Kernenergie im Kreuzfeuer: Sinn, Sicherheit, Alternativen

Der Daedalus

Commander
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Benjamin_L schrieb:
Wie sicher Kernkraftwerke sind hat uns die letzte Woche ja gezeigt...

Ich habe gewartet auf diesen Einwurf.

Die letzte Woche hat gezeigt wie toll wir uns doch von Presse und Politikern an der Nase herum führen lassen. Die Informationspolitik von Seiten Vattenfalls war sicher nicht die beste. Ohne Zweifel ein derber Kritikpunkt.
Aber:
Der ganze "Zwischenfall" war zu keinem Zeitpunkt auch nur Ansatzweise derart bedrohlich, dass die Gefahr bestand, dass es in irgendeiner Form zum Austritt von Strahlung kommt. Die mehrfache Redundanz der Sicherheitssysteme hat gut funktioniert und zu keinem Zeitpunkt bestand eine ernsthafte Gefahr.

Das dieser Zwischenfall aber jetzt politisch und medial hochgepusht wird muss wohl an dem Interesse einiger Politiker liegen die Laufzeitverlängerung für unsere sicheren Kernkraftwerke zu verhindern.
 
AW: CO2 das große Politikum

Wogegen ja nichts spricht bei alten Reaktoren, wenn man auf regenerative Energieträger umsteigen würde anstelle der Kohle.
 
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AW: CO2 das große Politikum

Wogegen was nicht spricht?
Krümmel ist einer der älteren noch laufenden Reaktoren im Lande. Trotzdem zeigte der jüngste Zwischenfall, dass die Sicherheitseinrichtungen gut funktionierten, denn zu keiner Zeit bestand Gefahr (der Zwischenfall erreichte bei der Einstufung nicht mal die erste von 7 Meldestufen).

Allerdings gehe ich Konform damit, dass die Sicherungseinrichtungen natürlich immer auf dem neuesten Stand gehalten werden sollten. Doch dies macht für die Betreiber auch nur dann Sinn, wenn sie mit den Laufzeiten nicht politischer "Willkühr" ausgesetzt sind.

Und wenn neue Reaktoren gebaut werden würden und die alten abgeschaltet, sähe ich da auch kein Problem drin. Siemens ist schließlich immer noch Weltmarktführer in diesem Bereich und die aktuellen Kernkraftwerke sind noch sicherer als die jetzt betriebenen.

________

Werde konkreter:

- Wie willst du bei der Abschaltung von 12 Kernreaktoren in den nächsten 10 Jahren die dann fehlende brutto Dauerleistung von 14,6 Gigawatt ersetzen?

- Welche Technologien willst du einsetzen?

- Wie willst du die bei Wind- und Solarenergie zwangsläufig auftretenden Leistungslücken kompensieren?

- Wie willst du verhindern, dass dann der Strompreis imens steigt?
 
AW: CO2 das große Politikum

@Daedalus

Wenn jetzt auf deine Fragen eingegangen wird, dreht sich vermutlich der gesamte Thread in die Richtung Kernkraftwerke und Störfall Krümmel.
Wäre es dann nicht gescheiter, ein eigenes Thema zu eröffnen. Dabei wäre wohl auch die Informationspolitik von Vattenfall, die du in meinen Augen etwas zu harmlos darstellst, einer eigenen Erörterung Wert.
 
AW: CO2 das große Politikum

Naja mittlerweile ist das Thema "CO2 ein Politikum" ein wenig festgefahren. Von daher würde dieses Themenrichtung vielleicht neuen Wind in die Diskussion bringen. Aber wenn es euch von der Moderatorenseite besser passt, dann lagert die letzten Beiträge ruhig aus.

Mein Titelvorschlag wäre dann "Kernenergie im Kreuzfeuer: Sinn, Sicherheit, Alternativen". Auf jeden Fall bitte allgemein halten, da Vattenfall ja nur ein "Aufhänger" für das eigentliche Thema sein sollte.

Zum Thema:

MacII schrieb:
Dabei wäre wohl auch die Informationspolitik von Vattenfall, die du in meinen Augen etwas zu harmlos darstellst, einer eigenen Erörterung Wert.

