Kleingewerbe (Online-Handel) als Nebenjob?

Tambay

Lieutenant
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Juli 2009
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Guten Tag an alle,

ich habe da so einen Gedankengang, der auch total abwegig sein kann, den ich aber trotzdem nicht aus dem Kopf kriege.

Wie schätzt ihr die Erfolgschancen ein, ein Kleingewerbe - sprich Online-Handel - quasi als Nebenjob auszuführen, z.B. neben einem Studium?
Ich dachte dabei an Alltagskram, gerade im Elektro-Bereich. Kabel, Steckdosenleisten, USB Sticks, etc. etc. etc.
Als Verkaufsplattform bietet sich eBay und/oder Amazon an.

Mir geht es dabei nicht um den rechtlichen Kram, zb. die Gewerbeanmeldung, die 3/4-Rechnung, die ich aufstellen müsste, da ich mit großer Sicherheit nicht buchführungspflichtig werde.

Mir geht es viel mehr um die Frage, ob man als solcher einfacher Händler eine Chance auf dem Markt hat? Da es als Nebenjob dienen soll, geht es mir also auch nicht darum, ein 4 köpfige Familie mit den Einnahmen ernähern zu können.

Evtl. hat jemand irgendwelche Erfahrungen, in welcher Art und Weise auch immer, aufgeschnappt oder selbst gesammelt.

Das alles klingt vielleicht lächerlich. Ich aber würd´s durchaus interessant finden, mal den Versuch zu starten. Groß auf die "Schnauze" fliegen kann ich ja eigentlich nicht, wenn ich mich erst mal auf o.g. Kleinkram beschränke.
Mir ist aber durchaus klar, dass die Konkurrenz nicht nur groß, sondern riesig ist.

Danke :)
 
Stell dir die Frage, warum die Kunden plötzlich bei dir kaufen sollen und nicht mehr bei ihren angestammten Händlern, welche Vorteile bietest du? Wenn du das ganze "nur" als Nebenjob siehst, wie schnell bearbeitest du die Bestellungen vom Eingang bis zum Versand? Um mit "Kleinkram" zumindest so viel zu verdienen, dass du deine Kosten deckst, musst du viel Kleinkram verkaufen, da du kaum Marge hast.
Da du das ganze über ebay oder Amazon abwickeln willst, musst du günstiger sein als andere und damit fällt das Projekt eigentlich schon, du machst kaum Gewinn und für nichts arbeitet man einfach ungern.
 
Es gibt sicher durchaus Leute, die, wenn sie gewisse Sachen nicht direkt über Amazon mitbestellen (können), gerade bei Kleinkram keinen favorisierten Händler haben.
Ich kann da nur aus meiner Sicht sprechen. Mir ist der Händler völlig egal. Wobei ich dann zumindest auf die Bewertungen gucke. Und natürlich vor allem auf den Preis. Obwohl ich nicht immer den günstigen Händler wähle ;)

Der Start wird natürlich schwer und es gibt Leute, die so einen Händler meiden werden. Aber gehe ich auch davon aus, dass durchaus Bestellungen reinkommen. Und dann gilt es, diese zur vollsten Zufriedenheit abzuwickeln und Bewertungen zu sammeln. Nur so kann man sich einen gewissen Namen und ein Standing aufbauen.

Verschicken würde ich Bestellungen, die bis zu einer gewissen Uhrzeit eingehen, gerne noch am selben Tag, oder zumindest am Tag später und dann morgens. Ich müsste nachmittags, wenn Zeit ist, diese Zeit natürlich dafür opfern, alle Bestellungen abzuarbeiten.
Ich gehe aber davon aus, dass sich die Bestellungen sowieso in einem überschaubaren Rahmen halten werden.

