Leistungskurs: Chemie oder Physik?

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Commander
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Hallo CB-User,

ich komme nächstes Jahr in die 12. Klasse und stehe kurz davor die 2 Leistungskurse dafür auszuwählen. Dieses Jahr (11. Klasse) wurden leider nochmal Klassen eingeführt, daher konnte ich mir noch kein so gutes Bild von einem Leistungskurs machen, bzw. wie es da so ablaufen wird - wo liegt der große Unterschied zum Grundkurs?.

Klar steht für mich, dass ich Mathe nehmen werde (aktuell 13 Punkte), bei der 2. Wahl schwanke ich aber noch zwischen Chemie und Physik.

- Was hat euch damals mehr zugesagt / in welchem Leistungskurs seid ihr gerade und wieso?
- Welcher Kurs ist der interessantere? (Mehr Praxis als trockene Theorie und Formeln lernen?)
- Was hilft mir persönlich später mehr, wenn ich eine Ausbildung als Elektriker starten möchte, bzw. Elektrotechnik studieren werde?

Aktuell habe ich in Chemie und Physik je 11 Punkte und finde beide Fächer recht interessiert.. Chemie liegt bei mir persönlich ein kleines Stück vorne, aber eine endgültige Entscheidung kann ich noch nicht fällen.. Was meint ihr dazu, schlagt ihr neben Mathe in hinsicht auf den späteren Berufswunsch Elektriker evtl. ein ganz anderes Fach vor?

Grüße,
8MiLe
 
8MiLe schrieb:
- Was hilft mir persönlich später mehr, wenn ich eine Ausbildung als Elektriker starten möchte, bzw. Elektrotechnik studieren werde?

na dann ist ja klar was du nehmen wirst. wenn du e-technik studieren willst hast du physik (allein schon physik 1-3) bis zum abwinken. chemie wird dir da wenig weiterhelfen.

mit mathe/physik hast du außerdem die ideale kombination dafür.

zu ner ausbildung würde ich nicht raten, wofür hättest du dann abi gemacht?
bei einer elektrikerausbildung ist der physikschwerpunkt etwa vergleichbar mit dem physikanteil an einer realschule.
 
Zuletzt bearbeitet:
8MiLe schrieb:
Wo liegt der große Unterschied zum Grundkurs?

Grundkurs wird 3 Stunden die Woche unterrichtet, Leistungskurs 5 Stunden. Grundsätzlich geht man die gleichen Themen durch, im LK jedoch ausführlicher. Außerdem ist im LK auch noch Zeit für andere Themen vorgesehen...

Für deine spätere Ausbildung ist Physik sicher empfehlenswert! (mehr als Chemie)

8MiLe schrieb:
Welcher Kurs ist der interessantere?

Also ich habe zwar nur Physik LK und kein Chemie LK, aber Physik ist meiner Meinung nach sehr ansprechend :) Ob nun Praxis oder Theorie überwiegt, hängt wohl vom Lehrer ab, aber grundsätzlich beginnt man ein Thema in Physik fast immer mit einem Experiment und dann kommt der theoretische Kram (Herleitung von Formeln und so).

MfG, Sol Invictus
 
Unabhängig was du später studierst (außer vielleicht Pharmazie, Chemie oder Lebensmitteltechnik), ist Physik meistens die bessere Wahl.
Dennoch solltest du das nicht überwerten. An der Uni geht man von den Grundlagen aus und da wird der ganze Abi-Stoff in etwa 6 Wochen durchgepeitscht.
Sich mit Physik auszukennen ist aber auch eine Lebenseinstellung. Du nimmst die Welt ganz anders wahr, irgendwie mehr analytisch. Bestimmte Dinge verlieren ihr Mysterium.

Ich hab mich auch in deinem Alter für Mathe und Physik entschieden, weil ich Informatik machen wollte (das war in der Boomphase 2000). Jetzt ist es Maschinenbau und zurückbetrachtet hätte ich auch Englisch/Deutsch machen können, um das Abi bißchen aufzubessern.
 
Wie schon angesprochen, die Stundenanzahl ist höher und der Stoff etwas vertiefter. Ich hatte Mathe und PoWi.
Du hast eben nicht nur mehr Stoff durchzunehmen, weil mehr Zeit vorhanden ist, sondern die Themen werden auch nicht so "oberflächlich" abgehandelt wie im Grundkurs. Eventuell, das ist aber von Schule zu Schule unterschiedlich gibt es auch verbesserte Chancen auf Exkursionen zu den jeweiligen Themengebieten.
 