Wieso harmlos? Die Vorfälle die sich vor wenigen Wochen im KKW Krümmel ereigneten sind nach Gesetzeslage als nicht sofort Meldepflichtig einzustufen. Quelle

Es wäre natürlich toll gewesen, wenn die Reaktorbetreiber sofort umfassend informiert hätten, aber erforderlich war es nicht.
Wenn bei uns in der Produktionsstrecke eine Anlage ausfällt, dann müssen wir darüber nicht auch gleich die ganze Welt informieren.

Was Vattenfall davon hat, dass sie jetzt informieren, sieht man ja. Jetzt wird sogar aus falschen Dübeln die im Kraftwerk verbaut wurden eine Sicherheitslücke. Die Öffentlichkeit reagiert extrem sensibel (sogar übersensibel) auf jegliche Meldung über ein KKW und Presse und Politiker machen aus einer Mücke einen Elefanten. Da kann ich es verstehen, wenn die Betreiber mit den Meldungen zurück halten.

So wurde ja auch die Sau durchs Dorf getrieben, dass sich seid dem Bau des KKW Krümmel 300 meldepflichtige Zwischenfälle ereignet hätten. Das wurde als angeblicher Beweis für die Unsicherheit des Kernkraftwerkes angeführt. Nun meldepflichtig ist ja erstmal fast alles. Beispiele aus der Liste des Jahresberichtes des Bundesamtes für Strahlenschutz aus dem Jahr 2005:

22.01.05 // KKI-2 // Kühlwasserleckage an einem Notstromdieselaggregat // INES Stufe 0

Wohlgemerkt wurde dieser Fehler festgestellt, als das Aggregat nicht im Einsatz war (sonst höhere Einstufung)

03.07.05 // KKB // unbeabsichtigter Start eines Notstromdiesels // INES Stufe 0

Fatal ... glaub das Kernkraftwerk stand kurz vor der Explosion... (sorry für den Sarkasmus)

Das sind nur mal zwei Beispiele dafür, was für Banalitäten dort unter den ganzen Meldepflichtigen Unfällen war.

Im Jahr 2005 gab es von 135 meldepflichtigen Zwischenfällen keinen einzigen der über die INES Einstufung 0 hinaus ging. Wohlgemerkt erst bei Stufe 1 wird von einer "Abweichung vom normalen Betrieb der Anlage" gesprochen.

Mal eine Parallele zur Verkehrsfliegerei:

Wenn bei einer Passagiermaschine von dem mindestens dreifach redundant ausgelegtem Navigationssystem eine der drei Einheiten ausfallen würde, so müsste dies gemeldet werden. Dumm nur, dass das fast regelmäßig passiert.

Genau dafür gibt es die Redundanz! Wenn ein System versagt, greift das nächste. So wird bei einem doppelt redundanten System mit einer einzel Ausfallwahrscheinlichkeit von 0,1% ein Gesamtsystem mit einer Ausfallwahrscheinlichkeit von 0,001%. Versagt das erste System liegt die Sicherheit noch immer bei 99.9%.
 
AW: CO2 das große Politikum

Was Daedalus anspricht ist absolut richtig. Ohne vernünftige Alternativen können wir uns nicht vom Atomstrom in D lösen. Oder ist es besser (weil scheinheiliger), den Strom ab dann aus dem Ausland (zum großen Teil aus AKWs) zuzukaufen?

Die Debatte der letzten Tage ist wirklich an Scheinheiligkeit und Fehlinformation kaum zu überbieten. Wenn man Sorge über Atomkraft äußert, sollte man das ganze besser im Kontext zur momentanen Terrorgefahr setzen. Das Risiko eines Anschlages wäre nämlich deutlich höher als ein eventueller Störfall. Dazu kommt noch, dass die AKWs mit Sicherheit nicht mehr modernisiert werden, wenn ihr Aus nur eine Frage der Zeit ist.

Oder noch besser wie bei uns in Hessen: dort wurde die Modernisierung von Biblis A über Jahre hin zeredet und blockiert bis die Politik (Rot/Grün) irgendwann sagen konnte, dass der Block aus Altersgründen nicht mehr betriebssicher sei.
 
