Mondgesang
Cadet 3rd Year
- Registriert
- Aug. 2026
- Beiträge
- 48
Liebe Freunde,
es gibt so viele native, bereits ab Werk eingebaute Sicherheitsmechanismen die ich irgendwie nie genutzt habe, aber nun packt mich die Neugier, nachdem ich eine Festplatte aus einem nicht funktionierenden Laptop ausgebaut und auf meinem Hauptsystem als Speichermedium eingesteckt und wie ein Buch auslesen konnte. Es war ein Ubuntu-System btw. Ob der dortige Benutzer ein Passwort hatte? Ich weiß es nicht. Aber ich konnte alle Verzeichnisse in /home öffnen und alle Dateien sehen.
Ein wenig belesen habe ich mich natürlich auch, aber ich habe noch keine Praxisbeispiele für "was wäre wenn" gefunden. Daher wende ich mich an euch. Vielleicht hat der eine oder andere Erfahrungen aus Sicht des Schützers und aus Sicht des Auslesers.
Ich führe einfach mal die Sicherheitsmechanismen auf, die mir so vorschweben.
ANGENOMMEN wir nehmen einen PC oder ein Notebook, bei dem eine ganz gewöhnliche HDD-Festplatte zum Einsatz kommt. Nichts Verlötetes, ganz normal herausnehmbar.
1. Nur das Benutzerkonto ist mit einem Passwort versehen
In diesem Falle habe ich auf dieser Festplatte ein ganz normales z.B. Ubuntu 26.04LTS installiert, mir einen Benutzer angelegt und diesem Benutzer ein starkes Passwort mit Sonderzeichen und allem PiPaPo vergeben.
OK, ein fremder Benutzer (Ausleser genannt) wird den Computer booten können, am BIOS vorbeikommen, ins OS kommen und dann an der Benutzeranmeldung scheitern. Was aber, wenn er die Festplatte aus dem Computer ausbaut und woanders anschließt als eine Art portable Festplatte, wie ich es bei dem nicht funktionierenden Computer oben gemacht habe. Wird dieser fremde Ausleser irgendwas im /home sehen können? Oder wird sein OS ihm sagen, dass die Ordner nicht geöffnet werden können? Gibt es Möglichkeiten, bereits DIESE Hürde zu umgehen?
In jedem Falle aber denke ich, dass er trotzdem alle Ordner, die gesamte Ordnerstruktur mit /etc /media /run und alles was sonst so da ist sehen können.
2. /home Partition ist verschlüsselt
Verstehe ich richtig, dass nur dem Benutzerkonto ein Passwort zu verpassen NICHT dasselbe ist, wie /home zu einer eigenständigen Partition zu machen und diese zu verschlüsseln? Wird hier vom Benutzer jedes Mal, wenn man auf Bilder, Dokumente, Videos, Musik oder Desktop zugreifen will ein Passwort verlangt?
Was sieht der fremde Ausleser, wenn die /home Partition verschlüsselt ist?
3. LVM - mit vollständig verschlüsselter Festplatte
Hier fehlt mir jede Expertise. So oft sah ich bei OpenSUSE oder Fedora z.B. die Option bei der Installation LVM zu verwenden und die Festplatte zu verschlüsseln. Irgendwie gingen diese beiden Begriffe immer Hand in Hand. Habe ich nie gemacht. Ist es ähnlich zu verstehen wie Windows Bitlocker? Hier schafft man es ja am BIOS vorbei aber noch nicht bis zum Betriebssystem, denn hier kommt Bitlocker oder LUKS und will schon ein Passwort haben.
Was sieht ein fremder Ausleser in diesem Falle? Sieht er überhaupt irgendwas? Wird im die Festplatte überhaupt in seinem System angezeigt? Und wenn ja, mit irgendwelchen Partitionen, Speicherplätzen, oder Echtdaten? Google sagt, dass ohne Schlüssel nur ein Haufen unlesbarer Datenmüll sichtbar ist.
4. BIOS Masterpasswort
Jetzt wirds richtig ernst. Ich bin mir jetzt nicht sicher, obs bei ALLEN BIOS/UEFI war oder nur bei so Enterprise-Laptops von IBM/Lenovo, DELL, HP und FUJITSU aber ich sah unter dem Reiter Sicherheit oft die Möglichkeit, ein Master-Passwort oder Admin-Passwort oder nur Passwort zu vergeben. Ich denke das sind alles gleichrangige Synonyme nur je nach Hersteller anders genannt. Ist das die ultimative Sicherheitsstufe? Ist für den fremden Ausleser bereits hier Schluss beim Versuch den Computer zu booten?
