Leserartikel Lesertest Acer Aspire 16 AI mit Snapdragon X

Zu meiner großen Freude wurde ich von Computerbase und Acer dazu ausgewählt, einen Test zum Acer Aspire 16 AI mit Snapdragon X zu verfassen. Gleich vorweg: das Gerät wurde mir zu diesem Zweck kostenfrei zur Verfügung gestellt. Vorgaben zum Test gab es keine, also auch keine Verpflichtung, besonders positiv zu schreiben oder Negatives wegzulassen. Ich darf frei berichten.

Angekommen ist das gute Stück vor rund zwei Wochen. Seitdem hat es mich bei meiner täglichen Arbeit begleitet. Der erste Eindruck war bereits erstaunlich gut. Das Einrichten ging flott von der Hand und nach nicht mal einer Stunde konnte ich schon mit dem Notebook arbeiten. Es mag Einbildung sein, aber gefühlt läuft Windows auf der ARM-Plattform sauberer als bei meinem letzten Windows-Laptop mit Intel Core 9 Ultra 185H. Es liegt aber auf der Hand, dass der Snapdragon X in der hier verbauten kleinsten Ausbaustufe unterlegen ist.

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Gehäuse und Gewicht

Ausgepackt und auf dem Tisch oder dem Schoß macht das Acer Aspire 16 AI erstmal einen guten Eindruck. Natürlich haben wir es nahezu ausschließlich mit Plastik zu tun. Das sei dem Gerät angesichts des Preises (laut Computerbase um 650 Euro) aber verziehen. Die Verarbeitung ist für meine Begriffe hochwertig und die Tastatur eignet sich hervorragend für längere Schreibarbeiten. Sogar ein Numpad ist dabei. Dort ist die Enter-Taste für meine Begriffe zwar so gut wie unbenutzbar, was sich aber auch noch verschmerzen lässt. Einen umso besseren Eindruck macht das gigantische Touchpad, bei dem mir während der Benutzung keinerlei Nachteile aufgefallen sind. Sowohl das Navigieren als auch die Steuerung mit Gesten funktioniert tadellos.

Die meiste Aufmerksamkeit erhält bei einem Notebook natürlich das Display, welches hier 16 Zoll misst und mit 1.920 x 1.200 Bildpunkten auflöst. Dazu gibt es eine Wiederholrate von bis zu 120 Hz. Im Akkubetrieb war ich erst etwas erschrocken. Denn zum einen drosselte das Gerät die Wiederholrate, und zum anderen wurde ständig die Helligkeit gedrosselt. Es stellte sich aber heraus, dass dafür Windows verantwortlich war. Das Verhalten ließ sich in den Einstellungen schnell korrigieren.

Als direkten Vergleich habe ich vor allem ein MacBook Air M4 da. Das Acer kann mit dessen Display nicht ganz mithalten. Sowohl bei den Farben als auch der Schärfe ist Apple hier voraus. Das bedeutet allerdings nicht, dass das Acer schlecht abschneiden würde. Angesichts des deutlich geringeren Preises schlägt es sich sehr gut, und das sowohl bei Büroarbeiten als auch beim Ansehen von Videos oder einer kleinen Runde Daddeln zwischendurch. Dazu später mehr. Die Helligkeit reicht aus, um auch bei Sonnenlicht entspannt arbeiten zu können.

Hinsichtlich der Ausmaße ist das Acer 16 AI schon ein ziemlicher Klopper. Das ist angenehm auf dem Schreibtisch oder im Hotelzimmer. Flugzeugtauglich in der Economy-Klasse ist das Ganze aber nicht mehr. Schon mit dem MacBook Air muss man da einige Kompromisse eingehen. Sitzt du aber mit dem Acer da und der Vordermann lehnt sich entspannt zurück, hat es sich mit der Benutzbarkeit vollständig erledigt. Anzurechnen ist dem Notebook jedoch, dass es trotz der Ausmaße noch relativ leicht ist, was dem Plastikgehäuse zu verdanken sein dürfte.

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Software und Leistung

Ganz besonders neugierig war ich bei einem Windows-Notebook mit ARM-Prozessor darauf, wie sich die Software auf dem Gerät schlagen würde. Immerhin habe ich vorher noch nie Windows auf ARM ausprobieren dürfen. Zuvor noch einmal die technischen Daten, die ich dreist von Computerbase klaue. Ich hoffe, das ist ok.