AW: CO2 das große Politikum

Die Atomkraftwerke werden von den privaten Betreibern auch ohne drohende Stilllegung zur Kostenminimierung bis aufs letzte ausgequetscht. Die Betriebssicherheit steht längst nicht an oberster Stelle; da werden am Beispiel Forsmark von Zulieferern wissentlich fehlerhafte Generatoren geliefert, die dann den Störfall im Störfall verursachen. Wenn alle vier Dieselaggregate diesen Defekt enthalten, ist es ganz schnell mit der Redundanz vorbei - zwei sprangen nicht an, man kann sich also die Wahrscheinlichkeit halbwegs vorstellen. Also da liegt einiges im Argen, was man nicht beschönigen sollte. Auch die Entsorgung des Atommülls ist eine tickende Zeitbombe, die die Menschen aber scheinbar nicht tangiert (schon wieder das bekannte Problem, nicht langfristig denken zu können). Es wundert mich, dass AKWs tatsächlich von so vielen positiv bewertet werden; wir brauchen sie, aber ihr Einsatz sollte auf ein Minimum begrenzt bleiben und an oberster Stelle die Eindämmung des Energieverbrauchs stehen.
 
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@sturme:

Punkt 1:

Steht der Meiler Forsmark in Deutschland? Nein steht er nicht.

Unser Land hat die härtesten Vorschriften was die Sicherheit von Kernkraftwerken betrifft. Somit lassen sich Fälle wie der in Schweden nicht mal eben so auf Deutschland übertragen.

Das die Sicherheitsvorkehrungen in deutschen Kernkraftwerken aus Kostengründen auf ein "gefährliches" Maß zurück gefahren werden ist ein wohl eher unbelegtes Gerücht. Es mag stimmen, dass in älteren Kernkraftwerken nichts mehr unternommen wird um die Sicherheitsvorkehrungen auf einem Niveau welches über den gesetzlichen Vorschriften liegt zu halten. Doch habe ich noch nichts von einem Fall gehört in dem aus Kostengründen gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsvorkehrungen nicht eingehalten wurden.

Punkt 2:

Die Entsorgung des Atommülls wäre kein Problem wenn man auf Technologien setzen würde die bereits vorhanden sind. Warum eine Lösung à la Gorleben nicht sicher sein soll, konnte bis jetzt noch niemand sagen.
Vor allem da teils ja eben jene die gegen Gorleben sind eine Endlagerung von CO2 in Bergwerken Befürworten.

/edit:

Ich möchte nochmal klar stellen, dass ich nicht für eine Ausweitung der Kernenergie bin.
Ich will lediglich sagen, dass es recht unsinnig ist heute deutsche Kernkraftwerke abzuschalten um dann morgen den Strom aus dem osteuropäischen Ausland zu beziehen, der mit weitaus unsichereren Kernkraftwerken gewonnen wird.
Jede Maßnahme die zu einer effizienteren Energienutzung führt ist bei mir herzlich willkommen.
Ferner bin ich für jede Maßnahme die es ermöglicht wirtschaftlich sinnvolle dezentrale Energiewandlung zu betreiben (Beispiel Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen).

Aber: Die heutigen Technologien sind allesamt nicht geeignet um die Kernenergie wirklich ersetzen zu können. Und es gibt keine absehbare Möglichkeit um den Wegfall von 14,6 Gigawatt Bruttoleistung in den nächsten 10 Jahren effektiv kompensieren zu können.
 
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Na wenn du diese Diskussion auf Deutschland begrenzen willst... leider geht es uns allen an den Kragen, wenn Forsmark oder einer der älteren Ost-Reaktoren in die Luft fliegt. Das beste Sicherheitssystem bringt nichts, wenn ein AKW an einer Erdbebenlinie gebaut wird. Es ist auch schön, dass in Deutschland die Entsorgung so gut funktioniert, anderswo ist das aber leider nicht der Fall. Im angesprochenen Problemfall Forsmark müsste eigentlich in letzter Konsequenz dem Zulieferer sofort die Berechtigung entzogen werden, künftig noch AKWs zu beliefern.

Wie schon gesagt ist es unbestritten, dass wir auf die AKWs angewiesen sind. Das soll aber nicht Anlass sein, noch mehr von ihnen zu bauen, sondern den Bedarf nach Energie zu reduzieren.