Natürlich hat dies keine Auswirkung auf die Sicherheit der Festplatte denke ich. Wenn man sie ausbaut, umgeht man ja diese BIOS-Hürde. Dieser Punkt ist also eher die Sicherheit für DIESEN Computer.
Ich hatte mal einen uralten ThinkPad geschenkt bekommen aber da war ein BIOS Passwort drauf und der Vorbesitzer kannte es selbst nicht (vermutlich deshalb geschenkt). Da hatte ich mich etwas schlau gemacht und dieses Passwort wird wohl in einem kleinen, auf der MB verlöteten Modul gespeichert. Dieses hätte man irgendwie mit Impulsen oder so bearbeiten müssen oder schlicht entfernen. Irgendwie so.
5. Alles zusammen
Jetzt kommt der Sicherheits-Megatron wo wir alle Punkte verbinden. Wir setzen also ein BIOS Masterpasswort, verwenden für unser OS diese LVM-Methode mit vollverschlüsselter Festplatte, machen die /home Partition separat und ebenfalls verschlüsselt und erstellen natürlich einen Benutzer mit Passwort. Ist ein solches System unknackbar? Ist eine solche Festplatte für den fremden Ausleser ein Stück unbrauchbarer Metallschrott?
Bonus
Und eine kleine Bonusfrage. Kann man eine solche Festung von Festplatte später einfach wieder formatieren und weiterverwenden? Angenommen ich kenne die ganzen Passwörter nicht (mehr). Und will diese Hochburg gar nicht mehr betreiben sondern diese Festplatte einfach als externe Platte benutzen. Kann ich sie dann einfach mir nichts dir nichts einstöpseln, in z.B. exFAT formatieren und alles ist wieder gut? Oder machen all diese Verschlüsselungen die Platte in der Tat unbrauchbar, da sie ihre nach außen signalisierten Größen und Partitionen unlesbar und unbearbeitbar machen?
es gibt so viele native, bereits ab Werk eingebaute Sicherheitsmechanismen die ich irgendwie nie genutzt habe, aber nun packt mich die Neugier, nachdem ich eine Festplatte aus einem nicht funktionierenden Laptop ausgebaut und auf meinem Hauptsystem als Speichermedium eingesteckt und wie ein Buch auslesen konnte. Es war ein Ubuntu-System btw. Ob der dortige Benutzer ein Passwort hatte? Ich weiß es nicht. Aber ich konnte alle Verzeichnisse in /home öffnen und alle Dateien sehen.
Ein wenig belesen habe ich mich natürlich auch, aber ich habe noch keine Praxisbeispiele für "was wäre wenn" gefunden. Daher wende ich mich an euch. Vielleicht hat der eine oder andere Erfahrungen aus Sicht des Schützers und aus Sicht des Auslesers.
Ich führe einfach mal die Sicherheitsmechanismen auf, die mir so vorschweben.
ANGENOMMEN wir nehmen einen PC oder ein Notebook, bei dem eine ganz gewöhnliche HDD-Festplatte zum Einsatz kommt. Nichts Verlötetes, ganz normal herausnehmbar.
1. Nur das Benutzerkonto ist mit einem Passwort versehen
In diesem Falle habe ich auf dieser Festplatte ein ganz normales z.B. Ubuntu 26.04LTS installiert, mir einen Benutzer angelegt und diesem Benutzer ein starkes Passwort mit Sonderzeichen und allem PiPaPo vergeben.
OK, ein fremder Benutzer (Ausleser genannt) wird den Computer booten können, am BIOS vorbeikommen, ins OS kommen und dann an der Benutzeranmeldung scheitern. Was aber, wenn er die Festplatte aus dem Computer ausbaut und woanders anschließt als eine Art portable Festplatte, wie ich es bei dem nicht funktionierenden Computer oben gemacht habe. Wird dieser fremde Ausleser irgendwas im /home sehen können? Oder wird sein OS ihm sagen, dass die Ordner nicht geöffnet werden können? Gibt es Möglichkeiten, bereits DIESE Hürde zu umgehen?
