AW: CO2 das große Politikum
Naja mittlerweile ist das Thema "CO2 ein Politikum" ein wenig festgefahren. Von daher würde dieses Themenrichtung vielleicht neuen Wind in die Diskussion bringen. Aber wenn es euch von der Moderatorenseite besser passt, dann lagert die letzten Beiträge ruhig aus.
Mein Titelvorschlag wäre dann "Kernenergie im Kreuzfeuer: Sinn, Sicherheit, Alternativen". Auf jeden Fall bitte allgemein halten, da Vattenfall ja nur ein "Aufhänger" für das eigentliche Thema sein sollte.
Zum Thema:
MacII schrieb:
Dabei wäre wohl auch die Informationspolitik von Vattenfall, die du in meinen Augen etwas zu harmlos darstellst, einer eigenen Erörterung Wert.
Wieso harmlos? Die Vorfälle die sich vor wenigen Wochen im KKW Krümmel ereigneten sind nach Gesetzeslage als nicht sofort Meldepflichtig einzustufen.
Quelle
Es wäre natürlich toll gewesen, wenn die Reaktorbetreiber sofort umfassend informiert hätten, aber erforderlich war es nicht.
Wenn bei uns in der Produktionsstrecke eine Anlage ausfällt, dann müssen wir darüber nicht auch gleich die ganze Welt informieren.
Was Vattenfall davon hat, dass sie jetzt informieren, sieht man ja. Jetzt wird sogar aus falschen Dübeln die im Kraftwerk verbaut wurden eine Sicherheitslücke. Die Öffentlichkeit reagiert extrem sensibel (sogar übersensibel) auf jegliche Meldung über ein KKW und Presse und Politiker machen aus einer Mücke einen Elefanten. Da kann ich es verstehen, wenn die Betreiber mit den Meldungen zurück halten.
So wurde ja auch die Sau durchs Dorf getrieben, dass sich seid dem Bau des KKW Krümmel 300 meldepflichtige Zwischenfälle ereignet hätten. Das wurde als angeblicher Beweis für die Unsicherheit des Kernkraftwerkes angeführt. Nun meldepflichtig ist ja erstmal fast alles. Beispiele aus der Liste des Jahresberichtes des Bundesamtes für Strahlenschutz aus dem Jahr 2005:
22.01.05 // KKI-2 // Kühlwasserleckage an einem Notstromdieselaggregat // INES Stufe 0
Wohlgemerkt wurde dieser Fehler festgestellt, als das Aggregat nicht im Einsatz war (sonst höhere Einstufung)
03.07.05 // KKB // unbeabsichtigter Start eines Notstromdiesels // INES Stufe 0
Fatal ... glaub das Kernkraftwerk stand kurz vor der Explosion... (sorry für den Sarkasmus)
Das sind nur mal zwei Beispiele dafür, was für Banalitäten dort unter den ganzen Meldepflichtigen Unfällen war.
Im Jahr 2005 gab es von 135 meldepflichtigen Zwischenfällen keinen einzigen der über die INES Einstufung 0 hinaus ging. Wohlgemerkt erst bei Stufe 1 wird von einer "Abweichung vom normalen Betrieb der Anlage" gesprochen.
Mal eine Parallele zur Verkehrsfliegerei:
Wenn bei einer Passagiermaschine von dem mindestens dreifach redundant ausgelegtem Navigationssystem eine der drei Einheiten ausfallen würde, so müsste dies gemeldet werden. Dumm nur, dass das fast regelmäßig passiert.
Genau dafür gibt es die Redundanz! Wenn ein System versagt, greift das nächste. So wird bei einem doppelt redundanten System mit einer einzel Ausfallwahrscheinlichkeit von 0,1% ein Gesamtsystem mit einer Ausfallwahrscheinlichkeit von 0,001%. Versagt das erste System liegt die Sicherheit noch immer bei 99.9%.