Nimm das Fach, von dem du dir die besten Ergebnisse erhoffst, was dir eher liegt, die LK-Wahl ist keine in Stein gemeisselte Lebensrichtung, wie Odium schon richtig angemerkt hat.
 
nimm einfach ein Fach als LK und das andere 4 Semester lang als GK und mach da auch Abi.
also z.B. Ph LK und Ch GK und da auch Abiturprüfung.
 
Hi,

also ich studiere jetzt technische Informatik (ist nen zwischending aus Elektrotechnik und Informatik) und hatte damals als Leistungskurse Mathe und Chemie und würde es auch jeder Zeit wieder so machen.

Mathe ist für das ET studium ideal, weil du schon frühzeitig an die mathematische Form und Denkweise herangeführt wirst. Und das ist nicht zu verachten, denn grade in Mathe geht es im Studium sehr schnell voran.
Nun zu der Frage ob Physik oder Chemie...Was du in der Schule in nem Physik LK lernst, reicht vielleicht nen viertel, wenn es hochkommt nen halbes Semester. Und grade was Elektrotechnik angeht, kannst du das bischen, was du in der Schule lernen wirst sowieso gleich wieder vergessen, das hat man in der Uni in zwei Wochen durch. Aus diesem Grund würde ich die Wahl zwischen Chemie und Physik nicht umbedingt davon abhängig machen, welche Inhalte du später brauchen wirst. Viel wichtiger ist es, dass du - genau wie bei Mathe - das methodische herangehen in einer Naturwissenschaft lernst. Und dafür ist es wichtig, dass einem das ganze Spaß macht und nur das sollte zum jetzigen Zeitpunkt deine Entscheidungsgrundlage sein.

Dann als kleine Entscheidungshilfe, warum ich mich für Chemie und gegen Physik entschieden habe und jeder Zeit wieder tun würde, denn ich stand damals vor dem selben Problem wie du heute.
Also zunächst mal unterscheiden sich Physik und Chemie im Aufbau nicht grundsätzlich voneinander. In beiden Fächern gibt es nen Haufen Formeln zu lernen und viel zu Rechnen. Aber Chemie hat den riesen vorteil, dass du das meiste praktisch selbst durchführen kannst. Und das bringt jedes mal einen nicht zu verachtenden Motivationsschub. In Physik kann man leider meist nicht viel selber machen, da die Schulen sich das notwendige Equipment für die Experimente nicht ansatzweise leisten können und nen Kugelfallversuch ist auf die dauer auch öde. In Chemie hingegen, werden nur eine Hand voll Apparaturen benötigt um eine riesen Anzahl von unterschiedlichen Experimenten durchzuführen.
Und selbst wenn ich heute jemanden in Physik LK Nachhilfe geb, bekomme ich das Kotzen wenn ich daran denke mich mit den Themen damals in der Schule intensiv hätte auseinander setzen müssen, ohne jeglichen Realitätsbezug. Also wie gesagt ich kann Chemie LK nur empfehlen, ist zwar auch nen Haufen Arbeit, aber man wird halt durch die Experimente jedes mal belohnt und kann sich aufs neue Motivieren.

Und abschließend vielleicht noch...selbst das Inhaltliche des Chemie LKs ist nicht ganz unnütz bei ET. Denn das was ich in der Ausführlichkeit über Stoffbindungen und Atommodelle in Chemie gelernt habe, hat mich später in der Halbleiterphysik vieles besser verstehen lassen, als der stupide Blick aus Sicht eines Elektrotechnikers.


Edit: Achso, aber Physik ja nicht als Grundkurs abwählen, denn das F = m * a ist sollte wirklich jeder wissen ;)
 
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Hallo,
also vom Inhalt her ist es eigentlich gar nicht so wichtig welches Fach du wählst. Du wirst für ein E-Tech Studium später beides sehr gut gebrauchen können und was du auf der Schule lernst später eh nochmal vertieft durchkauen. Chemie und Physik überschneiden sich sehr stark, sobald du auf atomarer Ebene rechnest.

An deiner Stelle würde ich deine Wahl vom Lehrer abhängig machen. Nimm den, der dich für das Fach begeistern kann und der die Problemstellungen vernünftig erklären kann. Hauptsache du bleibst am Ball. Die Note ist da nur halbwegs wichtig, da es für mich so klingt als ob du in beidem recht gut bist. Fragt später eh niemand mehr nach.