@rene19831: Und das mit einem Geburtsdatum noch von vor 1986? ... ;)
 
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Ansich wäre es aber besser neue AKWs zu bauen, zumindest um die alten zu ersetzen. In den nächsten 30 Jahren wird der Weltenergiebedarf geradezu explodieren. 30-40% der Weltbevölkerung, die momentan geschätzt vielleicht 10% an uns gemessen verbrauchen, werden dann "aufsteigen" wollen, bzw. wird dies durch deren wirtschaftlichen Aufschwung einfach passieren.

Und mir ist es da ebensowenig wie euch lieb, wenn fragwürdige Reaktoren irgendwo zwischen Polen und Vietnam auf 120% laufen werden.
Wenn man Energie möglichst CO2-frei produzieren will, muss man entweder auf Atomstrom (dazu würde auch Fusion zählen) setzen, oder man muss ins All expandieren - da könnt ich mir bspw. Spiegel/Linsen Konstruktionen auf dem Mond vorstellen, die das Licht gebündelt auf Reflektoren in den einzelnen Ländern umlenken. Denn auf der Erde hat man nicht den Platz und die gesellschaftliche/politische Stabilität um die demnächst benötigten Energiemengen Vollöko zu produzieren.

Deswegen wäre meine Meinung auch: Ausstieg aus dem Ausstieg bis zum Ausstieg im 22. Jahrhundert. Dann wäre auch das momentane Sicherheitsproblem, durch ausgesessene Modernisierung wegen Ökonomischer Unsicherheiten vom Tisch. Denn es macht schon einen Unterschied ob man für 10Mio aufrüstet wenn man nicht weiß ob ein Kraftwerk in 2 oder 20 Jahren abgeschaltet wird.

P.S. gebürtiger 86er Ossi ;)
 
der immer dramtischer steigende Energiebedarf der Menschen wird zukünftig hauptsächlich nur durch Atomenergienutzung zu befriedigen sein. Intensivere Forschung wäre hierzu notwendig und vor allem dürfen atomtechnische Anlagen nicht um des Profiteswillen kompromißbereit betrieben werden.
Alternativen mag es sicher geben, aber die Nutzung der Windkraft ist als hauptsächliche alternative Energieerzeugungsmöglichkeit auszuschließen. Windkraft ist absolut nicht grundlastsichernd und zur Zeit ist noch zu viel konventionell erzeugte Energie notwendig, um Windstrom sicher "unterbringen" zu können. Windenergie gefährdet in hohem Maße bei unsachgemäßer, profitgeiler Nutzung die elektrische Stabilität der Netze und damit die Netzsicherheit!
Darum gilt es die Forschung auf dem Atomsektor intensiver voranzutreiben und die Profitinteressen der Energiegiganten wie Vattenfall & Co. in Grenzen zu halten ... !
 
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Kernenergie als Lösung des Klimaproblems und zur Befriedigung der nachfrage nach Energie?
Nun ich denke, das mittelfrsitig die Kernenergie ihren Platz im Energiemix haben wird und auch haben muss. Allerdings ist dies durch den Vertrag zum Ausstieg aus der Kernenergie auch in dieser Form geregelt: es stellt eine mittelfrsitige Lösung dar. Doch kernenergie kann in der heutigen form keine langfrsitige Lösung sein. Zwar ist die Wahrscheinlichkeit eines GAUs sehr gering, jedioch sind die Auswirkungen umso so verheerender, was es bei einer Risikobetrachtung immer zu berücksichtigen gilt. Ebenso ist die Endlagerung bis heute nicht geklärt, wodurch sich die kernenergie in einem rechtlichen Graubereich befindet, denn ein Atomkraftwerk darf in Deutschland nur betrieben werden, wenn der betreiber einen Endlagerungsnachweis liefern kann. Doch wie hat ein vermeindliches Endlager auszusehen? Es muss Sicherheit für tausende von jahren bieten, hunderte von Generationen. Sowohl eine geologische Sicherheit als auch eine soziale Sicherheit der kommenden generationen können schwerlich antizipiert werden, sodass man sich heute bewusst für ein Glücksspiel entscheidet.

