyota, NEC, Nippon Telegraph and Telephone (NTT) und die MUFG Bank haben erst vor wenigen Wochen das Unternehmen Rapidus aufgestellt. Die Herstellerwebseite gibt bisher wenig preis, erklärt nur die Ziele in der Halbleiterbranche, die Japan hat und die sich von vielen anderen jedoch nicht groß unterscheiden. Fraglich war bisher zudem, wie stark die Bestrebungen wirklich sein werden, denn bisher wurden lediglich 7,3 Milliarden Yen als Startkapital zugesichert – je eine Milliarde Yen pro Firma, die Bank zahlte nur 300 Millionen Yen.


Mit den so zusammengekommen nur rund 50 Millionen Euro lässt sich jedoch nicht viel bewegen.
 
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kiffmet schrieb:
Wenn man bedenkt, wie seismisch aktiv Japan ist, dann ist die Idee, dort eine Leading-Edge Halbleiterfabrik zu bauen, heutzutage eigentlich ein Wahnsinn.
die Japaner haben Erfahrung damit. Ist ja nicht so das Sie es nicht wissen.
In der Ukraine oder am Yellowstone iss auch nich besser.
 
so ist es letztlich der japanische Staat, der das Geld aufbringt. Bisher sind das 2,9 Billionen Yen, umgerechnet knapp 16 Milliarden Euro
Für das Geld hätte der japanische Staat (der mit Abstand am meisten verschuldete der Welt) viele sinnvolle Dinge machen können, anstatt in so ein Risikoprojekt zu stecken.
 
Stand bei Rapidus nicht ein Vorwurf von Industriespionage im Raum?
Da waere ich als Kunde auch erstmal skeptisch da fuer langfristigere Projekte zu investieren. Nicht das die noch "weggeklagt" werden.
 
Nighteye schrieb:
Wenn die keine Kunden haben weil Unklar ist, wie gut die sind, sollen sie halt in der Zeit mit DDR5 Ram Goldbarren drucken :daumen:
Ich glaube RAM wird aktuell noch in anderen Verfahren hergestellt, auch weil es bei Speicher gar nicht so viel Sinn macht immer den neuesten Prozess zu verwenden und damit eigenen sich wahrscheinlich auch ältere Scanner, was den ganzen Prozess und die Produktion zum Teil günstiger machen dürfte.
Das ist aber tatsächlich eine reine Vermutung von mir, ich bin auf dem Gebiet Laie
Ergänzung ()

Chismon schrieb:
Schon verwunderlich,
Das ist auch tatsächlich nicht optimal gelaufen.

Was auch wundert ist, dass man plötzlich auch GAA und Co hat. Ist das ein Lizenzierter Prozess?
Andere wie Intel, Samsung und TSMC haben da über ein Jahrzehnt dran geforscht.

Wenn es so "einfach" wäre einen Konkurrenten zu TSMC hinzustellen wären wohl schon eher Leute drauf gekommen und man müsste sich dann auch tatsächlich fragen, was die Leute bei Intel und Co eigentlich beruflich so machen...

Edit Danke @Volker habe über deinen Link nun gesehen, dass die 2nm Technik von IBM kommt. Dann aber auch spannend, dass die so am Zahn der Zeit sind. Schon klar, sie könnten theoretisch diese Technologien (also die vorigen, vor "2nm") anderen lizenzieren. Tun sie das auch?
 
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kachiri schrieb:
Sind halt unterschiedliche Interessen. Das Wirtschafts- und Forschungsministerium Japans sieht die Problematik China-Taiwan und die Vormachtstellung TSMCs auf dem Markt. Die Unternehmen selbst sehen das natürlich auch, agieren am Ende aber solange nicht entsprechend, bis es "akut" wird.
Die japanischen IT-Unternehmen haben in den 90ern und 00ern Jahren ihre Halbleiter-Bereiche abgestoßen, weil heutzutage hier reine Masse zählt. Ihnen ist es am Ende egal, ob sie ihre Chips von TSMC oder wen auch immer kaufen, solange Verlässlichkeit, Qualität und Preise stimmen. Einen eigenen TSMC oder Samsung zu bauen, wäre ihnen viel zu teuer und außerhalb ihrer Kernkompetenz.
 
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Kaufmannsladen schrieb:
der japanische Staat (der mit Abstand am meisten verschuldete der Welt)
Ja, aber wenigstens ist die Verschuldung (im Gegensatz zu den meisten anderen Staaten) größtenteils in eigener Hand (Zentralbank und Bevölkerung), was die Lage nicht ganz so prekär macht, wie man ansonsten denken könnte.
 
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Ich vermute der Wunsch nach mehr Unabhängigkeit von den USA/Taiwan hat hier sein Werk getan.

Es zeigt aber auch, dass die ewig-gestrigen, welche meinen ein Land mit um die 100Mio. Einwohner könne alles erfolgreich selbst machen, arg daneben liegen. "Wink" an so manche hier in Deutschland.

Solche Vorhaben bedeuten langfristige, echte Kooperationen. Etwas, mit dem gerade das Völkische so arge Probleme hat.
 
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@Matusalem Die Wirtschaft folgt halt ihren eigenen Regeln. Da geht es um Gewinn- und Umsatzmaximierung. Vor allem global. Deswegen funktioniert ja auch die Zollstrategie der USA eher so semi... Auch langfristig wird das nichts bringen. Wirtschaft muss man global betrachten.
Trotzdem finde ich es durchaus wichtig, dass man inzwischen ein Bewusstsein dafür entwickelt, das es vielleicht doch nicht die beste Idee ist, die gesamte Produktion nach Fernost und vor allem in ein Land zu verlagern.
Das gilt nicht nur für Technologie, sondern defacto für alles. Wenn es hart auf hart kommt, muss ein Staat mehr oder minder auch mal ohne Importe überleben können.

Wir haben das in den letzten Jahren nur zu oft bemerkt. Zu Corona, zu Beginn des Ukraine-Krieges... In unterschiedlicher Ausprägung in unterschiedlichen Bereichen.
Und gerade in der Halbleiter-Industrie ist die Abhängigkeit von TSMC inzwischen viel zu groß. Ohne den Faktor, das China nur auf die richtige Gelegenheit wartet, Taiwan zu annektieren.
 
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@kachiri
Im Großen und Ganzen bin ich bei Dir.

Der Punkt ist einfach, dass selbst ein mittelgroßer Staat wie Japan oder auch Deutschland schlicht nicht für alles das Know How und auch die Produktionskapazitäten hat.

Wenn man die EU als ganzes betrachtet, dann sieht es schon deutlich besser aus.

Und wenn man jetzt in der Lage wäre, wenigstens Europaweit (EU-weit) zu kooperieren, dann könnte man dem Ziel das wichtigste selbst zu entwickeln und produzieren deutlich näher kommen.
 
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