Ich hatte Physik und studiere jetzt Etechnik. Das was ich damals in der Schule gelernt habe, hab ich bis jetzt fast alles vergessen. Nur wenn man das halt für die Klausuren neu lernt fällt einem das schneller wieder ein.
 
Danke für eure Antworten!

@ ich3k: Dein Post hat mir besonders geholfen, ich denke, dann wird es auch die Chemie werden (hatte ich ja bereits leicht bevorzugt).. Physik mache ich auf jedenfall als Grundkurs weiter, dafür kann ich dann auch endlich Latein abgeben :)

Wenn der Stoff später sowieso schnell wiederholt wird, sollte der Grundkurs ja jetzt auch ausreichen.

Aber wie ist das eig., wenn ich mich nach dem Studium später irgendwo bewerben möchte? Ist das Abitur dann noch wichtig, bzw. wird man da noch genau nachsehen, was für Kurse ich damals belegt hatte? Dann wäre ja wiederum die Physik als Leistungskurs angebrachter.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das was du in der Schule in Chemie oder Physik gelernt hast, hat später keinen effektiven Nutzen, dafür kann man nach 2 Jahren Schulchemie/physik einfach zu wenig. Deinen Arbeitgeber wird das also kaum interessieren.
 
Wenn du dich für so ein duales E-Technik Studium bewerben willst, sieht es zumeist besser aus, wenn du auch Leitungskurs in Physik gehabt hast.
Bei der Bundeswehr wurde der Leistungskurs zum Beispiel höher eingeschätzt als ein Grundkurs, obwohl in Sachsen-Anhalt der Unterrricht für Grundkurs und Leistungskurs identisch ist und man im Endeffek nur länger im Abitur sitzt.

Allerdings glaube ich, solange du deine Leistungskurse in Naturwissenschaften belegst, wird es da wenig "Probleme" geben.

Insofern viel Glück!
 
Also erstmal wird in der Uni nichts wiederholt, sondern es fängt alles im Urschleim an. Z.B. auch in Mathe da geht es los mit "Das ist eine '1', das eine '2' und ne '3' und ne '4' gibt es dann auch noch" aber es geht halt alles sehr schnell voran, so dass es grade in Mathe nicht verkehrt ist vorwissen zu haben, weil man davon ausgehen kann, dass jeder in der Schule Mathe hatte. Aber die Lehre ist in der Uni so aufgebaut, dass theoretisch auch jemand von ne Walddorfschule (keine Ahnung, ob man das so schreibt), wo der Untricht ausschließlich das Thema hatte "wir haben uns alle lieb", problemlos alles vermittelt bekommt, was man braucht.

Und mit dem Lebenslauf. Sobald du nen Diplom hast, interessiert sich niemand mehr fürs Abizeugnis. Sobald du nen Doktor hast, interessiert sich niemand mehr für dein Diplomzeugnis. Sobald du 5 Jahre gearbeitet hast, interessiert sich niemand mehr für deinen Doktor sondern für die Beurteilung deines letzten Arbeitgebers usw.
 
Physik-Lk ist eine sehr gute Wahl, auch wenn du da selbst als guter Schüler ne Menge lernen musst.
Entegegen der von ich3k aufgestellten behauptung ist die Physik nicht trocken, sondern sehr interessant, sofern man den richtigen Lehrer hat (ich hab so einen^^). Es ist zwar oft nicht gerade leicht zu begriefen, warum etwas so ist, wie es der Lehrer sagt oder das Buch, aber da hilft das Glauben schon weiter^^.

Der einzige Nachteil, der mir spontan einfällt ist: Auf der Studienfahrt nach Barcelona haben wir überlegt, wie sich die Frequenz der Lichtwellen ändert, wenn die durch das Wasser geht und ob man dann unter Wasser oder über Wasser schneller einen Sonnebrand bekommt. Damit haben wir uns ganze 10 Minuten der Studienfahrt mit Schule beschäftigt^^ (Gelöst wurde es durch einen Selbstversuch, der mit 2 Sonnenbränden endete)
 
Inwiefern ist das ein Nachteil? Weil der Physik LK nicht sehr Alltags-bezogen ist? :p
 
Nein. Eher,w eil man dauernd versucht die Welt zu erklären. Das ist tlw. wirklich schlimm, wenn man sich irgendetwas anguckt, überlegt, wieso das wie funktioniert und überlgt, ob man das noch irgendwie verbessern könnte.
Außerdem nervt es andere Leute, die davon keine Ahnung haben.
Alltagsbezogen ist es schon ein wenig, auch wenn man einige Themen im Alltag auf den ersten Blick nicht verwenden kann (Kernphysik zum Besipiel).

