Möglichkeiten, Online seine Identität ausweisen?

ZetaZero

Lt. Commander
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Ein Lagerunternehmen will, dass ich persönlich vorbeikomme, um einem Umzugsunternehmen eine Bevollmächtigung zu erteilen, die Sachen abholen zu dürfen. Was erstmal gut ist, dass sie wert darauf legen, dass niemand Fremdes an die Sachen kommt.

Allerdings ist das Unternehmen ziemlich weit weg und deshalb will ich darauf verzichten. Welche Möglichkeiten gibt es, sich seriös online auszuweisen? Und dürfen die sowas trotzdem ablehnen, wenn die Geschäftsbedingungen dagegen sind?



Das einzige was mir bisher eingefallen ist: Ein Video aufnehmen und mündlich die Erlaubnis geben und dann nochmal den Vertrag, den Personalausweis und Schlüssel ins Bild halten. Es gibt zwar auch schon Gesichtsfälschungssoftware, aber naja, dann könnte auch jemand vorbei kommen, der so ähnlich aussieht wie ich und die würden auch drauf reinfallen, wenn der es geschafft hat, mir alle Sachen abzuziehen, um sich ausweisen zu können.

Es sollte (wie bei YouTube einstellbar) nur jemand das Video sehen können, der den Link hat und wichtig, wenn ich das Video lösche, dann sollte es die Plattform auch wirklich löschen und nicht wie Google die Sachen einfach nur unsichtbar machen. Eine weitere Befürchtung ist, dass sie vielleicht gar keine Links in E-Mail anklicken dürfen.

Aber vielleicht gibt es wie oben gefragt andere Möglichkeiten, die ich nicht auf dem Schirm habe.
 
Eine Möglichkeit, seine Identität Online zu bestätigen, muss das Unternehmen anbieten. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, die letztlich auch alle Geld kosten. Sprich, bei Unternehmen, wo das jetzt eher nicht üblich ist, wird man sich die Ausgabe eher sparen...
Die werden sich auf solche Geschichten nicht einlassen, sonst würde sie diese selbst proaktiv anbieten.

Also ja. Natürlich dürfen die das ablehnen. Ein Vertrag beruht auf eine beidseitige Willenserklärung.
 
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Ruf doch das Unternehmen an, schilder die Situation und frag was man machen kann. :)
 
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Eine Kamera... vor diese Kamera kann man einen Ausweis vorhalten.
2022 sollte das doch Standard sein... sogar live.

Wer die kriminelle Energie hat, sein Gesicht zu fälschen (Deepfake) und sich damit auszuweisen, wird auch die Energie haben einen Ausweis zu fälschen und sich damit auszuweisen.
Deshalb wird das Prinzip mit "Ausweis vor die Kamera halten" auch überall anerkannt, wo man zumindest in diesem Jahrtausend angekommen ist. (Banken, Provider, etc.)
 
So wie das klingt, wirst du dich an die Spielregeln des Unternehmens halten müssen - egal was technisch/rechtlich möglich ist. Ich würde da anrufen und das besprechen.
 
Schon nachgefragt ob die Firma da irgendwas anzubieten hat? Ggf. gab es ja schon so ein Fall.
 
Lass dir den Auftrag bzw. das Dokument per Post zuschicken.
Schick es zurück, UND ZWAR Unterschrieben und während der Unterschrift beglaubigt von einer Bank/Amt/Stadt/.....
Fertig
 
Eine Beglaubigung ist aber noch einfacher zu fälschen als ein Ausweis oder ein Deepfake Video. :D
Schon erschreckend, dass ein Gekritzel mit der Hand bis heute als Nachweis der Richtigkeit gelten darf.
 
