Joachim Erwin, OB von Düsseldorf gestorben. Beispiel für andere Städte ?

extasy

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Joachim Erwin ist am Dienstag nach schwerer Krankheit gestorben. Viele sehen in ihm eine beispielhafte Persönlichkeit der über Stadtegrenzen hinweg als ein Vorbild für viele Gemeinden gesehen wird. Unter seiner Regierung wurde Düsseldorf praktisch Schuldenfrei.

Auf der anderen Seite jedoch steht sein selbstherrlicher Stil der Kritik nur schwer ertragen konnte und ihm den Spitznamen Kurßfürst Jan Wellem einbrachte. Er stellte sich selbstgerecht, teilweise über das Gesetzt, und sah es auch nicht ein der vom Gesetz geforderte Offenlegung seiner Nebenverdienste nachzukommen. Auch war er dafür bekannt seine Zöglinge mit gut dotierten Pöstchen zu versorgen und betrieb überhaupt eine Personalpolitk die oftmals am Gesetz vorbei ging um seine "Lieblinge" zu positionieren. Auf der anderen Seite litten gerade viele Beamte und Angestellten unter seinen vielen Umstrukturierungen in der Stadtverwaltung ohne Rücksicht auf die Betroffenen oder der Mitarbeitervertretung.

Beschlüsse des Stadtrates wurden auch oftmals nicht beachtet wenn diese dem Herrn OB nicht passten. Oftmals wurde am Stadtrat vorbei regiert und getrickst. Der Verkauf der Stadtwerke z.B wurde so geschickt plaziert das eine wirkliche Gegenwehr, z.B. durch Bürgerentscheide nicht mehr möglich war.

Was meint ihr ? Kann seine Politik tatsächlich als Vorbild für eine Kommunalführung dienen, oder schreckt diese doch mehr ab ? Steht Schuldenregulierung um jeden Preis wirklich über allem ?
 
Zuletzt bearbeitet:
Nun muss ich zu meiner eigenen Schande gestehen, dass ich nicht immer alle Aspekte der Kommunalpolitik verfolgt habe. Aber die Schuldenfreiheit war schon eine super Leistung. Erwin hat sich immer für die Wirtschaft in Düsseldorf stark gemacht, sei es bei der Anwerbung von Unternehmen oder in Sachen Flughafen (Direktflüge nach Peking und Shanghai).

Auch sein politsches Vermächtnis hat wohl mächtig Eindruck gemacht:
http://www.rp-online.de/public/article/politik/tod_von_ob_erwin/570054/Haltet-das-Geld-zusammen.html

Das alles entschuldigt natürlich keine Fehltritte. Auch ein OB ist an das Gesetz gebunden. Deshalb ist Deine Kritik in diesem Punkt berechtigt. Man musste ja längst nicht immer einer Meinung mit Erwin sein. Aber selbst seine politischen Gegner würdigen, dass er bei seiner Arbeit stets das Wohl der Stadt im Auge hatte.
 
Das ein Mensch immer dazu neigt seinem Freundeskreis gewisse Vorteile zu verschaffen ist wohl Menschlich und auch nicht immer zu vermeiden. Wie offensichtlich dieses jedoch bei Erwin erfolgte ist jedoch schon überraschend. Es zeigt eine gewisse Arroganz und Abgehobenheit gegenüber demokratischen Strukturen und man fragt sich bei Erwin wirklich ob er demokratische Entscheidungswege und Instanzen geachtet und akzeptiert hatte.

Ein OB muss sich zwar gegen viele Wiederstände behaupten, jedoch muss dieses immer auf fairen Bedingungen und unter beachtung der demokratischen Spielregeln erfolgen.
 
Nun mag dieser absolutistische Führungsstil bei Herren Erwin erfolgreich gewesen sein, allerdings gibt es sicher zu Hauf Beispiele bei denen das schief gegangen ist.

Der Bürgermeister hat sicher keine einfache Arbeit, schon deshalb weil er es nun mal nicht allen recht machen kann. Um so mehr ist er auf seinen Rat angewiesen und sollte von diesem auch kontrolliert werden.

Man kann sicher sagen der Erfolg bibt Ihm recht, allerdings wird es auch in seinem näheren Umfeld Leute geben, die das ganz anders sehen.

Fazit für mich, Schule sollte der Fall nicht machen.

OMaOle
 
@moonwalker99
Na, die Überschrift ist etwas missverständlich gewählt, das gebe ich zu. Ich wollte damit natürlich nicht sagen das der Tod dieses OB ein Beispiel für andere Stadte sein soll, sondern ob dieser Bürgermeister ein Beispiel für andere Stadte sein kann.
 
Ich weiß nicht, ob es so eine hehre Leistung ist, eine Stadt mit so vielen Firmensitzen zu entschulden. Aber sein Privatisierungswahn ist mir höchst unsympathisch.
 
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