Der Gewinn ist natürlich der interessanteste Punkt.
Ich muss mir mal ein paar Großhändler raussuchen, Einkaufspreise mit Vergleichspreisen vergleichen, und dann gucken, wie hoch der Gewinn wäre und vor allem, wie viel ich verkaufen muss (so ungefähr), damit ich auf ein gutes Nebenjob-Einkommen komme. Dann weiß ich auch ungefähr, wie viele Bestellungen ich pro Tag verarbeiten müsste, wenn das Geschäft gewinnbrigend läuft.
 
Die rechtlichen Sachen sind natürlich unwichtig, bis ein großer Wettbewerber dich wegen falscher oder besser noch fehlender Widerrufsbelehrung oder unzulässigen Klauseln abmahnt und du die ganzen 36,70 Euro Gewinn, die du bis dahin gemacht hast, plus ein paar Hundert mehr in Anwaltskosten investieren darfst...
 
Unwichtig habe ich nirgendwo behauptet, aber bringt es auch nichts, sich darüber den Kopf zu zerbrechen, wenn die Grundlagen, nämlich der Handel an sich, noch überhaupt nicht stehen.
Ohne Handel auch keine Widerrufsbelehrung, etc. ;)

Und was das betrifft:
http://www.widerrufsbelehrung.de/
 
Ich würde mir an deiner Stelle eher Gedanken darüber machen, ob das Studium nicht zu kurz kommt!
Ich sprech aus eigener Erfahrung, gerade gegen Ende des Studiums ist man sehr mit lernen, klausurvorbereitung und Abschlußarbeit beschäftigt.
Ich bin zwar auch nebenbei arbeiten gegangen, habe dies aber hauptsächlich am Wochenende gemacht.
Wenn du aber einen Handel betreibst, kannst du dir deine Arbeitszeiten praktisch nicht aussuchen. Erst recht, wenn du am noch am gleichen Tag versenden möchtest.
Ich musste mir zudem während der Woche keine Gedanken darum machen, welche Bestellungen ich noch abzuhandeln habe, wie ich neue Ware bekommen und wie ich meine Kunden zufrieden Stelle. Sondern konnte mich zu 100% auf das Studium konzentrieren.

Vielleicht liege ich mit meiner Einschätzung falsch, aber Kosten Nutzen stehen bei einem "Handelsnebenjob" in keinem Verhältnis.

Aber das ist nur MEINE Meinung.
Dir wünsche ich auf jeden Fall viel glück!
 
Ja, da hast du durchaus recht. Nebenbei arbeiten muss ich aber sowieso, da gibt es keinen Weg herum.

Aber das Gute ist ja, dass meine Existenz nicht von diesem Handel abhängen würde. Ich könnte den Geschäftsbetrieb jederzeit minimieren oder komplett runterfahren, wenn zuviel Zeit in Anspruch genommen wird oder die Einnahmen nicht passen.

Wenn ich, ganz grob gerechnet, durch jede Bestellung 3€ einnehmen würde (wenn ich nur Kabel verkaufe, sind es sicher keine 3€ - aber es gibt meiner Meinung nach durchaus Waren, wo das möglich sein sollte), bräuchte ich 100 Bestellungen pro Monat für 300€ Einnahmen - also das Niveau eines Nebenjobs. Das sind 3 Bestellungen pro Tag. Wenn sich das so einpendeln würde, dann würde das zeitlich nicht 3/4 des Tages in Anspruch nehmen.
Würden es 50 Bestellungen pro Tag werden, müsste ich mit Sicherheit das Verkaufsangebot anpassen, damit es weniger wird.

Leider finde ich noch keine passenden Großhändler, um Preise und das Angebot zu checken. Bei den meisten muss man sich anmelden, anderen verkaufen nur billige Made in China Ware.

EDIT:
Hier ist mal ein Beispiel, wie es laufen könnte.
Einkauf: http://www.restposten.de/article-11816591.html#
Verkauf: http://www.amazon.de/AEG-FW5549-FW-...Y9I4/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1363887784&sr=8-1

Gut, die Mindestabnahme ist natürlich etwas hoch :p
 
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Als Kleinhandel mit vlt. 100 Bestellungen pro Monat, die wohl auch noch diversifiziert sind, wird dich wohl kaum ein Großhändler beliefern. Falls doch kannst du von den Preisen her garantiert nicht mit größeren Händlern konkurrieren.

