Jugendschutz heute - wie ist die Realität?

Man kann von Staatsseite nicht alles verbieten, regeln, ordnen.

Für mich sind für den Jugendschutz nach wie vor in aller erster Linie die Eltern selber verantwortlich.
Sie sind es, die ihren Kindern die Regeln des Umgangs und entsprechendes vernünftiges Sozialverhalten zu vermitteln haben.
Dazu gehört auch angemessene Freizeitgestaltung.

Ich finde es erschreckend, wenn so etwas immer stärker von Staat, Schule, Fernsehen, Arbeitgeber verlangt wird.
Dafür sind die nicht da !
 
Die Gefahr besteht, dass immer mehr Leute "Scripted Reality" als "Real Reality" betrachten.
 
ich spreche mal aus meiner Erfahrung und wie ich es so im Umfeld meiner Stiefkinder mitbekomme

in meinen Augen war früher die Erziehung auch einfacher als heutzutage
da haben sich Kinder über einen Ball, Lego oder Playmobil gefreut wie sonst was
damit waren die dann tage- & wochenlang beschäftigt, ohne das es langweilig wurde
und heute?
wenn ein "Spielzeug" keinen Strom braucht, landet es ganz schnell in der Ecke

das kreative Spielen wird aber auch von vielen Eltern kaum noch gefördert
solange das Kind vor der Glotze oder PC sitzt, haben die Eltern ihre Ruhe
da wundert es mich auch nicht, das die Deutschen immer dicker werden
die Eltern leben es den Kindern ja schließlich vor...

wie sollen Kinder ein "gesundes" Sozialverhalten erlernen, wenn die Eltern es nicht vormachen?
das fängt doch schon damit an, das jeder für sich alleine isst oder alle nur zur Glotze gucken
Paragraph 1: jeder macht seins und Konversationen werden nur auf das notwendigste reduziert

ja, Jugendschutz liegt in erster Instance bei den Eltern, aber viele sind einfach damit überfordert
da kauft Vadder dem Junior ein Spiel ab 18, obwohl der gerade mal 13 oder 14 ist, nur damit der nicht mehr den ganzen Markt zusammenschreit
da wird bei der Inet-Nutzung nicht drauf geachtet, welche Seiten da so geöffnet werden oder wie lange die Kiddies vor der Kiste sitzen
da spielt aber auch Gruppenzwang eine Rolle: wer das neueste Spiel nicht hat oder keine Markenklamotten trägt, wird ganz schnell zum Außenseiter....
 
Naja so ganz ist es auch nicht es kommt auch auf die Kinder an , manche lieben es den ganzen tag vor der glotze zu hängen andere wären mit nem neuen Fahrrad glücklicher als mit nem neuen PC !
 
hZti schrieb:
Naja so ganz ist es auch nicht es kommt auch auf die Kinder an , manche lieben es den ganzen tag vor der glotze zu hängen andere wären mit nem neuen Fahrrad glücklicher als mit nem neuen PC !

Wobei es gerade bei der Erziehung eben NICHT darum geht, ob das Kind jetzt gerade glücklich ist !!
Zu Erziehung gehört auch verbieten, durchsetzen, was das Kind gerade nicht will, richtiges Verhalten vorleben und die Umsetzung des Gelernten durchzusetzen.

Gnadenlos den Wünschen der Kinder zu folgen ist bequem und einfach, macht das Leben des Kindes (z.B. vor der Glotze hängen -> dick) später aber deutlich schwerer.

Fahrrad vs. PC ...
Ja, Talent zu erkennen und zu fördern, gehört auch zur Aufgabe der Eltern und nicht primär der Schule
 
Ich besuche selbst noch die Schule.. (Realschule)
Ich würde behaupten, dass die Medien immer mehr Ausmaße annehmen,
hätte sich jemand vor 20Jahren vorstellen können, auf einem Handy surfen zu können bzw. überhaupt mal einen Pc zu besitzen.. NEIN !
Pornos sind eigentlich heute, ich denke mal auch früher da gewesen.. ob in Heftchen, DVD´s oder im WEB.
Gewalt bzw. Mobbing, würde ich mal behaupten, gibt es an eiq. jeder Schule, ob jetzt in Videos festgehalten oder einfaches Mobbing, bleibt sich gleich.
Das mit der USK hat eigentlich schon einen Sinn, manche Menschen verkraften Spiele richtig d.h. sie erleben es nur im Spiel und wenn sie dann den Bildschirm aus machen einfach wieder normal sind, dann gibt es noch die falschen d.h. sie spielen ein Spiel und leben das sozu sagen und man kann ja von dem Verkäufer nicht verlangen, das er jeden Käufer auf Herz und Niere prüft, wenn er ein Spiel kauft das eine gewisse USK hat.
Ich spiele auch Spiele, die nicht laut der USK für mich zugelassen sind, meine Mutter kauft mir sogar die Spiele, aber sie sagt auch, das ich wissen muss, auf was ich mich da eventuell einlasse und das es auch Auswirkung auf mein Leben haben kann ( siehe Amokläufe..), aber sie weiß auch, das auf mich Verlass ist und das ist auf keinen Fall ein Spiel so zu sagen in ein Leben mit einbeziehe.. somit ist sie damit auch einverstanden, das ich solche Spiele spiele.