Display
16", IPS, 1.920 x 1.200 (WUXGA),
16:10, 120 Hz, 100% sRGB​
CPU
Snapdragon X (X1-26-100), 8 Kere, 3,0 GHz​
GPU
Qualcomm Adrendo (X1-45)​
NPU
Qualcomm Hexagon (45 TOPS)​
RAM
16 GB LPDDR5X​
SSD
512 GB PCIe Gen4 NVMe​
Anschlüsse
2x USB-C 4.0, 2x USB-A 3.2, 1x HDMI 2.1, 1x 3,5-mm-Klinke, 1x microSD​
Akku
65 Wh​
Batterielaufzeit
bis zu 27 Stunden​
Drahtlose Konnektivität
Wi-Fi 7 (802.11be), Bluetooth 5.3​
Kamera
QHD (1.440p), IR, Windows Hello​
Abmessungen (BxTxH)
354,9 x 250,1 x 15,9 mm​
Gewicht
1,7 kg​
Betriebssystem
Windows 11 Home​
Farben
Steel Grey​
Garantie
zwei Jahre​
Preis
ca. 649 Euro​


Meine wichtigste Erkenntnis bei der Nutzung von diversen Browsern, Videotelefonie, Sprachchats, Office und Adobe Creative Suite ist dabei: es fühlt sich fast schon langweilig an, und das im positiven Sinne. Was auch immer ich auf das Gerät geworfen habe, hat anstandslos funktioniert. Das ist bei Software, die auf ARM bereits angepasst wurde, wohl auch zu erwarten. Tatsächlich scheint Microsoft aber auch bei der Emulation gute Arbeit geleistet zu haben. Denn wenn ich mal x86-Software installierte und nutzte, habe ich davon kaum etwas gemerkt. Hätte ich nicht gewusst, dass es sich um Emulation handelt, wäre es mir gar nicht bewusst gewesen.

Benchmarks habe ich keine durchgeführt, davon gibt es bereits genug, möchte ich meinen. Ein bisschen austoben musste ich mich aber schon. Also musste natürlich auch Steam auf die Kiste, was einen kleinen Umweg erforderte. Steam selbst blendet den Button zum Download auf der eigenen Seite aus. Nach zwei, drei Google-Suchen konnte ich die Installationsdatei dennoch auftreiben, welche dann auch anstandslos funktionierte.

Als Spiele-Test musste Civilization 5 herhalten. Ja, das ist nicht anspruchsvoll, aber ich hatte auch nicht vor oder erwartet, mit dem Notebook aktuelle AAA-Blockbuster zu spielen. Geduld ist aber auch bei älteren Titeln offenbar gefragt. Beim ersten Starten ließ sich Civ 5 verdächtig viel Zeit und ich wusste zeitweise gar nicht, ob da noch etwas passiert. Nach einer Denkpause von 5 bis 10 Minuten startete das Spiel aber und funktionierte anstandslos.

Dasselbe gilt für die Emulation älterer Titel. Von NES bis PS2 bietet einem das Acer Aspire 16 AI die Möglichkeit, nach Herzenslust Retro-Titel zu spielen. Ich weiß nicht, ob das etwas Besonderes ist, um ehrlich zu sein. Ich persönlich war aber positiv überrascht davon. Ich kann nicht ausschließen, dass es hier und dort vielleicht doch Software gibt, die auf der ARM-Plattform Mucken macht. Zumindest in meinem Alltag ist mir aber tatsächlich überhaupt nichts in diese Richtung aufgefallen.

Akkulaufzeit und Portabilität

Wie bereits erwähnt gehört das Acer Aspire 16 AI nicht zu den kompaktesten Notebooks. Es fühlt sich in einer entsprechenden Tasche oder einem großen Rucksack recht wohl. Ich würde es aber ungern den ganzen Tag mir mir herumschleppen wollen. Da greife ich dann doch lieber zum 13-Zoll-Macbook. Punkten kann das Gerät dafür aber sehr klar mit der Akkulaufzeit, wo man sich auch vor Apple nicht verstecken muss.

Einen kompletten Arbeitstag bekomme ich mit dem Laptop problemlos gewuppt, was in der Windows-Welt absolut ungewöhnlich ist. Am Anfang ging der Akku noch recht schnell in die Knie. Ich kann nur vermuten, dass das mit Windows Updates und irgendwelchem Hintergrund-Gedöns zu tun hatte. Doch eingependelt hat sich, dass ich nach acht bis zehn Stunden Arbeit noch rund 40 Prozent Akkulaufzeit über hatte. Die Suche nach der Steckdose kommt da im Alltag überhaupt nicht vor. Ob ich die bis zu 27 Stunden Laufzeit erreichen würde, die in den Specs genannt werden, daran habe ich ein wenig Zweifel. Doch mindestens 12 Stunden sind sehr entspannt drin, auch wenn die Leistung nicht komplett gedrosselt wird und das Display ständig auf niedrigster Helligkeit bleibt.