In jedem Falle aber denke ich, dass er trotzdem alle Ordner, die gesamte Ordnerstruktur mit /etc /media /run und alles was sonst so da ist sehen können.
2. /home Partition ist verschlüsselt
Verstehe ich richtig, dass nur dem Benutzerkonto ein Passwort zu verpassen NICHT dasselbe ist, wie /home zu einer eigenständigen Partition zu machen und diese zu verschlüsseln? Wird hier vom Benutzer jedes Mal, wenn man auf Bilder, Dokumente, Videos, Musik oder Desktop zugreifen will ein Passwort verlangt?
Was sieht der fremde Ausleser, wenn die /home Partition verschlüsselt ist?
3. LVM - mit vollständig verschlüsselter Festplatte
Hier fehlt mir jede Expertise. So oft sah ich bei OpenSUSE oder Fedora z.B. die Option bei der Installation LVM zu verwenden und die Festplatte zu verschlüsseln. Irgendwie gingen diese beiden Begriffe immer Hand in Hand. Habe ich nie gemacht. Ist es ähnlich zu verstehen wie Windows Bitlocker? Hier schafft man es ja am BIOS vorbei aber noch nicht bis zum Betriebssystem, denn hier kommt Bitlocker oder LUKS und will schon ein Passwort haben.
Was sieht ein fremder Ausleser in diesem Falle? Sieht er überhaupt irgendwas? Wird im die Festplatte überhaupt in seinem System angezeigt? Und wenn ja, mit irgendwelchen Partitionen, Speicherplätzen, oder Echtdaten? Google sagt, dass ohne Schlüssel nur ein Haufen unlesbarer Datenmüll sichtbar ist.
4. BIOS Masterpasswort
Jetzt wirds richtig ernst. Ich bin mir jetzt nicht sicher, obs bei ALLEN BIOS/UEFI war oder nur bei so Enterprise-Laptops von IBM/Lenovo, DELL, HP und FUJITSU aber ich sah unter dem Reiter Sicherheit oft die Möglichkeit, ein Master-Passwort oder Admin-Passwort oder nur Passwort zu vergeben. Ich denke das sind alles gleichrangige Synonyme nur je nach Hersteller anders genannt. Ist das die ultimative Sicherheitsstufe? Ist für den fremden Ausleser bereits hier Schluss beim Versuch den Computer zu booten?
Natürlich hat dies keine Auswirkung auf die Sicherheit der Festplatte denke ich. Wenn man sie ausbaut, umgeht man ja diese BIOS-Hürde. Dieser Punkt ist also eher die Sicherheit für DIESEN Computer.
Ich hatte mal einen uralten ThinkPad geschenkt bekommen aber da war ein BIOS Passwort drauf und der Vorbesitzer kannte es selbst nicht (vermutlich deshalb geschenkt). Da hatte ich mich etwas schlau gemacht und dieses Passwort wird wohl in einem kleinen, auf der MB verlöteten Modul gespeichert. Dieses hätte man irgendwie mit Impulsen oder so bearbeiten müssen oder schlicht entfernen. Irgendwie so.
5. Alles zusammen
Jetzt kommt der Sicherheits-Megatron wo wir alle Punkte verbinden. Wir setzen also ein BIOS Masterpasswort, verwenden für unser OS diese LVM-Methode mit vollverschlüsselter Festplatte, machen die /home Partition separat und ebenfalls verschlüsselt und erstellen natürlich einen Benutzer mit Passwort. Ist ein solches System unknackbar? Ist eine solche Festplatte für den fremden Ausleser ein Stück unbrauchbarer Metallschrott?
Bonus
Und eine kleine Bonusfrage. Kann man eine solche Festung von Festplatte später einfach wieder formatieren und weiterverwenden? Angenommen ich kenne die ganzen Passwörter nicht (mehr). Und will diese Hochburg gar nicht mehr betreiben sondern diese Festplatte einfach als externe Platte benutzen. Kann ich sie dann einfach mir nichts dir nichts einstöpseln, in z.B. exFAT formatieren und alles ist wieder gut? Oder machen all diese Verschlüsselungen die Platte in der Tat unbrauchbar, da sie ihre nach außen signalisierten Größen und Partitionen unlesbar und unbearbeitbar machen?