Kommen wir zu den Additiven bzw. Alternativen. Mittelfristig stellen sowohl Gas- als auch Kohlekraftwerke Additive und Alternativen dar. Die Effenzieinz von Kraft-Wärme-gekoppelten Anlagen ist sehr hoch und überschreitet den Wirkungsgrad von Atomkraftwerken. Auch hier bleibt die Entwicklung nicht stehen und es sind "schadstofffreie" Kraftwerke möglich, zumindest, was die Belastung der Luft betrifft. So lassen sich ebenfalls Schadstoffe auffangen und "endlagern", somit kein großer Unterschied zur Atomkraft. Doch auch bei diesen Kraftwerken handelt es sich um keine langfristige Lösung, aufgrund der Ressourcenbeschränkung. Hier kommen dann die so genannten Alternativen Energien ins Spiel, sei es nun Wind-, Solar- oder Wasserkraft oder auch die Energieerzeugung aus Biomasse. Wir brauchen einen breitgefächterten Energiemix, dessen Gewinnung dezentral erfolgen muss, um die Effizienz zu steigern. Blockheizkraftwerke stellen hier ein Beispiel dar.
Zu vergessen ist hier auch nicht die Entwicklungskurve dieser Technologien, sodass man bei der Betrachtung nicht von heute auf morgen schließen dürfen.

Doch den größten Hebel bei der Bekämpfung des Ressourcenmangels bietet die Einsparung von Energien. Dies setzt aber ein bewusstes Umgehen mit Enegie voraus, sowohl seitens der Bürger, als auch der Industrie, auch der F&E-Abteilungen, die die stromsparenden oder stromfressenden Produkte entwickeln.

Am Ende noch ein Kommentar zur Mär der billigen Energie durch kernkraft. Bei berücksichtung sämtlicher Kosten (einschlie0lich dem, was Kommunen, Länder und der Bund tragen) ist die kernenergie die teuerste Energiequelle.
 
Tut mir Leid ich bin vollkommen gegen die Atomkraft, und versuche das jetzt mal en bissle zu erläutern. Deadalus bitte stell hier Krümmel oder sonstige AKWs nicht als sicher hin. Ich wunder mich immer warum keiner aus Tschernobyl gelernt hat? Und das Argument, dass wäre nicht hier in Deutschland ist doch lächerlich. AKWs gehen uns alle etwas an. Wenn die Athmosphäre vielleicht ebenfalls in Grenzen unterteilt wäre und atomare Wolken ziehn nich nach Deutschland könnte man das ja laut deiner Ansicht in Betracht ziehn? Schau dir doch mal Karten des Fallouts in Europa an, dass Tschernobyl verursacht hat!

Deutschland:
http://leifi.physik.uni-muenchen.de/web_ph12/geschichte/11tschernobyl/bodencs_k.jpg


Nun schau dier doch mal diese Seite über das AKW Krümmel an, das sind also alles keine meldepflichtigen Unfälle? *klick* [bedenke die Seite wurde 2003 das letzte mal geupdated]

Desweiteren diese Seite:
http://www.umwelt.org/robin-wood/german/energie/akws/kruemmel.html

Von 1990 bis 2003 wurden insgesamt 15 Fälle von Leukämie bei Kindern und einem jungen Erwachsenen in der unmittelbaren Umgebung des AKWs beobachtet, das vier- bis zehnfache dessen, was statistisch zu erwarten wäre.

Der Unfall im AKW Krümmel war hinterher gesehen meldepflichtig. Die Steuerung des Reaktors konnte nur noch mit Gesichtsmasken erfolgen, da die Rauchentwicklung des brennenden Transformators in die Steuerungszentrale gelangt ist. Außerdem kommt da immer mehr ans Tageslicht. Vattenfall hatte seinen Mitarbeitern verboten mit den ermittelten Behörden zu sprechen, warum macht man sowas?

In nährerer Zukunft haben wir keine Alternative für die Atomkraft, aber dies sollte nicht bedeuten, dass wir in Deutschland und in der Welt auf Atomkraft setzen müssen. Warum denken denn alle so kurzfristig? Dieses "Nach mir die Sintflut" denken bringt uns genauso wenig weiter.

