Und zwar ein deutliches
Nein das nicht unmissverständlicher und umfassender sein könnte.
- Android Geräte booten nur signierte Images, d.h. nur die ROMs vom Gerätehersteller
- Die immer seltener werdenden Geräte wo man die Signaturprüfung abschalten kann ("Unlocked bootloader") erzwingen dabei ein Zurücksetzen auf Werkszustand
- Ohne Signaturprüfung erfüllt dein Gerät die Integritätsvorgaben von SafetyNet / Play Integrity nicht mehr und diverse Banking-Apps/Spiele/Snapchat/etc. Apps sperren dich aus wegen Compliance Gehampel / Bösartigkeit / Bist eh ein Raubmordkopierer
- Booten von externen Geräten kann der Bootloader erst recht nicht
- Mehrere Betriebssysteme parallel installieren geht auch nicht (auch nicht auf Geräten mit A/B updates!)
- Der Bootloader kann nur Systeme installieren und booten die in Androids eigenem, hochgradig komplexen Partitionsformat verpackt sind
- Der Bootloader als "Wurzel allen Übels" kann auch definitiv nicht ausgetauscht werden, da ebenfalls signiert mit einem Schlüssel, der in den SoC eingebrannt ist
- Die Treiber für die Mobile SoCs sind nicht im Linux Kernel upstreamed weil die Hersteller das nicht interessiert und die Code-Qualität ist i.d.R. auch zu schlecht, d.h. keine gewöhnliche Distribution hat Treiber für GPU, Touchscreen, WLAN, u.s.w.
Die einzige Distribution die Linux-Images in Android-kompatiblem Format baut und auf Touch-Bedienung ausgelegt ist, ist
postmarketOS. Die listen zumindest ein paar Tablets auf. Das richtet sich momentan aber eher an Bastler und nur die abgehärtetsten Linux-Nutzer werden damit als Alltagsgerät klar kommen.
samuelclemens schrieb:
Interessieren würde mich auch ob es machbar wäre Android sammt aller Dateien auf dem Gerät mittels eines ausgelagerten bit genaues Images oder so in einen früheren Zustand zurückzuversetzen.
Kein Werkszustand und auch keine löschorgien. Einfach Snapshot setzen und später den exakten Zustand wiederherstellen.
Nein, das geht nicht. Du hast unter Android keinen direkten Zugriff auf den Speicher. Über eine Dateimanager-App und die USB-Verbindung siehst du nur einen bestimmten Unterordner von einer Partition ("Interner Speicher") in dem eigentlich nichts wichtiges mehr abgelegt wird, i.d.R. nur Bilder, Videos und Browser-Downloads.
Google verbietet den Herstellen auch ausdrücklich, die Nutzerdaten irgendwie zugänglich zu machen, auch dem Nutzer selbst. Wenn er das ermöglicht, dann darf er sein Gerät nicht Android nennen und den Play Store und andere Google Apps nicht installieren.
Um auf den kompletten Speicher zuzugreifen brauchst du root-Rechte. Die kannst du nur bekommen indem du den Bootloader entsperrst und damit geht zwangsläufig Zurücksetzen auf Werkszustand einher.
Selbst dann kannst du den Speicher nicht einfach 1:1 klonen weil alle Dateien mit Hilfe eines Hardware-Sicherheitschip verschlüsselt sind, den man nicht auslesen und somit nicht kopieren kann. Auch Apps können hierüber noch eigene Schlüssel anlegen so dass die Daten der App besonders-unbackup-bar sind.
Android ist auf technischer Ebene äußerst nutzerfeindlich; wichtige Daten sollte man NIEMALS ausschließlich auf einem Android-Gerät ablegen. Im Falle eines Defekts ist Datenrettung nahezu aussichtslos. Ordentliche (vollständige!) Backups sind auch nicht mehr möglich.