Das Notebook eignet sich mit solchen Eigenschaften meiner Ansicht nach besonders für Gelegenheiten, bei denen es zu einem bestimmten Ort transportiert wird, wo man damit dann länger verweilt. In meinem Fall wäre das das bereits angesprochene Hotelzimmer. Ich kann mir aber vorstellen, dass es auch für das Studium ein hervorragender Begleiter wäre. Sowohl die Leistung als auch die Akkulaufzeit reichen für derlei Szenarien mehr als aus.

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Akkutausch leicht gemacht

Natürlich musste ich das gute Stück auch mal aufschrauben und etwas unter die Haube schauen. Dabei konnte ich erfreut feststellen, dass der Akku und die SSD sehr einfach erreichbar sind. Dummerweise hatte ich gerade keine SSD zur Hand, um zu testen, ob ein Wechsel auch wirklich problemfrei möglich ist. Aber vom reinen Blick auf den Slot würde ich stark davon ausgehen. Der Akku ist gut zu erreichen und dürfte mit wenigen Handgriffen gewechselt sein, so dies einmal notwendig sein sollte. Da ich den Vergleich mit dem MacBook ziehe: hier hat Acer die Nase weit vorne. Speicherupgrades und Batteriewechsel lässt der Hersteller sich bei dem deutlich günstigeren Gerät nicht vergolden.

Beim Öffnen begrüßt einen auch die kompakte Kühllösung mit zwei Lüftern. Die sind die meiste Zeit ruhig, springen aber immer mal wieder an. Dabei erreichen sie keine Lautstärke, die als unangenehm bezeichnet werden könnte. Aber es fällt schon auf. Vielleicht bin ich dahingehend vom lüfterlosen MacBook Air etwas verwöhnt. Einen geräuschlosen Betrieb können Nutzer beim Acer Aspire 16 AI leider nicht erwarten.

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Fazit: Ein rundes Gesamtpaket

Ich kann über das Acer Aspire 16 AI wenig bis gar nicht meckern. Das Gerät macht das, was es soll, tadellos. Natürlich haben wir es nicht mit einem High-End-Laptop zu tun und es ist gut möglich, dass ich in Zukunft öfter am Mac sitze. Mit dem Preis im Hinterkopf würde ich das gute Stück aber dennoch all jenen empfehlen, die auf den Preis achten und ein Notebook mit langer Laufzeit für alltägliche Arbeiten suchen. Sprechen wir nur vom Preis-Leistungs-Verhältnis, so würde ich das Acer gegenüber Apple sogar glatt als überlegen bezeichnen. Das gilt noch sehr viel mehr, wenn wir den Vergleich zu Apples Notebooks mit vergleichbar großem Display ziehen.

Das Acer Aspire 16 AI kommt ohne viel Schnickschnack daher und das schlichte Design macht auch gar nicht erst falsche Versprechen. Es ist ein nicht unbedingt ultrakompaktes, aber doch schlankes Arbeitstier, welches mir persönlich vor Augen geführt hat, wie wenige Kompromisse bei der Nutzung von ARM-Prozessoren unter Windows heute eingegangen werden müssen. Ich bin ohne besondere Erwartungen an das Gerät herangegangen. Geblieben bin ich sehr zufrieden mit einem erstaunlich zuverlässigen Maschinchen, das fortan bei mir seine Existenz als Windows-Laptop leisten darf, wann immer ich auf das System mal angewiesen sein sollte oder schlicht Lust auf etwas Abwechslung zum Mac-Alltag habe.

Wer auf der Suche ist nach einem unspektakulären Langläufer für den Alltag, der macht zu einem Preis von 650 Euro mit dem Acer meiner Ansicht nach wenig verkehrt. Dabei möchte ich an dieser Stelle noch einmal betonen, dass keinerlei Einflussnahme durch den Hersteller oder Computerbase stattfand. Dass mein persönliches Fazit so durchweg positiv ausfällt, liegt allein am Gerät selbst.

ProContra
GünstigGehäuse nahezu vollständig aus Plastik
Großes, helles DisplayKeine Garantie für Lauffähigkeit von x86-Software
Lange AkkulaufzeitNur sehr eingeschränkt spieletauglich
Performant im Alltag
Akku und SSD wechselbar
Gute Verarbeitung
Kaum Einschränkungen bei der Software


PS: Da es sich hierbei um meinen ersten Testbericht handelt und ich so etwas für gewöhnlich nicht schreibe, habe ich bestimmt ganz viele Dinge vergessen. Wer noch Fragen hat, darf daher gerne nachfragen. =D
 
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