Längerfristig haben wir aber alternativen. Als Beispiel die Entwicklung von Thermonuklearen Reaktoren, ITER als Beispiel voran. Ich gebe zu wir haben trotzdem Radioaktivität, aber solche Reaktoren können sofort gestoppt werden, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Klar du kannst einen Atomreaktor ebenfalls stoppen, bis dieser aber komplett abgeschaltet ist dauert dies 1-2 Wochen. Außerdem fallt maximal 5% das atomaren Abfalls an, dass ein Atomreaktor erzeugt
http://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_Thermonuklearer_Experimenteller_Reaktor
 
Ich denke bei der Kernenergie kommt es auf den Verantwortungsvollen Umgang mit derselben an. Man sollte lieber Lösungen für einen effizienteren Umgang mit den vorhanden Möglichkeiten suchen anstatt jeden Anlass zu nutzen um über die Betreiber herzufallen wie die Heuschrecken.
Sicher kann man die AKW s auch allesamt abschalten und ganze Gegenden mit Wind-und Sonnenkraftanlagen zupflastern. nur ist deren Herstellung auch sehr Energie- und Kosten aufwendig und auch nicht unbedingt Umweltfreundlich.

OMaOle
 
ganau so schauts aus. Verantwortungsvollster Umgang ist Voraussetzung. In kapitalistischen, profitorientierten Wirtschaftssystemen spricht die Börse bedauerlicherweise machtvollere Worte, als zum Beispiel ein fachkompetentes Gutachten, leider!
 
Verantwortungsvoller Umgang is leichter gesagt als getan. Mit diesen "Gammel-Uralt-AKWs" verdienen die Betreiber 1Million pro Tag, weil sich deren Investition schon vor 5-10 Jahren rentiert hat. Schön und gut, aber die Dinger sind eben nicht mehr Stand der Technik, bekommen Mängel. Das wird dann wieder en bissle geflickt und weiter gehts. Gleich darauf wird ne Laufzeitforderung an den Staat gerichtet, dass man ja noch mehr Geld aus den Dingern holen kann
 
Denke schon das die Gammel-AKW s ersetzt werden würden wenn es sinnvoll wäre, leider denkt die Politik wohl nicht soweit zumal es offensichtlich nicht sehr populär ist sich für Atomenergie einzusetzen.
 
Es lohnt sich ja auch nicht für die Betreiber die Kraftwerke vollkommen zu sanieren, man darf ja nicht mehr neubauen. Wenn du noch 5 oder 10 Jahre Laufzeit hast, wirst du niemals diese Kosten wieder reinbekommen. Man sieht ja auch was die Regionalpolitik anrichtet, jahrelanges Bürokratiegezerr ohne Ende, für jede sinnvolle und ökonomische Entscheidung ein Gau.

Tschernobyl würd ich eher als einen Grund sehen, das die Kraftwerke lieber bei uns als anderswo stehen sollten. Denn wann man leichtsinnig zuviel Material in die Anlage einführt, weil ja gleich Wochenende ist und man nicht nochmal hinwill, muss man wohl von menschlichen Fehlverhalten sprechen.
 
Teil des Problems ist auch, dass die AKWs in Deutschland eine aussterbende Rasse sind. Für jemand in Deutschland lohnt es sich nicht, sich mit der Thematik näher zu beschäftigen und ein Fach mit einer derartigen Spezialisierung zu studieren. Wofür auch? Die Arbeitslosigkeit, zumindest in Deutschland, ist ja abzusehen. Dazu kommt, dass ja gar keine neuen Meiler gebaut werden, mit denen man ältere Reaktoren, die nicht mehr ganz auf dem neusten Stand sind, ersetzen könnte. Und der Anreiz für einen Betreiber, einen Reaktor frühzeitig still zu legen, wenn er ihn nicht ersetzen kann, dürfte gegen Null gehen.
 
Es gibt genügend Sparpontential durch Einsatz vorhanderner Technik den Stromverbrauch zu reduzieren und die AKWs ersatzlos zu entsorgen.

Strom für Wärmeerzeugung einzusetzen gehört verboten.
Gasherd statt E-Herd. Mit Spülmaschinen, Waschmaschinen, Durchlauferhitzern und sonstigem Küchengedöns wird ebenso verfahren.

Kompressor-Kältemaschinen, Kühlschränke, Klimaanlagen, Wärmepumpen….., werden durch Absorptionsanlagen ersetzt.

Der Stromverbrauch für PC+Monitor wird per Gesetz auf max 50W begrenzt.
Standby gehört verboten.

Die Liste lässt sich beliebig erweitern
 
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