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@Highspeed Opi Joa, nicht ganz falsch. könnte aber funktionieren und wäre einfach.
@ZetaZero Es gäbe noch die Möglichkeit ein Vertrauensperson zu schicken, die deinen Auftrag für dich aufgibt und erteilt. Jemand der näher dran wohnt.
ZetaZero schrieb:
Und dürfen die sowas trotzdem ablehnen, wenn die Geschäftsbedingungen dagegen sind?
Ja

Wenn das unternehmen das anbietet könntest du es via einer Video-Ident-Company machen. Ist aber halt ähnlich deinem eh chon vorgeschlagenem weg.
Mal das unternehmen fragen, vielleicht akzeptieren die eine Beglaubigung einer Sparkassen-Filiale in deiner Nähe. (oder einer anderen bank bei der du ein konto hast)
 
simoron schrieb:
Vertrauensperson zu schicken, die deinen Auftrag für dich aufgibt
Ich habe es so verstanden, dass er Sachen bei einem Lagerunternehmen lagert, diese nun aber nicht von ihm, sondern von einem Umzugsunternehmen abholen lassen möchte.
 
Jedes Amtsgericht wird dir helfen deine zwangseingelagerten Möbel zurückzubekommen.

So les ich das.
 
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.one schrieb:
Jedes Amtsgericht wird dir helfen deine zwangseingelagerten Möbel zurückzubekommen.

So les ich das.
Fiese Unterstellung, vor allem weil er ja den Schlüssel hat, wie er sagt. Bei sowas doch immer wieder Vorsicht!

Highspeed Opi schrieb:
ine Beglaubigung ist aber noch einfacher zu fälschen als ein Ausweis oder ein Deepfake Video. :D
Schon erschreckend, dass ein Gekritzel mit der Hand bis heute als Nachweis der Richtigkeit gelten darf.
Das ist immer so das Thema: "Schuster bleib bei deinen Leisten." oder "Angst vor dem Neuen".
Wenn das kein Lagerunternehmen mit Hightech Interesse ist, kann ich mir das gut vorstellen.
Klischee bedienen -> Lagerunternehmen mit 50 kleinen Garagen. Im Office sitzt Erna, die alte Melitta Maschine läuft seit 20 Jahren und es werden nur Kannen nachgekauft. Jede Garage hat einen Ersatzschlüssel mit einem dicken Anhänger aus Metall, wo die Nummer drauf steht.
Der PC ist von 2010 und der Monitor einer der ersten TFTs die es so gab mit 19 Zoll.
Kunden sind der hiesige Antiquar, Bauer Heinz, der paar Hektar Holz lagert und ein paar Jäger etc.
Wenn mal 10+ Mails in der Woche ankommen ist das schon eine technische Aufgabe für Erna und Chef Dieter.
Dann ruft da einer an, der durchaus mit seinem Auto vorbei kommen könnte, machen ja alle anderen auch, und will irgendwas mit Video und sowas komisches. Erna bekommt schon Hitzewellen, wenn die nur Video und sowas hört. (Vorsicht ich habe hier etwas klischeehaft und überspitzt formuliert -> stylistisches Mittel)
Natürlich reicht denen dann die Unterschrift, aber das andere ist so neu und was man nicht kennt oder nicht versteht ist erstmal nicht vertrauenswürdig.
Das sowas nicht mehr zeitgemäß ist sollte klar sein. So lange das Unternehmen aber nicht digitaler aufgestellt ist und mit sowas arbeitet müssen die dir @ZetaZero nichts anderes anbieten. Vertraglich oder mit AGB gedeckt wird das "vor Ort" schon standhalten.
Alles andere ist Kommunikation, wenn du Glück hast wird eine Lösung gefunden, wenn du Pech hast wird es nur mit persönlichem Vorstellen möglich sein.

Anekdote aus meiner Tätigkeit: Ich bin mit einem Klienten bei einer Behörde. Wir haben Vollmachten vom Vormund, Bestallungsurkunde, Ausweise alles dabei. Trotzdem wurde unser Fall nicht bearbeitet, weil der Vormund mitkommen müsse.
Wir hatten Dienstausweise, Vollmacht vom Vormund, Bestallungsurkunde vom Vormund alles dabei. Trotzdem wurde die Ummeldung nicht durchgeführt. Beim nächsten Termin ging alles in gleicher Konstellation. Manchmal ist alles eben noch voll Bürokratie aus dem vorherigen Jahrhundert.
 