Der Physik-LK hilft auch dabei Geld zu sparen. Ich habe mir letztens selbst eine W-Lan-Antenne gebaut. Die ist aber leider dauernd auseinander gefallen 8Theoretiker und kein Praktiker^^), sodass ich doch ne D-Link habe (die ich auch schon vorher besaß).
 
studiere selbst grade elektrotechnik auf der fh. hab als leistungskurs mathe und elektrotechnik gehabt...technisches gymnasium halt. und physik als grundkurs...chemie habe ich abgewählt, weil ich 1. chemie nich mochte und 2. physik für ein et-studium, denke ich mal angebrachter ist.

bis jez hatten wir noch kein einziges mal irgendetwas in verbindung mit chemie (ausser ein paar formeln in elektrotechnik, aber dafür reicht auch "10.klasse chemie"), weiss aber nich was der stundenplan für die kommenden semester vorsieht...glaube jedoch nicht das wir chemie haben werden. aber für physik reicht bis jez auch noch das "grundkurs physik" vom gymnasium.

ich würde sagen, nimm das was dir mehr spass macht - aber im angesicht von physik:elektrotechnik und weil du in mathe eh schon gut bist, würde ich jedoch zu physik raten. physik ist zu 80% mathe, der rest is verstehen und experimente. chemie hingegen hat mit mathematik garnich so viel am hut.

an der fh hat man noch den vorteil gegenüber der uni, dass alles praxisbezogener ist. im ersten semester macht man nur ein paar praktika, aber das wird später immer mehr und macht auch spass und natürlich ist es einfacher als an der uni ;)
 
>> weil du in mathe eh schon gut bist, würde ich jedoch zu physik raten. physik ist zu 80% mathe

Dem kann sich nicht zustimmen. Ich habe die LKs Mathematik, Physik und Sozialkunde und bei uns ist Physik eventuell zu zehn Prozent Mathematik. Ich denke, dass hängt primär vom Bundesland und vom Lehrer ab. So wird in Bayern beispielsweise sehr viel gerechnet in Physik, in Rheinland-Pfalz existiert jedoch eine vollkommen andere Abiturprüfungsordnung. Bei uns in Rheinland-Pfalz darf im Abitur nur wenig gerechnet werden und der Fokus muss deutlich auf der Erklärung von physikalischen Vorgängen etc. liegen - damit in Physik eben Physik und nicht Mathematik gemacht wird. Dementsprechend ist der Unterricht aufgebaut: Viel Physik, wenig Mathematik. Also kannst du nicht pauschal sagen, dass Physik zu achtzig Prozent sowieso nur Mathematik wäre. Ich fände es zwar schön, aber die Realität sieht leider anders aus.
 
find ich schon ziemlich krass das da nur wenig gerechnet werden darf. :freak:, das is mir bisher auch neu... aber auf jedenfall darf man es in sachsen :)
 
8MiLe schrieb:
- Was hilft mir persönlich später mehr, wenn ich eine Ausbildung als Elektriker starten möchte, bzw. Elektrotechnik studieren werde?

Elektrotechnik ist ein sehr weitgedehnter Begriff, sowohl Physik als auch Chemie sind beide gleich Hilfreich im Studium, je nachdem WAS du als Schwerpunkt studieren willst.

An der RUB, wo ich studiere, werden zu Elektrotechnik und Informationstechnik B.Sc. und M.Sc.

folgende Schwerpunkte angeboten:

* Automatisierungstechnik
* Computer- und Softwaretechnik
* Energietechnik
* Kommunikationstechnik
* Medizintechnik
* Mikro- und Nanoelektronik
* Plasmatechnik

Während z.B. für Plasmatechnik eher Physik vom großem Vorteil ist, ist bei Medizintechnik eher die Chemie gefragt.

Ich hatte 3 Leistungskurse, da ich neben meiner Abi parallel dazu eine Ausbilung zum Physikalisch-Technischer Assistent gemacht habe.

Ich hatte Physik, Physiktechnik (Technik) und physikalische Chemie als Leistungskurse.

Mathe war zwar "nur" Grundkurs, da ich aber wie gesagt eine Ausbildung parallel mitmachte, hatte Mathe eher das Niveau eines Leistungskurses.
 
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