Abgesehen von den ganzen rechtlichen Geschichten bzgl. Widerrufsrecht, Gewährleistung etc. würd ich mir das nicht nebenbei antun wollen. Und an der Uni verdienst du wesentlich besser (11€/Stunde) und das wesentlich sicherer.

Der Fleischwolf ist netto ausgezeichnet, und kostet dann schon ~30€, und wer weiss was die Mindestabnahmemenge ist.


Edit: Dem Endkunden musst du aber die MwSt ausweisen, zudem kommen noch Versandkosten von ~5€ drauf.
 
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Wenn ich die Preise der großen Händler mitgehe, muss ich nur zusehen, dass ich trotzdem eine Gewinnspanne habe (auch wenn sie logischerweise kleiner ist, als die der großen Anbieter), mit der ich auf 300-400€ Einnahmen pro Monat komme.

Zum Fleischwolf: 250 Stück Mindestabnahme. Ist ne Menge, ich weiß.
Preis ist netto, aber da Vorsteuerabzug, bleibts bei den 25€ (auch wenn ich dann natürlich USt abführen muss).

Einen Großhändler zu finden, der mich beliefert zu mir passenden Mengen, dürfte aber in der Tat schwierig werden. Sonst hätte ich es mal versucht.

Ich glaub, dass wird nur bei einer Idee bleiben. Die Umsetzung ist nicht so einfach..
 
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Meine rechtlichen Anregungen haben durchaus betriebswirtschaftliche Auwirkungen, du musst Widerrufe ebenso einkalkulieren wie Gewährleistungsfälle, bei deinen du erheblich draufzahlst.
 
Ja, stimmt. Das wird auch Folgekosten nach sich ziehen. Gerade die Widerrufe werden sich mit Sicherheit auswirken. Gewährleistung betrifft mich in erster Linie ja Gott sei Dank nur in den ersten 6 Monaten direkt. Und dann kann ich mich ja an den Großhändler oder Hersteller (wg. Garantie) wenden.

Aber letztendlich kommt es auch darauf an, wie meine Produktplatte aussehen würde. Wenn es Kabel sind, oder Steckdosenleisten, oder Rauchmelder (halt in dieser Richtung), dann ist zumindest die Chance, dass ein Gewährleistungsfall auftrifft, relativ gering.
 
S!lent Death schrieb:
Als Kleinhandel mit vlt. 100 Bestellungen pro Monat, die wohl auch noch diversifiziert sind, wird dich wohl kaum ein Großhändler beliefern. Falls doch kannst du von den Preisen her garantiert nicht mit größeren Händlern konkurrieren.

Abgesehen von den ganzen rechtlichen Geschichten bzgl. Widerrufsrecht, Gewährleistung etc. würd ich mir das nicht nebenbei antun wollen. Und an der Uni verdienst du wesentlich besser (11€/Stunde) und das wesentlich sicherer.

Der Fleischwolf ist netto ausgezeichnet, und kostet dann schon ~30€, und wer weiss was die Mindestabnahmemenge ist.


Edit: Dem Endkunden musst du aber die MwSt ausweisen, zudem kommen noch Versandkosten von ~5€ drauf.
Wenn ich als Kleinunternehmer unterwegs bin, wird auf eigenen Rechnungen keine ust. ausgewiesen. Du gibst im Prinzip den EK plus Gewinnspanne weiter. Wobei der EK natürlich die ust. enthält. Was auf die Rechnung auf jeden fall drauf muss ist der Hinweis das man nach der kleinunternehmer-regelung Paragraph 19 UStG. ohne ust. abrechnet. Man kann natürlich auch sofort mit ust. abrechnen, muss diese dann jedoch auch ausweisen und durch reichen.
 
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