@Millkaa
Tolle Geschichte.

Allein der Satz "Wenn das kein Lagerunternehmen mit Hightech Interesse ist" würde die Geschichte gut zusammenfassen. Dass eine Videokonferenz oder Ausweis online als Hightech angesehen wird und nicht als das, was es ist, "Lowtech" vom letzten Jahrtausend.

Sobald diese Generation ausgestorben (bzw. in Rente) ist, wird Deutschland direkt 1-2 Jahrzehnte aufholen.
Und damit meine ich hauptsächlich die ganze Führungsriege in Politik und Unternehmen. Ganz besonders aber in Politik.
 
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ZetaZero schrieb:

Ja, du, oder ein von dir benannter Beförderer. Firma beauftragen, die sich ausweisen lassen, fertig.
Ich meine: Wenn du nicht da bist: Wie willst du das denn abholen?

ZetaZero schrieb:
Ein Lagerunternehmen will, dass ich persönlich vorbeikomme, um einem Umzugsunternehmen eine Bevollmächtigung zu erteilen, die Sachen abholen zu dürfen. Was erstmal gut ist, dass sie wert darauf legen, dass niemand Fremdes an die Sachen kommt.

Das Lagerunternehmen hat nun einen Zettel vom Umzugsunternehmen, der bitte ausgefüllt werden darf.
Logisch, das die nichts anderes akzeptieren, wie soll auch deine Unterschrift auf den Originalbeleg?

Melde dich bei dem Umzugsunternehmen und lass' den Abholauftrag neu aufsetzen. So kommt der fertig beim Lager an und du musst da nicht extra hin. Wenn die das dann ebenfalls nur persönlich machen wollen such' dir entweder eine andere Umzugsfirma die sowas online/Ortsnah kann, oder schau eben ob der Weg dort hin kürzer ist.
 
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@Wolfpac Hab ich auch so verstanden. Eine Vertrauensperson mit Schlüssel etc. könnte das denke ich trotzdem. Die Vertrauensperson bekommt den Schlüssel für das Lager zugesandt, beauftragt das Unternehmen.
Der TE bekommt sein klamotten. Der TE bezahlt die Verrtauensperson, die VP das Logistikunternehmen. Fertig.
Und wenn das Lagerunternehmen dann noch stresst weil sie den Lagerraum nicht auflösen wollen, Zahlung einstellen. Dann machen die irgendwann das Ding auf, und nix is drin. Aus bums feierabend.
 
Wieso sollte es denn einfacher sein, eine Vertrauensperson als ein autorisiertes Umzugsunternehmen festzulegen?

Für mich klingt das ein wenig danach, dass das Lagerunternehmen sich rechtlich absichert. Mein Ansatz wäre, zur Rechtslage zu recherchieren. (Youtube) Video scheint mir sehr weit weg von Verwaltungsrealität zu sein. Beispiel: Wo und wie sollte so ein Video denn rechtssicher aufbewahrt werden?
 
Ich kam vorhin auf den schlauen Gedanken, dass ich dem Umzugsunternehmen eigentlich nur die Schlüssel und das Passwort geben brauche und dann haben die alles, um darein zukommen. So habe ich es auch in der Vergangenheit gemacht. Das mit der "Bevollmächtigung" kam mir nur den Sinn, weil ich bei der Vertragsschließung darauf angesprochen wurde.

Da kann das Lagerunternehmen ja nichts gegen machen, wenn ich dem Umzugshelfern die Sachen gebe und die das Lager leerräumen. Das wird ja nicht mal auffallen. Wie auch? Also eigentlich habe ich mir die Sorgen umsonst gemacht.
 
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