Meine Meinung dazu ist, wenn man einem Kind, alles verbietet, wird es entweder irgendwann ein Weichei (nicht böse gemeint) oder irgend ein Spielsüchter, der eigentlich nur noch für die virtuelle Welt lebt und sich seine Pornos / Spiele what ever, durch Freunde oder andere Bekannte besorgt oder ob die Eltern / der Elternteil sagt, okay, du kannst jetzt auch mal das und das Spiel haben, ist zwar noch nichts für dein Alter, aber ich traue dir das zu.. und dann wird das Kind eigentlich auch normal..
Noch dazu, wer hat in seiner Jugend noch nie was falsch gemacht ( geraucht, irgendwas gemacht was er nicht darf..), da kann mir keiner sagen, ja ich war schon immer ein Lieber und habe nie etwas angestellt, sowas gibt es eigentlich nicht.
Also, denkt bei der Kindererziehung auch eure Kindheit, was Ihr falsch gemacht habt und was Ihr evtl. bei eurer Kindererziehung besser machen könntet, aber schränkt sie nicht so sehr ein, dass sie schon fast ein Mamisöhnchen wird..
Zum Jugendschutz:
Eigentlich hält sich daran max. 15% der Jugendlichen, schaut doch grad mal in die Städte, mit 13 hängen sie um 22Uhr noch am Bahnhof rum und die Polizei fährt einfach daran vorbei und schaut zwar hin, aber handelt nicht. Dann muss man sich wundern, wieso sich keiner daran hält?!
Bei manchen Regeln / Rechten, sollte man härter durch greifen, bei manchen sollte man es etwas nachlassen.
Schaut euch doch grad mal das Rechtssystem an: Ein Steuerhinterzieher: Hinterzieht Steuer, arbeitet schwarz, what ever : ca. 4Jahre Knast
Kindervergewaltiger / Mörder: Tötet Menschen oder löscht so zu sagen ein Menschleben aus, tötet ihn aber nicht.. : ca. 5Jahre Knast, weil ja der Angeklagte eh wieder irgendwelche Pyschische Störungen hat..
Naja, mehr muss man dazu nicht sagen !
 
@GamingChamp?

Daran gehalten haben wir uns damals auch nicht, aber wir wussten, dass wir Scheiße bauen und es gab wirklich ernsthaften Ärger (mit den Eltern!), wenn wir erwischt wurden.

Das hilft übrigens auch, damit entsprechendes Unrechtsbewusstsein entsteht.

Zum Thema Pornos hast Du sicherlich recht.
Das ist heutzutage durchaus ein ernst zu nehmendes Problem, denn es ist nachgewiesen, dass es das Sozialverhalten von Menschen verändert (generell, nicht nur von Jugendlichen übrigens)

Gemobbt wurde schon immer ...
Da finde ich übrigens, dass da heute wegen jedem Furz ein Fass aufgemacht wird, denn wenn der kleine Dicke früher beim Sport eben IMMER als letzter in die Mannschaft gewählt wurde, dann war das halt so und er musste da durch.
Und die Nerds mussten halt eben mit guten Noten aber ohne Freunde durch die Schulzeit.

Das Rechtssystem ist übrigens grundsätzlich durch die Bank gut.
Es kommt aber eben auch darauf an, was der jeweilige Richter draus macht, der ja einen gewissen (teilweise recht großen) Spielraum hat ... der ja auch irgendwann an der Schule war und von irgendwem (antiautoritär, besonders nachsichtig?) erzogen wurde ;)

Es geht nicht darum, Mamisöhnchen zu züchten.
Wenn ich einen Sohn hätte, würde ich am Ende einen selbstbewussten 'Kerl' wollen :) aber einen, der weiß, was richtig und was falsch ist und daher die wesentlichen Entscheidungen im Leben ohne Angst oder Unsicherheit selbstständig richtig treffen kann, weil er sich auch der Konsequenzen seines Handelns bewusst ist.

Darum geht es im Wesentlichen:
Kinder müssen lernen, dass ihre Handlungen immer Konsequenzen haben.
Und ja, man muss sie ermutigen, Entscheidungen (und damit auch Fehler zu machen) selbst zu treffen.
Dazu gehört dann eben auch, mit den Konsequenzen zu leben - das fehlt mir heutzutage.
 
Ich durfte als Kind/früher Jugendlicher extrem wenig Filme schauen, und hatte auch lange keinen Computer oder Konsole. Mich hat es extrem angekotzt, und ich habe das ganze Zeug eben so gut es ging bei Freunden konsumiert.
Sprich: gesehen hab ich es auch, und es hat zuhause nur ständig für Ärger gesorgt. Aber manche Eltern sehen das eben nie ein.

Man muss ja nicht in das andere Extrem fallen, und die Kinder alles machen lassen - aber ein bisschen locker darf man schon sein. Wenn das Kind dummerweise ein Psychopath ist, dann wird es auch ohne Gewaltspiele und Filme kein normaler Mensch werden... ;)
 
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