News Japans neue Chip-Foundry: Rapidus liefert 2-nm-PDKs, Kunden bleiben aber Fehlanzeige

@FrozenPie
Genau das machen Firmen wie TSMC, GloFo, Samsung, … halt auch jetzt schon.
Da hat man auch noch den Benefit, dass die Nodes der etablierten Hersteller besser in die Toolchains von Cadence, Synopsys und co. integriert sind. Da nimmt man als Student noch mehr mit.

Ich kann mir vorstellen, dass Rapidus da an japanischen Unis noch am ehesten Erfolg hat.
Das wäre dann das Äquivalent zu den Global Foundry FDX Nodes, welche an deutschen Unis extrem verbreitet sind.
 
@Volker Ich weiß aus guter Quelle, dass Tachyum groß bei Rapidus fertigen will. 2048 Kerne, 7GHz, PCIe 8.0, DDR6-29000. Ganz echt, und schon 2027, man muss nur noch eine letzte Finanzierungsrunde hinter sich bringen, dann ist es soweit. Versprochen.
Hab schon mal die Folien upgedatet.

article-1280x720.37847f0c.jpg
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Jan, Volker, Krik und eine weitere Person
Kaufmannsladen schrieb:
Für das Geld hätte der japanische Staat (der mit Abstand am meisten verschuldete der Welt) viele sinnvolle Dinge machen können, anstatt in so ein Risikoprojekt zu stecken.
Genau wegen diesene Denken und ähnlich ist Peter Steinberger (OpenClaw) aus Europa nach OpenAI abgehauen. Der Staat soll sparen und die Privaten sind geizig.
 
Rapidus braucht sehr dringend einen "Halo" Erst Kunden, damit sie als Foundry ernstgenommen werden.
Hier ein Spekulatius meinerseits: SONYs PS6 APU wär doch genau sowas! V.a. auch, weil TSMC erst einmal ausgebucht sind. Hauptproblem bei einer PS6 APU wär wahrscheinlich, daß solche Chips eher nicht in "bleeding edge" Knoten gefertigt werden, da hier der Preis pro Stück eine große Rolle spielt. Aber, wenn Rapidus (mit Hilfe des Japanischen Staates) hier in den sauren Preisapfel beißt und mit Verlust fertigt und auch SONY dazu gedrängt wird "to take one for the team" (Japan) könnte es schon passieren. Zumindest wär bei einer erfolgreichen Großserien Fertigung die Frage "können die das?" vom Tisch.
Die Alternative wäre noch Fujitsus neuer Server Prozessor, aber die sind ja schon länger dabei, hier mit TSMC die Fertigung zu koordinieren. Das jetzt noch zu ändern ist sowohl schwierig als auch teuer.
 
john.smiles schrieb:
DDR5 mit Sony oder Toyota Branding, das wärs :D
Die MFUG Bank gehört zur Kabushiki Kaisha Mitsubishi UFJ Financial Group. Warum also nicht auch einen Mitsubishi-Riegel? ^^ Das nötige Kleingeld haben sie jedenfalls.
 
@Krik Die japanische Halbleiter Branche hat eine ziemlich bewegte (und lange durchaus erfolgreiche) Geschichte hinter sich. Das Problem gerade bei DRAM ist, daß dort der sogenannte Schweinezyklus sehr stark zutrifft, und gerade japanische Firmen wie Toshiba und Hitachi sich hier (nach langen Erfolgen) eine blutige Nase geholt haben.
Die Südkoreaner, v.a. SK Hynix, haben wohl erst gegen Ende 2025 den Arbeitsspeicher verkauft, den sie zuvor über viele Monate hinaus auf Halde produziert hatten. SK Hynix hatte sich, anders als Samsung, entschieden, alle ihrer Fabs weiter produzieren zu lassen, und DRAM, Flash usw gebunkert. Allerdings hat SK Hynix hier zwar hoch gepokert, aber letztendlich auch mit dieser Entscheidung sehr gut Geld verdient.
Problem für jede Firma, die jetzt erst mit dem Bau neuer Fabs anfängt ist, daß es schwer vorherzusagen ist, ob sich die Milliarden Investitionen wirklich auszahlen, wenn die Fabs dann die Produktion aufnehmen. Denn vom ersten Spatenstich bis zur Großserienfertigung dauert es mindestens 2-3 Jahre.

Die große Variable beim Memory Engpass sind die Chinesischen Hersteller. CXMT, YMTC und andere bauen gerade ihre Kapazitäten für DRAM, HBM und NAND mit Volldampf aus, und wenn "past is prologue" auch bei Memory stimmt, werden sich Samsung, SK Hynix und Micron in 2-3 Jahren warm anziehen müssen.
 
Krik schrieb:
Schon eigenartig. Da tun sich Denso, Kioxia, MUFG Bank, NEC, NTT, SoftBank, Sony und Toyota zusammen, um mit staatlicher Hilfe Rapidus zu gründen und keiner von denen bzw. von deren Töchtern will was von der Produktion abhaben?
....

Siehe unten... (Zitat nur für Kontext)

kachiri schrieb:
Ja und nein. Meine Vermutung: Die Unternehmen haben auf staatlichen Druck investiert und sich so andere Gelder gesichert.

....

Auch, aber es ist wahrscheinlich viel einfacher das die einzelnen Töchter / Unterabteilungen gar nichts davon wissen.

Freunde die für Japanische Konzerne in Deutschland und auch direkt in Japan arbeiten sagen mir das immer wieder die Japanischen Großkonzerne sind extrem isoliert von einander.

Ein schönes Beispiel einer Arbeitet in Japan für einen Autozulieferer.
Und die haben bei Toyota eine Ausschreibung gehabt gegen zwei Töchter von Toyota. Und gewonnen weil nicht mal die von Toyota wussten das die das deren Töchter waren.

Die waren total schockiert das Toyota mehre eigne Töchter hat (es sind mehr als die zwei die an der Ausschreibung teilgenommen haben), die dieses Spezielle Teil (es gibt um irgendwelche Steuerungselemente für Sitzheizungen, habs nicht wirklich verstanden hab mir nur sensor und regler gemerkt) herstellen und vertreiben und glauben sie sind die eine Toyota Tochter die das macht.

Und in der Vergangenheit schon mehrfach gegen einander angetreten sind.

Es kann also durch aus sein das die genannten Firmen in Rapid investieren in dee Hoffnung das auch zu nutzen das aber innerhalb der Firma einfach untergeht
 
@DeusExMachina Ich glaube schon, dass die wissen, dass das Töchter sind. Juckt halt nur nicht, wenn das Angebot der dritten externen Firma anhand der (in der Regel ja vorher festgelegten) Kriterien besser ist. Dann nimmst du eben dieses Angebot.
Die Frage ist dann, warum man überhaupt ausschreibt, wenn man Tochterunternehmen hat. Und im Endeffekt ist es halt einfach: Wirtschaftlichkeit über alles. Das sind alles eigenständige Unternehmen die halt eigenständig überleben müssen und wenn die eigenen Töchter gegen die Konkurrenz nicht anstinken können und irgendwann nicht mehr profitabel sind, werden die Töchter halt irgendwann einfach vom Konzern abgestoßen.

Ist im Grunde überall so. Man meint zwar immer, dass das Auslagern von Geschäftsbereich in eigene Unternehmen etwas tolles ist, weil man so mehr Freiheit und Flexibilität gewinnt... Aber es heißt umso mehr, dass man sich dem Wettbewerb stellen muss.

Also ich will nicht ausschließen, dass man Konzernintern manchmal auch nicht weiß, was es da alles gibt. Aber spätestens wenn die Angebote eingehen, wird man sich in der Submission mit den Unternehmen auch beschäftigen. Man will ja wissen, mit wem man u.U. einen Vertrag schließt ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: Kaufmannsladen und stevefrogs
Mmh, braucht man nicht erst PDKs um aus Interessenten Kunden zu machen?
Deswegen verstehe ich die Überschrift nicht. Genauso ist für ein Kunden wichtig wie viele Wafer mit welchem Yield gefertigt werden können.
Sicherlich haben die Investoren potentielle Vorzugsrechte, aber sie sind zu diesem Zeitpunkt allesamt nicht für ihre eigenen Chipsparten auf 2nm-Technologie angewiesen. Kommt sicher noch - und dann wird aus einem Gerücht eine Nachricht.
 
Ich schätze, dass es auch im Foundry-Geschäft um Henne-Ei-Problem dreht. Selbst das japanische Unternehmen Preferred Networks (PFN) ließ ihren AI-Beschleunigerchip bei Samsung Foundry produzieren und versuchte nicht mal bei Rapidus anzufragen. Soweit ich von einem koreanischen Professor erfahren konnte, der lange in Japan gelebt hat und mehrere Bücher über Japan geschrieben hat, sind die bei Rapidus beteiligten Unternehmen selbst von der Sache nicht überzeugt. Allein der Gedanke einen Sprung von 28nm auf 2nm zu machen, ist ja irgendwie wahnwitzig - selbst wenn sie etwas Know-how von TSMC geklaut haben.
Dass die 2nm-Fertigung alles anderes ist als leicht, sieht man ja bei Samsung, Intel und TSMC. Mit Geld allein werden sie das Problem nicht lösen.
 
DeusExMachina schrieb:
Freunde die für Japanische Konzerne in Deutschland und auch direkt in Japan arbeiten sagen mir das immer wieder die Japanischen Großkonzerne sind extrem isoliert von einander.
So ein japanischer Keiretsu mit seinen zahlreichen Querinvestitionen kann schon sehr komplex sein. da schauen die eigenen Mitarbeiter meist auch nicht durch.

DeusExMachina schrieb:
Ein schönes Beispiel einer Arbeitet in Japan für einen Autozulieferer.
Und die haben bei Toyota eine Ausschreibung gehabt gegen zwei Töchter von Toyota. Und gewonnen weil nicht mal die von Toyota wussten das die das deren Töchter waren.
Das ist auch hierzulande kein unübliches Vorgehen. Ein schlechteres Angebot zu nehmen, nur weil man die gleiche Mutter hat, macht man halt nicht, wenn man wettbewerbsfähig bleiben möchte.
 
Wer braucht schon Kunden - Hauptsache die Fabrik ist endlich fertig. :daumen:
 
Zurück
Oben